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  • 28.10.2016, 16:37h           29      Teilen:   |

"Demo für alle"

Wiesbaden wappnet sich für den Aufmarsch der Hetzer

Artikelbild
NPD-Aktivisten bei der letzten "Demo für alle" in Stuttgart. Offiziell distanziert sich das Bündnis von Rechtsextremisten, die aber letztlich die gleiche Botschaft transportieren und von der homofeindlichen Stimmungsmache profitieren.

Am Sonntag will die "Demo für alle" erstmals in Hessen mit ihren Anhängern von rechts bis ganz rechts gegen die Akzeptanz von LGBTI Stimmung machen – ein breites Bündnis hält dagegen.

Von Norbert Blech

Die homofeindliche Gegenbewegung Deutschlands wird immer krasser und schneller: Gerade mal vor rund sechs Wochen hat die schwarz-grüne Landesregierung von Hessen angekündigt, die Akzeptanz von LGBTI zu einem Unterrichtsziel bei der Überarbeitung des Lehrplans zur Sexualerziehung zu machen. Und nun hat das Kultusministerium bereits eine Online-Petition gegen die Pläne mit mehr als 21.400 Unterschriften am Hals – und am Sonntag steht die "Demo für alle" schon mit tausenden Anhängern vor der Eingangstür des Ministeriums in Wiesbaden.

Der neue "Lehrplan zur Sexualerziehung an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Hessen" (PDF) will schlicht ein "offenes, diskriminierungsfreies und wertschätzendes Verständnis für die Verschiedenheit und Vielfalt der partnerschaftlichen Beziehungen, sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten in unserer Gesellschaft vermitteln".

Für die "Demo für alle" ist bereits das zuviel, sie sieht darin eine "radikale Sexualerziehung": "Dieser Lehrplan greift in mehrere Grundrechte ein: die Meinungsfreiheit, das Erziehungsrecht der Eltern, das Persönlichkeitsrecht der Kinder und das Recht auf Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit", so Protest-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde.

Direktlink | Im Video-Aufruf zum Protest am Sonntag entrüstet sich Organisatorin Hedwig von Beverfoerde: "Dieser Lehrplan muss weg", zum Schutze der Kinder


Das CDU-Mitglied hatte vor etwas mehr zwei Jahren die ersten Anti-Bildungsplan-Proteste in Baden-Württemberg übernommen und zu einer Art westdeutscher Pegida umgewandelt; zunächst aus dem Büro der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch heraus schmiedete sie ein Protestbündnis aus christlichen und rechten Fundamentalisten, das zugleich Kirchen- und CDU-Gruppen umfasst und letztlich in die Mitte der Gesellschaft hineinwirkt.

Nach einer "Demo für alle" in Hannover war man zuletzt selbst in Bayern gegen Pläne der CSU zur Modernisierung der Sexualkunde aktiv (queer.de berichtete), während die AfD zuletzt entsprechende Kämpfe in ostdeutsche Parlament brachte (queer.de berichtete). Im Zusammenspiel mit Aktivisten wie dem Bündnismitglied Birgit Kelle, Medien und Portalen wie "Junge Freiheit", "Politically Incorrect" und & Co. gelang es letztlich, den neuen Homo-Hass als Teil der Neuen Rechten zu etablieren, oft versteckt hinter Codewörtern wie "Gender Mainstreaming". Der Protest in Wiesbaden schreibt diese erschreckende Erfolgsgeschichte fort.

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Demo-Redner: CSDs und Lebenspartnerschaft abschaffen, Homosexualität nicht ausleben

Inzwischen hat die "Demo für alle" ihre ersten Redner für Sonntag bekannt gegeben: Mathias von Gersdorff wurde bekannt durch skurrile Youtube-Videos seiner "Aktion Kinder in Gefahr" und Kampagnen wie "Stoppt Bravo" und wurde dafür jahrelang belächelt – inzwischen ist er dank der Anti-Bildungsplan-Bewegung zum Star neurechter Foren und Medien geworden.

In seinen Forderungen geht er dabei über die (offiziellen und aktuellen) Forderungen der "Demo für alle" hinaus: So will er CSDs verbieten lassen, das Institut der Lebenspartnerschaft wieder abschaffen oder Homosexuelle in die Heterosexualität zwingen (Video). Der Deutschen Aids-Hilfe rät er, Schwulen Enthaltsamkeit, nicht Kondome zu empfehlen.



In seinen Blogeinträgen schreibt sich von Gersdorff zunehmend gegen die CDU in Rage, der er Proteste bis zur Landtagswahl 2018 ankündigt – obwohl Manfred Pentz, Generalsekretär der CDU Hessens, sich in Antworten an ihn bemüht hat, für Aufklärung zu werben. Pentz betonte etwa, es sei wichtig, "dass die Vielfalt eben nicht nur 'erduldet' oder 'ertragen' wird, wie es der Begriff 'Toleranz' meint, sondern dass Vielfalt 'akzeptiert' wird in dem Sinne 'Du bist okay, so wie du bist!'"

Gersdorff zeigte sich davon unbeeindruckt und kritisierte:
"Der Satz 'Du bist okay, so wie du bist!' beinhalt eine zustimmende Wertung." Da zeigt sich der Kern der homophoben Grundhaltung von Gersdorff und letztlich der "Demo für alle", über die das zusätzliches Gerede über eine "Frühsexualisierung" und Co. letztlich nur hinwegtäuscht. Und das Gerede von einer "Gender-Ideologie", die von Gersdorff schon durch die Nutzung der Begriffe "sexuelle Identität" und "Geschlechtsidentität" im Lehrplan erfüllt sieht.


Die "Demo für alle" orientiert sich im Namen und im Logo an der französischen Bewegung "La Manif Pour Tous" – der Karrikaturist Pochep Philippe hat sie gekonnt zusammengefasst


"Die Gender-Revolution ist an Radikalität kaum zu überbieten, denn sie maßt sich an, die Schöpfungsordnung selbst überwinden zu wollen", so von Gersdorrf. "Sie ist so utopisch wie zerstörerisch für die Seelen der Kinder, die dieser Indoktrination in den Schulen unterworfen werden sollen." Man müsse den "Kampf gegen diesen gefährlichen Irrsinn" langfristig führen: "Dieser Kampf wird erschöpfend, hart und nicht selten frustrierend sein. Doch immer wird er vor den Augen Gottes verdienstvoll sein."

Gersdorffs "Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur", offizieller Bündnispartner der "Demo für alle", ist Teil der weltweiten "Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum", gegründet in Brasilien als Gegenbewegung zur Befreiungstheologie. Deren Aktivitäten in Brüssel werden von Paul von Oldenburg vertreten, dessen Cousine Beatrix von Storch ist.

Ein weiterer angekündigter Redner ist Manfred Spieker, Professor für Christliche Sozialwissenschaften im Ruhestand und Vertreter des "wissenschaftlichen" Beirats der Homo-"Heiler" vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft.

Er hat ein Buch über den "Psycho-Müll" der Gender-"Ideologie" geschrieben und im Januar einen "Gender-Kongress" der "Demo für alle" in Stuttgart mit Aussagen über die "konstruierte" Diskriminierung Homosexueller unterhalten (queer.de berichtete). Homosexualität sei "generationenblind und lebensfeindlich", meinte Spieker und beklagte, dass nur noch eine Minderheit es wage, Homosexualität abzulehnen und als "Unsittlichkeit" zu bezeichnen. Und deswegen werde man auch noch als "homophob" beschimpft, empörte er sich: "Die Antidiskriminierungskampagne der Homo-Lobby nimmt inzwischen selbst diskriminierende Formen an".



Die "Demo für alle" verspricht für Sonntag zudem "Live-Musik" und Reden von "betroffenen Eltern" sowie verlesene Grußworte – darunter vom Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, der den Teilnehmern für den Einsatz, "dass unsere Gesellschaft christlich geprägt bleibt", seinen "bischöflichen Segen ausspricht" (queer.de berichtete).

Selbst vor Ort reden soll noch ein "Vertreter der Christdemokraten für das Leben" – es könnte sich um die Bundesvorsitzende Mechthild Löhr handeln, die in Hessen lebt und arbeitet. Über den Berliner "Marsch für das Leben" bestehen Kontakte zu den Verantwortlichen der "Demo für alle", die CDU-Abtreibungsgegner unterstützen zudem (wie Algermissen und weitere Bischöfe) Beverfoerdes europäische Bürgerinitiative "Vater, Mutter, Kind".

Mit weiteren Überraschungsrednern ist zu rechnen, etwa mit dem von den Homo-"Heilern" von "Wüstenstrom" bearbeiteten "Marcel", der bei den letzten beiden "Demos für alle" unter Applaus davon sprach, seine Homosexualität nicht ausleben zu wollen.

Die halbe AfD kommt

Nie vorab angekündigt, aber immer bei den "Demos für alle" als Redner und Gäste dabei waren Vertreter der AfD. Zumindest sein Kommen zugesagt hat der frühere Nordbadener CDU-Bezirksvorstand und DfA-Redner Malte Kaufmann, der kürzlich zur AfD gewechselt ist, weil ihm die (vorher die "Demo für alle" kräftig unterstützende) CDU in Baden-Württemberg nach der Koalition mit den Grünen zu homofreundlich wurde (queer.de berichtete).

Angekündigt hat sich auch der hessische AfD-Landesvorstand Peter Münch. Das frühere Mitglied der rechtsextremen Republikaner hatte erst am Mittwoch bei einer Pegida-artigen AfD-Demo in Erfurt eine Viertelstunde lang mit Lügen und Übertreibungen gegen die Sexualaufklärung in Hessen gepoltert – und dabei mit ihren "Argumenten" so gesprochen, als würde er die "Demo für alle" organisieren, mit der man sich gegen eine "weitere Veränderung der Gesellschaft stemmen" wolle ("Sie sind herzlich eingeladen, uns da zu unterstützen"). Der thüringische Landeschef Björn Höcke lobte in seiner Rede im Anschluss den Einsatz der "Demo für alle" gegen eine "perverse Früh- und Hypersexualisierung" und "diesen kranken Gender-Mainstreaming-Ansatz".



Die Hessener AfD agitiert bereits seit Wochen gegen die Schulaufklärung, Landeschef Glaser befürchtete etwa eine "Relativierung der Heterosexualität" (queer.de berichtete). Der AfD-Ortsverband Main Taunus Ost hat bei Facebook eine eigene Veranstaltung angelegt, mit der Parteimitglieder zur Teilnahme an der "Demo für alle" aufgerufen werden: "Der Missbrauch von Kinderseelen kommt nun auch in die hessischen Schulen" heißt es in der Einladung zur Veranstaltung "Hessischen Bildungsplan stoppen! AfD gegen Gender-Gaga!" Bisher haben bei Facebook 82 Personen zugesagt und 280 ihr Interesse bekundet, das sind mehr als bei der offiziellen "Demo für alle"-Veranstaltung in dem sozialen Netzwerk (Beverfoerde rechnet insgesamt mit rund 2.000 Teilnehmern, in Stuttgart waren es zuletzt um die 5.000).

Rechtsextreme mobilisieren

Verantwortlich für die AfD-Veranstaltung ist offenbar der Vorstands-Beisitze der hessischen "Jungen Alternative", Patrick Andreas Bauer, der für die Partei im Kreistag des Main-Taunus-Kreises und im Bad Sodener Stadtparlament sitzt. Ihm werden Verbindungen zur AfD-nahen rechtsextremen "Identitären Bewegung" nachgesagt.

In Stuttgart war die aktionistische Bewegung immer wieder mit Plakaten wie "Familie ist unsere Identität" und "Genderterror raus aus den Köpfen" bei der "Demo für alle" dabei. Auch für Wiesbaden hat die rechte Truppe ihr Kommen angekündigt.



Ein Julian Michael, "Reconquistador" der Identitären, postete folgenden Demo-Aufruf gegen einen vermeintlichen Christen- und Kinderhass:



Auch andere rechtsextreme Gruppen und Parteien haben zur "Demo für alle" aufgerufen. Die NPD Hessen nahm etwa ein Video auf, in dem sich der Lokalpolitiker Stefan Jagsch beklagt, dass Kinder sich "mit sogenannten 'gleichgeschlechtlichen Paaren'" befassen und ihnen "unterschiedliche sexuelle Identitäten als vermeintlicher Normalzustand vermittelt werden" sollen. Bei der "Demo für alle" gelte es, ein Zeichen gegen "Gender- und Homo-Ideologen" zu setzen. In Stuttgart waren Aktivisten der "Jungen Nationaldemokraten" mit einem Transparent "#nohomo" mitmarschiert (queer.de berichtete).



Demoaufrufe gibt es u.a. auch von den "Autonomen Nationalisten Groß-Gerau" und der rechtsextremen Kleinpartei "Der Dritte Weg". Diese beklagt eine "propagandistische Förderung der Homo-Lobby", sieht bei sich eine "gesunde Abneigung gegen Genderfetischisten" und meint: "Gegen die herrschende Dekadenz der Volksverräter geben wir der Familie als Keimzelle der völkischen Gemeinschaft oberste Priorität beim Erhalt von Volk und Vaterland."



Am Mittwoch hatte die "Demo für alle" auf das Bekanntwerden dieser Aufrufe durch kritische Medienberichte reagiert und bei Facebook geschrieben: "Parteien und Gruppierungen wie die NPD, 'Dritter Weg' und andere Rechtsextreme sind auf unser Demo NICHT willkommen!" Auch verweist die Bewegung auf eine Erklärung aus dem Frühjahr 2014: "Wir distanzieren uns ausdrücklich von jedem antisemitischen, rassistischen und extremistischen Gedankengut und Organisationen oder Einzelpersonen, die solches Gedankengut vertreten." Eine Zusammenarbeit mit diesen Gruppierungen sei ausgeschlossen.

Homophobie bzw. Homofeindlichkeit wird in der Erklärung allerdings nicht erwähnt. Die "Demo für alle" hatte sich in der Vergangenheit immer wieder halbherzig von rechtsextremen Gruppierungen distanziert. Zugleich arbeitete sie – neben der AfD – mit der "Jungen Freiheit" und dem Hetzportal "Politically Incorrect" zusammen, die die Grenzen zwischen konservativ, rechtspopulistisch und rechtsextrem gezielt vermischen. In der "Argumentation" gegen Gender & Co. gibt es keine größeren Unterschiede zwischen der "Demo für alle" und dem rechten Rand.

Großer bunter Gegenprotest geplant

Gegen der ersten Besuch der Homo-Hasser der "Demo für alle" und ihrer Partner hat die örtliche und regionale Szene in Rekordzeit ein großes Aktionsbündnis "für Akzeptanz und Vielfalt – gegen Diskriminierung und Ausgrenzung" gebildet, das inzwischen rund 100 Vereine und Initiativen umfasst.



Unter dem Motto "Ihr seid nicht alle" ruft das Bündnis zu einer Demonstration vom Wiesbadener Hauptbahnhof zum Dernschen Gelände mit anschließender Kundgebung auf. Die Demonstration beginnt um ca. 11 Uhr. Neben Redebeiträgen von u.a. Eltern-, Schul- und Kirchenvertretungen und Sprechern aus Parteien und der LGBTI-Community gibt es ab 12 Uhr auf dem Dernschen Gelände ein buntes Musikprogramm u.a. mit Absinto Orkestra, OneLove Crew, Hanne Kah und Mine.

Auf der Webseite ihr-seid-nicht-alle.de und auf Facebook informiert das Bündnis zudem über die Ziele der "Demo für alle" und die Ziele der Landesregierung, auch wird auf Gruppenanreisen aus Bad Kreuznach, Stuttgart, Darmstadt, Kassel, Frankfurt und Hanau hingewiesen. Als die "Demo für alle" einen Ausflug nach Hannover wagte, hatte ein starkes Auftreten der Szene dafür gesorgt, dass die homophobe Bewegung nicht wiederkam – auch weil die örtlichen Medien, anders als in Baden-Württemberg, die "Demo für alle" gut informiert kritisch bewerteten (queer.de berichtete).


Auf Facebook veröffentlichte das Bündnis auch zahlreiche Promi-Statements


Das Magazin der Deutschen Aids-Hilfe hat ein lesenswertes Interview zu diesem Gegenprotest veröffentlicht. "Wir stehen nicht nur am 30. Oktober für eine offene Gesellschaft ein, in der Menschen einander respektieren und akzeptieren", schreibt Manuel Wüst, Vorsitzender von Warmes Wiesbaden und Mitglied des Bündnisses, in dem Aufruf zu der Kundgebung. "Demokratie und menschliches Miteinander bauen auf dieser Basis auf. Aus diesem Grund ist ein gesellschaftlicher Rückschritt um Jahrzehnte nicht akzeptabel. Wir stellen uns gegen die gezielte Panikmache und erneuerte Vorurteile und werben für die Akzeptanz verschiedenster Lebensweisen. Wiesbaden ist vielfältig, dies werden wir am 30.10. beweisen."

Die "Demo für alle" selbst startet um 14 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Bildungsministerium am Luisenplatz und kehrt dorthin nach einer Demonstration durch die Innenstadt zurück. Die Polizei sperrt dazu Straßen und hat Parkverbote eingerichtet. Sie rechnet mit "vereinzelt unfriedlichen Demonstranten".



Einen weiteren Gegenprotest plant das überwiegend linke Bündnis "'Demo für Alle'?! Läuft nicht!", das sich dem "Zusammenschluss aus AntifeministInnen, Konservativen, christlichen FundamentalistInnen, 'besorgten Eltern' und Nazis" und seinem "fundamentalen Angriff auf queere Lebensrealitäten" mit "Sitz- und Stehblockaden" entgegenstellen will. Den Aufruf haben u.a. mehrere Antifa-Gruppen, mehrere queere Hochschulreferate und die "Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V." aus Frankfurt unterzeichnet.


 Update  29.10., 11h: Weitere Entwicklungen

Weitere Hetze der AfD

Auch die Bundes-AfD hat in ihrem Facebook-Auftritt zur Teilnahme an der "Demo für alle" aufgerufen, ein entsprechender Beitrag über den "radikalen Sexualerziehungs-Lehrplan", der eine "sexuelle Umerziehung" (!) vorsehe, wurde über 1.000 Mal geteilt. "Die AfD hält einen Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche, der zu sexuellem Experimentieren ermutigen soll, für einen sittenwidrigen Eingriff in die Kinderseelen und für eine schwerwiegende Beeinträchtigung der psychischen und physischen Entwicklung junger Menschen."

Der Staat habe "sich nicht in die privaten Belange und die Lebensgestaltung seiner Bürger einzumischen", so die Rechtspopulisten, die auch noch behaupten: "'Gender' steht nicht für Toleranz und eine liberale Gesellschaft, im Gegenteil. Im Zeichen von Gender Mainstreaming verbreitet sich in Deutschland ein intolerantes, latent totalitäres Meinungsklima, in dem abweichende Stimmen zunehmend mit gesellschaftlicher Ächtung bestraft werden."

Wiesbaden zeigt Vielfalt

In der Nacht zum Freitag haben Aktivisten rund um das "Aktionsbündnis für Akzeptanz und Vielfalt" temporäre Zeichen für Vielfalt an vielen Stellen der Stadt angebracht, darunter vor dem Kultusministerium, vor dem die "Demo für alle" am Sonntag ihre Kundgebung abhält. Eine Genehmigung der Stadt soll dazu vorgelegen haben.


Bild: Daniela Zysk, Aktionsbündnis und phenomenelle




Das "Wiesbadener Tagblatt" berichtet, Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) habe eine Beflaggung des Rathauses versprochen, wovon das Rathaus aber (noch) nichts wisse. Der Bericht enthält auch eine Karte der beiden Demonstrationen.

Links zum Thema:
» Hintergrund-PDF der Deutschen Aids-Hilfe: "Der Anti-'Gender'-Aufstand" (Stand: März 2016)
» Kurzfassung des Papiers (auch PDF)
Mehr zum Thema:
» Reportage zur "Demo für alle": Ein Kampf gegen die "teuflische" Vielfalt (28.02.2016)
» Reportage: "Demo für alle" beklatscht "enthaltsamen" Schwulen (11.10.2015)
» Reportage aus Hannover: "Demo der Dumpfbacken" in Schranken verwiesen (22.11.2014)
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Tags: demo für alle, wiesbaden, hessen
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Reaktionen zu "Wiesbaden wappnet sich für den Aufmarsch der Hetzer"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
28.10.2016
16:51:12


(+8, 8 Votes)

Von 1818181818181818


Habe ich heute früh bereits einen Beitrag drüber im neuen Deutschland gelesen:
Link zu www.neues-deutschland.de

Hin und den Neonazis keinen Meter für ihre Indoktrination der Kinder!


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#2
28.10.2016
17:48:24


(+10, 10 Votes)

Von Robin


Wenn da genug Gegendemonstanten kommen, werden diese durch Deutschland reisenden Hetzer nie mehr nach Hessen kommen...

Denn die gehen nur dorthin, wo es wenige Gegendemonstranten gibt, damit es in den Medien so wirkt, als würden die für die Mehrheit sprechen.


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#3
28.10.2016
18:01:55


(+12, 12 Votes)

Von Linus


Da marschieren sie wieder: diese Mischung aus religiösen Fanatikern, offenen Faschisten und anderem braunen Gesindel.

Wir müssen denen zeigen, dass sie eine schrille Minderheit sind, die nicht für die Mehrheit sprechen.

Und wir müssen deren Lügen entlarven, um zu zeigen, dass sie diejenigen sind, die Kindern schaden.


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#4
28.10.2016
18:10:50
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Alex


Die wollen kommende Generationen dumm halten, um sie besser führen und leichter manipulieren zu können.


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#5
28.10.2016
18:23:10


(+13, 13 Votes)

Von CheckerBunny


AfD = DEMO FÜR ALLE = Initiative Familienschutz

Ist alles AfD, nur mit unterschiedlicher Überschrift.

Beispielsweise wird die Initiative Familienschutz von Beatrix von Storch geleitet, die ihren Ehemann Sven von Storch ins Impressum eingetragen hat, damit es nicht ganz so sehr auffällt, dass es in Wahrheit die AfD mit anderer Überschrift ist.

Link zu www.familien-schutz.de

Der Aufruf zur DEMO FÜR ALLE wird über alle AfD-Medien verbreitet, etwa auf der facebook-Seite der AfD. Dort halten entweder AfD-Politiker Reden oder die Reden vertreten exakt die Positionen, die auch die AfD vertritt.

Link zu www.facebook.com

Wer es nicht begriffen hat: Die AfD ist rechtspopulistisch, will spalten und hetzt gegen alle möglichen Minderheiten, will die Mehrheit gegen die Minderheiten aufhetzen und will teilweise sogar Minderheiten gegen Minderheiten aufhetzen, etwa Muslime gegen Homosexuelle und umgekehrt. Das macht die AfD um Wut und Hass zu streuen und letztlich um an die Macht zu kommen. Die deutsche Geschichte der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts lässt grüßen.

Die AfD ist ZUTIEFST homosexuellenfeindlich, LGBT-feindlich bzw. queer-feindlich.

Die AfD vertritt ein Familienbild und einen Bildungsplan aus den ersten sieben Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts. Es soll laut AfD nur Vater, Mutter, Kind geben und nichts anderes.


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#6
28.10.2016
21:39:59


(+8, 8 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Und dann sind ja keine Rechtsradikale dabei ? Nein , bloss nicht . Und die Afd ist ja auch so harmlos . Diese Aussagen von dieser "Braunen Seuche" ist ja widerlich !
Und diese "angeblichen, netten , konservativen" Christen sind solangsam auch zum "abgewöhnen ".
Bin zwar auch ein Christ , Altkatholik , aber für solche "angeblich" Christen muss man sich schämen.
Einen Glauben zu haben , auch als Christ , heisst menschlich zu bleiben : Nur das können DIESE " angebliche " Christen nicht .
Nun ja , es gibt nun mal in jeder Religion radikale Gewaltprediger :
DIE gehören dazu .


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#7
28.10.2016
21:49:51


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User entartet


"Der Deutschen Aids-Hilfe rät er, Schwulen Enthaltsamkeit, nicht Kondome zu empfehlen."

Klares Weltbild: Je mehr Schwule an AIDS sterben, desto größere Freude hat der Herr im Himmel. Und spart Holz für Scheiterhaufen.


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#8
28.10.2016
22:03:16


(+6, 6 Votes)

Von BeeTrix
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hihihi, Smile, bei dem Bild des FB-Eintrages zur Demo für alle springen einem die verwendeten Farben hellblau, pink und weiß geradezu an. Wissen die eigentlich, welche Fahne genau diese Farben trägt?


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#9
28.10.2016
23:31:28


(+9, 9 Votes)

Von Yannick


Dass solche rechten Aufmärsche auch noch von der Kirche gesegnet werden, ist ein Skandal.

Das beweist, wie Kirche und Rechtsextreme gemeinsame Sache machen.


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#10
29.10.2016
00:22:32


(+8, 8 Votes)

Von Alice
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Dass "Angie" diese Aufmärsche "erlaubt", wo sich doch laut Bericht alles für uns so wahnsinnig verbessert hat dass man kaum noch signifikante Probleme für LSBTTIQ ausmachen kann !

Vielleicht hat diese "Demo für alle" ja auch Null Relevanz: Findet eigentlich gar nicht in echt statt - viele (vielleicht ja auch Angie) können den Sinn dieser Demo sowieso nicht verstehen.


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