Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?27496

Der "Rosa Detlef" wird seit 2010 jedes Jahr vergeben (Bild: MCC-Gemeinde Stuttgart)

  • 8. November 2016, 11:23h
    Noch kein Kommentar
    Stuttgart

Ein schwuler Aktivist im Rollstuhl setzte sich gegen die Fußballlegende Thomas Hitzlspeger durch. Außerdem wurde eine Gruppe für ältere Schwule und Lesben ausgezeichnet.

Die Stuttgarter MCC-Kirchengemeinde hat am Sonntag den schwulen Aktivisten Martin Wolff und die örtliche "Gay und Gray"-Gruppe, die sich an Frauen und Männer ab 50 Jahre richtet, mit dem "Rosa Detlef" ausgezeichnet. Der undotierte Preis wird seit 2010 jedes Jahr an jeweils eine Person und eine Organisation vergeben, die sich in besonderer Weise für die LGBTI-Community engagieren.

In seiner Laudatio lobte der frühere Preisträger Erwin Staudt, der Ehrenpräsident des Fußballzweitligisten VfB Stuttgart, den Einsatz von Wolff, der – obwohl er im Rollstuhl sitzt – viel Energie ausstrahle und dessen Lebensfreude ansteckend sei. "Im Sport geht es immer darum, wer auf dem Treppchen steht – aber es gibt so etwas wie den Weltmeister der Herzen. Martin Wolff ist so einer", so Staudt.

Die Preisverleihung sorgte im Vorfeld für einen Eklat, weil offenbar eine "bekannte Fußballspielerin" die Nominierung abgelehnt hatte (queer.de berichtete). Sie sollte neben Wolff und dem früheren Fußballspieler und heutigen VfB-Funktionär Thomas Hitzlsperger in der Kategorie "Einzelperson" nominiert werden. In der Kategorie "Gruppe" waren auch die vom Magazin "Schwulst" veranstalteten Schwulen Szene-Führungen sowie die Türkische Gemeinde Baden-Württemberg nominiert worden, die in diesem Jahr das erste Mal bei der CSD-Politparade in Stuttgart mitmarschierte (queer.de berichtete).

Die Metropolitan Community Church (MCC) war 1968 von einem schwulen Pastor in Kalifornien gegründet worden und setzt sich im Gegensatz zu anderen Kirchen insbesondere für Schwule und Lesben sowie andere diskriminierte Minderheiten ein. Inzwischen gibt es über 200 MCC-Gemeinden in 37 Ländern der Welt. Seit 1988 ist die Kirche auch in Deutschland aktiv. In Stuttgart gibt es seit 2000 eine MCC-Gemeinde. (cw)