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Der schwule Republikaner Chris Barron verbreitete auf sozialen Netzwerken stolz das Bild von Donald Trump mit der Regenbogenfahne (Bild: Twitter / @ChrisRBarron)

Homo-Hasser sind fest an der Seite von Donald Trump, der sich in den letzten Tagen des Wahlkampfes aber noch ein LGBTI-freundlicheres Image geben will.

Donald Trump wirbt sowohl um die Stimmen von Homo-Hassern als auch von Schwulen und Lesben: Während der republikanische Präsidentschaftskandidat bei einer Wahlkampfveranstaltung eine Regenbogenfahne mit der Aufschrift "LGBTs für Trump" in die Höhe hielt, outete ein Unterstützer des 70-Jährigen in Utah dessen regionalen Gegenkandidaten Evan McMullin als vermeintlich schwul.

McMullin, ein konservativer früherer CIA-Agent, tritt in Utah als unabhängiger Präsidentschaftskandidat an – dort liegt der 40-Jährige laut einer aktuellen Umfrage mit 32 Prozent vor Trump (30 Prozent) und Hillary Clinton (24 Prozent). Experten gehen davon aus, dass Trump die sechs Wahlmänner im Mormonenstaat gewinnen muss, um eine Chance auf den Einzug ins Weiße Haus zu haben.

In einem automatisierten Werbeanruf, der laut der Tageszeitung "Salt Lake City Tribune" in den letzten Tagen an rund 200.000 Einwohner des Bundesstaates ging, stellte sich der rechtsextremistische Aktivist William Johnson als "Farmer und weißer Nationalist" vor, der vor der Wahl McMullins warnte: "Evan ist über 40 Jahre alt und nicht verheiratet; er hat noch nicht einmal eine Freundin. Ich glaube, dass Evan ein ungeouteter Homosexueller ist."


Evan McMullin hat die Chance, Utah zu gewinnen. Das letzte Mal gelang das einem Kandidaten, der weder den Republikanern noch den Demokraten angehört, im Jahr 1968

Als "Beweis" für diese Behauptung wurde die Homosexualität von McMullins Mutter aufgeführt: "Er hat zwei Mütter. Seine Mutter ist eine Lesbe, die eine andere Frau geheiratet hat. Evan findet das in Ordnung", hieß es in dem Werbeanruf.

McMullin lehnt Ehe für alle ab

McMullin selbst hat sich in der Vergangenheit allerdings immer wieder gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht ausgesprochen. Als Mormone glaube er an die "Heiligkeit der Ehe", sagte er wiederholt, betonte in den letzten Tagen aber auch, dass die Ehe-Öffnung durch den Supreme Court zu akzeptieren sei. McMullin gab aber auch zu, dass seine Mutter zur Ehe für alle eine andere Meinung habe. "Damit habe ich kein Problem. Ich habe sie sehr lieb und sie ist eine meiner besten Freundinnen. Sie ist eine wundervolle Mutter", sagte McMullin.

Zu seinem eigenen Familienstand als ledig sagte der Kandidat nur, dass er gerne heiraten würde, aber so viel gearbeitet habe, dass er die Richtige noch nicht getroffen habe.

Der Werbeanruf wurde von einem Super-PAC durchgeführt, einer weitgehend unregulierten Lobbygruppe, die offiziell nicht mit der Trump-Kampagne koordinieren darf. Wegen der muslim- und ausländerfeindlichem Rhetorik des republikanischen Kandidaten während dieser Wahl sind allerdings mehr rassistische weiße Organisationen involviert als bei den letzten Wahlen – und alle unterstützen Trump. So gab es nicht nur in Utah automatisierte Werbeanrufe von Rechtsextremisten für Trump, sondern auch in Iowa, New Hampshire, Vermont und Minnesota. Zudem planen Rechtsextremisten am kommenden Wochenende in Pennsylvania eine gemeinsame Demonstration für Trump und wollen "Wahlbeobachter" in Wahllokale entsenden.

"LGBTs für Trump"

Am Sonntag appellierte Donald Trump zugleich an die queere Wählergruppe: Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Colorado hielt er eine Regenbogenfahne in die Höhe – allerdings falsch herum. Auf der Flagge war mit Edding zuvor "LGBTs für Trump" geschrieben worden. Chris Barron von der republikanischen LGBT-Organisation GOProud erklärte, dies sei ein Zeichen, dass Trump der "LGBT-freundlichste Präsidentschaftskandidat der Geschichte" sei.

Direktlink | Gesamte Rede von Trump in Greeley (Colorado). Am Anfang ist die Szene mit der Regenbogenfahne zu sehen.

Gleichzeitig gab es Kritik von Extremisten am Zeigen der Regenbogenfahne: So erklärte der Aktivist Theodore Shoebat, der sich als "militanter Christ" bezeichnet, dass Trump von Paypal-Mitgründer Peter Thiel korrumpiert werde. Thiel ist der prominenteste offen schwule Unterstützer Trumps. Shoebat sagte, er unterstütze deshalb Trump nicht mehr und fordere sogar die Exekution des Milliardärs, "weil er die Schwuchtelflagge hochgehalten hat".

Direktlink | Das Portal Rightwingwatch.org dokumentiert die Rede von Theordore Shoebat

Trumps demokratische Herausforderin Hillary Clinton hat immer wieder betont, dass sie die bessere Kandidatin für LGBTI sei – und wird auch von Szene-Organisationen wie der Human Rights Campaign unterstützt. So warnte sie etwa bei einer Präsidentschaftsdebatte, dass die Ehe für alle mit einem Präsidenten Trump in Gefahr sei (queer.de berichtete). Für Entsetzen unter LGBTI-Aktivisten hatte im Juli bereits gesorgt, dass Trump den homophoben Hardliner Mike Pence zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten ernannt hatte (queer.de berichtete).

Um ihre Position unter LGBTI zu stärken, trat Clinton am Sonntag bei einer Wahlkampfveranstaltung in einem Homo-Club in der Kleinstadt Wilton Manors in Florida auf. Auch hier warnte sie vor einem Präsidenten Trump: "Diese Wahl wird zeigen, ob es weiterhin Fortschritt geben wird oder ob uns alles wieder entrissen wird." (dk)

Direktlink | Clinton-Rede in einem Homo-Club in Wilton Manors



#1 SebiAnonym
  • 02.11.2016, 14:15h
  • Trump und seine Verbündeten schrecken vor nichts zurück.

    Aber wie Trump wirklich über LGBTI denkt, hat er bewiesen, als er kurz nach dem Attentat von Orlando genau dort zu Homohassern gesprochen hat. (Und zahlreiche weitere male hat er es genauso gezeigt.)

    Trump hat ja auch schon mehrfach gesagt, homofreundliche Gesetze zurücknehmen zu wollen und auch zu versuchen, ob man die gleichgeschlechtliche Ehe abschaffen kann.

    Clinton mag auch genug Dreck am Stecken haben und sie ist vielleicht auch keine Wunschkandidatin. Aber sie ist immer noch Welten besser als Trump.

    Wenn Trump die Wahl gewänne, wäre das nicht nur eine Katastrophe für Amerika, sondern für die ganze Welt.
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#2 EHkaAnonym
  • 02.11.2016, 14:16h

  • Man kann nur hoffen das es Trump nicht wird. Sonst sieht es für LGBTSI-Menschen schlecht aus.

    Und nicht nur für die
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#3 lollipopAnonym
#4 Ikaiko
  • 02.11.2016, 19:06h
  • Sogar zu dumm, die Regenbogenflagge richtig herum zu halten. Sie steht auf dem Kopf...
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#5 markusbln11Anonym
  • 02.11.2016, 20:41h

  • Also in Utah würde ich McMullin wählen. Die sechs mandate ist er's wert. Auch seiner mutter zuliebe.

    Und Trump wird immer merkwürdiger. Hält die regenbogenflagge hoch, will aber die ehe für alle kassieren.

    Alles einfach krass.
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#6 hugo1970Profil
  • 02.11.2016, 21:22hPyrbaum
  • Ich fürchte das trump gewinnen wird, es sei denn ein Wunder passiert, währen die Wahlen morgen, dann hätte Clinton noch Chanchen, so, ich wills gar nicht aussprechen.
    Scheiß Mail-Affäre
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#7 VinPeiProfil
  • 02.11.2016, 23:42hBad Häring
  • Hofer / Strache entdecken im Wahlkampf plötzlich ihre Freundschaft zu den Serben und Trump hält für 10 Sekunden eine Regenbogenfahne vor die Kameralinse.

    Liebe Wahlkämpfer, seid doch wenigstens ehrlich:

    !!! WENN IHR UNS SCHON DAS GANZE JAHR AUF DEN SCHÄDEL SCH..., DANN VERZICHTET WENIGSTENS DARAUF, UNS IN WAHLKAMPFZEITEN IN DEN H... ZU KRIECHEN !!!

    www.piratenpartei.at/menschen/harald-bauer/
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#8 Tommy0607Profil
  • 03.11.2016, 09:30hEtzbach
  • Man kann nur hoffen , dass die Amerikaner , diesen rassistischen und homophoben "Menschen" nicht wählen .
    Denn sonst Gute Nacht , Amerika !
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#9 demokratinAnonym
  • 03.11.2016, 11:00h
  • Antwort auf #6 von hugo1970
  • scheiß mail-affäre? nein, scheiß wikileaks-aktivisten, die das recht in die eigenen hände nehmen wie sa-schlägertrupps. ist es ein zufall, dass snowden in russland hockt und putin anhimmelt? wohl kaum.
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#10 hugo1970Profil