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  • 04.11.2016, 08:14h           30      Teilen:   |

Nach Rede über "Pflicht-Homoehe" und "Schlitzaugen"

SPD: Oettingers Entschuldigung ist ein "schlechter Witz"

Artikelbild
Redet nach eigenen Worten "frei von der Leber": Günther Oettinger ist seit 2010 EU-Kommissar, zunächst für Energie, derzeit für digitale Wirtschaft. Im kommenden Jahr soll er das Haushaltsressort übernehmen (Bild: (cc) Martin Kraft / wikipedia)

Die Kritik an EU-Kommissar Günther Oettinger reißt nicht ab. Eine neue Onlinepetition fordert den Rücktritt des CDU-Politikers.

Auch nach der Entschuldigung für seine rassistische und homophobe Rede in Hamburg steht der deutsche EU-Kommissar und CDU-Politiker Günther Oettinger weiter unter Beschuss. Politiker von Grünen und SPD halten die späte Reaktion für unzureichend, eine neue Online-Petition fordert den Rücktritt des 63-Jährigen.

Bei einer Ansprache beim 27. "EuropAbend" des AGA Unternehmensverband am Mittwoch vor einer Woche hatte Oettinger unter anderem gegen eine "Pflicht-Homoehe" gewettert und Chinesen als "Schlitzohren und Schlitzaugen" bezeichnet, die ihre Haare "mit schwarzer Schuhcreme" kämmten. Darüber hinaus deutete der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident an, dass Frauen ohne Quotenregelung keine Spitzenpositionen erreichen könnten und bezeichnete Wallonen wegen ihrer Kritik am Ceta-Handelsabkommen als "Kommunisten" (queer.de berichtete).

Fortsetzung nach Anzeige


"Ich habe über meine Rede nachgedacht"

Nachdem Oettinger zunächst versucht hatte, seine "saloppen Äußerungen" herunterzuspielen, veröffentlichte er am Donnerstag eine englischsprachige Erklärung, in der er die deutsche Redewendung einfließen ließ, er habe "frei von der Leber" gesprochen.

"Ich habe über meine Rede nachgedacht und verstehe nun, dass meine Wortwahl schlechte Gefühle ausgelöst und vielleicht sogar Menschen verletzt hat", meinte der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft: "Das war nicht meine Absicht, und ich entschuldige mich für Bemerkungen, die nicht so respektvoll wie nötig gewesen sind" (queer.de berichtete).

Twitter / franklindecosta | Ausschnitt aus Oettingers Entschuldigung im O-Ton


Noch am selben Tag kritisierte der grüne Bundestagsabgeordnete Kai Gehring, dass sich Oettinger zwar ausdrücklich bei Chinesen, nicht aber bei Frauen sowie Schwule und Lesben entschuldigte. "Damit bestätigt er sein inakzeptables antiquiertes Frauen- und Homosexuellen-Bild."

Barley: So jemand disqualifiziert sich für einen EU-Spitzenposten"

"Diese Entschuldigung von Günther Oettinger ist ein schlechter Witz", meinte aus demselben Grund SPD-Generalsekretärin Katarina Barley. Dem EU-Kommissar sei die Tragweite seiner homophoben Äußerungen offenbar nicht bewusst. "So jemand disqualifiziert sich für einen EU-Spitzenposten", sagte Barley.

Twitter / Volker_Beck | Reaktion von Volker Beck auf Twitter


"Von großer Einsicht zeugt seine Erklärung allerdings nicht", kommentierte auch die "Frankfurter Rundschau" und forderte die EU auf, Oettinger als Haushaltskommisar zu verhindern: "Ein Kommissar der Europäischen Union ist nicht dazu da, mal eben 'frank und frei', wie er sagt, ein paar Sprüche rauszuhauen, sondern um verantwortlich Europas Interessen zu vertreten."

Petition fordert Oettingers Rücktritt als EU-Kommissar

Eine neue Online-Petition auf change.org fordert den Rücktritt Oettingers. "Die Äußerungen zeugen von einer stereotypen Weltanschauung, die mit der Gestaltungsmacht und dem Einfluss eines Politikers in seiner Position nicht vereinbar ist", heißt es in der privaten Initiative. "Günther Oettinger soll die Verantwortung für seine Äußerungen übernehmen und sein Amt als EU-Kommissar niederlegen!"

Günther Oettinger ist derzeit in der von Jean-Claude Juncker geführten Kommission für digitale Wirtschaft zuständig. Vor der Affäre wurde angekündigt, dass er künftig das Haushaltsressort übernehmen soll. Zudem ist eine Beförderung zu einem der Vizepräsidenten der Brüsseler Behörde im Gespräch. (cw)

Direktlink | Auch die Satire-Sendung "extra 3" beschäftigte sich mit Günther Oettinger

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Tags: günther oettinger, pflicht-homoehe, frei von der leber, eu-kommissar, katarina barley
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Reaktionen zu "SPD: Oettingers Entschuldigung ist ein "schlechter Witz""


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
04.11.2016
08:33:05
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von EHka


Wir müssen so lange weitermachen bis er aus dem Amt verschwindet!

So ein Mensch darf nicht über 500 Millionen Menschen bestimmen.

Außerdem wundert es mich nicht, dass die Menschen die EU als undemokratisch bezeichnen, wenn es an der Spitze nur eine Freunderlwirtschaft gibt


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#2
04.11.2016
08:50:10


(+8, 8 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Probt die CDU den "Ernstfall",
und übt den Schmusekurs in Richtung AFD ?

Oettinger ist lange genug Politik-Profi,
als dass er nicht wüsste was er sagen will,
und welche Wirkungen er damit erzielt.

Meiner Meinung nach ist diese "Entgleisung"
berechnetes Kalkül,
es wird auf Kosten populistisch im Wind
des Rechten Lagers gesegelt,
der nicht nur in Deutschland,
sondern auch in der EU eine immer wichtiger
werdende Richtung angibt:
Die Folgen dieser Strömungen haben wir mit dem Austritt von Großbritannien gesehen.
Bzw. auch mit dem Verweis auf nationale Prämissen der Mehrheit der Länder in der Frage der Flüchtlingspolitik.

Die taz reflektiert auf Oettinger mit:
"Werte, die Europa nicht braucht"
und
"Die EU darf nicht als Abstellgleis für inkompetente Politiker dienen. Und Günther Oettinger sollte endlich tun, was schon 2010 fällig gewesen wäre."

Link:
taz.de/Kommentar-Oettingers-Entschuldigung/!535116
9/


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#3
04.11.2016
09:37:36
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Chaosmaedchen
Aus - (Sachsen)
Mitglied seit 25.08.2016


Eine Schande. Die Situation spitzt sich für Europa zu und da zeigen sie die wahren Interessen einiger Menschen, was aber nicht die Interessen Europas sind.

"Sprüche reißen" hat in diesem Job nichts zu suchen und DAS sollte er eigentlich wissen.


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#4
04.11.2016
10:05:17
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von myystery


Bei den Chinesen hat er sich entschuldigt, die wirtschaftlichen Interessen sind also gewahrt.

Ich fürchte, dass das für heutige EU genug ist.


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#5
04.11.2016
10:36:01


(-6, 8 Votes)

Von Paulus47


Die Entschuldigung wird von mir akzeptiert.


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#6
04.11.2016
10:38:13


(+4, 6 Votes)

Von Crikkie
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Freeyourgender


"Probt die CDU den "Ernstfall", und übt den Schmusekurs in Richtung AFD ?"

Das macht die CDU doch schon länger:
- diverse Innenminister der Länder beklagen laufend den Anstieg linker Gewalt (und ignorieren oder relativieren die rechte gekonnt)
- ein OB setzte sich mit Vertretern rechtsextremer Gruppierungen an einen Tisch, "um die mal kennenzulernen" und sie zu ermutigen, "Vorfälle mit Asylbewerbern öfter zur Anzeige zu bringen" -und schwärmt danach davon, wie fruchtbar und vernünftig dieses Gespräch verlaufen sei
- ein Bürgermeister verunglimpft in öffentlichen politischen Diskussionen pauschal alle Gegner als "Dreckszecken" und versieht einen Beitrag über einen straffällig gewordenen Asylbewerber mit dem Kommentar "Ihm kann geholfen werden" und dem Link zu einem Krematorium
- eine Ministerin wettert laufend gegen Gender-Mainstreaming, Gleichstellung und die Ehe für alle, lobt die Positionen der AfD und wünscht sich eine Koalition zwischen beiden Parteien
- usw....

So viele "Ausrutscher" -zumal sie in 99% der Fälle von der Parteiführung ungeahndet bleiben kann es gar nicht geben.


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#7
04.11.2016
10:41:30


(+6, 6 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Ein Mensch der Minderheiten diskriminiert und homophobe, rassistische Sprüche "klopft " hat im Europaparlament nichts zu suchen .
Erst Recht nicht als EU - Kommissar .
Denn sowas macht kein gutes Bild für Europa .
Das kann er in einer konservativen Kirchengruppe machen , aber nicht im Parlament von Europa.
Kein Mensch in Europa soll aufgrund seiner Sexualität , Herkunft oder Religion diskriminiert werden.
Und alle Menschen sollen gleich behandelt werden .
Sowas nennt man Christen- und Menschenpflicht !


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#8
04.11.2016
11:17:35


(+7, 7 Votes)

Von Sebi


Jemand, der Chinesen als "Schlitzaugen" mit "schwarzer Schuhcreme im Haar" rassistisch verleumdet und der die Wallonie als "kommunistisch" bezeichnet, nur weil sie ihr demokratisches Recht nutzen, ist für politische Ämter gänzlich ungeeignet. Erst recht für hohe EU-Ämter.

Von seiner Homophobie ganz zu schweigen.

Zuerst hat er eine Woche lang mehrfach betont, dass er sich weder von seinen Aussagen distanziere noch sich für irgendwas entschuldigen werde. Nachdem es dann berechtigten Protest aus China gab (einer der wichtigsten Handelspartner der EU), hat er sich auf einmal anders geäußert. Es folgte aber auch keine echte Entschudligung, sondern die Schuld haben wieder mal die anderen, die seine Aussagen "missverstehen könnten". Und seine homophoben Aussagen klammert er explizit aus; dazu will er weiter voll stehen.

So jemand ist für EU-Ämter gänzlich ungeeignet!!

Günther Oettinger hat Deutschland und der EU bereits massiven Schaden (sowohl wirtschaftlich als auch beim Ansehen) bereitet. Wenn der nicht zurücktritt, wird der Schaden noch weiter steigen...

Wenn der selbst nicht den Anstand hat, sich zurückzuziehen, sollten andere ihm die Entscheidung abnehmen!


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#9
04.11.2016
11:22:49


(+8, 8 Votes)

Von Linus


"Ich habe über meine Rede nachgedacht"

Das hätte er besser mal vorher gemacht.

Jemand, der erst seinen Rassismus und Homohass rausschreit und erst danach nachdenkt, was er so sagt, ist im Politik-Bereich ungeeignet.

Selbst wenn er vorher nachdenkt, was er sagt, bleibt Oettinger ja dennoch ein Rassist und Homohasser. Nur weil er das nicht öffentlich äußert, ändern sich ja nicht seine Überzeugungen.

Der wird ja eh schon ständig von Job zu Job "weggelobt", weil er überall versagt. Aber spätestens wenn er mit seinem Rumgepolter der gesamten EU schadet, ist er untragbar geworden.


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#10
04.11.2016
11:27:18


(+6, 6 Votes)

Von Justus


Rassisten und Homohasser haben in der EU-Führung nichts verloren.

Sollte das keine Konsequenzen haben, darf die EU sich nicht wundern, wenn immer mehr Bürger das Vertrauen verlieren und wenn diese an sich gute Idee früher oder später scheitern wird.


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