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  • 08.11.2016, 19:22h           19      Teilen:   |

Homofeindlicher Hetzer vor Wiedereinzug

AfD stellt Martin Hohmann zur Bundestagswahl auf

Artikelbild
Hohmann 2011 bei einer Veranstaltung von "Aktion Linkstrend stoppen" (Bild: Youtube-Screenshot)

Der frühere Bundestagsabgeordnete, der wegen seiner "Tätervolk"-Rede aus der CDU flog, hatte einst eine "aktive Zivilcourage" gegen LGBT-Rechte gefordert.

Von Norbert Blech

Der AfD-Landesverband Hessen hat am Wochenende in Hofheim bei Frankfurt seine Listenplätze für die Bundestagswahl 2017 vergeben. Vor allem eine Personalie erregt dabei Kritik: Auf den aussichtsreichen Listenplatz vier wählten die Parteimitglieder den Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, der 2004 wegen der berüchtigten "Tätervolk"-Rede aus der Partei ausgeschlossen worden war.

Im März 2016 war der 68-Jährige bei den Kommunalwahlen als Parteiloser auf Listenplatz eins der AfD in den Fuldaer Kreistag gewählt worden, inzwischen ist er in die Partei eingetreten. 2002 hatte er in der Stadt ein Direktmandat für den Bundestag geholt, dem er bereits zuvor schon vier Jahr angehört hatte.

Der frühere Reserveoffizier und Kriminaloberrat machte dort unter anderem durch homofeindliche Aussagen Schlagzeilen. So hatte er bei einer Debatte zum Lebenspartnerschaftsgesetz im Jahr 2000 seinen Unions- und Gesinnungsgenossen Norbert Geis öffentlich gefragt: "Können Sie bestätigen, dass in den Offenbarungsschriften aller drei großen monotheistischen Religionen ein klares Unwerturteil über Homosexualität als solche ausgesprochen wird?" Ein anderes Mal bezeichnete er die Lebenspartnerschaft als "nicht ernst gemeinte Provokation aus 68er Zeiten", die Bundeskanzler Schröder aber dem grünen Koalitionspartner zugestanden habe.

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Keine "feige Toleranz" für "unwerte" Homosexualität

Im November 2002 erregte sich Hohmann über ein Adoptionsrecht für Homo-Paare in Großbritannien. "Unablässige Aktivitäten der deutschen Homosexuellenlobby zur Ausweitung ihrer Rechte lassen ähnliche Vorstöße in Deutschland befürchten. Einer solchen Denaturierung des Leitbildes der Familie muss mit 'aktiver Zivilcourage' begegnet werden." Homosexuellen sei keine "falsche, feige Toleranz und Akzeptanz" entgegenzubringen, meinte er einmal; ihnen stehe jederzeit die Umkehr zu einem "Leben nach Gottes Geboten" offen.


Hohmann im April bei einem "Gebetszug für das ungeborene Leben" in Freiburg, bei dem er eine "dämonische Gender-Ideologie" kritisierte und die "Demo für alle" lobte


Als der Vatikan im Sommer 2003 eine Lehrmeinung gegen die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren durch Staaten veröffentlichte ("Legalisierung des Bösen"), hatte sich Hohmann in einer Presseerklärung für die "klare Wegweisung" bedankt (queer.de berichtete). Es gelte, "sich dem organisierten Gruppenegoismus der Homosexuellenlobby unzweideutig entgegenzustellen, die das Vatikanpapier als 'Dreistigkeit' bezeichnet hatte", so Hohmann damals. Das "öffentliches Bekenntnis zu Lebensschutz und Zukunftsperspektive für die entwickelten Völker" sei reine Vernunft, denn "das Einhalten der göttlichen Empfehlungen dient ganz handgreiflich auch dem natürlichen Leben, dem Überleben und dem Fortbestand der unter Geburtendefizit leidenden Völker der Nordhalbkugel".

Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus

Während all diese Äußerungen in der Union keinerlei Empörung auslösten, wurde Hohmann letztlich eine von vielen als antisemtisch empfundene Rede zum Verhängnis. Der Abgeordnete, der zuvor ein Holocaust-Mahnmal abgelehnt hatte, kritisierte am 3. Oktober 2003, dass Deutsche als "Tätervolk" bezeichnet würden. "Mit einer gewissen Berechtigung" könne man auch "nach der 'Täterschaft' der Juden fragen", so Hohmann weiter, der dafür einige mögliche Indizien anführte. "Daher könnte man Juden mit einiger Berechtigung als 'Tätervolk' bezeichnen", meinte Hohmann später in der Rede, die er mit der Aussage abschloss, dass weder Juden noch Deutsche ein "Tätervolk" seien.

Der Begriff wurde in Folge zum Unwort des Jahres gewählt, die Union schloss Hohmann aus der Bundestagsfraktion und aus der Partei aus. Zugleich ging der Politiker erfolgreich gegen zahlreiche Medien, darunter queer.de, vor, die die Rede etwa in Überschriften so zusammengefasst hatten, dass er Juden als "Tätervolk" bezeichnet habe. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte entschieden, dass diese Zusammenfassung als Tatsachenbehauptung ehrenrührig sei.

Nach seiner Bewerbungsrede zum AfD-Bundestagsmandat war Hohmann am Wochenende – unter lauter Empörung des Saals – zu der "Tätervolk"-Aussage befragt worden; er kritisierte eine "Medienkampagne", die "ganz übel und perfide" gewesen sei und die "Rede verfälscht" habe. Er habe nichts gegen Juden und habe als Bürgermeister von Neuhof "den Judenfriedhof" in einen ordentlichen Zustand versetzt.


Hohmann bei dem Landesparteitag am Wochenende


In seiner Rede hatte er zuvor als eines seiner wenigen Themen betont, wie er als Bürgermeister und als einziger Politiker zum Jahrestag des 50-jährigen Kriegsendes ein Projekt gestartet habe. "Ich habe damals immer gehört, dass diese Deutschen so ganz schlimm gewesen seien, schlimme Verbrechen begangen haben. Ich habe aber unsere Soldaten, die Veteranen, vor Ort gekannt, und habe den Eindruck gehabt: Das waren alles grundanständige Menschen", so Hohmann unter Applaus. Daher habe er einen Empfang für sie veranstaltet: "Wir haben ihnen gedankt für ihren Einsatz (…) Dass er nicht den gewünschten, aus ihrer Sicht gewünschten Erfolg hatte – da konnten sie nun nichts dazu."

AfD-Bundeschef Jörg Meuthen sagte laut "Tagesspiegel" am Montag, man habe Hohmann 2003 "beträchtliches Unrecht angetan": "Wenn wir den leisesten Verdacht hätten, dass Herr Hohmann antisemitische Positionen verträte, dann wäre er für unsere Partei kein möglicher Exponent."

Der Zentralrat der Juden hatte die "Tätervolk"-Rede damals als antisemtisch eingestuft und diese Einschätzung nach der Einstellung von strafrechtlichen Ermittlungen wiederholt. 2012 sagte Hohmann der Publizistin Eva Herman, "eine gewisse Steuerung von interessierter Seite" stünde hinter der Kritik an ihm. Es sei offensichtlich, dass "einflussreiche Juden dunkle Kapitel jüdischer Geschichte lieber im Dunkeln belassen" wollen.

Auch homofeindliche Rhetorik hat Hohmann nicht aufgegeben: So beklagte er im April bei einem Anti-Abtreibungsprotest in Freiburg das "gesetzgeberische Promovieren der praktizierten Homosexualität", in der der Heilige Apostel Paulus ein Zeichen von "Gottesferne" sehe. Sein Fazit zum Stand der Gesellschaft: Zur "Rettung und Umkehr" des "verwirrten Vaterlandes" brauche es Gebete.

"Demo für alle" auf den Weg in den Bundestag

Hohmann ist nicht der einzige Gegner von LGBT-Rechten, der aus der Hessener AfD heraus in den Bundestag einziehen könnte. Auf den ersten Listenplatz wählte die Partei die Rechtsanwältin Mariana Harder-Kühnel, die sich als Sprecherin des Landesarbeitskreises Familie in einem Schreiben an die Mitglieder zusammen mit dem Parteivorstand zur Teilnahme an der "Demo für alle" in Wiesbaden aufgerufen hatte. Die homofeindliche Bewegung hatte dort kürzlich gegen Pläne der schwarz-grünen Landesregierung demonstriert, im Sexualkundeunterricht die Akzeptant von LGBTI als Ziel zu verankern (queer.de berichtete).

AfD-Landessprecher Peter Münch, der auf Listenplatz zwei gewählt wurde, hatte den Protest gar wenige Tage zuvor auf einer Pegida-artigen AfD-Demo in Erfurt in einer 15-minütigen Rede beworben (queer.de berichtete). Der "recht radikale Sexualerziehungslehrplan" trete "Kindergefühle und Elternrechte" mit Füßen, so das ehemalige Mitglied der rechtsextremen Republikaner. "Welches normale Kind" komme überhaupt darauf, sich über Homo- oder Transsexualität Gedanken zu machen, fragte er.


Nach Münchs Rede in Erfurt lobte der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke den Einsatz der "Demo für alle" gegen eine "perverse Früh- und Hypersexualisierung" und "diesen kranken Gender-Mainstreaming-Ansatz"


Münch versprach in seiner Bewerbungsrede, er werde im Bundestag u.a. eintreten für ein "Bekenntnis zum Leitbild der traditionellen Familie statt Multikultiralismus" und für "die Beendigung der Förderung der sogenannten 'Gender-Forschung'". Auch beklagte er mit Verweis auf Gegenproteste zur "Demo für alle", dass "viele der radikal linksgrün eingestellten Anti-Demokraten" nicht begreifen würden, dass Meinungs- und Versammlungsfreiheit auch für "anständige Bürger" gelte.

Listenplatz fünf erhielt der hessische Landesvorstand Albrecht Glaser, der zur "Wiederherstellung" der Versammlungsfreiheit "kriminell linksradikale Straßenbanden bekämpfen" lassen will. Auch das war wohl auf Gegenproteste zur "Demo für alle" bezogen, an der er teilgenommen hatte, da er gleich im Anschluss meinte: "Unter uns: Sexualkunde könnte man ersatzlos streichen."


Albrecht Glaser machte wie die gesamte AfD in den letzten Wochen Front gegen eine Schulaufklärung, die LGBT angemessen berücksichtigt


Der "Kandidat" der AfD zur Bundespräsidentenwahl hatte zum Lehrplan in Hessen gemeint, das Kultusministerium verstoße "auf eklatante Weise nicht nur gegen die ihm obliegende Neutralitäts- und Zurückhaltungspflicht, sondern ebenso gegen das Indoktrinationsverbot, wenn bereits Grundschulkindern vielfältige sexuelle Verhaltensweisen vermittelt und etwa die Heterosexualität, insbesondere in ihrer ethischen Dimension, relativiert wird" (queer.de berichtete).

Glaser sagte der DPA am Wochenende, man rechne bei der Bundestagswahl mit sechs bis sieben AfD-Mandaten aus Hessen.

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Tags: afd, hessen, martin hohmann, bundestag, albrecht glaser
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Reaktionen zu "AfD stellt Martin Hohmann zur Bundestagswahl auf"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
08.11.2016
19:57:10


(+7, 7 Votes)

Von neuro


Dass man von Kandidaten der AfD keine positive oder neutrale Position zur LGBTQ+-Community erwarten kann (selbst von der angeblichen Interessensvertretung für Homosexuelle in der AfD), dürfte sich hier schon rumgesprochen haben.

Da wir noch einige Homophobe (auch mehr als nur die AfD-Wähler) in diesem Land haben, wird man mindestens mittelfristig Abgeordneten mit der Haltung nicht verhindern können.

Doch Antisemitismus wirkt hierzulande (auch bei streng Konserativen) abschreckend.

Bei dieser Personalie könnten Sie sich damit selber ins Knie geschossen haben. Denn auch wenn man es in der AfD noch leugnet (Zitat:

"AfD-Bundeschef Jörg Meuthen sagte laut "Tagesspiegel" [...] "Wenn wir den leisesten Verdacht hätten, dass Herr Hohmann antisemitische Positionen verträte, dann wäre er für unsere Partei kein möglicher Exponent.""

) scheint sich dieser nicht zurückhalten zu können. (Zitat:

"2012 sagte Hohmann der Publizistin Eva Hermann, "eine gewisse Steuerung von interessierter Seite" stünde hinter der Kritik an ihm. Es sei offensichtlich, dass "einflussreiche Juden dunkle Kapitel jüdischer Geschichte lieber im Dunkeln belassen" wollen."

) Je mehr sich der extremistischen Ansichten der AfD bewusst werden, desto besser. Je mehr die Masken fallen desto besser.


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#2
08.11.2016
20:24:01


(+6, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"ihnen stehe jederzeit die Umkehr zu einem "Leben nach Gottes Geboten" offen."

So is es, wir wollen so leben, wie uns die Natur vorgegeben hat!!!!
Wir wollen auch ein Leben ohne diskriminierung, mobbing, lächerlich machen. Wir wollen unser Leben so gestalten wie alle anderen auch, ohne das man uns auslacht oder schief anschaut, wenn wir uns in aller Öffentlichkeit küssen oder händchenhaltend spazieren gehen!!!!
Wir wollen auch keine queerfeindliche witze auf den pausenhöfen der Bildungseinrichtungen, oder queere Bezeichnungen als Schimpfwörter oder als Mobbingwerkzeug!!!!


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#3
08.11.2016
21:09:36


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User entartet


"Homosexuellen sei keine "falsche, feige Toleranz und Akzeptanz" entgegenzubringen, meinte er einmal; ihnen stehe jederzeit die Umkehr zu einem "Leben nach Gottes Geboten" offen."

Da stehen uns ja paradiesische Zeiten ins Haus. Entweder Weiber ficken oder den Schierlingsbecher leeren. Und wer keine Heteroanteile in sich hat und den Akt nicht vollziehen kann, hat gar keine Alternative. Ja liebe Christen und Afd-Freunde. Da zeigt einer mal euer Demokratieverständnis. Aber unwertes Leben hat ja für euch ohnehin keine Existenzberechtigung.


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#4
08.11.2016
21:35:55


(+6, 6 Votes)

Von easykey
Aus Ludwigsburg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 04.10.2015
Antwort zu Kommentar #3 von entartet


"Aber unwertes Leben hat ja für euch ohnehin keine Existenzberechtigung." ==>> gut gebrüllt! All das hatten wir schon mal in der jüngeren Geschichte, wie wir alle wissen sollten. Um so unverständlicher, dass es im Schnitt 15% der Wähler immer noch nicht begriffen haben. Darüber hinaus läuft der gemeine AfD-Wähler, nimmt man die offiziellen Erhebungen zur Hand, selbst am Rand des Prädikats "unwertes Leben" spazieren.

Wir sollten endlich aufhören zu reagieren und anfangen zu AGIEREN!

Diese Sudeltruppe wirft mit Unwahrheiten (inkl. Wahlplakate usw.) und Provokationen ungestraft um sich - und unsere demokratische Grundordnung verdammt uns in die Opferrolle??? Demokratie heißt ebenso im Gegenzug, dass sich sich die Anhänger radikaler Gruppen in diesem, unserem Land - sei es Kirche, AfD oder andere gesellschaftliche Randerscheinungen, auch mit UNS abzufinden haben - KOMMENTARLOS!


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#5
09.11.2016
02:35:42


(+5, 5 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Und doch. Geschichte kann sich wiederholen. Wir sind mittendrin.


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#6
09.11.2016
06:23:32


(-2, 6 Votes)

Von m123


ihr werdet euch noch wünschen auf mich gehört zu haben.

Jetzt ist es zu spät.

Mit dem Trump Sieg wird der Populismus in Europa die Macht ergreifen. Die Wele wird rüberschwappen.

Keine Ehe füe alle in den nächsten 20 Jahren, da bin ich sicher.

In den USA wird die Ehe für alle abgeschafft werden. LGBT Diskriminierung wird überall erlaubt werden.

Nächstes Jahr kommt die AfD in den Bundestag.

Gute Nacht.


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#7
09.11.2016
07:40:01


(+4, 4 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


""" Homosexuellen sei keine "falsche, feige Toleranz und Akzeptanz" entgegenzubringen, meinte er einmal; ihnen stehe jederzeit die Umkehr zu einem "Leben nach Gottes Geboten" offen."
- Gottesferne ... Gottes Gebote ...Gebete ...ect,pp.
Grundanständige Leute... anständige Bürger ...

Alles klar, wes Geistes Kind der Mann ist.

Die Verteidigung von Wehrmachtssoldaten als grundanständige Personen, die lediglich Befehlen folgten und an ihr Regime glaubten, hat in Deutschland eine weite Verbreitung. Wie viel davon zurecht romantisiert worden sein mag, können wohl nur Zeitzeugen noch beurteilen.
------------------------

Peter Münch : "" Der "recht radikale Sexualerziehungslehrplan" trete "Kindergefühle und Elternrechte" mit Füßen, so das ehemalige Mitglied der rechtsextremen Republikaner. "Welches normale Kind" komme überhaupt darauf, sich über Homo- oder Transsexualität Gedanken zu machen, fragte er.""

Das machen normale Kinder sicher häufiger, sowohl normale LGBTIQ-Kinder als auch normale Hetero-orientierte Kinder. Sogar normale Autisten und normale Kleinwüchsige, normale Naive und alle anderen normalen Varianten der menschlichen Persönlichkeit stellen sich solche Fragen.
Ich habe mich als Erstklässler doch auch gewundert, wie so viele Jungen als Männer später mal eine Frau heiraten können, obwohl es nach meinem Gefühl so sein sollte, dass Frauen Frauen und Männer Männer heiraten.
Was kann ich denn dafür, wenn die Möglichkeit, dass man unter bestimmten Voraussetzungen auch heterosexuell heiraten kann, an der Schule erst so spät mitgeteilt wird?

Auch von normalen, trans*identen Kindern ist bekannt, dass sie sich solche Fragen recht früh stellen.
Dieser horizontal wie mental dezent eingeschränkte Fuzzi sollte sich mal selbst quatschen hören.

""Nach Münchs Rede in Erfurt lobte der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke den Einsatz der "Demo für alle" gegen eine "perverse Früh- und Hypersexualisierung" und "diesen kranken Gender-Mainstreaming-Ansatz""

Ja, klar, da kommt gleich der nächste Märchenonkel hinterher und will die Glechberechtigung der Geschlechter mit dem Produkt einer geistlosen Ver(w)irrung nieder knüppeln.
Im Ausdenken von dummem Zeug nicht besser als die meisten seiner Gesinnungs-Genoss*innen*chen*lein.

""Multikultiralismus"" Hat der das echt so gesagt? Tja, Sprache und ihre Tücken.
-------------
""(...)wenn bereits Grundschulkindern vielfältige sexuelle Verhaltensweisen vermittelt und etwa die Heterosexualität, insbesondere in ihrer ethischen Dimension, relativiert wird""

Wann begreifen die, dass es nicht um sexuelle Verhaltensweisen, sondern um die grundlegende Person und Natur des Menschen geht, die er seiner Natur entsprechend leben wird?
Dieses Runterrelativieren auf Verhaltensweisen und Lebensstile ( auch häufig verwendet) hat doch an sich ignorante Beweggründe. Man will den unerwünschten Teil der Wirklichkeit nicht anerkennen und verfällt, wiederum oft religiotisch motiviert, in den Ductus der ausgesucht verkleinerten Weltanschauung.

Warum ist es schlimm, wenn die Heterosexualität relativiert = das Verhältnis gegenüber den anderen Varianten genannt wird?
In der ethischen Dimension muss das sogar stattfinden, wenn man von der Gleichwürdigkeit unter den Menschen ausgeht, und Qualitätsunterschiede nach Eigenschaften der menschlichen Natur ablehnt.

Aber mit Worten wie "unwert" bezeugen diese Redner, wie sehr sie sich qualitative Unterschiede in der Menschenwürde wünschen...


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#8
09.11.2016
08:16:17


(+4, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von m123


""In den USA wird die Ehe für alle abgeschafft werden. LGBT Diskriminierung wird überall erlaubt werden.""..

Bei allem Pessimismus..
Die Ehe-Öffnung gegen den Richter-Spruch des Supreme Court mit einem neuem Gesetz wieder abzuschaffen wird auch für eine Republikanische Regierung schwer möglich sein..

Zudem wäre dieses Gesetz dann eine Analogie zum "Reichsbürgergesetz" der Nazis von 1935..


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#9
09.11.2016
09:19:34


(-6, 6 Votes)

Von m123
Antwort zu Kommentar #8 von TheDad


Blöd nur, dass du offenbar nicht weißt, dass Donald Trump die neuen Richter für den Supreme Court ernennt. Bilde dich erstmal, bevor du deine unqualifizierten Kommentare rausfurzt.

Tut mir leid, aber du hast offensichtlich keine Ahnung.

Er will extrem homophobe Richter wie Scalia ernennen, die die Ehe für alle wieder abschaffen werden.

Auch Trumps Vize Pence ist extrem homophob.


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#10
09.11.2016
10:15:39


(+4, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #9 von m123


Bitte aufhören mit dem unter der Gürtellinie Boxen!!!!


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