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Romantik-Drama "Those People"

Eine Art schwule Version von "Gossip Girl"


"Those People" zeigt das Liebesleben und die skurril anmutende Welt einer Clique von jungen New Yorkern aus vermeintlich besserem Hause (Bild: Pro-Fun Media)

Im Kinofilm "Those People" droht der Freundeskreis um den schüchternen Maler Charlie wegen seiner unerwiderten Liebe zu einem egozentrischen Snob von der Upper East Side zu zerbrechen.

Von Carsten Moll

Der wohlhabende Sebastian zählt zu den meistgehassten Einwohnern New York Citys, weil sein Vater Dick Kunden mit unseriösen Methoden um ihr Geld betrogen hat. Während Dick für sein Verbrechen verurteilt wurde und im Gefängnis sitzt, hat sich sein Sohn in sein Luxusappartement zurückgezogen und schart dort die wenigen Bewunderer, die er noch hat, um sich.

Zu diesem erlesenen Kreis gehört auch der schüchterne Charlie, ein junger Kunststudent, der schon seit 15 Jahren Sebastians bester Freund ist und daher auch die guten Seiten des arroganten Upper-East-Side-Zöglings kennt.

Die Beziehung zwischen den Freunden wird jedoch immer wieder auf die Probe gestellt: Denn Charlie ist unsterblich verliebt in Sebastian, wovon dieser jedoch nichts wissen will. Als eines Tages der Konzertpianist Tim in Charlies Leben tritt, ändert sich die Dynamik des engen Freundeskreises auf folgenreiche Weise.

Charlie beginnt eine Beziehung mit dem älteren Tim und vernachlässigt den zuvor mit Aufmerksamkeit verwöhnten Sebastian sowie seine Freunde Ursula, London und Wyatt. Streitigkeiten und Vorwürfe belasten letztlich nicht nur Charlies Beziehung zu Sebastian, sondern auch die zu seinem neuen Partner. Der unsichere Künstler muss sich zu einer Entscheidung durchringen.

Skurrile Wohlstandswelt in Manhattan


Poster zum Film: "Those People" startet am 3. November mit deutschen Untertiteln im Kino

Der Regisseur und Drehbuchautor Joey Kuhn schmeißt sein Publikum gleich ins kalte Wasser und führt die Zuschauer ohne Vorwarnung in die skurril anmutende Welt einer Clique von jungen New Yorkern aus vermeintlich besserem Hause. Statt diesen Kosmos behutsam an der Seite eines unbeteiligten Protagonisten zu erkunden, ist man sofort konfrontiert mit den merkwürdigen Ritualen sowie der komplexen Beziehungsdynamik des eingeschworenen Freundeskreises.

Doch der distanzierte, anfangs satirisch anmutende Blick auf die Figuren wird in "Those People" rasch zugunsten einer um Einfühlung und Empathie bemühten Geschichte aufgegeben. Das Luxusleben an der Upper East Side, wie man es schon aus Serien wie "Gossip Girl" oder dem Teenieklassiker "Eiskalte Engel" (1999) kennt, dient lediglich als Hintergrund für ganz alltägliche Konflikte um Loyalität, Herzschmerz und Schuldgefühle.

Dass die Probleme der Protagonisten mitunter auf Soap-Niveau verweilen und von Kuhn ähnlich melodramatisch aufbereitet werden, könnte manche Zuschauer dabei wohl ebenso abstoßen wie die geringe Fallhöhe, der sich Charlie und seine Freunde ausgesetzt sehen: Da werden im Dialog dann zwar die Schwierigkeiten der Arbeitssuche thematisiert, existenzielle Nöte kennen die Figuren trotzdem nicht – es sei denn, hierzu zählt, dass es mit der Stelle als "Vogue"-Redakteurin nichts werden könnte.

Mit Macken und bemerkenswerten Momenten

Die Macken von Kuhns Erstling sind unübersehbar: Die Dialoge legen allzu plakativ das Seelenleben der Protagonisten offen, viele Nebenfiguren bleiben blass. Und doch lohnt es sich, aus verschiedenen Gründen den Film anzuschauen. Neben stimmungsvollen Aufnahmen von Manhattan und einem tollen Soundtrack können nämlich vor allem die Darsteller überzeugen.

Herausragendes leistet hierbei Jonathan Gordon als Charlie, der nicht bloß glaubwürdig den Reifeprozess seiner Figur darstellt, sondern "Those People" zugleich die notwendige emotionale Tiefe verleiht. Es sind durchaus bemerkenswerte Momente, wenn Gordon etwa mit seiner großartig von Allison Mackie gespielten Filmmutter interagiert oder durch seine Augen das beinahe Unmögliche gelingt: in Sebastian mehr zu sehen als den egozentrischen Snob.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

Those People. Romantik-Drama. USA 2015. Regie: Joey Kuhn. Darsteller: Jonathan Gordon, Jason Ralph, Haaz Sleiman, Britt Lower, Meghann Fahy, Chris Conroy, Allison Mackie, Daniel Gerroll, Max Jenkins: Laufzeit: 89 Minuten. Sprache: englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Kinostart: 3. November 2016
Galerie:
Those People
10 Bilder


#1 retKonAnonym
  • 02.11.2016, 10:57h
  • Unerträglich langweiliger Film mit unaustehlichen Hauptpersonen die nicht wissen, was sie mit sich selber anfangen sollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FilmkunstAnonym
  • 02.11.2016, 14:34h
  • Antwort auf #1 von retKon
  • Du hast aber schon verstanden, dass genau das das Ziel des Films ist, oder?

    Er will eben diese Schicht von Menschen zeigen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen und vor lauter Wohlstand und Langeweile ein wenig den Bezug zur Realität verloren haben und vor Arroganz strotzen.

    Und dann wird genau dieses Leben plötzlich in Frage gestellt.

    Wenn Du nur Filme mit absoluten Sympathieträgern schauen willst, wirst Du nur eine sehr begrenzte Filmauswahl gut finden und mal nie mit Themen außerhalb Deines Horizonts konfrontiert werden.

    Es mag ja nicht der beste Film aller Zeiten sein, aber so schlecht wie Du sagst ist er definitiv nicht. Und Dein Kritikpunkt ist eigentlich genau das, was der Film vermitteln will.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 retkonAnonym