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  • 31.10.2016, 15:47h           10      Teilen:   |

Marcelo Crivella

Homo-Hasser ist neuer Bürgermeister von Rio

Artikelbild
Marcelo Crivella wird am 1. Januar den Posten des Bürgermeisters von Rio de Janeiro antreten (Bild: (cc) Senado Federal / flickr)

Ausgerechnet die weltoffene Millionenstadt wird jetzt von einem reaktionären Politiker regiert.

Der evangelikale Aktivist Marcelo Crivella hat am Sonntag die Stichwahl um den Posten des Bürgermeisters von Rio de Janeiro mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Auf den Senator der erzkonservativen "Partido Republicano Brasileiro" entfielen 59 Prozent der Stimmen, sein sozialistischer Kontrahent Marcelo Freixo war mit 41 Prozent weit abgeschlagen.

Crivella, der in Brasilien als Sänger religiöser Popsongs bekannt geworden ist, polemisiert regelmäßig gegen Homosexuelle. So behauptete er in einem Buch, dass Homosexuelle Opfer eines "schrecklichen Übels" seien. Der 59-Jährige möchte Schwulen und Lesben das Ehe-Recht wieder entziehen und lehnt beispielsweise Sexualkunde an Schulen ab. Sein Gegenkandidat hatte ihm daher im Wahlkampf wiederholt vorgeworfen, mit seiner Rhetorik die Gewalt gegen Homosexuelle anzustacheln, und die Wähler gewarnt, dass Rio de Janeiro eine andere Stadt sein werde, sollte Crivella gewinnen.

Die Wahl des evangelikalen Kandidaten in der zweitgrößten Metropole des Landes gilt als Antwort auf die wirtschaftliche Krise, die insbesondere der sozialistischen Regierung der im August abgesetzten Präsidentin Dilma Rousseff angelastet wird. Derzeit durchlebt Brasilien die schlimmste Rezession seit den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts.

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Crivella ist ein Vertreter des "Wohlstandsevangeliums"

Crivella gehört der evangelikalen "Universalkirche des Königreichs Gottes" an, in der er unter anderem den Titel "Bischof" trug. Die in Brasilien rund zwei Millionen Mitglieder zählende Kirche verkündet ein sogenanntes "Wohlstandevangelium". Anhänger dieser Richtung glauben, dass Reichtum ein Zeichen von Gottes Gunst sei – und Armut ein Zeichen dafür, dass man etwas falsch gemacht hat.

Der Kirche wird oft vorgeworfen, selbst wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt zu werden. So erzielt sie jährliche Einnahmen von über einer Milliarde Euro. Von Mitgliedern verlangt die von Crivellas Onkel gegründete Kirche einen Mindesbeitrag von zehn Prozent ihres Einkommens. In den vergangenen Jahren ermittelte die Justiz wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Veruntreuung von Spendengeldern, Betrugs und Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen die Glaubensgemeinschaft.

In Brasilien hatte der Oberste Gerichtshof 2013 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Als Grund wurde das Diskriminierungsverbot in der Verfassung angeführt. (dk)

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Tags: marcelo crivella, brasilien, rio de janeiro
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Reaktionen zu "Homo-Hasser ist neuer Bürgermeister von Rio"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
31.10.2016
15:58:42


(+7, 7 Votes)

Von goddamn liberal


"Die Wahl des evangelikalen Kandidaten in der zweitgrößten Metropole des Landes gilt als Antwort auf die wirtschaftliche Krise"

Wenn die ökonomische Basis nicht stimmt, hapert es auch am Überbau.

Rückschritt ist immer möglich, deshalb muss man wachsam sein.

Gerade, wenn man wie wir in einem Land lebt, in dem der Fortschritt eine Schnecke ist.

Wenn er überhaupt kriecht...


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#2
31.10.2016
16:12:31


(-4, 4 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Und das im erzkatholischen Brasilien!


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#3
31.10.2016
17:01:27


(+4, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Der evangelikale Aktivist Marcelo Crivella hat am Sonntag die Stichwahl um den Posten des Bürgermeisters von Rio de Janeiro mit deutlichem Vorsprung gewonnen."

Ich weiß, wie das funktioniert.
Man geht zu den Armen und wirft diesen Armen ein paar Almosen zu und wenn wählen dann diese?
So funktioniert das auch in Südostasien, insbesondere Südkorea, wo evangelikale Missionare Flüchtlinge aus Nordkorea auffangen und ihnen einen Neustart ermöglichen, natürlich alles unter dem namen dieser scheinheiligen verlogenen evangelikalen subreligion!!!


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#4
31.10.2016
17:33:12
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von markusbln11


Leider ist in der deutschsprachigen presse nichts zur wahlbeteiligung zu finden. Wer ging zur wahl, wer hat sich enthalten?

Ohne diese zahl ist es schwer, das ganze effektiv zu kommentieren.

Aber mir scheint schon, dass wieder einmal die allgemeine entrüstung wg empfundener volksferne der bisherigen politik (olympia und korruption) zuschlug.
Noch ein duterte mehr. Fehlt uns nur noch donald trump in diesem konzert der empörer.


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#5
01.11.2016
10:13:37


(+6, 6 Votes)

Von Finn


Die Fanatiker sind überall vorhanden und sobald sie die Chance bekommen kriechen sie aus ihren Löchern um die Welt mit ihrem Hass zu überziehen.


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#6
01.11.2016
11:13:55


(+3, 3 Votes)

Von Archäologe


Das macht dem brasilianischen Nationalmotto "Ordem e Progresso" (Ordnung und Fortschritt) keine große Ehre. Dabei steht es sogar auf der Landesflagge.
Wird die jetzt in "Fanatismo e Regresso" geändert?


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#7
01.11.2016
12:05:22


(+3, 3 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Soviel zu "Tolerante " Christen in der Welt !
Und das sagt uns , dass es in jeder Religion Idioten gibt .
Keine Religion ist besser oder schlechter !
Denn viele Menschen verstehen schlecht was die Religion oder Glauben überhaupt will .
Sogar den besten Satz verstehen einige Gläubige nicht .
"Vor Gott sind alle Menschen gleich" .
Einige denken : "Sie " sind gleicher als Gott !
Besonders "Erzkonservative" Gläubige!
Amen


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#8
01.11.2016
21:02:35


(+1, 3 Votes)

Von Wahlergebnis


Anteil Nichtwähler (trotz offizieller Wahlpflicht!):

26,85%

Ungültig gemacht:

11,63%

Leeren Stimmzettel abgegeben:

3,06%

Wähler von Marcelo Freixo ("Partei Sozialismus und Freiheit", PSOL):

23,76%

Wähler des evangelikalen Faschisten Crivella (PRB):

34,70%

Link:
g1.globo.com/rj/rio-de-janeiro/eleicoes/2016/apura
cao/rio-de-janeiro.html


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#9
01.11.2016
21:19:05


(0, 2 Votes)

Von wahlkampf


"Pro-Temer-Parteien unterstützen Crivella bei der Stichwahl in Rio..."

Link zu www.redebrasilatual.com.br

" "Putschisten in Lateinamerika" kämen "heute nicht mehr in Offiziersuniformen und Stiefeln daher, sondern in Nadelstreifenanzügen". Der Linke-Politiker verwies auf die Kürzungen der Temer-Regierung im Bildungs- und Sozialbereich. Ein "europäischer Protest" wäre "mehr als angemessen".

Omid Nouripour (Grüne) begrüßte zwar die Initiative der Linken. Den Begriff "Putsch" benutzte er allerdings nicht, vielmehr handele es sich bei den Vorgängen um "eine politisch motivierte Verschwörung". Die "formalen Regeln" aber seien "eingehalten worden".

Für die CDU/CSU warb Andreas Nick dafür, die "Entscheidung des brasilianischen Parlaments zu respektieren". Er verwies auf die schlechten Zustimmungswerte zu Rousseffs Amtsführung. Mit dem jetzigen Präsidenten Michel Temer gebe es "Signale einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung". Das Land brauche eine "handlungsfähige und reformbereite Regierung". Der Antrag der Linksfraktion wurde in die zuständigen Ausschüsse verwiesen."

Link zu www.jungewelt.de

no news:

Link:
amerika21.de/2016/10/163016/ahk-sao-paulo-diktatur


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#10
02.11.2016
15:51:45


(+1, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


""Anhänger dieser Richtung glauben, dass Reichtum ein Zeichen von Gottes Gunst sei und Armut ein Zeichen dafür, dass man etwas falsch gemacht hat. ""

Ach du meine Güte! Na dann, gute Nacht!

Wenigstens scheint seine Kirche dazu zu stehen, dass es ein Wirtschaftsunternehmen ist. Während die vom Vatikan das andauernd leugnen und überdecken.
Aber mit der komischen Ansicht könnten sie auch gleich ein System der Kasten errichten, wie in Indien, wo man quasi "selbst Schuld" hat, wenn man in einer sozial niederen Position geboren wird.

Hoffentlich kann so ein BM in Brasilien nicht allzuviel Einfluss auf das Rad der Zeit und ethische Fortentwicklung nehmen!

Beweist wohl einen gewissen Trend dazu, dass viele Leute in der Not zu den Kirchen und Heilsverkündern rennen. Wenn man sie dann mit der Gehirnwäsche-Maschinerie gut genug verwoben hat, steigen die Bilanzen.

ordem e progresso ... Ordnung und Fortschritt. Kann man hoffen, es bleibt ein Gleichgewicht.


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