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Kommentare zu:
Wir werden Diskriminierung niemals schönreden!


#61 TheDadProfil
  • 13.11.2016, 21:18hHannover
  • Antwort auf #56 von martin28a
  • ""Es geht um die Einengung also das ignorante behandeln ANDERER Grundrechte
    Auch der Demokratie etc""..

    Was dann hier erneut die Idee transportiert, die Gleichstellung und Gleichberechtigung würde dazu führen die Rechte der bislang Privilegierten einzuschränken, denn der Verlust des Privilegs zu diskriminieren sei nicht hinnehmbar..

    Ein einfaches "Nein" als Antwort hätte hier genügt..
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#62 TheDadProfil
  • 13.11.2016, 21:24hHannover
  • Antwort auf #57 von Lars
  • ""Mich interessiert die Eheöffnung als das, was sie ist, als reale Option, nicht als inhaltsleeres Vehikel für andere politische Ziele oder pures Symbol für Gleichstellung.""..

    Was genau hindert Dich an der Erkenntnis, die Ehe-Öffnung ist nichts weiter als die einfache Gleichstellung eines Teils der LGBTTIQ* ?

    ""Ich finde auch, dass man diejenigen, die nicht nur symbolisch sondern real darunter leiden, dass sie ohne die Eheöffnung bestimmte konkrete Lebensziele nicht erreichen können (oder doch nur mühsam) nicht instrumentalisieren darf.""..

    Solche Sätze muß man sich auf der Zunge zergehen lassen..
    Mehrfach..
    Denn dann wird einem gewahr wie sie in einer beispiellosen Täter-Opfer-Umkehr diejenigen beleidigen, die sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung leiden..

    Wer genau "instrumentalisiert" hier wen, und nutzt diejenigen dann dazu, sich selbst als etwas "besseres" darzustellen ?
    Mithin der Ausdruck für das Nicht-Verständnis des GG..
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#63 Patroklos
#64 LorenProfil
#65 Patroklos
#66 habemus_plemplem
  • 14.11.2016, 00:11h

  • Auch Carlo Strenger kritisiert die Political Correctness:

    m.huffpost.com/de/entry/6908340

    Er meint damit, "Glaubenssätze und kulturelle Praktiken, die wir aus guten Gründen als irrational oder unmenschlich betrachten", nicht mit Samthandschuhen anzupacken, sondern sie "auf zivilisierte Weise zu verachten" und das auch klar und deutlich so zu sagen. Seine Intention ist es, ganz im Sinne der Aufklärung, dass "alles kritisiert werden darf" und dass die Kritik nicht denjenigen überlassen bleibt, die sie mit Hass und Hetze vorbringen oder die gar zu Gewalt aufrufen.

    Genau das tun wir, indem wir klar und deutlich sagen, dass wir das Verweigern des Eherechts als eine homophobe Position betrachten.

    Frau Schröder fühlt sich offenbar von dieser Kritik gekränkt. Dazu sagt Carlo Strenger: "Kränkung auszuhalten, ist eine Kulturtechnik. Eine Zivilisationsanforderung. Wir haben gesehen, was passiert, wenn Autoritäten das nicht können: Es führt zu gewaltsamer Unterdrückung. Und das darf nicht noch einmal passieren."

    Ganz im Sinne Strengers haben wir also gerade NICHT unsere Kritik durch Political Correctness verwässert. Und Frau Schröder möge sich darin üben, sie auszuhalten und sich sachlich mit ihr auseinandersetzen.

    Ich weiß gar nicht, wie Frau Schröder überhaupt darauf kommt, dass die Unterstellung von Homophobie das Ergebnis einer übertriebenen Political Correctness sein soll. PC ist doch eine sprachliche Mäßigung und kein Mittel der Zuspitzung. Das ergibt sachlich gar keinen Sinn!

    Was sie da macht ist keine Kritik an PC, sondern es ist das plump-beleidigte "Man-Wird-Ja-Wohl-Noch-Sagen-Dürfen" eines Thilo Sarrazin. Sie will homophobe Positionen vertreten dürfen, ohne dass man sie homophob nennt und damit kränkt.

    Wie Panti in ihrer grandiosen Rede treffend sagt: Die wahren Opfer von Homophobie sollen wohl neuerdings nicht mehr die Homosexuellen, sondern die Homophoben sein.
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#67 habemus_plemplem
  • 14.11.2016, 10:52h

  • Weiterhin beklagt Frau Schröder in dem Welt-Artikel ein "Diskursverbot", welches durch die Unterstellung von Homophobie "etabliert" werde.

    Dazu ist zu sagen: Der Diskurs über die Ehe wird schon sehr lange geführt und es ist die Opposition, die der Union diesen Diskurs immer wieder aufzwingt. Die Union möchte diesen Diskurs überhaupt nicht führen, denn am Status Quo des Eheverbots will sie ja festhalten.

    Der Diskurs dreht sich seit Jahren im Kreis, weil längst alle Argumente ausgetauscht sind. Der Diskurs wird auch zunehmend lächerlich, weil immer mehr Staaten die Ehe öffnen und Deutschland in der westlichen Welt (soweit sie noch existiert) mit dem Eheverbot zunehmend allein dasteht. Andere Länder zeigen uns, dass es außer Homophobie gar keinen Grund gibt, am Eheverbot festzuhalten. Wahrscheinlich ist das die eigentliche Ursache von Frau Schröders Kränkung, das will sie nämlich einfach nicht wahrhaben. Es ist total unfair, realitätsfern, starrköpfig, trotzig und töricht, uns für den Gebrauch des Wortes "Homophobie" zu kritisieren, anstatt so langsam mal einzusehen, dass wir schlicht und ergreifend recht haben.

    Ich wünsche mir, dass der Diskurs endlich beendet werden kann. Aber solange die Union sich nicht bewegt und meint, die Sache aussitzen zu können, werde ich mich daran beteiligen, ihr diesen Diskurs immer wieder aufzuzwingen.

    Von einem Diskursverbot kann also gar keine Rede sein.
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#68 LarsAnonym
  • 14.11.2016, 11:05h
  • Antwort auf #66 von habemus_plemplem
  • "Glaubenssätze und kulturelle Praktiken, die wir aus guten Gründen als irrational oder unmenschlich betrachten", nicht mit Samthandschuhen anzupacken, sondern sie "auf zivilisierte Weise zu verachten

    Verachten heißt "ächten", sprich aus der Gesellschaft ausschließen.

    Wichtig ist, zwischen Dingen und Menschen zu unterscheiden, zwischen der Homophobie und dem Homophoben.

    Ich kann also eine Aussage, ein Verhalten ächten und trotzdem nicht den ganzen Menschen. Diese Unterscheidung zu kommunizieren ist nicht nur sinnvoll, sondern auch ein Akt politischer Korrektheit.

    Beispiel: Ich kann radikalen Fundamentalismus verachten, weil er irrational ist, ich finde auch, dass er geächtet gehört, aber wenn ich Menschen mit Radikalisiereungstendenzen, besonders junge Menschen ganz ächte, und sie damit aus der Geselslchaft auschließe, dann ist die Gefahr groß, dass sie sich weiter radikalisieren, weil sie ihren Rassismus, ihre Homophobie , ihren religiösen Fanatismus nun als Identität erfahren, nicht als eine Eigenschaft.

    Verachtung ist deshalb als politische Haltung gegenüber den Menschen problematisch, die man (noch) erreichen, aufklären und intergrieren will. Wer Ärger macht in der Gesellchaft, wer provoziert, will ja Anerkennung, zumindest Beachtung. Man muss ihm klar und hart Grenzen setzen, ihm deutlich machen, benennen, was an seinem Verhalten verachtenswert ist und wo und aus welchen Gründen die "Ächtung" droht.

    Aber man sollte, wenn man selbstbewusst und ist, mit den Menschen im Kontakt, auf Tuchfühlung bleiben, und die Macht, die Ächtung einer Person durchzusetzen, als ulitma ratio gebrauchen. Sonst handelt man meiner Meinung nach emotional und nicht rational.
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#69 LorenProfil
  • 14.11.2016, 12:21hGreifswald
  • Antwort auf #68 von Lars
  • "Aber man sollte, wenn man selbstbewusst und ist, mit den Menschen im Kontakt, auf Tuchfühlung bleiben, und die Macht, die Ächtung einer Person durchzusetzen, als ulitma ratio gebrauchen."

    Wobei dann die Frage offen gelassen wird, ab welchem Punkt die "ultima ratio" beginnt.
    Ansonsten möchte ich bemerken, dass im von Ihnen eingangs angeführten Zitat eben nicht die Ächtung von Personen gefordert wird, sondern von bestimmten "Glaubenssätze(n) und kulturelle(n) Praktiken", also aus meiner Sicht von allen Ideologien der Ungleichwertigkeit, aber auch "kulturellen Praktiken" wie z.B. der Zwangsbeschneidung.
    Menschen, die z.B. im Bildungsbereich oder in der Sozialarbeit/-pädagogik tätig sind, setzen selbstverständlich auch (u.a.) an Verhalten und Einstellungen an (z.B. bei sich radikalisierenden Jugendlichen) und verurteilen nicht die Person.
    Wäre es anders, könnte man die auch überhaupt nicht mehr erreichen.
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#70 LarsAnonym
  • 14.11.2016, 13:01h
  • Antwort auf #69 von Loren
  • "Ansonsten möchte ich bemerken, dass im von Ihnen eingangs angeführten Zitat eben nicht die Ächtung von Personen gefordert wird,"

    Das ist korrekt. Dass Sie darauf hinweisen, ist eine politische Korrektheit, für die ich dankbar bin. Ich möchte weder, dass der Autor noch ich da missverstanden werden.
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