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  • 03.11.2016, 14:35h               Teilen:   |

Air France präsentiert

Zehn Dinge, die du noch nicht über Paris wusstest

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Buntes Wahrzeichen von Paris: Aus Solidarität mit der queeren Community erstrahlte der Eiffelturm nach dem Anschlag in Orlando in Regenbogenfarben (Bild: (cc) Soukéïna FELICIANNE / flickr)

Die schwul-lesbische Szene der französischen Hauptstadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die sich auch für Besucher zu entdecken lohnt.

Das Pariser "Gay Village" Le Marais ist legendär. Aber selbst hartgesottene Fans der französischen Hauptstadt wissen nicht, dass es sich dabei um ein relativ neues Phänomen handelt. Die Experten von The Gay Locals verraten für queer.de zehn Dinge über das schwul-lesbische Paris, die den meisten Besuchern wohl unbekannt sind.

1. Das erste Homo-Viertel von Paris

Im 19. Jahrhundert gab es noch keine Viertel für Homosexuelle, wie wir sie heute kennen. Schwule Männer schlenderten auf der Suche nach Partnern damals hauptsächlich durch den Schlosspark (das tun sie heute übrigens noch nahe dem Carrousel de Louvre), entlang der Avenue des Champs-Élysées oder in der Nähe der Börse.

Während der sexuellen Revolution wurde dann die Rue Sainte-Anne zum Zentrum der Homo-Szene. Hier befanden sich in den Sechziger- und Siebzigerjahren die besten Nachtclubs. Inzwischen haben die meisten dichtgemacht und an ihre Stelle sind japanische Restaurants getreten.

In dieser Gegend überlebt hat aber die erste schwule Sauna der Stadt: Im "Til't" wird heute noch geschwitzt und gekuschelt. Beliebt in der Gegend ist auch noch der legendäre Club 18.

2. Die Homo-Macht

Von 2001 bis 2014 wurde Paris vom offen schwulen Bürgermeister Bertrand Delanoë geführt – also länger, als Klaus Wowereit in Berlin regiert hatte. Bereits zuvor hatten Homosexuelle die Politik von Paris und Frankreich mitbestimmt haben, auch wenn sie nicht immer offen mit ihrer sexuellen Orientierung umgegangen sind. So soll etwa König Heinrich III. im 16. Jahrhundert eher an seiner männlichen Gefolgschaft interessiert gewesen sein als an seiner Ehefrau.

Nicht immer spielten die Homosexuellen eine positive Rolle: Violette Morris etwa war eine Lesbe, die während des Zweiten Weltkriegs mit den Deutschen kollaboriert hatte.

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3. Das goldene Zeitalter des lesbischen Nachtlebens

Heutzutage gibt es nur noch wenige exklusiv lesbische Bars. Anfang des 20. Jahrhunderts kontrollierten Einrichtungen für Frauen dagegen die Gegend um die Stadtviertel Montmartre und Montparnasse. In "Le Monocle", einem populären Nachtclub nur für Frauen, zeigten sich Frauen damals stets im Smoking an der Seite einer Dame in traditionell weiblicher Kleidung. Heute werden die ersten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts als goldenes Zeitalter des lesbischen Nachtlebens angesehen, das heute praktisch verschwunden ist.

Laut "TimeOut Paris" ist "Le 3W Kafé" in Le Marais allerdings ein guter Ort für Frauen, die Frauen lieben. Das Magazin gibt auch "La Champmeslé" vier Sterne. Der in den Achtzigerjahren eröffnete Treffpunkt gilt heute als älteste noch existierende Lesbenbar der Stadt.

4. Penis-Baguettes


Bild: Legay Choc


Wo wir schon in der Marais sind… Wusstet ihr, dass es dort eine Bäckerei gibt, die Baguettes in Penisform verkauft? "Legay Choc" hat sich auf den Schwanz spezialisiert. Dort gibt es auch andere Gebäck-Spezialitäten in Form eines männlichen Gemächts oder den dranhängenden Eiern.

5. Ein Homo-Hasser an der Notre Dame

Nachdem Frankreich Anfang 2013 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hat, waren viele Konservative nicht glücklich. Am meisten Hass empfand wohl der 78-jährige Dominique Venner. Deshalb trat er im Mai in die Touristenattraktion Notre Dame, hinterlegte einen Abschiedsbrief auf dem Altar und schoss sich selbst vor den geschockten Besuchern in den Kopf (queer.de berichtete).

6. Schwuler Gedenkstein


Bild: Yagg


Im Jahr 1750 wurde von dem Hôtel de Ville ein schwules Paar verbrannt. Dabei soll es sich um die letzte Hinrichtung in Frankreich wegen Homosexualität gehandelt haben. Zur Erinnerung an diese schauerliche Bestrafung ist zwischen der Rue Montorgueil und der Rue Bachaumont ein Gedenkstein eingelassen worden, um an die beiden Männer zu erinnern. An diesem Ort hatte die Polizei einst das Paar verhaftet.

Jahrzehnte nach dieser Hinrichtung hat die Regierung 1791, also mitten in der Französischen Revolution, homosexuelle Beziehungen legalisiert – immerhin 178 Jahre, bevor Deutschland diesen Schritt wagte.

7. Das letzte schwule Pissoir

Im 19. Jahrhundert wurden viele schwule Männer verhaftet, weil sie in den öffentlichen Pissoirs nach Partnern suchten. Diese sogenannten "Vespasiennes" wurden seit den 1830er-Jahren installiert und waren schnell als Treffpunkte für Männer bekannt, die einen Sexpartner suchten. Wer nach Sexarbeitern suchte, wurde dort stets fündig.

Heute gibt es nur noch ein einziges derartiges Pissoir in Paris: Es befindet sich am Boulevard Arago im 13. Arrondissement. Viel schwule Action gibt es dort allerdings nicht mehr.

8. Kitsch-Drag in Montmartre



Travestie-Shows sind in Pariser Schwulenclubs sehr beliebt. Aber nirgendwo anders sind diese Veranstaltungen so schön kitschig wie im rund 60 Jahre alten "Cabaret Michou". Französischkenntnisse sind bei dieser Show sehr hilfreich. Der schwule Besitzer Michou ist eine eigene Attraktion in Paris. Man erkennt den extravaganten Mann an seiner blauen Brille.

9. Französisches Homo-Sprech

Auf Französisch haben sich Schwule und Lesben wie in anderen Sprachen ihre eigenen Code-Wörter zugelegt. Schwule nennen sich untereinander etwa "tante" (ja, das bedeutet Tante). Ein junger Schnuckel wird als "crevette" (Shrimps) bezeichnet, ein reicher Sugar-Daddy als "papa-gâteau".

Lesben bezeichnen sich untereinander gerne als Knoblauchzehe ("gousse"), das klingt aber inzwischen ein bisschen altmodisch. Auf Dating-Portalen gibt es dagegen neue Wortschöpfungen: So steht TBM für "très bien monté" (großer Schwanz). Wer sofort ein Date sucht, sollte sich als "dispo" (bereit) bezeichnen.

International hat sich das Wort "femme" für eine lesbische Frau mit sehr weiblichen Attributen durchgesetzt. Auf Französisch bedeutet dieses Wort aber schlicht Frau.

10. Die kurze Homo-Geschichte des Marais

Heute ist der Marais im dritten Arrondissement das Zentrum des schwul-lesbischen Lebens. Das ist aber noch nicht lange so. Die erste Schwulenbar wurde dort 1978 eröffnet. Bevor der Stadtteil von Schwulen und Lesben entdeckt wurde, war er zunächst ein Zentrum des jüdischen Lebens; später haben sich chinesische Einwanderer dort niedergelassen.

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Links zum Thema:
» Paris-Guide auf twobadtourists.com
» Weitere Szene-Infos auf gayparis.com
» Deutschsprachige Seite des Fremdenverkehrsamts
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Tags: paris, frankreich, air france, legay choc
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