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  • 09.11.2016, 15:40h           21      Teilen:   |

Diskriminierung im freien W-Lan

Ikea sperrt lesbisch-schwule Webseiten – auch queer.de


Das schwedische Möbelhaus legte bislang Wert darauf, als LGBTI-freundlich zu gelten (Bild: (cc) rarye / flickr)


Zu Update springen: Ikea will Sperre aufheben (16.10 Uhr)

Der LSVD kritisiert das schwedische Möbelhaus, das auf Nachfragen nicht reagierte.

Die Ikea-Hotspots in Deutschland sperren zahlreiche lesbisch-schwule Internetseiten. Davon betroffen sind sowohl Beratungseinrichtungen wie das Regenbogenfamilienzentrum in Berlin, Informationsportale wie queer.de sowie Dating-Seiten. Auf mehrfache Anfragen des LSVD-Landesverbands Berlin-Brandenburg nach den Gründen habe die Pressestelle von Ikea bis heute nicht reagiert, erklärte LSVD-Landesgeschäftsführer Jörg Steinert am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

"Dass Begriffe wie lesbisch und schwul indiziert werden, ist ein Skandal. Wir fordern das Unternehmen auf, diese diskriminierende Praxis zeitnah aufzugeben", so Steinert. Der Verband habe den Hotspot der Ikea-Filiale in Berlin-Tempelhof am selben Tage getestet: "Weiterhin werden alle lesbisch-schwulen Internetseiten geblockt."

Auch queer.de-Leser berichteten wiederholt, dass sie in Ikea-Filialen in ganz Deutschland unsere Seiten nicht aufrufen konnten. Im Browser erschien dann der englischsprachige Hinweis "This domain is blocked due to content filtering", weiter unten tauchten als Begründung die Stichworte "Nudity" und "Pornography" auf.


Gescheiterter Versuch, die mobile Seite von queer.de bei Ikea Hamburg zu lesen (Bild: Screenshot)


Dass LGBTI-Webseiten in offenen W-Lan-Netzen gesperrt werden, obwohl sie sich wie queer.de an sämtliche Jugendschutzbestimmungen halten, ist nicht neu – oft sind diskriminierende Voreinstellungen der Filter-Anbieter dafür verantwortlich. Die Betreiber der Netze reagieren jedoch teilweise nach Hinweisen von Usern oder der Berichterstattung in Mainstream-Medien. Dies führte in den vergangenen Monaten etwa zu einer Freischaltung von queer.de im Starbucks-W-Lan oder im Bahnhofs-Wi-Fi der Berliner Verkehrsbetriebe.

Erst am Mittwoch teilte die ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, die in Deutschland zahlreiche Shopping-Malls betreibt, mit, dass queer.de künftig auf die "Whitelist" gesetzt werde. Anlass war die Nachfrage eines Users nach dem Grund der Sperre.

Für diesen Einsatz, auch vom Berliner LSVD, an dieser Stelle vielen Dank! (mize)

 Update  16.10 Uhr: Ikea will Sperre aufheben
Das ging ganz schnell: Eine halbe Stunde, nachdem der Text über die Ikea-Sperrung auf queer.de veröffentlicht wurde, teilte der LSVD mit, dass das schwedische Möbelhaus endlich reagiert habe. Man habe die Zusicherung erhalten, dass lesbisch-schwule Internetseiten im Laufe der Woche frei erreichbar seien.

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Tags: ikea, wlan, wi-fi, internetsperre, zensur
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Reaktionen zu "Ikea sperrt lesbisch-schwule Webseiten – auch queer.de"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
09.11.2016
15:56:52


(+6, 10 Votes)

Von CJ


Ich arbeite selbst bei Ikea und kann nur sagen, sagen dass wir viele LGBTI-Mitarbeiter haben und Ikea da wirklich sehr offen mit umgeht. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass diese Einschränkung im WLAN eine böse Absicht ist. Ich werde das selbst gern einmal anfragen...


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#2
09.11.2016
16:51:30


(+2, 4 Votes)

Von RWTH


Apple sperrt in seinen Shops schon seit ca. 2-3 Jahren queer.de

Davor konnte man darauf zugreifen, seitdem nicht mehr.


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#3
09.11.2016
17:42:36


(+6, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Tja, das ist Preis wenn private Dienstleister für eine andere Firma arbeiten, wer weis was für ein queerophober den Index überarbeitet hat.


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#4
09.11.2016
18:18:56


(+6, 6 Votes)

Von Robby69
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Hoffen wir's, dass "ikea" LGBTI-Seiten auch tatsächlich freischaltet! - Sonst gibt's nur eines: Einen großangelegten bundesweiten Boykott dieser verdammten Homo-Hasser-Firma!
Die Sperrung von LGBTI-Seiten ist ja wohl echt das letzte!


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#5
09.11.2016
18:22:35


(+6, 8 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von RWTH


Nicht nur Apple und (jetzt) Ikea - auch "Starbucks" macht bei der homophoben Diskriminierung mit und sperrt LGBTI-Seiten schon seit einigen Jahren. .
Genau das ist der Grund, warum ich (seit Beginn der Sperrung) Starbucks boykottiere. Wer offen LGBTIs diskriminiert, braucht auch meine Kohle nicht. Es gibt genügend andere Firmen mit gutem Kaffee - oder auch bzgl. "ikea" - genügend andere Firmen mit preisgünstigen Möbeln.


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#6
09.11.2016
19:00:46
Via Handy


(+4, 8 Votes)

Von rainbow_unicorn
Antwort zu Kommentar #5 von Robby69


Echt, Starbucks sperrt LGBT-Seiten? Noch ein Grund da nicht hinzugegehen (tu ich sowieso nicht, weil mir der Kaffee viel zu teuer ist und für den Preis nicht mal schmeckt)


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#7
09.11.2016
19:33:56


(+5, 7 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von rainbow_unicorn


"Echt, Starbucks sperrt LGBT-Seiten? "
Wenn ich's noch richtig im Kopf habe bereits seit 2 Jahren schon. Leider.


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#8
09.11.2016
19:58:56


(+2, 8 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #4 von Robby69


Auch IKEA betreibt diese HOTSPOTS nicht selber..
Dafür sind WEB-Anbieter zuständig wie etwa Kabel-Deutschland/Vodafone, die Telekom, und etliche andere auch kleinere Anbieter..

Diese gilt es dann zu identifizieren und direkt zu konfrontieren..
Ein Shitstorm oder Boykott gegen IKEA, Apple-Store oder auch andere kann sicher dabei helfen Druck auf diese Anbieter auszuüben und die Praxis dieser unverschämten Sperren zu beenden..


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#9
10.11.2016
10:25:55


(+3, 7 Votes)

Von Petrillo
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Antwort zu Kommentar #5 von Robby69


Wer lesen kann ist klar im Vorteil:
"Dies führte in den vergangenen Monaten etwa zu einer Freischaltung von queer.de im Starbucks-W-Lan oder im Bahnhofs-Wi-Fi der Berliner Verkehrsbetriebe."


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#10
10.11.2016
11:32:51


(+9, 9 Votes)

Von willie


Auch in öffentlichen Bücherhallen waren in der Vergangenheit LGBT Seiten, aber auch Medizinseiten, auf denen zb "Genitalien" stand, gesperrt. Auf Anfrage wurde erklärt, dass die Filterprogramme für alle Rechner aus den USA angekauft werden, und diese Einstellungen bei Jugendschutz Standard sind.
Dh. man müsse händisch jede Seite überprüfen und freischalten, die man davon ausnehmen will. Die Bücherei nahm Vorschläge entgegen und schaltete auch frei, aber es ist verständlich, dass das nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein kann, schon aus Zeitgründen.

Dh. das Problem müsste grundsätzlich auf der Software Seite gelöst werden. Grosse Konzerne wie Ikea können das leisten, andere nicht.


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