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Wie geht es weiter mit LGBTI-Rechten?

Trump holt Homo-Hasser in sein Übergangsteam


Donald Trump, hier in einem Promo-Bild für seine frühere Realityshow "The Apprentice", wird in gut zwei Monaten der mächtigste Mann der Welt sein (Bild: NBC)

LGBTI-Aktivisten schlagen Alarm, weil der neue US-Präsident Lobbyisten um sich schart, die ihr Leben dem Kampf gegen Homo-Rechte verschrieben haben. Im "Transition Team" soll allerdings auch ein Schwuler sitzen.

Die LGBTI-Organisation "Human Rights Campaign" hat mit großer Sorge auf das geplante Übergangsteam des zukünftigen Präsidenten Donald Trump reagiert. Laut Medienberichten soll der Republikaner unter anderem Ken Blackwell, Ed Meese und Kay Cole James in sein Team berufen haben – die drei Männer gelten als erbitterte Gegner der Gleichbehandlung von Lesben, Schwule, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen.

Blackwell ist ein leitender Aktivist in der Lobbygruppe "Family Research Council", die wegen ihrer extrem homophoben Ansichten von der Bürgerrechtsorganisation "Southern Poverty Law Center" als Hassgruppe bezeichnet wird. Blackwell gilt als Verfechter der "Heilung" von Homosexuellen. Als er sich 2006 als republikanischer Kandidat um das Amt des Gouverneurs von Ohio bewarb, verglich er Schwule und Lesben mit Brandstiftern und Kleptomanen (queer.de berichtete). Der Chef des "Family Research Council", der Südsstaatenbaptist Tony Perkins, hat Homosexuelle wiederholt mit Nazis gleichgesetzt und erklärt, dass eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben dazu führen werde, dass Christen in Konzentrationslager gesteckt werden.

Auch die ehemalige Vize-Chefin des "Family Research Council", Kay Cole James, wurde offenbar von Trump ins Team berufen. Laut "The Advocate" verglich sie in ihrem Buch "Transforming America from the Inside Out" sexuelle Minderheiten mit Drogenabhängigen, Alkoholikern, Fremdgehern und "allem anderen, was sündig ist".

Ed Meese: Schwule und Lesben machen Kultur kaputt

Der ebenfalls ins "Transition Team" berufene Ed Meese war unter Präsident Ronald Reagan Justizminister und arbeitet heute für die "Heritage Foundation". Die erzkonservative Organisation behauptet, dass Antidiskriminierungsrichtlinien aufgrund der sexuellen Ausrichtung oder Geschlechtsidentität nicht nötig seien, "weil sie die Ehe-Kultur und die Freiheit von Bürgern und ihren Verbänden schwächt, sich zu ihren religiösen oder moralischen Überzeugungen zu bekennen." Meese selbst hat erklärt, dass die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht zeige, "wie sich die Kultur in den letzten beiden Jahrhunderten verschlechtert hat".

Bereits kurz nach dem Sieg von Donald Trump hatte die christlich-konservative Lobbygruppe "National Organization for Marriage" einen Plan vorgestellt, mit dem Präsident Trump die unter der Obama-Regierung erzielten Fortschritte bei LGBTI-Rechten wieder rückgängig machen soll (queer.de berichtete).

"Log Cabin Republicans": Unter Trump geht es aufwärts

Die größte republikanische LGBTI-Organisation, die "Log Cabin Republicans", verteidigte dagegen am Donnerstag den designierten Präsidenten. In einer Pressemitteilung erklärte Gregory T. Angelo am Donnerstag, dass seine Organisation mit dem "Transition Team" in Kontakt sei und hinter den Kulissen daran arbeite, "dass die Fortschritte in der LGBT-Freiheit, die wir bislang erreicht haben, bestehen bleiben und in einer Trump-Regierung noch ausgebaut werden". Angelo beschuldigte "die Linke", Trump zu "dämonisieren".

Es gab in den vergangenen Tagen auch Gerüchte, dass der schwule Multimilliardär Peter Thiel in Trumps Übergansteam berufen werden soll. Die "New York Times" berichtet am Freitag, dass dies bereits beschlossen sei – noch sei aber nicht klar, welche Position Thiel übernehmen werde. Der in Frankfurt geborene Unternehmer hatte im Wahlkampf 1,25 Millionen Dollar (1,14 Millionen Euro) an eine Pro-Trump-Gruppe gespendet. Thiel, der es als Co-Gründer des Bezahlportals Paypal und mit anderen Investments zum Milliardär gebracht hatte, warb bereits beim republikanischen Parteitag im Juli in einer Rede für Trump – als einziger offen schwuler Mann.

Direktlink | Peter Thiel unterstützte auf dem republikanischen Parteitag als einziger offen schwuler Redner Donald Trump

Für Unruhe unter Aktivisten sorgen auch die ersten Spekulationen über das Kabinett Trumps. So wird der frühere republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich als möglicher Außenminister gehandelt; der katholische Hardliner warnte 2008 vor einem "schwulen und weltlichen Faschismus in diesem Land, der uns seinen Willen aufdrücken will". Der mögliche Gesundheitsminister Ben Carson warnte im Wahlkampf, die Homo-Ehe führe zu einem Untergang wie dem des Römischen Reiches (queer.de berichtete), die unter möglichen Kandidaten für das Innenressort oft an zweiter Stelle genannte frühere Gouverneurin Alaskas, Sarah Palin, nannte Homosexualität einst eine "Entscheidung" (queer.de berichtete). (dk)



#1 Martin28a
  • 11.11.2016, 18:08h

  • Also ich bin fair und geb sogar Trump eine Chance
    Solange er Homosexualität nicht kriminalisiert ist schon einiges erreicht

    Trump hat ein Problem mit Moslems, vielleicht lässt er Homosexuelle ja erst mal in Ruhe
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#2 VomeXAnonym
#3 JW GrimmAnonym
  • 11.11.2016, 18:30h
  • Antwort auf #1 von martin28a
  • Oh heiliger St. Florians-Troll.

    "Er wird schon nicht nominiert werden" und "er wird schon nicht gewinnen" haben sich beide als falsch erwiesen.

    Jetzt liegt die Hoffnung offensichtlich auf "er wird schon nicht tun, was er gesagt hat".

    Und außerdem, wenn man kein Jude war, wars im dritten Reich ja auch nich so schlimm, oder wie darf man Deinen Kommentar verstehen?
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#4 Martin28a
  • 11.11.2016, 18:39h
  • Antwort auf #3 von JW Grimm

  • Nein ich meinte das so, dass Moslems im Blickfeld seiner Politik standen, aber man kann Trump jetzt nicbt mit einem verbrecher vergleichen
    Selbst ein ausweisen ist ja dsd recht eines jeden Staates
    Ein Verbrechen ist das ( noch ) nicht
    Die USA hat die Genfer Flüchtlingskonvention in der Form des Protokolls nicht vollständig ratifiziert
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#5 BryanAnonym
#6 VomeXAnonym
#7 BryanAnonym
#8 Martin28a
  • 11.11.2016, 19:01h
  • Antwort auf #6 von VomeX

  • Es ist eben ein Irrglaube das es zB ein Recht auf Asyl gibt oder es gibt auch keine LGBT Grundrechte
    Das ist zwar hart aber das is nun mal Realität
    Es gibt keine im Völkerrecht verankerten LGBT Rechte und es gibt sie auch nicht in der US Verfassung.

    Es macht also keinen Sinn zu jammern, wir müssen das beste hoffen, einklagbare Grundrechte gibt es nun mal leider für uns nicht
    Wer dsd anders sieht, soll mir die betreffende Stelle im Gesetz nennen, die für die USA maßgeblich ist

    Übrigens
    Das was Merkel grad macht find ich besonders heuchlerisch, gerade Deutschland ist bei LGBT Schlusslicht und sollte sich hüten gegenüber den USA als moralische Instanz aufzutreten
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#9 VomeXAnonym
  • 11.11.2016, 19:28h
  • Antwort auf #8 von martin28a
  • Das hat mit Irrglaube nichts zu tun.

    Nur weil etwas nicht im Gesetz verankert ist, kann etwas als humanistisch notwendig geboten sein.
    Nur weil etwas lt. Gesetz nicht verboten ist, kann es trotzdem ein Verbrechen wider die Menschlichkeit sein.

    Gesetze die diskriminieren, sind ein Verbrechen.
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#10 JW GrimmAnonym
  • 11.11.2016, 19:35h
  • Antwort auf #8 von martin28a

  • Schon mal was von Gleichheit vor dem Gesetz gehört?

    Es ist erschreckend, dass Du selbst glaubst, dass es besondere LGBT Rechte geben müsste. Es geht viel mehr darum, dass LGBT von den Rechten, die Heteros ganz selbstverständlich für sich beanspruchen, nicht ausgeschlossen werden.
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