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  • 02.11.2016, 07:59h           23      Teilen:   |

Weiter Wirbel um Skandalrede

Vernichtende Zeugnisse für Oettinger

Artikelbild
Günther Oettinger soll im kommenden Jahr vom EU-Kommissar für digitale Wirtschaft zum einflussreichen Haushaltskommissar aufsteigen – Twitter-User stellten ihm Zwischenzeugnisse aus (Bild: (cc) BM für Verkehr und digitale Infrastruktur / flickr)

Während die Kanzlerin EU-Kommissar Günther Oettinger trotz dessen homophober Rede ihr volles Vertrauen aussprach, ist seine Versetzung unter Twitter-Usern gefährdet.

Auch eine Woche nach der homophoben und rassistischen Rede von EU-Kommissar Günther Oettinger in Hamburg, bei der er vor einer vermeintlichen "Pflicht-Homoehe" warnte und Chinesen als "Schlitzohren und Schlitzaugen" bezeichnete, ebbt die Kritik nicht ab. Unter dem Hashtag #ZeugnisFürOettinger stellten in den letzten Tagen zahlreiche Twitter-User dem CDU-Politiker oft auf ironische Weise ein vernichtendes Arbeitszeugnis aus.

"Bezog durch seine rechts offene Art auch Außenseiter in den Klassenverband ein", heißt es etwa in einem Tweet von Coach Hätscher. "Er war schon als Ministerpräsident stets bemüht, damit sich Paare nur in Kfz-Zulassungsstellen verpartnern durften", schrieb der grüne Bundestagabgeordnete Kai Gehring. Und der Student Kai Denker meinte: "Bei geselligen Anlässen demonstrierte er unterhalterische Fähigkeiten und profunde Kenntnisse marginalisierter Gruppen."

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Kritik an Günther Oettinger auch in Brüssel

Nicht nur in Deutschland, auch in Brüssel sorgte Oettingers Rede für Wirbel. In einem persönlichen Brief an Jean-Claude Juncker forderte der ehemalige belgische Ministerpräsident Elio Di Rupo den Präsidenten der EU-Kommission dazu auf, den CDU-Politiker dringend zur Ordnung zu rufen. Der schwule Politiker kritisierte vor allem, dass der deutsche EU-Kommissar die Wallonie wegen ihrer Haltung zum Freihandelsabkommen Ceta in seiner Rede als Mikroregion bezeichnete, die von "Kommunisten" regiert werde.

Auch Junckers Sprecher wurde am Montag auf einer Pressekonferenz mit Fragen zu Oettingers Äußerungen bombardiert. Eine Antwort auf die Frage, ob der Kommissionspräsident an seinem deutschen Kollegen festhalte, gab er jedoch nicht – lediglich einen Verweis auf die bisherigen Erklärungen Oettingers.

Die Bundeskanzlerin hat unterdessen volles Vertrauen in den EU-Kommissar. Dies sei "selbstverständlich", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Mit seiner Erfahrung sei Oettinger ein "ausgezeichnet qualifizierter" Kommissar. Zudem habe der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg seine Bemerkungen zwischenzeitlich "eingeordnet".

SPD, Linke und Grüne fordern Rückzug Oettingers

Zuvor hatten Politiker von SPD, Grünen und Linken Oettingers Eignung als EU-Kommissar und vor allem seine Beförderung zum Haushaltskommissar in Frage gestellt. "Es ist peinlich, dass ein solcher Rassist und Sexist EU-Kommissar für Deutschland ist", meinte der Vorsitzende der Linksfraktion Dietmar Bartsch. Die Bundeskanzlerin rief er auf: "Frau Merkel, ziehen Sie diesen Mann zurück."

Nach Auffassung von SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil haben die Äußerungen Oettingers innen- wie außenpolitischen Schaden angerichtet. "Es steht die Frage im Raum, ob Herr Oettinger als deutscher EU-Kommissar noch tragbar ist." Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte Oettingers Wortwahl in der "Passauer Neuen Presse" "mehr als befremdlich".

Oettinger selbst hatte in Interviews mit der Tageszeitung "Die Welt" und dem SWR versucht, seine "saloppen Äußerungen" herunterzuspielen. So sei er "ohne Zusammenhang" zitiert worden. Er sei zudem tolerant und habe "überhaupt nichts gegen die Ehe unter Gleichgeschlechtlichen" (queer.de berichtete). (cw)

Direktlink | Auszüge aus Oettingers Rede in Hamburg

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Tags: günther oettinger, pflicht-homoehe, zeugnisfüroettinger
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Reaktionen zu "Vernichtende Zeugnisse für Oettinger"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
02.11.2016
09:00:16


(+7, 7 Votes)

Von Sebi


"Während die Kanzlerin EU-Kommissar Günther Oettinger trotz dessen homophober Rede ihr volles Vertrauen aussprach"

Ist doch klar... Für Angela Merkel ist Homophobie ein Gütesiegel, das einen besonders für Führungsaufgaben qualifiziert.


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#2
02.11.2016
09:20:54


(+4, 4 Votes)

Von GeorgFalkenhagen
Aus Bremen
Mitglied seit 21.05.2010


consilium abeundi! [lat.: Der Rat, das Gymnasium freiwillig zu verlassen (an die Eltern, also Mutti)]


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#3
02.11.2016
09:39:45


(+8, 8 Votes)

Von Vertrauen


Aber, wenn Merkel Vertrauen ausspricht, heißt das meist nichts Gutes. Vollstes Vertrauen hatten auch der Wulf, die Schawan, von und zu und vor und zurück Guttenberg,...., etc., hoffentlich macht sie es dieses Mal auch wahr. Sie kann ihn wahrscheinlich nicht seines Amtes entheben, aber zumindest in Brüssel einen entsprechenden Antrag stellen.


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#4
02.11.2016
11:23:49


(+4, 4 Votes)

Von Linus


Es geht ja nicht nur um Oettingers Homohass, sondern er hat ja auch Chinesen als Schlitzaugen rassistisch beleidigt. Und nach wie vor hält er es nicht für nötig, sich dafür zu entschuldigen oder wenigstens davon zu distanzieren. Er spielt das sogar noch als flapsige Äußerungen herunter.

So jemand ist in der Politik, erst recht auf EU-Ebene, untragbar.

Der schadet der EU und auch deutschen Interessen.


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#5
02.11.2016
13:35:17
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Jupp


Die EU zeigt sich mal wieder von ihrer schlechtesten Seite.

Sie unterstützt untragbare, abgehalfterte Politiker und wird damit zur Plattform für undemokratisches Handeln.

Das ist nichts Neues. Oettinger oder der Lügenbaron von Guttenberg sind lediglich Prachtexemplare und Musterbeispiele dafür.


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#6
02.11.2016
14:38:08


(+5, 5 Votes)

Von Carsten AC


Aufgrund seiner Inkompetenz wurde Günther Oettinger zunächst von der Bundespolitik zur EU "weggelobt". Und jetzt wird er innerhalb der EU von Posten zu Posten durchgereicht. Obwohl klar ist, dass er für keinen dieser Posten geeignet ist.

(Auch als "Digital-Beauftragter" hat er ja kläglich versagt und Europas Wirtschaft und Verbrauchern massiv geschadet.)

Ich finde es eh schon unerträglich, dass so jemand dann nur aufgrund von Vitamin B von einem hochdotierten Posten zum nächsten durchgereicht wird, obwohl er in all diesen Posten nur Schaden anrichtet.

Aber spätestens wenn derjenige sich dann auch noch rassistisch und homophob äußert, sollte man sich endgültig von ihm trennen, ehe der Schaden noch größer wird.


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#7
02.11.2016
14:45:36


(+3, 3 Votes)

Von Justus


Wenn jemand, der Chinesen als "Schlitzaugen" bezeichnet und der Meinung ist, es gäbe wichtigeres als Grundrechte für ALLE Menschen (inkl. GLBT), hochrangige EU-Ämter bekleidet, darf die EU sich nicht wundern, wenn die Bürger immer mehr das Vertrauen in diesen Saustall verlieren.

Die Eurokraten haben jeglichen Bezug zur Realität verloren und werden mit ihrer Arroganz, die sogar Rassisten in hohen EU-Ämtern duldet früher oder später die an sich gute Idee einer Europäischen Union ruinieren.

Um DIESE EU wird es dann aber auch nicht schade sein. Denn mit der ursprünglichen Idee hat das eh nichts mehr zu tun. Das ist eh nur noch ein aufgeblähtes, undemokratisches Etwas, wo es nur noch darum geht, dass die Eurokraten Jobs haben. Um die Bürger geht es doch längst nicht mehr.


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#8
02.11.2016
14:53:30


(+3, 3 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Endlich:

Link zu www.inter-lgbt.org

Boutin hat jahrelang gegen LGBTQIs gehetzt. Jetzt wurde sie verurteilt.
Ausserdem verhaelt sie sich rechtswidrig durch die Ehe mit ihrem Cousin.

Also Oettinger ist nicht aus dem Schneider. Nur, wer haengt ihm die Schelle an?


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#9
02.11.2016
15:38:16


(+5, 5 Votes)

Von Finn


Jetzt gibt es wegen Oettinger und seiner rassistischen Ausfälle schon Spannungen zwischen der EU und China:

Link zu www.spiegel.de

Oettinger schadet der EU und allen EU-Bürgern. Nicht nur dem Ansehen, sondern auch wirtschaftlich.

Oettinger muss weg! Punkt!


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#10
02.11.2016
17:04:02


(+3, 5 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von Finn


Ja, fände ich auch gut, wenn Öttinger darüber zu Fall käme. Allerdings muss man sich über eines wohl im Klaren sein: Seine Aussage mit den "Schlitzaugen" ist ausschlaggebend, nicht etwa seine Aussage über die "Pflicht zur Homo-Ehe".

Öttinger strauchelt NICHT, weil er homophobe Sprüche klopft. Wäre es das alleine gewesen, würde ihm vermutlich nichts passieren.


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