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  • 26.10.2016, 11:20h               Teilen:   |

BBC-Umfrage

Die meisten britischen Fans haben keine Probleme mit schwulen Fußballern

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Die große Mehrheit der Fußballfans auf der Insel würden einen schwulen Fußballer in ihrem Team willkommen heißen (Bild: (cc) Jon Candy / flickr)

Im Mutterland des Fußballs haben die Anhänger offenbar wenige Probleme mit Schwulen – eine Minderheit will die Zeichen der Zeit aber nicht erkennen.

82 Prozent der Fußballfans in England, Wales und Schottland hätten nichts daran auszusetzen, wenn in ihrem Lieblingsteam ein offen schwuler Spieler antritt. Acht Prozent drohen jedoch, mit ihrer Mannschaft zu brechen, wenn ein schwuler Athlet mitspielt. Das ist ein Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage eines BBC-Radiosenders unter mehr als 4.000 Fans von elf verschiedenen Sportarten, die vom Marktforschungsinstitut ComRed online durchgeführt wurde.

Sieben von zehn Fußballfans fordern diesen Zahlen zufolge Vereine auf, mehr zu tun, um ihre Fans über Homophobie aufzuklären. Genau die Hälfte aller Fußballanhänger und 47 Prozent aller Sportfans sagen, dass sie bei Sportveranstaltungen bereits Zeuge von homophobem Verhalten geworden seien. Damit ist Homophobie allerdings noch seltener als sexistisches oder rassistisches Verhalten auf der Tribüne (51 bzw. 59 Prozent).

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"Acht Prozent Höhlenbewohner"

Erst vor einer Woche hatte Greg Clarke, der Chef des englischen Fußballverbandes, Profispielern geraten, sich nicht zu outen (queer.de berichtete). Offen schwule Spieler würden "fies" beschimpft werden, bedauerte Clarke.

In der BBC kritisierte Ex-Fußballprofi Chris Sutton, eine ehemaliger Torschützenkönig in der Premier League, dass es sich Clarke zu einfach mache, wenn er sich "von acht Prozent Höhlenbewohnern" steuern lasse. "Ein Coming-out sollte kein Problem am Arbeitsplatz sein. Bei einem Fußballverein zu arbeiten, ist auch nur ein Job. Die Spieler, mit denen ich gespielt habe, würden nicht mal mit der Wimper zucken." Der frühere Stürmer forderte, dass diese homophoben acht Prozent schlicht Stadionverbot erhalten sollten. "Es ist verrückt, dass Leute in unserer Gesellschaft diktieren können, ob jemand ein Coming-out hat oder nicht", so Sutton.


Verbandschef Greg Clarke bedauert die Homophobie in englischen Stadien, rät aber von einem Coming-out ab.


Die BBC-Umfrage bringt auch zum Vorschein, dass es mehr Sportfans stören würde, wenn ein Spieler eines rivalisierenden Teams ihre Lieblingsmannschaft verstärkt als ein schwuler Spieler (zwölf bzw. acht Prozent). Ferner sagen mehr als die Hälfte der Sportfans, dass ein Spieler sich outen sollte, um andere schwule Spieler zu diesem Schritt zu ermutigen. Dennoch nehmen 15 Prozent an, dass ein schwuler Athlet Unbehagen bei seinen Mitspielern auslösen würde.

Bislang hat sich in Großbritannien mit Justin Fashanu nur ein Fußballprofi während seiner aktiven Laufbahn geoutet – mit entsetzlichen Folgen. Fashanu, der in den Achtzigerjahren als einer der talentierstesten Fußballer seiner Generation galt, war 1980 der erste schwarze Profi in England, für den eine Ablösesumme über eine Millionen Pfund bezahlt wurde. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein homophober Trainer Brian Clough vom Club Nottingham Forrest, als er von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Außerdem beschimpfte Clough den Spieler vor seinen Mannschaftskollegen als "verdammte Schwuchtel". Daraufhin wechselte Fashanu mehrfach den Verein und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik – seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 beging er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. (dk)

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Tags: fußball, sport, umfrage, großbritannien, chris sutton, greg clarke
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