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  • 27.10.2016, 12:08h           5      Teilen:   |

"Sexualität eine gute Gabe Gottes"

Kirchenpräsident Volker Jung unterstützt Lehrplan zur Sexualerziehung

Artikelbild
Kirchenpräsident Volker Jung findet es gut, dass an Schulen gelehrt wird, LGBTI respektvoll gegenüber zu treten (Bild: Rolf Oeser / wikipedia)

Der Chef der Landeskirche stellt sich hinter den hessischen Lehrplan. Alle Menschen, auch Schwule, Lesben und Transsexuelle, seien Geschöpfe Gottes und verdienten es, akzeptiert zu werden.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, hat am Donnerstag seine volle Unterstützung für den neuen hessischen Sexualkunde-Lehrplan bekräftigt. Das ausgearbeitete Papier sei ein Beitrag zur Überwindung der Diskriminierung von Menschen, insbesondere von Homo- und Transsexuellen. Er stellte klar, dass seine Landeskirche keinerlei Einwände gegen den Lehrplan habe.

"Nach christlichem Verständnis ist Sexualität eine gute Gabe Gottes, die es gilt, in Verantwortung zu leben. Das muss gelernt werden – zuhause und in der Schule in altersgemäßer Weise", erklärte Jung. Dazu gehöre natürlich auch, "Menschen mit anderer sexueller Orientierung und anderer Geschlechtsidentität zu akzeptieren und sie nicht in irgendeiner Weise zu verachten und zu diskriminieren".

Im schwarz-grünen Hessen ist die "Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen" seit September offizielles Unterrichtsziel (queer.de berichtete). Außerdem soll "Wissen über die Existenz unterschiedlicher Partnerschaftsformen und Verständnisse von Familie, sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten" vermittelt werden.

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"Toleranz im Vollsinn bedeutet Akzeptanz"

Jung erklärte, dass die augenblicklich geführten Debatten, ob zwischen Toleranz und Akzeptanz unterschieden werden müsse, aus seiner Sicht "nicht hilfreich" seien. "Toleranz im Vollsinn bedeutet Akzeptanz. Als Evangelische Kirche in Hessen und Nassau setzen wir uns aufgrund unseres Menschenbildes, das jeden Menschen als Gottes Geschöpf und Ebenbild sieht, dafür ein, dass Diskriminierung jeder Art überwunden und Menschen respektvoll und verantwortlich miteinander leben."

Unter anderem hatte der Landeselternbeirat Hessen das Wort "Akzeptanz" kritisiert (queer.de berichtete). Dieser Begriff solle durch "Toleranz" ersetzt werden, so die Forderung. Homo-Hasser von der "Demo für alle" bezeichnen das "Einfordern von Akzeptanz" als Verstoß gegen das Indoktrinationsverbot. Im Landtag reagierte der schwule SPD-Abgeordnete Christoph Degen Mitte Oktober auf die Vorwürfe mit den Worten: "Ich sage Ihnen selbst persönlich: Ich möchte nicht geduldet werden, ich möchte akzeptiert werden."

Die "Demo für alle" will am Sonntag in Wiesbaden gegen den Lehrplan protestieren. Mehr als 50 Vereine und Initiativen aus der Stadt und der Rhein-Main-Region rufen zu einer Gegendemonstration auf, unter ihnen auch die Evangelische Jugend (queer.de berichtete).

Volker Jung hat sich in den letzten Jahren mehrfach für die Akzeptantz und rechtliche Gleichstellung von LGBTI eingesetzt. So unterstützte er bereits 2014 die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Adoptionsrecht (queer.de berichtete). Für sein Engagement erhielt er unter anderem die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW und den Ehrenpreis der Lesben und Schwulen in der Union. (dk)

Links zum Thema:
» Evangelische Kirche Hessen-Nassau
» Aufruf zur Demo am Sonntag
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Tags: evangelische kirche, hessen-nassau, volker jung, lehrplan, hessen
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Reaktionen zu "Kirchenpräsident Volker Jung unterstützt Lehrplan zur Sexualerziehung"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
27.10.2016
12:15:47
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Angewidert


Auch wenn ich persönlich keinen großen Wert auf die Wertschätzung durch Kirchenkreise mehr lege...als Jugendlicher war !!! ich auch noch religiös... freut mich doch diese sehr vernünftige Einlassung von Herrn Jung.
Wir und vor allem die jungen LGBTTIQ in der Schule können jeden Verbündeten gebrauchen.


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#2
27.10.2016
15:27:45


(+9, 9 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014
Antwort zu Kommentar #1 von Angewidert


Sehe ich ganz ähnlich. Ich *brauche* auch keinen Bischof, der mir warme Worte ins Ohr flüstert. ABER: Die Kirchen haben in Deutschland eben immer noch nicht zu unterschätzende gesellschaftsprägende Macht - das sieht man auch wieder an Kelle, Beverförde und Kuby, die sich alle sehr fromm gerieren und Kirche mit (rechter) Politik verbinden. Deswegen: Danke, Herr Jung!!


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#3
27.10.2016
15:27:59


(+9, 9 Votes)

Von Marc


Schön, dass es auch noch Menschen gibt, für die ihr Glaube nicht automatisch ein Ausschlusskriterium für alle anderen ist.

Und die nicht meinen, ihrem Glauben sei gedient, wenn sie möglichst viel Hass auf andere haben und möglichst viel gegen sie hetzen.

Danke dafür.

Ich hoffe, dass solche Stimmen der Vernunft sich auch unter den Anhängern von Religionen letztlich durchsetzen und den religiösen Fanatikern und Radikalen zeigen, dass SIE diejenigen sind, die sich außerhalb der Gesellschaft positionieren und die mit ihrem Hass alles andere als Mitglied einer Religion sind.


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#4
27.10.2016
16:01:02


(+8, 8 Votes)

Von FloJo


Ich bin in solchen Fällen immer skeptisch, ob das wirklich echte Überzeugung ist oder ob man sich liberal gibt, weil immer mehr Menschen den Kirchen den Rücken kehren und man nur von den Radikalen auch nicht leben kann...

Aber wenn das ernst und aufrichtig gemeint ist, kann ich nur sagen "Hut ab, für die deutlichen Worte."

Auch wenn mir persönlich die Meinung von Religionsvertretern ziemlich egal ist und die für mich nicht mehr moralische Autorität oder Gewicht haben als jeder andere Mensch auch. Aber Religion ist nun mal in Deutschland noch einigermaßen stark verbreitet und für viele Menschen haben solche Personen hohe Autorität.

Jetzt hoffe ich, dass er den Worten Taten folgen lässt und sich wirklich aktiv für den Bildungsplan einsetzt, öffentlich dafür wirbt, etc. Dann wissen wir, dass es ihm wirklich ernst ist. Und dann sind mir die Motive auch erst mal egal; bzw. da ich immer an das Gute im Menschen glaube, gehe ich dann mal davon aus, dass es nicht aus Kalkül geschieht, sondern wirklich aus innerer Überzeugung.


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#5
27.10.2016
20:04:42


(+2, 8 Votes)

Von agneta
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Danke Herr Dr. Jung. Ich durfte Sie schon auf dem Seminar der Uni Frankfurt im Februar 2016 hören. Wegen Leuten wie Ihnen bleibe ich als Transsexuelle in der ev. Kirche.


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