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  • 24.10.2016, 22:23h           15      Teilen:   |

Kuchen für alle!

Nordirland: Homophober Bäcker scheitert auch in zweiter Instanz

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Bäcker David McArthur sieht sich als Opfer der Gerichte

Wegen seines Glaubens wollte ein Bäcker keinen Kuchen zur Unterstützung der Ehe für alle backen. Als Dienstleister habe er damit diskriminiert, findet erneut ein Gericht.

Ein Berufungsgericht im nordirischen Belfast hat am Montag ein Urteil aus erster Instanz bestätigt, wonach eine Bäckerei homosexuelle Kunden nicht wegen der religiösen Überzeugungen der Geschäftsführung zurückweisen darf.

Die "Ashers Baking Company", die in der britischen Provinz sechs Läden mit 60 Angestellten betreibt, war im Mai 2015 von einem Bezirksgericht verurteilt worden, für ihr erstes Vergehen eine Strafe in Höhe von 500 Pfund (rund 700 Euro) an eine Wohltätigkeitsorganisation zu spenden (queer.de berichtete). Eine Filiale hatte sich im Jahr zuvor geweigert, einen Kuchen für den LGBT-Aktivisten Gareth Lee anlässlich des Tages gegen Homophobie zu backen. Darauf sollten Ernie und Bert und die Aufschrift "Unterstützt die Ehe-Öffnung" samt dem Logo von Lees Gruppe "Queerspace" abgebildet sein.

Lee hatte bereits 36,50 Pfund für den Kuchen bezahlt, dann aber eine Weigerung der Bäckerei erhalten. Daniel und Amy McArthur beriefen sich in ihrer Ablehnung auf ihren christlichen Glauben: "Wir bedienen jeden, aber wir können keine Werbung für eine Sache machen, die der biblischen Lehre widerspricht", so McArthur vor der ersten Verhandlung nach Angaben der BBC. "Wir versuchen, unsere Taten von unserem christlichen Glauben leiten zu lassen."

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Ausnahmeregelungen für Kirchen gelten nicht

Das von der Bäckerei abgelehnte Motiv
Das von der Bäckerei abgelehnte Motiv

Das Bezirksgericht hatte, nach einer Beschwerde des Kunden auf Klage der nordirischen Gleichstellungskommission, in seinem Grundsatzurteil festgehalten, dass Ausnahmeregelungen im Gleichbehandlungsgesetz nur religiöse Einrichtungen betreffen würden. Bei der Bäckerei-Kette handele es sich aber um ein "gewinnorientiertes Unternehmen" – und diese dürften seit 2006 nicht mehr Kunden aufgrund der sexuellen Orientierung diskriminieren.

Das Berufungsgericht betonte am Montag zudem, das Backen des Kuchens sei eine Dienstleistung, die sich den Inhalt des Kuchens zudem nicht aneigne – so sei das ja auch bei Kuchen für Fußballteams oder zu Halloween.

Die McArthurs sagten am Montag in Interviews, sie seien enttäuscht über das Urteil und fühlten sich als Opfer. Streit um "homosexuelle" Torten sind dabei in Europa eher selten, in Amerika gab es in den letzten Jahren hingegen diesbezüglich einige Gerichtsprozesse. Während viele LGBT-Aktivisten das neueste Urteil begrüßten, kritisierte der britische Aktivist Peter Tatchell das Urteil: Es zwinge das Ehepaar, gegen seinen Willen zu handeln, und könnte auch dazu führen, dass schwule oder lesbische Bäcker homofeindliche Kuchen backen müssten. Ein solcher Fall ist bislang allerdings nicht bekannt geworfen.

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Tags: nordirland, belfast, konditorei, großbritannien
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Reaktionen zu "Nordirland: Homophober Bäcker scheitert auch in zweiter Instanz"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
24.10.2016
22:32:42


(+3, 7 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Sehr Gute und richtige Entscheidung. Ich bezweifele, dass deutsche Gerchte aehnlich entschieden haette.

Oder?


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#2
25.10.2016
09:09:46


(-1, 5 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Vermutlich handelt es sich um einen evangelikalen Mann, wohl aber eher um einen Anhänger der kämpferischen Presbyterian Church of Ireland.
Belfast im nordirischen Teil Großbritanniens ist bekanntlich eine konfessionell gespaltene Stadt (41 : 41), in der sich die Reibungen zwischen den protestantischen und katholischen Bewohnern immer schon hochgespielt haben. Übrigens ist Nordirland der mit Abstand homophobste Teil des ansonsten liberalen Großbritanniens.


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#3
25.10.2016
09:13:50


(+6, 8 Votes)

Von Sebi


Sehr gut!

Religionsfreiheit beinhaltet nicht das Recht auf Diskriminierung.

Denn Religionsfreiheit bedeutet nur, dass der seinen Glauben haben darf, ohne deswegen von anderen diskriminiert zu werden. Aber es heißt genauso, dass andere Menschen mit anderem Glauben oder mit gar keinem Glauben, eben auch nicht diskriminiert werden dürfen.

Das ist keine Einbahnstraße, aber solche Religioten wollen immer, dass Diskriminierungsschutz zwar für sie gilt, aber nicht für andere.


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#4
25.10.2016
09:24:29


(-4, 6 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Ein "born-again-christian", also ein Evangelikaler.

Wir hier in Deutschland können froh sein, dass die paar Evangelikalem so gut wie keinen Einfluss haben.

Link zu www.theguardian.com


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#5
25.10.2016
09:32:40


(+6, 8 Votes)

Von Linus


"Wir versuchen, unsere Taten von unserem christlichen Glauben leiten zu lassen."

Nordirland ist aber kein Gottesstaat, sondern ein demokratischer Rechtsstaat. Und da gelten eben nur die demokratisch beschlossenen Gesetze und keine religiösen Überzeugungen.

Es kann ja gerne jeder glauben (oder nicht) was er will. Gedanken sind frei. Und es kann von mir aus auch jeder an irgendwelchen okkulten Riten teilnehmen oder sich selbst kasteien.

Aber das alles nur, solange man sich innerhalb des gesetzlich erlaubten befindet!! Religion steht nicht über dem Gesetz!!

Man darf wegen irgendwelcher Glaubensüberzeugungen andere nicht diskriminieren oder sie irgendwie damit belästigen.


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#6
25.10.2016
09:37:20


(+3, 5 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


So und nur so ist es richtig!

Religiotie darf kein Freibrief zur Diskriminierung sein.

Nebenbei frage ich mich natürlich, wie ein doch eigentlich ganz nett erscheinendes Kerlchen derart religiös hirnverblödet sein kann - erschreckende Folge schwachsinniger, menschenfeindlicher Hirnwäsche und Verdummungsstrategie.


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#7
25.10.2016
09:51:22


(+5, 5 Votes)

Von Justus


"Wir bedienen jeden, aber wir können keine Werbung für eine Sache machen, die der biblischen Lehre widerspricht"

Wer hat denn verlangt, dass die Werbung für irgendwas machen?

Die haben von einem Kunden einen Auftrag bekommen und den haben sie auszuführen. Fertig.

Niemand hat verlangt, dass sie den Kuchen im Fenster ausstellen, ein Foto des Kuchens auf die Homepage stellen, o.ä.

Im übrigen muss denen mal jemand klar machen, dass ihre "biblische Lehre" eine Lehre der Ausgrenzung und des Hasses ist. Und dass dieses Buch von Menschen geschrieben ist und immer wieder verändert wurde.

Und vor allem müssen sie lernen, dass irgendwelche Bücher nicht über Recht und Gesetz stehen.


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#8
25.10.2016
10:18:22


(+5, 7 Votes)

Von Typisch


>>> Bäcker David McArthur sieht sich als Opfer der Gerichte <<<

Es ist typisch für solche totalitären Geister, dass sie sich selbst grundsätzlich als Opfer sehen und überall Verschwörungen vermuten.

Sie selbst dürfen in ihrer Parallel-Realität ungehindert Gesetze brechen, andere Menschen diskriminieren, etc. Aber wehe, man sagt ihnen, dass das nicht okay ist. Dann sind sie die Opfer und die tatsächlichen Opfer werden zu Tätern gemacht.


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#9
25.10.2016
16:03:50
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Schade


Eigentlich ein süßer Kerl...leider ein Idiot.


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#10
25.10.2016
21:50:09


(+2, 2 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von Schade


Zitat: "Eigentlich ein süßer Kerl...leider ein Idiot."

>>> Tja - ein Rel-Igiot eben........(was bedarf es der Worte mehr).


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