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  • 27.10.2016, 16:31h           5      Teilen:   |

"Will & Grace"-Star

Sean Hayes schämt sich für spätes Coming-out

Artikelbild
Sean Hayes hat sich erst 2010 als schwul geoutet (Bild: NBC)

Bei der Verleihung einer Auszeichnung für seinen Einsatz für LGBTI-Rechte hat sich Sean Hayes dafür entschuldigt, dass er jahrelang seine Homosexualität in der Öffentlichkeit nicht thematisiert hatte.

Acht Jahre lang stellte Sean Hayes bei "Will & Grace" den schwulen Jack McFarland dar, aber erst knapp vier Jahre nach dem Ende der Erfolgsserie im Jahr 2006 outete er sich in einem Interview mit dem Szenemagazin "The Advocate" als schwul. Als er am Sonntag in Los Angeles beim Outfest den Trailblazer Award ("Preis für Vorreiter") erhielt, entschuldigte er sich erneut dafür, dass er nicht früher offen über seine sexuelle Orientierung gesprochen hatte. Bei Fragen von Journalisten nach seinem Privatleben hatte er jahrelang immer ausweichende Antworten gegeben.

In seiner Dankesrede für den Preis, der alljährlich an bekannte Künstler für ihren Einsatz für LGBTI-Rechte vergeben wird, bedauerte Hayes, dass er als "junger ungeouteter Schauspieler" aus Angst um seine Karriere nicht den Mut für ein Coming-out aufgebracht habe. Als offen schwuler Mann hätte er ein besseres Vorbild für junge Schwule sein können. "Wenn ich zurückschaue auf meine Entscheidung zu schweigen, schäme ich mich. Was habe ich bloß gedacht?", so Hayes. "Als ob man bei mir irgendwelche Zweifel haben könnte. Ich meine, welcher Heterosexuelle kann das Folgende tun?" Daraufhin stimmte der 46-Jährige "If I Could Turn Back Time" von Cher an, wie er es als Jack McFarland oft getan hatte.

Direktlink | Die Dankesrede von Sean Hayes

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Kritik auch aus der Community

2013 hatte Hayes in einem Interview mit der "Los Angeles Times" bereits darüber gesprochen, dass ihm viele Schwule und Lesben sein spätes Coming-out übel genommen hätten: "Manche Menschen in der Gay Community waren sehr sauer, dass ich mich nicht nach ihrem Bedingungen geoutet habe." Er habe sogar Todesdrohungen erhalten.

Zwischen 1998 und 2006 hatte Hayes in 188 Folgen von "Will & Grace" Jack McFarland dargestellt. Für diese Rolle erhielt er mehrere Fernsehpreise und wurde insgesamt sieben Mal für den Emmy nominiert, den er einmal gewinnen konnte. Vor der Sitcom hatte Hayes als 27-Jähriger in dem schwulen Independent-Film "Billy's Hollywood Screen Kiss" die Hauptrolle gespielt.

Auch wenn die Darstellung von Homosexualität in "Will & Grace" heute teilweise altbacken erscheint, war in den USA damals noch hoch umstritten, dass im frei empfangbaren Fernsehen in einer Serie zwei schwule Hauptfiguren auftauchten.

Hayes versuchte 2013 ein Comeback als Hauptdarsteller einer Sitcom in "Sean Saves the World". Die Serie, in der er einen schwulen Vater spielte, wurde aber nach nur 15 Folgen wegen schlechter Einschaltquoten abgesetzt. Zuletzt hat sich Hayes ohnehin eher hinter der Kamera engagiert. So produzierte er mit seiner Firma "Hazy Mills Productions" mehrere erfolgreiche TV-Formate, unter anderem die Mystery-Serie "Grimm", die Comedy-Serie "Hot in Cleveland" mit Betty White oder die sehr erfolgreiche Primetime-Spielshow "Hollywood Game Night" mit der lesbischen Moderatorin Jane Lynch ("Glee").

Den Trailblazer Award hatten in den letzten beiden Jahren mit Tom Hanks und Hilary Swank zwei heterosexuelle Schauspieler erhalten. (dk)

Direktlink | Dankesrede von Tom Hanks 2015

Mehr zum Thema:
» Will & Grace sind zurück – um Trump zu verhindern (27.09.16)
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Tags: sean hayes, will and grace, los angeles
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Reaktionen zu "Sean Hayes schämt sich für spätes Coming-out"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
27.10.2016
18:22:59


(+12, 12 Votes)

Von Felix


Viele Menschen würden im Nachhinein einiges anders machen im Leben. Aber schämen braucht man sich dafür nicht.

Schämen sollten sich eher diejenigen, die Schwule überhaupt erst in die Situation bringen, dass sie sich nicht trauen offen sie selbst zu sein.


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#2
27.10.2016
20:13:01


(+9, 9 Votes)

Von Linus
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


Sehe ich genauso.

Fehler sind menschlich. Man muss nur daraus lernen und das tut Sean Hayes ja offenbar.


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#3
27.10.2016
22:10:53


(+13, 13 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


Die Ausgangssituation von Schwulen ist eine ganz andere als bei den Heterosexuellen. Kein Heterosexueller muß sich rechtfertigen für seine sexuelle Orientierung, noch wird er hierfür diskriminiert oder in seinen Rechten eingeschränkt. Er wird auch nicht beschimpft oder angegriffen. Er braucht keinen Mut aufzuwenden, um sich anderen einzugestehen, daß er heterosexuell ist. Würden die Heterosexuellen genauso verfolgt wie Homosexuelle, dann würden sich wohl kaum anders verhalten. Aus meiner Lebenserfahrung habe ich oft erlebt, wie geoutete Schwule nachher tatsächlich der Job gekündigt wurde und diejenigen diesbezüglich wieder neu anfangen mußten. Hier zeigte sich aber auch, wer die wahren Freunde sind. Generell wird man sich selbst outen, wenn man Nichts zu verlieren hat, oder wenn man dabei etwas verliert, dieses verkraften kann. Das Outen erfordert eine Auseinandersetzung mit sich selbst, das Erarbeiten von Alternativen bei einschränkenden Diskriminierungen, sowie das Erabeiten eines Ansehens, damit man nicht auf die Sexualität reduziert wird, was für jeden eine bestimmte Zeit in Anspruch nimmt.
Ich denke, daß Schwule gegenüber sich spät outenden Schwulen Verständnis haben, da fast jeder Schwule diesen Prozeß durchmachen muß.
Wer jedoch im Schrank bleibt und zur Aufrechterhaltung eines erlogenen heterosexuellen Selbstbildnis in die homophobe Kerbe schlägt, der muß sich nicht wundern, wenn er von den Homosexuellen verachtet wird.


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#4
28.10.2016
09:56:52


(+3, 5 Votes)

Von Nico


Klar, ihm sei natürlich verziehen, aber noch einmal: Manche müssen sich nicht extra outen ;-)

Außerdem wäre er zu dieser Zeit kein positives Beispiel gewesen, weil er die Klischee-Tunte gespielt hat.

Außerdem wollte man doch eher unbedingt den Darsteller von Will gay haben. Aber ....tja


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#5
28.10.2016
10:27:37


(+4, 4 Votes)

Von Claas


Besser spät als nie.

Und da das US-Filmbusiness zwar vor Schwulen nur so wimmelt, ist es immer noch ziemlich homophob. Insofern kann man das schon verstehen, dass er gezögert hat. Aber er hat es ja doch noch getan und das ist das wichtigste.


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