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  • 03.11.2016, 07:37h           25      Teilen:   |

Zu Gast bei Sandra Maischberger

Kretschmann erklärt sein "Missverständnis"


"Winfried Kretschmann – der Grüne, den die Schwarzen lieben?", fragte Moderatorin Sandra Maischberger am Mittwochabend im Ersten


Mit seinem Lob der "klassischen Ehe" habe er auch Homosexuelle gemeint, sagte der grüne Ministerpräsident bei "Maischberger".

In der Talkshow "Maischberger" drehte sich am Mittwochabend alles um den baden-württembergischen Ministerpräsidenten. "Winfried Kretschmann – der Grüne, den die Schwarzen lieben?", fragte Moderatorin Sandra Maischberger den schwäbischen Politiker erst im Vier-Augen-Gespräch, später holte sie sich "Freitag"-Verleger Jakob Augstein und die lesbische Schauspielerin Maren Kroymann hinzu.

Natürlich kam auch Kretschmanns Satz "So ist und bleibt die klassische Ehe die bevorzugte Lebensform der meisten Menschen – und das ist auch gut so" zur Sprache, den er im vergangenen Monat in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit" äußerte und der ihm anschließend um die Ohren flog. Jakob Augstein nannte den Satz eine "bewusste Provokation": "Sie tun so, als wären Sie der Nette, langsam Redende, der Verständnis hat für alle, in Wahrheit […] stechen Sie dann mal so zu, die linken Grünen bekommen dann mal eine verpasst."

Für Kretschmann eine "Unterstellung" und "Skandalisierung" des "Missverständnisses". Allerdings kam der Ministerpräsident beim Versuch, seinen "gut so"-Satz zu erklären, doch etwas ins Stottern:

"Ich habe ein Plädoyer gemacht für die klassische Ehe, dass nämlich Menschen heiraten wollen vor dem Standesamt und sogar vor der Kirche, dass sogar Schwule heiraten wollen, und zwar unbedingt. Die hätten ja auch sagen können, hallo, das interessiert uns nicht. Das ist überkommen, wir leben anders. Nein, sie wollen heiraten. Und in meiner Kirche wird sogar darüber debattiert, dass endlich auch katholische Pfarrer heiraten wollen. Das war die Intention."


Besser schlug sich Kretschmann bei der Frage, wie offen man als Homosexueller in Baden-Württemberg leben kann. Während Maren Kroymann eine hohe Zahl von "Kryptolesben und Kryptoschwulen" beklagte, meinte der Ministerpräsident: "Die Zeit ist rum, auch bei den Schwaben."

Die ganze Sendung kann man sich in der ARD-Mediathek anschauen. (mize)

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Tags: winfried kretschmann, klassische ehe, maischberger, jakob augstein, maren kroymann
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Reaktionen zu "Kretschmann erklärt sein "Missverständnis""


 25 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
03.11.2016
09:44:46


(+4, 8 Votes)

Von Sebi


Gut und schön, aber bei allen Rechtfertigungsversuchen bezieht sich Kretschmann immer nur auf seine Äußerungen zur Ehe.

Aber da gibt es ja noch mehr:

1.

Er hat z.B. bisher niemals klargestellt, wie im Zusammenhang mit Homo-Akzeptanz zu verstehen ist, dass die Grünen nicht "moralisieren" sollten. Das klingt für mich so, als müsse man auch Homohasser verstehen und sie tolerieren. Aber Hass darf niemals toleriert werden.

2.

Wenn Kretschmann so sehr auf unserer Seite steht, wieso wurde dann der Bildungsplan so sehr verwässert und abgeschwächt?

Ursprünglich sollte der die Akzeptanz anderer sexueller Identitäten und Orientierungen fördern. Was ja auch angesichts des homo- und transphoben Mobbings an Schulen überfällig ist.

Dann sollte auf einmal Akzeptanz generell gelehrt werden, was ja auch erst mal sinnvoll ist, obwohl es z.B. im Sexualkundeunterricht nur um Sexualität gehen sollte und nicht plötzlich um Religion.

Und das Ergebnis ist, dass konservative Lehrer oder ganze konservative Schulen LGBTI mit keinem Wort erwähnen zu brauchen und dem Bildungsplan gerecht werden, wenn sie z.B. zu Toleranz anderer Religionen erziehen, aber LGBTI komplett außen vor lassen.

Fazit:

Ich kaufe das Kretschmann nicht so wirklich ab. Erstens ist er ein Politik- und Medienprofi, der zig Interviews, Parlamentsdebatten, Sitzungen, Parteitage, etc. hinter sich hat. Der auch immer für klare Sprache wirbt. Der äußert sich nicht mal eben aus Versehen missverständlich, sondern nur wenn da Kalkül hintersteckt.

Der wollte wohl einige Ewiggestrige wieder als Wähler gewinnen und hat nicht damit gerechnet, dass es so viel Kritik daran gibt. Und jetzt rudert er zurück. Aber manche Aussagen wie z.B. die mit dem "Moralisieren" kann er bisher nicht erklären. Dann müsste ja auch das in sein Missverständnis reinpassen... Sehe ich aber nicht...

Und die Verwässerung des Bildungsplans ist Fakt. Wie erklärt er das denn?


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#2
03.11.2016
09:50:06


(+5, 9 Votes)

Von Justus


Hoffentlich hat er vorher seinem Parteifreund Boris Palmer gesagt, dass er das jetzt nicht wieder als Anlass nehmen soll, um homo- und transphob rumzupoltern.

Denn Boris Palmer hat ja ein Talent darin, Vorgänge die eigentlich längst erledigt sind, nochmal rauszuholen und noch viel schlimmer zu machen.


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#3
03.11.2016
10:03:55


(+7, 13 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das eine ""Missverständnis"" versucht aufzulösen, und gleichzeitig ein Neues in die Welt gesetzt..

Denn Herr Kretschmann hat sich dort auch für die Wiederwahl Angela Merkels zur Kanzlerin ausgesprochen, weil sie ja im "europäischem Ausland" so geachtet und so wichtig sei..

Der "rechts-ruck" Kretschmanns geht also unverändert weiter, und offensichtlich arbeitet er schon an Schwarz-Grün im Bund..


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#4
03.11.2016
10:11:26


(+3, 7 Votes)

Von Linus
Antwort zu Kommentar #1 von Sebi


>>>>>>>>>>>>>>>
Und die Verwässerung des Bildungsplans ist Fakt. Wie erklärt er das denn?
<<<<<<<<<<<<<<<

Genau das ist auch der zentrale Grund, warum ich ihm nicht glauben und ihn nicht ernst nehmen kann.

Dass er sich vielleicht mal missverständlich ausdrückt, obwohl man das so einem Polit- und Medienprofi kaum glauben kann, würde ich ihm vielleicht noch glauben.

Aber was er aus dem ursprünglichen Bidlungsplanversprechen gemacht hat und wie sehr er das bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt hat, geht gar nicht und macht auch seine Beteuerungen, für LGBT-Rechte zu stehen, absolut unglaubwürdig.


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#5
03.11.2016
10:53:54


(+3, 11 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hat Kretschmann ein gestörtes Verhältnis zur Realität oder glaubt er wirklich, er könne Schwule und Lesben derart dreist für dumm verkaufen?

Er biedert sich jetzt also wirklich bei Schwulen und Lesben an, die von seiner geliebten katholischen Kirche und von seiner höchst geschätzten Pfarrerstochter Merkel mehr oder weniger offen zu abnormen Untermenschen erklärt werden?

Klar, Kretschmann bringt sich in Stellung für einen Ministerposten in einer schwarz-grünen Horrorkoalition - der Altmännertraum einer besserwisserischen schwäbischen Lehrerseele mit Machtfantasien.

Aber als wäre das nicht schon erbärmlich genug, steht er nicht mal dazu, sondern probt nun seine laienhafte Schauspielerrolle als "everybody's darling"? Das ist an Frechheit kaum zu überbieten, ist aber wohl der unseligen Tradition von Kretschmanns katholischen Bischöfen verpflichtet.


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#6
03.11.2016
11:06:32


(+7, 7 Votes)

Von Carsten AC
Antwort zu Kommentar #4 von Linus


Und vor allem schadet dieser stark reduzierte Bildungsplan den Schülerinnen und Schülern, denen Bildung vorenthalten wird und die weiter Mobbing und Gewalt ausgesetzt werden.


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#7
03.11.2016
11:59:53


(+4, 8 Votes)

Von Kim 90


Ich glaube Kretschmann und den Grünen exakt an dem Tag, wo der ursprünglich mal geplante Bildungsplan umgesetzt ist.

Der Bildungsplan, der von Fachleuten verabschiedet wurde, bevor zunächst Grün-Rot und dann Grün-Schwarz den über einen Zeitraum von über 5 Jahren auf Druck einer schrillen Minderheit ewiggestriger Homohasser immer mehr abgeändert haben, bis kaum noch was davon übrig blieb.

Wenn Politik sich in die Arbeit von Experten einmischt, geht das immer schief.

An dem Tag, wo der ursprüngliche Bildungsplan umgesetzt ist, glaube ich Kretschmann und den Grünen.

Und keinen Tag eher...


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#8
03.11.2016
12:46:07


(+4, 8 Votes)

Von Julian S
Antwort zu Kommentar #7 von Kim 90


Herr Kretschmann redet immer sehr viel darüber, dass er auf unserer Seite stehe, etc.

Aber in der Realität handelt er dann doch genau entgegengesetzt - z.B. beim Bildungsplan.

Ich habe selbst erlebt, was jahrelanges, konstantes Mobbing in der Schule anrichtet und aus einem macht. Unter den Folgen leide ich noch heute.

Weil ich weiß, wie schlimm das ist und was das anrichtet, werde ich niemals akzeptieren können, dass das so weitergeht und dass noch mehr junge Menschen darunter zu leiden haben.

Und ich werde keine Partei wählen können, die dazu beiträgt.


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#9
03.11.2016
14:50:00


(+3, 9 Votes)

Von Robin


Wie homofreundlich ist wohl jemand, der eine Bundeskanzlerin lobt, die statt nach Fakten lieber nach ihrem homophoben Bauchgefühl regiert?!

Kretschmann will Schwarz-Grün im Bund. Und dafür würde er im Zweifel auch unsere Gleichstellung aufgeben. Genau wie Boris Palmer, Reinhard Bütikofer, etc.

Das sind alles diese Südwest-Grünen, die sich bei den Erzkonservativen einschleimen wollen und die vor ihren Vorteil über Leichen gehen.


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#10
03.11.2016
16:36:51


(0, 8 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Kretschmann ist sicherlich nicht der optimale Politiker wenn es um Schwule geht.

ABER:
Kretschmann ist alles andere als "unser" Feind.
Ohne Kretschmann wäre BW weiterhin CDU regiert, es gäbe gar keinen Bildungsplan über dessen Schwächen man sich ärgern kann.


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