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  • 30.10.2016, 03:30h           91      Teilen:   |

Kurzfilm "Lonely Dietmar"

Taschengeld für einen Blowjob

Artikelbild
Er war jung und brauchte das Geld: 70 Euro soll der 18-jährige Jan von Freier Dietmar für einen Blowjob bekommen (Bild: queerblick)

Jetzt anschauen: Der neue Kurzfilm "Lonely Dietmar" handelt von Angeboten, die viele junge Schwule auf Dating-Portalen bekommen.

Er ist gerade 18 Jahre alt, seine Mutter eine Alkoholikerin und das Geld wie immer knapp. Das ist das Leben von Jan. Als Ebbe im Portemonnaie herrscht, lässt er sich nach einigem Zögern auf ein Taschengeldangebot auf den "Blauen Seiten" ein. 70 Euro soll er für einen Blowjob bekommen. Seine Bedingung: "Wenn ich nicht kann, dann gehe ich wieder."

Der Film "Lonely Dietmar" zeigt einen Moment der Begegnung, den sich schon viele Jugendliche und junge Erwachsene einmal vorgestellt haben. Denn das schnelle Geld für Sex ist verlockend und an so genannten Taschengeldangeboten mangelt es auf schwulen Dating-Plattformen nicht. Aber was macht es mit emotional mit einem? Bereits die Begegnung im Film zwischen Jan und seinem Freier Dietmar ist so intensiv befremdlich, dass der Film einen Warnhinweis trägt: "Inhalte und Bilder dieses Kurzfilmes könnten als verstörend wahrgenommen werden."

Entstanden ist der Kurzfilm, der am Ende des Artikels angeschaut werden kann, im Medienprojekt queerblick, David Lange hat das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Für ihn ist es ein persönlicher Film – denn er hat selbst bereits als Escort gearbeitet. Im Interview erzählt er über seine Erfahrungen damit und welche Botschaft er vermittelt wissen will. (fs)

Fortsetzung nach Anzeige


Regisseur David Lange hat früher selbst als Escort gearbeitet - Quelle: queerblick
Regisseur David Lange hat früher selbst als Escort gearbeitet (Bild: queerblick)

David, warum hast du das Thema Taschengeldangebote gewählt?

Ich wollte gern einen Film machen, der für mich ernst ist. Und tatsächlich habe ich das Thema in dieser Situation ähnlich erlebt. Ich fand das damals so unangenehm und angespannt, dass ich das gern in einen Film bearbeiten wollte.

Wie viel steckt von deiner eigenen Story im Film?

Das Treffen selbst ist schon ziemlich autobiografisch. Aber nicht die äußeren Umstände mit der Mutter. Das habe ich hinzuerfunden, damit das Bedürfnis für den Protagonisten stärker ist, das durchzuziehen.

Im Film sind gefühlt alle Personen in der Opferrolle: Die Mutter als Alkoholikerin, der Sohn in einem ökonomisch und sozial schwachen Elternhaus, der Freier einsam und auf der Suche nach Zweisamkeit. Leiden alle?

Das Gewicht des Opfers ist im Film mehr auf dem des Jungen. Aber der ältere Mann versucht etwas mitzukriegen, was er vielleicht verpasst hat im Leben, weil er sich nicht traut in die Szene zu gehen, zu feiern und dort live Leute kennenzulernen. Indem er Geld bezahlt, macht er es sich einfach und kann daran teilhaben. Deswegen würde ich das gar nicht so dämonisieren. Das ist immer noch eine freiwillige Handlung von dem Jungen. Das Geld hätte er auch auf anderem Weg verdienen können.


Der einsame Dietmar sehnt sich nach Zweisamkeit (Bild: queerblick)


Die Szenen wirken sehr intensiv. Sie gehen nahe.

Mich hat das ein wenig erschreckt, wie nah das dann am Set dran war. Ich habe den beiden Schauspielern gesagt, ich möchte, dass ihr das ein wenig improvisiert und das nicht auswendig lernt. Und dadurch ist in die Sprechakte so eine Natürlichkeit reingekommen. Mein Puls war schon ein bisschen höher, weil das sehr nah an der Realität war. Beim Schneiden hat mich dieses Gefühl immer wieder ergriffen.

Was ist deine Botschaft an die Zuschauer?

Ich würde es gern offen halten. Ich glaube, dass viele sich das gar nicht vorstellen können, wie das wirklich abläuft. Man hört vielleicht von manchen Leuten aus der Szene: Okay, die haben das schon einmal gemacht und reden da vielleicht ziemlich cool und locker drüber – so als wäre das überhaupt kein Problem. Aber ich glaube, dass das dann oft mehr Fassade ist. Um diesen Schritt zu gehen, muss eine größere Hemmschwelle überwunden werden. Zumindest ist das in meiner Erfahrung so.

Direktlink | Kurzfilm "Lonely Dietmar"

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Tags: taschengeld, escort, sexarbeit, david lange, lonely dietmar, queerblick
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Reaktionen zu "Taschengeld für einen Blowjob"


 91 User-Kommentare
« zurück  12345...910  vor »

Die ersten:   
#1
30.10.2016
05:37:58
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Nick


So verlockend es auch sein nag - ich lehne es ab. Es wurde mir zwar schon Geld geboten aber ich mache das nicht.

Bin da wie viele in meinem Alter auf GR und BBF; keine TG-Angebote!


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#2
30.10.2016
06:49:16


(+11, 15 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #1 von Nick


Ich habe auch noch nie für Sex bezahlt (zumindest bis heute nicht). Das ist nicht immer einfach, wenn man keine Schönheit und alt ist.

Trotzdem möchte ich nicht wahllos mit irgend jemandem intim sein - obwohl auch ich regelmäßig Angebote für solche Treffen mit "TG"-Zahlung erhalte - manchmal von jungen Männern, die ich sehr attraktiv finde. Ich bedanke mich freundlich (wenn sie es mir freundlich anbieten) und wenn sie es zu platt machen, dann blocke ich sie.

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich nicht nur für den Escort die Frage stellt: "Was macht es emotional mit einem?"


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#3
30.10.2016
12:36:33
Via Handy


(+9, 13 Votes)

Von Koblenz-er


Mir ist das mit 15J passiert, ald ich auf der Suche nach einem Ferienjob in der Such&Find war. Jetzt hatte ich Glück das mein SugarDaddy recht attraktiv war. Es gab 100DM und ich war überrascht das es im ersten Moment sogar Spaß gemacht hat. Dann kamen aber doch die Zweifel, und ich saß bestimmt 2 Stunden in der Badewanne und mir die Schuld abzuwaschen. Während meiner Ausbildung hat mir aber das eine oder andere TG echt aus der Not geholfen - meine Eltern waren leider nicht in der Lage mich zu unterstützen. Jeder muss für sich selber entscheiden ob er für diese Art der Dienstleistung bereit ist. Es ist halt das älteste Gewerbe der Welt, aber eben nicht für jeden. Ich finde es nur wichtig es selbstbestim mt und ohne Zwang zu tun. Dann kann man sich dadurch das Leben erheblich leichter machen.... und mal ganz ganz ehrlich... wer weiß ob wir auf so einen Service nicht auch mal zurück greifen müssen, um uns noch liebenswert und lebendig zu fühlen. Oder kann sich heute schon jemand vorstellen wie es sein würde sich den Popo von jemand abputzen zu lassen, weil wir es selber nicht mehr können... auch sicher für beide Seiten nicht schön... aber manche können auch so einen Job machen, in der Regel auch für Geld


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#4
30.10.2016
12:57:34
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(+2, 8 Votes)

Von Sukram71
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.12.2010


Also oft genug kommen die TG-Angebote auf den blauen Seiten von den Jungs selber.

Ich habe das zwar nicht unbedingt nötig, aber ich hatte mich auch schon mal darauf eingelassen. :)
Man lernt sich ja einen anderen Menschen auf persönliche und intime Weise kennen. Und ob Sex-Date mit ohne ohne TG macht da kaum einen Unterschied.


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#5
30.10.2016
14:32:31
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Sukram71
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.12.2010


Einem 18-jährigen ohne Erfahrung darf man, finde ich, kein TG anbieten.
Die sind doch eh so unsicher mit allem. Das geht gar nicht.

Ich hatte im Urlaub auf Gran Canaria mal nen 18-jährigen Japaner aus Utrecht, NL, kennen gelernt, der mit seinen Eltern da war. Der war soo süß. :)
Der hatte viele Fragen. Er hat mich gefragt, ob er ein Prostituierter ist, weil ihn mal ein alter Mann geblasen hat und er ihm hinterher 100 Euro gegeben hatte.
Ich habe ihm gesagt, "natürlich nicht!", weil er das Geld ja nicht verlangt hat. Der Mann wollte nur ein Geschenk machen, weil er ihn so nett fand und ihm eine Freude machen wollte. Das stimmt ja auch. :)

Wenn so Jungs zwischen 20-30, die sowieso auf GR und in der schwulen Sauna oft Sex-Dates machen, mal zwischendurch TG haben wollen, finde ich das nicht so tragisch. Die bekommen einen geblasen und kriegen auch noch Geld dafür! XD
Vermutlich ist es trotzdem falsch, das zu unterstützen.

Aber dass das so ganz junge Männer durcheinander bringt, ist doch klar. Das sollte man echt nicht machen. Das ist nicht gut. Etwas Gewissen sollte man schon haben.


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#6
30.10.2016
16:53:26
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von audi5000
Aus lindau (Bayern)
Mitglied seit 20.05.2013


Also so Angebote bekomme ich selten. Da schreiben dann eher Russen oder Afrikaner die dann nur Geld haben wollen. Aber ich würde und bin auf Tg Angebote auch noch nie eingegangen. Erst mal hab ich keinen goldesel und wenn gibts auch genug Kerle denen ausehen egal ist und man besten Sex haben kann. Wenn alle Stricke reißen hab ich auch noch zwei gesunde Hände!


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#7
30.10.2016
17:29:31


(+1, 7 Votes)

Von HIV-Historie
Antwort zu Kommentar #1 von Nick


Schon alleine die Erwähnung der anscheint stattfindenden Nutzung von BBF (für Nichteingeweihte: BAREBACKFUCKER) disqualifiziert Sie. Es ist eine Schande, dass derartige Portale ungestraft genutzt werden können - vor allem aber dass die dort stattfindenden massiven Virentausch-Aktionen nicht viel öfter vor Gericht enden.
Was für ein Image: schwul=AIDS! Es ist so erbärmlich


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#8
30.10.2016
17:44:18
Via Handy


(+6, 10 Votes)

Von audi5000
Aus lindau (Bayern)
Mitglied seit 20.05.2013


Zu #7! Das kommt noch dazu. Da hat mich letztens auch ein junge angeschrieben das ich ihn bare Ficken kann. Ich hab geschrieben wenn dann nur mit Gummi! Als Antwort kam dann nur ein: was?


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#9
30.10.2016
17:53:38


(+3, 5 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ein sehr guter, intensiver Film.


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#10
30.10.2016
18:40:41
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Nick
Antwort zu Kommentar #5 von Sukram71


Ähm, glaubst du ernsthaft das die alle bereits 18 sind?

Ich hatte bereits mit 13 sexuelle erfahrungen gesammelt. Und bereits mit 16 mein erstes GR Profil.


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