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  • 04.11.2016, 16:23h           4      Teilen:   |

US-Studie

HIV-positive Raucher: Qualmen gefährlicher als das Virus

Artikelbild
Rauchen macht Spaß, sorgt aber für viele Probleme (Bild: (cc) Florian Christoph / flickr)

Wer HIV-positiv ist und raucht, stirbt eher am Zigarettenkonsum als an seiner Infektion.

Rauchen verkürzt die Lebenserwartung von HIV-Patienten in den USA stärker als das Virus selbst. Das ist das Ergebnis einer Studie, die in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Infectious Diseases" veröffentlicht wurde. Laut dem leitenden Wissenschaftler Dr. Krishna Reddy vom Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School stirbt eine Person, die antiretrovirale Medikamente gegen HIV einnimmt und raucht, viel eher an einer mit dem Tabakkonsum in Zusammenhang stehenden Krankheiten als an den Folgen der Infektion – Todesursachen seien am ehesten Lungenkrebs, Herzleiden oder die Lungenerkrankung COPD.

Die Forscher hatten epidemiologische Daten genutzt, um die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen mit HIV zu schätzen – und zwar in Hinblick darauf, ob sie derzeit Raucher sind, früher zur Zigarette griffen oder nie geraucht haben. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass Rauchen im Schnitt das Leben von HIV-Positiven um sechs Jahre verkürzt, wenn die Betroffenen ihre Medikamente wie empfohlen eingenommen haben. Wenn sie sich nicht so genau an die Einnahmeempfehlungen gehalten haben, sterben sie sogar acht Jahre früher.

Rauchen ist unter HIV-Positiven viel weiter verbreitet als in der Durchnittsbevölkerung. In den USA rauchen etwa 15 Prozent der Erwachsenen, aber mehr als 40 Prozent der HIV-Positiven. Weitere 20 Prozent der Betroffenen haben früher geraucht. Unter schwulen Männern, die einen großen Teil der HIV-Positiven ausmachen, ist der Zigarettenkonsum ebenfalls stark erhöht im Vergleich zu der Durchschnittsbevölkerung (queer.de berichtete).

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Selbst Abstinenz mit 60 verlängert das Leben

Ein Rauchstopp könnte nach Angaben der Autoren die Lebenserwartung deutlich erhöhen: "Es ist bekannt, dass Rauchen der Gesundheit schadet, aber wir demonstrieren in der Studie, wie schlimm Qualmen wirklich ist", erklärte Reddy. Es gebe in jedem Alter Hoffnung: "Die Studie zeigt auch, dass Menschen, die bis zum Alter von 60 Jahren geraucht haben und dann aufhören, ihre Lebenserwartung wesentlich erhöhen können im Vergleich zu denen, die einfach weiterrauchen. Es ist also nie zu spät aufzuhören!"

Bereits zuvor waren andere wissenschaftliche Arbeiten zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: So fand eine dänische Studie im vergangenen Jahr heraus, dass Rauchen das Sterblichkeitsrisiko unter HIV-Positiven erheblich erhöhe (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: rauchen, hiv, studie
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Reaktionen zu "HIV-positive Raucher: Qualmen gefährlicher als das Virus"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
04.11.2016
20:31:33


(-2, 6 Votes)

Von panzernashorn
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Die Tatsachen liegen schon sehr lange auf der Hand, aber leider kommt wissenschaftliche Erkenntnis gegen die entsetzliche Sucht nicht an.

Mit Logik kommt man bei diesem Thema leider auch nicht weiter.

Rauchen gehört alternativlos verboten, vor allem auch zum Wohle unbeteiligter Passivraucher; diese idiotische Droge braucht kein Mensch - und ja, ich weiß: gerade unter Schwulen ist sie leider extrem verbreitet, wohingegen man doch sonst gerne so gesundheitsbewusst leben möchte.

Es gibt nichts Unsinnigeres als Rauchen -und ich weiß, dass ich mit dieser Aussage gerade hier in ein Wespennest steche.


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#2
04.11.2016
22:51:35


(+1, 5 Votes)

Von Crikkie
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von panzernashorn


"Rauchen gehört alternativlos verboten"

Weil Verbote den Konsum illegaler Drogen ja auch hervorragend ausmerzen.

Wie naiv muss man sein?


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#3
05.11.2016
03:40:14


(+4, 6 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Antwort zu Kommentar #1 von panzernashorn


In ein Wespennest werden sie dabei nicht stechen. Jeder Raucher weiß, daß Rauchen gesundheitschädlich und sogar tödlich ist, besonders wenn noch weitere schädigende Faktoren hinzukommen. Z.B. der Schlaganfall als Gehirninfarkt kommt oft in Kombination übermäßigen Streß und Rauchen vor.
Wenn man das Immunsystem nicht nur als Abwehr begreift, sondern auch als Teil der Körperkommunikation, damit überhaupt das Immunsystem reagieren kann, wird natürlich beim Rauchen, wo sich die Kapillaren verengen, jenes System beeinträchtigt. Bei Krebs gibt es fast immer ein beeinträchtigtes Immunsystem im oben erweiterten Sinne. Da bei HIV ein kleiner Teil des Immunsystems ausfällt, bzw. durch die Virenlast beansprucht ist, besteht dadurch ein erhöhtes Krebsrisiko. Was dem Raucher zu schaffen macht, ist nicht die Information, daß Rauchen gefährlich ist, sondern die Sucht und die Frage, wie man aus dieser Sucht herauskommen kann.
Meines Erachtens bringen Verbote nichts, da man dadurch provoziert wird, genau das Verbotene zu tun. Besser ist eine individuelle Hilfe, die den Weg aufzeigt, wie man frei von einer Sucht wird.
Mich persönlich stört das Rauchen anderer besonders sehr, da ich auf Zigarettenrauch wegen eines angeborenen Soffwechselleidens sehr empfindlich reagiere, wo ich danach einen ganzen Tag Qualen ausstehen muß. Das wissen dann die Raucher natürlich nicht und zeigen hierfür kaum Verständnis!


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#4
05.11.2016
10:50:25


(-2, 6 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Solange ich vom Zigarettenrauch verschont bleibe kann jeder rauchen so viel er will.

Im Gegenteil:
Raucher unterstützen nach Studien in hohem Maße die Sozialkassen. Während sie rauchen zahlen sie hohe Tabaksteuern. Gleichzeitig verringern sie massiv ihre Lebenserwartung, ergo auch ihre Rentenbezugsdauer, und hier spart der Staat Milliarden!
Im Bestfall schafft es der Raucher noch nicht mal bis zum Rentenalter. Teure Behandlungen im Alter? Künstliche Hüftgelenke, gar Pflege? Fällt alles weg, stattdessen ein vergleichsweise günstiger Lungenkrebs, Rachenkrebs, Speiseröhrenkrebs usw. (die Raucherstraße) der in der Regel eh erst so spät erkannt wird dass da nur vergleichsweise moderate Kosten anfallen weil der Patient das nicht lange durchsteht.

Das nannte man mal sozialverträgliches Frühableben.


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