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Mitch (Jesse Tyler Ferguson) und Cam (Eric Stonestreet) sind bereits seit 2009 in der Comedyserie "Modern Family" ein Paar (Bild: ABC)

Der Anteil der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Personen im Hauptabendprogramm ist laut einer Studie so hoch wie nie.

Das US-Fernsehen ist laut dem von der LGBTI-Organisation GLAAD erstellten Bericht "Where We Are on TV – 2016/17" (PDF) so vielfältig wie noch nie, wenn es um die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität der Figuren in fiktiven Mehrteilern geht. Demnach gibt es in den Sendungen der fünf großen TV-Sender ABC, CBS, The CW, FOX und NBC insgesamt 43 LGBT-Figuren. Das entspricht einem Anteil von 4,8 Prozent – noch nie wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten, in denen GLAAD die Berichte erstellte, eine höherer Wert gemessen.

Im vergangenen Jahr betrug der LGBT-Anteil noch 4,0 Prozent. Vor zehn Jahren waren es sogar nur 1,3 Prozent (queer.de berichtete).

Auch außerhalb des "Network TV" gibt es mehr Vielfalt: So bieten die Kabelsender in der Hauptsendezeit jetzt 92 LGBTI-Hauptfiguren in fiktiven Serien auf – letztes Jahr waren es noch 84. In den eigenen Serienangeboten der Streamingdienste Amazon, Hulu und Netflix waren 45 LGBTI-Hauptfiguren zu sehen und damit zwei mehr als in der vorangegangen Staffel.

Über alle Plattformen hinweg gibt es 278 Haupt- und Nebenfiguren, die sich als LGBT identifizieren. 30 Prozent von ihnen sind Bisexuelle.

Kritik am lesbischen Massensterben

Trotz der positiven Bilanz übte GLAAD auch Kritik, insbesondere weil viele lesbische und bisexuelle Frauen den Serientod sterben mussten – seit Jahresbeginn hätten bereits zwölf weibliche Figuren dieses Schicksal ereilt. Im April hatte es etwa eine Online-Protestwelle gegeben, als die lesbische Figur Lexa in der Sciencefiction-Serie "The 100" das Zeitliche segnete.


Lexa (Alycia Debnam Carey) gehörte zu den frauenliebenden Frauen, die nicht überlebt haben (Bild: The CW)

"Damit setzt sich ein jahrzehntelanger Trend fort, LGBT-Figuren zu töten – in vielen Fällen einfach nur, um den Handlungsstrang einer heterosexuellen Cisgender-Figur weiterzuentwickeln", heißt es in dem Bericht. "Das sendet eine gefährliche Botschaft an die Zuschauer aus." Es sei wichtig, dass eine "marginalisierte Community" nicht auf diese Weise "ausgebeutet" werde.

GLAAD begrüßte insbesondere neue Serienprojekte, darunter etwa die geplante CBS-Dramaserie "Doubt", in der die transsexuelle Schauspielerin Laverne Cox eine Anwältin darstellen wird. Außerdem lobte die Organisation die siebenteilige Miniserie "When We Rise" von Dustin Lance Black, die im Februar 2017 auf ABC ausgestrahlt werden soll. Der Siebenteiler will die amerikanische LGBT-Geschichte seit dem Stonewall-Aufstand 1969 erzählen (queer.de berichtete). (dk)



#1 LucaAnonym
  • 03.11.2016, 20:49h
  • Der Anteil mag so hoch wie nie zuvor sein, ist aber immer noch deutlich geringer als der Anteil in der realen Welt.

    Dennoch sind die USA schon viel weiter als Deutschland und hierzulande kann man ja nur von solchen Anteilen träumen.
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#2 Patroklos
#3 SebiAnonym
#4 SebiAnonym
  • 04.11.2016, 06:19h
  • Antwort auf #1 von Luca
  • Von den Privatsendern ist eh nichts zu erwarten. Da regiert nur Kommerz. Letztendlich dient das Programm bei denen nur dazu, möglichst viel Werbung möglichst teuer zu verkaufen. Dafür werden auch Filme bis zur Unkenntlichkeit geschnitten, etc.

    Und die Öffentlich-Rechtlichen sind leider nicht so unabhängig und "staatsfern", wie sie gerne behaupten. Dafür braucht man sich ja nur mal die Rundfunkräte anzusehen: da sitzen Parteivertreter, Regierungsvertreter, Kirchenvertreter, etc.

    Und dass das wirklich auch in der Praxis Auswirkungen hat, hat man damals an der Entlassung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender gesehen, der auf Druck des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) entlassen wurde, weil er zu kritisch und zu unabhängig war und sich eben nicht von der Politik reinreden ließ.

    Und ich will nicht wissen, was sonst noch so alles hinter den Kulissen gemauschelt wird und wo sonst noch überall Einfluss genommen wird. Bzw. will ich das eigentlich schon wissen, aber da gibt es ja keine Transparenz.

    Unabhängige Medien sind die Grundvoraussetzung für Demokratie und Meinungsbildung. Aber gerade die Öffentlich-Rechtlichen, die eigentlich dafür prädestiniert wären und mit diesem Argument auch ihre Zwangs-Gebühren begründen, versagen diesbezüglich komplett.

    Medien sollten nur journalistisch geführt werden - Parteivertreter, Kirchenvertreter, etc. (und natürlich auch andere Lobbyisten) haben da nichts zu suchen.
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#5 SerienfanAnonym
  • 04.11.2016, 07:52h
  • Der Einfluss der Medien auf Meinungen und Einstellungen ist exorbitant. Deshalb ist es besonders dramatisch, wenn gesellschaftlich relevante Themen in den Medien unsichtbar gemacht werden.

    Übrigens:
    es gibt eine Webseite namens "Wunschliste", wo man sich Serien wünschen kann, die mal wieder bzw. erstmalig im Fernsehen laufen sollten. Das ist zwar eine private Website, aber erfahrungsgemäß schauen da auch mal Fernsehsender rein und Serien die lange unter den Top 20 sind, werden dann auch mal ins Programm genommen. Und selbst wenn nicht, wäre es ja schön, wenn da auch mal mehr LGBT-Serien unter den Top-Serien wären und so bekannter würden.

    In der Kategorie "Drama" kann man z.B. für "Queer as folk" (die britische und die US-Version), "Cucumber", "Banana", "Looking", etc. abstimmen. Und auch in der Rubrik "Comedy" gibt es viele entsprechende Sitcoms.

    www.wunschliste.de/

    Achtung:
    die reagieren ziemlich rigide auf Manipulationsversuche. Pro Nutzer und Serie kann man nur einmal pro Woche abstimmen. Versuche, für eine Serie mehrfach pro Woche abzustimmen, führt zur Disqualifikation aller Stimmen für diese Serie. Also bitte pro Nutzer und Serie nur eine Stimme pro Woche!

    Vielleicht können wir ja einige Serien unter die Top 10 bringen. Und vielleicht wird dann auch endlich mal "Looking" im deutschen Free-TV gezeigt.
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#6 JustusAnonym
  • 04.11.2016, 11:29h
  • Es wird höchste Zeit, dass auch in Deutschland GLBTI in den Medien endlich den Raum einnehmen, den sie auch an der realen Gesellschaft haben.

    Alles andere ist eine Verzerrung der Wirklichkeit und Zensur.

    Wir wollen ja gar nicht bevorzugt behandelt werden, sondern nur so viel Sendezeit, wie wir auch Anteil an der Gesellschaft haben.

    Gerade die Öffentlich-Rechtlichen, die ja auch von unserem Geld finanziert werden, haben die PFLICHT, das endlich umzusetzen. Sonst sehe ich irgendwann nicht mehr ein, wofür ich noch Gebühren bezahlen soll.
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#7 FinnAnonym
#8 ARD und ZDFAnonym