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  • 03.11.2016, 15:07h           45      Teilen:   |

CDU-Politiker

Irmer warnt vor LGBTI-"Lobbyisten" an Schulen

Artikelbild
Hans-Jürgen Irmer kann es nicht lassen: Schulaufklärung über Homosexualität ist dem erzkonservativen CDU-Politiker nicht geheuer

Vor zwei Jahren hatte Hans-Jürgen Irmer mit der Aussage "Homosexualität ist nicht normal" für Aufregung gesorgt. Jetzt macht der CDU-Politiker Stimmung gegen den hessischen Lehrplan zur Sexualerziehung.

Der hessische Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer (CDU) wehrt sich gegen den von der schwarz-grünen Regierung beschlossenen Lehrplan zu Sexualerziehung, weil darin die "Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen" zum offiziellen Unterrichtsziel erklärt wird. In der neuesten Ausgabe des von ihm herausgegebenen Anzeigenblatts "Wetzlar-Kurier" kritisierte er, dass der Lehrplan zu Lasten der heterosexuellen Ehe und Familie gehe und homosexuellen "Lobbyistengruppen" Tür und Tor öffne. Der Plan war im September von Kultusminister Alexander Lorz, einem Parteifreund Irmers, in Kraft gesetzt worden (queer.de berichtete).

Irmer zeigte sich in dem Artikel empört darüber, dass im Vergleich zum letzten Lehrplan aus dem Jahr 2007, der Homosexuelle nicht erwähnt hatte, eine "Akzentverschiebung weg von der Familie" stattfinde. Er bemängelte zudem, dass sich schon Grundschüler mit dem Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften befassen sollen. Sein Vorschlag: Lehrer sollten erst über dieses Thema reden, "wenn Kinder Fragen stellen".

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Irmer gegen SCHLAU & Co.

Ferner kritisierte der Abgeordnete, dass zu dem "sensiblen" Thema künftig Gruppen wie SCHLAU von Schulen eingeladen werden könnten. Das Projekt, das bereits wiederholt von Homo-Hassern zum Feindbild auserkoren wurde, bietet Aufklärung zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen durch junge Ehrenamtliche.

Irmer sieht damit "Lobbyisten" am Werk, "die natürlich als Betroffene nur das Ziel haben können, ihre Position zu vertreten." Das sei außerhalb der Schule in Ordnung, in ihr aber ein Verstoß gegen "das Gebot der Zurückhaltung" und das "sogenannte Indoktrinationsverbot".

Der CDU-Politiker kritisierte LGBTI-Aktivisten pauschal als intolerant: "Wünschenswert wäre es, wenn diejenigen, die Toleranz für ihre sehr unterschiedlichen Lebensentwürfe zu Recht einfordern, die gleiche Toleranz denen gegenüber aufbringen, die sich traditionellen Lebensvorstellungen verpflichtet fühlen."

In dem Artikel zitierte Irmer auch ein Gutachten des Anwalts Christian Winterhoff, der die Aufklärung über sexuelle Vielfalt an schleswig-holsteinischen Schulen als "Indoktrination" bezeichnete (queer.de berichtete). Was er nicht erwähnte: Das rechtlich fragwürdige Gutachten war von der homofeindlichen Organisation "Echte Toleranz e.V." in Auftrag gegeben worden, die fast ausschließlich gegen LGBTI-Schulaufklärung kämpft.

Das Gutachten wird auch immer wieder von der "Demo für alle" zitiert, mit der der Verein zusammenarbeitet. Das Protestbündnis bekämpft den Lehrplan mit einer Online-Petition mit bislang rund 22.000 Unterschriften und hatte am Sonntag erstmals in Wiesbaden eine Kundgebung gegen die Schulaufklärung abgehalten (queer.de berichtete). Redner betonten dabei immer wieder, dass gerade CDU-Abgeordnete und Mitglieder der Partei den Lehrplan bekämpfen sollten. Irmer schrieb in seinem Artikel, dieser habe "zu einigen Irritationen bei einer Reihe von Abgeordneten geführt".

Irmer hetzte gegen schwulen Lehrer

Der Kampf gegen die Anerkennung und gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität prägt Irmers politisches Leben. 2004 hatte er etwa in seinem "Wetzlar-Kurier" gegen einen örtlichen schwulen Lehrer gehetzt, weil dieser ein Profil bei Gayromeo hatte und sich damit "prostituiert" habe (queer.de berichtete). 2014 sorgte er bundesweit für Aufregung, als er als schulpolitischer Sprecher seiner Fraktion erklärte: "Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt" (queer.de berichtete). Später ruderte er zurück, musste aber nach scharfer Kritik von seinen Ämtern zurücktreten (queer.de berichtete).

Irmer ist nicht nur wegen homophoben Äußerungen umstritten, sondern auch wegen Ausbrüchen gegen Ausländer und Muslime. So sorgte er 2010 für Aufregung, als er der neu vereidigten niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) vorwarf, dass sie wegen ihrer Religionszugehörigkeit keine deutschen Interessen vertreten könne. (dk)

Links zum Thema:
» Aktuelle Ausgabe des "Wetzlar-Kurier" als PDF (Artikel über Schulaufklärung auf Seite 4)
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Tags: schule, hessen, hans-jürgen irmer, lehrplan, cdu
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Reaktionen zu "Irmer warnt vor LGBTI-"Lobbyisten" an Schulen"


 45 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
03.11.2016
15:55:00
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(-5, 9 Votes)

Von Kotz


Was für eine unangenehme Person.
Bitte ab in die AfD.
So braun ist selbst die CDU nicht.


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#2
03.11.2016
16:07:29
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(+11, 13 Votes)

Von Sukram71
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.12.2010


Unfassbar, was es für dumme Leute gibt.


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#3
03.11.2016
17:14:21


(+9, 11 Votes)

Von Vater
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Antwort zu Kommentar #1 von Kotz


Doch, so braun ist auch die CDU.


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#4
03.11.2016
20:47:12


(+11, 11 Votes)

Von Luca


Was soll so schlimm daran sein, wenn Schüler die Vielfalt der realen Welt kennenlernen und nicht irgend eine Scheinwelt vorgegaukelt bekommen. Und es geht ja auch um den Schutz betroffener Schüler vor Mobbing und Gewalt.

Man sollte sich eher Sorgen machen, wenn Hass und Vorteile verbreitet werden, statt Liebe und Vielfalt.


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#5
03.11.2016
21:03:05


(+4, 8 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Och Hans-Jürgen, komm doch endlich auch mal aus Deinem Schrank - besser spät als nie!

Wäre für's Seelenheil doch besser, als den Hass auf sich selbst immer wieder auf andere zu projizieren und noch folgenden Generationen das Leben schwer machen zu wollen.

Arme alte Klemmschwester, mach doch noch was für die Menschheit sinnvolles, bevor Du abtrittst, damit Du nicht nur als konservativer Spinner in die Geschichte eingehst.

Bei solchen Charakteren fragt man sich, ob sie als Politiker oder Leerer den größeren Schaden anrichten konnten - vielleicht gut, dass dieser Mann nicht zu viele Schüler indoktrinieren konnte?!


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#6
03.11.2016
21:08:25
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(-2, 6 Votes)

Von Orthogonalfront


Ich finde, den Mann sollte man hardcore wegen seiner Dummheit diskriminieren!


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#7
03.11.2016
21:24:51
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Teqeero


Sorgt Ihr auch dafür, das der Abgeordnete zu all den Beerdigungen der unaufgeklärten Selbstmörder muss.
Er indoktriniert im Interesse eines imaginären Indoktrinierungsverbotes.
Aus meiner Arbeit in der Psychiatrie kenn ich das reichlich. Eine/r ist zuviel. Aber ich kenne auch seinesgleichen aus der Familienberatung. Sie haben Angst um die Kinder und Enkel, um ihre Bequemlichkeit in einer im vorvorigen Jahrhundert tradierten Ehe. Solche Ängste sind ernste Probleme. Aber Gott sei Dank, zeigt die Epidemiologie, dass es sich um eine sprunghaft kleiner werdende Gruppe handelt.


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#8
03.11.2016
21:27:15
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von markusbln11


Ab in die afd. Da gehört er hin.


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#9
03.11.2016
21:38:30


(+5, 7 Votes)

Von easykey
Aus Ludwigsburg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 04.10.2015


War dieser dumme Mensch mit der Beverfoerde im Bett, oder hat er sich "nur" kaufen lassen???


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#10
03.11.2016
21:39:05


(+8, 8 Votes)

Von AlexD
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 11.05.2015


Nicht normal also. Damit kann ich leben, wer möchte schon "normal" sein. Ok, Spaß beiseite, ich habe auch verstanden, wie er dass gemeint hat.
Nun aber zu dem Vorwurf der in Rede stehende Lehrplan würde zum Ziel die Akzeptanz von Lgbti haben. Ja aber natürlich, für Nicht-Lgbti muss ja wohl auch eher selten um Akzeptanz gerungen werden, die ist meist untereinander gegeben und auch gar nicht gebraucht. Insofern ist es nur logisch, dass lgbti stärker in den Fokus gerückt werden, sonst verpufft das Ganze doch.
Und, liebe Moralisten, davon wird niemand "homosexuell", keine Sorge, das Ergebnis kann nur sein dass lgbti leichter zu sich selbst stehen können. Die vielbehauptete Toleranz ist meist nur hauchdünn in der Realität. Wir haben noch einen sehr langen Weg vor uns.


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