Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 03.11.2016, 13:08h           15      Teilen:   |

Nach Skandalrede in Hamburg

Oettinger entschuldigt sich nun doch

Artikelbild
Günther Oettinger ist seit 2010 EU-Kommissar, zunächst für Energie, derzeit für digitale Wirtschaft. Im kommenden Jahr soll er das Haushaltsressort übernehmen (Bild: (cc) ITU Pictures / flickr)

Er verstehe nun, dass seine Rede "vielleicht sogar Menschen verletzt hat", schreibt EU-Kommissar Günther Oettinger in einer schriftlichen Erklärung.

Zu Update springen: Kai Gehring nennt Entschuldigung "halbherzig" (14:48h)

Acht Tage nach seiner heftig kritisierten Rede in Hamburg hat sich EU-Kommissar Günther Oettinger doch noch für seine rassistischen und homophoben Äußerungen entschuldigt. In seiner Ansprache beim 27. "EuropAbend" beim AGA Unternehmensverband hatte er unter anderem gegen eine "Pflicht-Homoehe" gewettert und Chinesen als "Schlitzohren und Schlitzaugen" bezeichnet, die ihre Haare "mit schwarzer Schuhcreme" kämmen (queer.de berichtete).

"Ich habe über meine Rede nachgedacht und verstehe nun, dass meine Wortwahl schlechte Gefühle ausgelöst und vielleicht sogar Menschen verletzt hat", schreibt Oettinger in einer englischsprachigen Stellungnahme. "Das war nicht meine Absicht, und ich entschuldige mich für Bemerkungen, die nicht so respektvoll wie nötig gewesen sind."

Im Original fügte der CDU-Politiker auf Englisch hinzu: "I was frank and open – it was not a speech read-out, but 'frei von der Leber' as we say in German."

Fortsetzung nach Anzeige


Kein Eingehen auf Lesben und Schwule

Während Oettinger in seiner Erklärung Chinesen und Wallonen, die er wegen ihres Widerstands gegen das Freihandelsabkommen Ceta als "Kommunisten" bezeichnet hatte, ausdrücklich erwähnte, ging er auf seine abwertende Äußerung der "Pflicht-Homoehe" nicht näher ein. Sowohl der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) als auch die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) hatten deshalb eine Entschuldigung gefordert (queer.de berichtete).

Vor seinen bedauernden Worten hatte Oettinger in Interviews zunächst versucht, seine "saloppen Äußerungen" herunterzuspielen. So sei er "ohne Zusammenhang" zitiert worden, behauptete er gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" (queer.de berichtete). Im SWR schob er hinterher, er sei tolerant und habe "überhaupt nichts gegen die Ehe unter Gleichgeschlechtlichen" (queer.de berichtete).

Die Kritik an dem Mitglied des CDU-Bundesvorstands riss jedoch nicht ab. So hatten Politiker von SPD, Grünen und Linken Oettingers Eignung als EU-Kommissar und vor allem seine Beförderung zum Haushaltskommissar in Frage gestellt (queer.de berichtete). Mehrere Europaabgeordnete hatten Anfang der Woche angekündigt, dem 63-Jährigen bei der anstehenden Befragung zu seinem neuen Posten im Plenum auf den Zahn zu fühlen.

Am Mittwoch hatte sogar die chinesische Regierung gegen den deutschen EU-Kommissar protestiert. Die Bemerkungen Oettingers zeigten, dass es bei einigen westlichen Politikern ein "tief verwurzeltes Gefühl von Überlegenheit" gebe, erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. Man hoffe in Zukunft auf gegenseitigen Respekt und Gleichbehandlung. (cw)

Direktlink | Auszüge aus Oettingers Rede


 Update  14.48h: Kai Gehring nennt Entschuldigung "halbherzig"

In einer ersten Reaktion auf Oettingers Stellungnahme sprach der grüne Bundestagsabgeordnete Kai Gehring am Donnerstagnachmittag gegenüber queer.de von einer "halbherzigen" Entschuldigung. Als einziger deutscher EU-Kommissar bleibe er "untragbar und zum Fremdschämen".

"Dass Oettinger sich bei Frauen, Schwulen und Lesben für seine diskriminierenden und herablassenden Äußerungen nicht entschuldigt, lässt abermals tief blicken", sagte Gehring. "Damit bestätigt er sein inakzeptables antiquiertes Frauen- und Homosexuellen-Bild."

Die Europäische Union und Europa stünden für die volle Gleichbehandlung und Diskriminierungsfreiheit der Geschlechter und von Lesben und Schwulen, erklärte der Essener Grünen-Politiker. "Wer dies wie Oettinger verächtlich macht und die Relevanz von Gleichberechtigung nach wie vor nicht erkennt, hat den Job als EU-Kommissar verfehlt."

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 15 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 158       5       2     
Service: | pdf | mailen
Tags: günther oettinger, pflicht-homoehe, eu-kommisar, frei von der leber
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Oettinger entschuldigt sich nun doch"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
03.11.2016
13:26:21


(+5, 7 Votes)

Von Unglaubwürdig


Absolut unglaubwürdig.

Tagelang hat er jede Entschuldigung oder auch nur Distanzierung vehement abgelehnt.

Und erst jetzt, wo es diplomatische Verwicklungen gibt und wo klar wird, wie sehr er der EU und Deutschland schadet, entschuldigt er sich.

Aber auch nicht aus Einsicht, sondern nur um seinen Posten und sein Einkommen zu sichern.

Wenn der Deutschland und der EU nicht noch mehr schaden soll, bleibt nur der Rücktritt. Und wenn er selbst nicht den Anstand dafür hat, zum Wohle der EU und Deutschlands auf seine Pöstchen zu verzichten, müssen andere ihm eben die Entscheidung abnehmen. Ansonsten wäre der Schaden für die EU und gerade auch für Deutschland verheerend.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
03.11.2016
13:31:59


(+6, 8 Votes)

Von Linus


Laut mehreren Medien hat sich Oettinger aber nur für seine rassistischen Aussagen zu Chinesen ("Schlitzaugen", "schwarze Schuhcreme im Haar", etc.) entschuldigt, aber nicht für den Rest der Rede.

Die homophoben Teile der Rede bleiben also weiterhin im Raum.

Im übrigen:
auch wenn man sich entschuldigt (bzw. so tut), ist der Schaden längst da.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
03.11.2016
13:34:28


(+9, 9 Votes)

Von Demokratie


>>>>>>>>>>>>
Wallonen, die er wegen ihres Widerstands gegen das Freihandelsabkommen Ceta als "Kommunisten" bezeichnet hatte
<<<<<<<<<<<<

Was für ein seltsames Demokratieverständnis hat Günther Oettinger, wenn er demokratische Prozesse als "kommunistisch" abtut, nur weil ihm das Ergebnis nicht passt.

Was meint der, wer er ist? Meint der, er stünde über dem Gesetz und über demokratischen Entscheidungen?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
03.11.2016
14:07:21


(+6, 6 Votes)

Von Justus


""""""""""""""""""""""""""
Er verstehe nun, dass seine Rede "vielleicht sogar Menschen verletzt hat"
""""""""""""""""""""""""""

Vielleicht?

Wenn man sich rassistisch und homophob äußert, verletzt das "vielleicht" Menschen?

Der ist wohl ein kompletter Egozentriker, der sich gar nicht vorstellen kann, was er mit seinen selbstherrlichen Aussagen anrichtet.

Das belegt nur wieder mal, wie sehr die politische Klasse den Bezug zur Realität und zum Volk verloren hat.

Und besonders eklatant wird das halt wieder mal auf EU-Ebene.

Dazu passt auch gut die aktuelle Meldung, dass sich trotz Massenarbeitslosigkeit, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, etc. zig EU-Kommissare von den Steuerzahlern üppige Übergangsgelder von mehreren tausend Euro pro Monat zahlen lassen, während sie gutbezahlte neue Jobs haben:

Link zu www.spiegel.de

Und da wundert sich die EU, dass immer mehr Bürger das Vertrauen verlieren und ihr Ende wollen...

Und auch jemand wie Oettinger ist dafür mitverantwortlich!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
03.11.2016
14:08:29


(+7, 7 Votes)

Von VomeX
Antwort zu Kommentar #1 von Unglaubwürdig


Klar der Typ hat Angst um seinen Posten und wir Schwule fallen da weitaus weniger ins Gewicht als Chinesen und Wallonen. Also schnell mal bei den "wichtigen" Leuten ne unglaubwürdige Entschuldigung raushauen.
Ekelhaft, der Typ.
Hoffentlich kommt er damit nicht durch.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
03.11.2016
14:19:29


(+8, 8 Votes)

Von Julian S


Oettinger entschuldigt sich für seinen Rassismus, aber nicht für seine Homophobie...

Das ist gleich nochmal doppelt homophob, seine homophoben Entgleisungen bei der Entschuldigung explizit auszunehmen.

Nein danke, diese Entschuldigung kann er sich sonstwo reinschieben. Zumal die auch erst dann gekommen ist, als sein Einkommen in Gefahr war.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
03.11.2016
14:38:11


(+7, 7 Votes)

Von Robin


Der wird ständig von Job zu Job weggelobt, weil er überall versagt...

Wieso trennt man sich nicht von dem?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
03.11.2016
16:48:43
Via Handy


(-7, 9 Votes)

Von Sukram71
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.12.2010


Was er gesagt hat, darf man sich als EU-Kommissar in der Öffentlichkeit nicht erlauben.

Aber sooooooooooo furchtbar schlimm war das nun auch wieder nicht.
Ich fotzel auch sehr gerne mal was herum und spreche politisch unkorrekt daher. Rede davon, dass man vorm China-Militär keine Angst haben Kuss, weil die alle so klein sind. - Ich liebe Asiaten, alle meine Freunde sind Asiaten und ich will meinen philippinischen Freund heiraten. Aber trotzdem darf man mal was herum-spötteln. :D

Und er hat was von Pflicht-Homoehe gesagt. Ok, nicht gut, aber so furchtbar auch wieder nicht.

Ich finde, man sollte es einfach mal gut sein lassen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
03.11.2016
18:14:56


(+5, 5 Votes)

Von tobias
Aus bremerhaven (Bremen)
Mitglied seit 25.03.2012
Antwort zu Kommentar #8 von Sukram71


...solltest dir vlt. mal die rede anhören...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
03.11.2016
18:27:39
Via Handy


(-5, 7 Votes)

Von Sukram71
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.12.2010
Antwort zu Kommentar #9 von tobias


Die Rede selber habe ich nicht gehört. Nur davon gelesen.
Als EU Kommissar darf man so nicht vor Publikum reden.

Allerdings habe ich selber manchm so ne große Klappe und bin deshalb der Letzte, der wegen sowas auf andere zeigen darf. Und mal so richtig vom Leder zu ziehen, muss auch mal sein. :D

Außerdem sind die Chinesen ja wirklich auch clever und versuchen mit allen Mitteln, ihre Wirtschaft und den Lebensstandard ihrer Bevölkerung zu heben.

Wenn Oettinger darauf aufmerksam macht und ihm die Diskussion um die Ehe für Alle bzw "Homo-Ehe" nicht jederzeit so nahe geht wie uns bzw er das im Vergleich zu seine Themen nicht so wichtig findet, dann kann man das mal akzeptieren. Er ist halt CDU. Ich mag ihn nicht.

Aber er hat sich entschuldigt. Damit sollte die Sache ok sein. Er hat von allen Seiten einen auf den Deckel bekommen. Nun reicht es.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Hedwig von Beverfoerde tritt aus CDU aus Sachsen: Alle außer AfD begrüßen Sexualkunde-Leitlinien IS soll mutmaßlichen Schwulen in Syrien exekutiert haben Parteitag in Essen: CDU gibt sich homofreundlich
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt