Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://www.queer.de/detail.php?article_id=27537
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Wir werden Diskriminierung niemals schönreden!


#71 TheDadProfil
  • 14.11.2016, 18:49hHannover
  • Antwort auf #68 von Lars
  • ""Ich kann also eine Aussage, ein Verhalten ächten und trotzdem nicht den ganzen Menschen.""..

    Was für eine Unsinn..
    Denn außer Dir sprach niemand davon Menschen zu ächten..

    Und das wo doch das Ächten eine Spezialität der Verdummbibelten ist..

    ""Beispiel: Ich kann radikalen Fundamentalismus verachten, weil er irrational ist, ich finde auch, dass er geächtet gehört, aber wenn ich Menschen mit Radikalisiereungstendenzen, besonders junge Menschen ganz ächte, und sie damit aus der Geselslchaft auschließe, dann ist die Gefahr groß, dass sie sich weiter radikalisieren, weil sie ihren Rassismus, ihre Homophobie , ihren religiösen Fanatismus nun als Identität erfahren, nicht als eine Eigenschaft.""..

    Interessante Idee die den Ausweisungstendenzen von immer mehr Leuten den Boden entzieht..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #68 springen »
#72 stromboliProfil
  • 15.11.2016, 19:57hberlin
  • Antwort auf #57 von Lars
  • Ach lars,
    umgekehrt darf " deren bedürfnis" nicht auch andere instrumentalisieren.
    An dem fakt reden wir offensichtlich aneinander vorbei!

    Dabei weht der wind doch sichtlich schon in diese richtung und baut sich zum sturm auf..
    Die rechten haben den meinungsknick sehr wohl für sich vereinnahmen können ohne auf bemerkenswerten wiederstand aus der sogenannt liberalen mitte zu stoßen..
    Das minderheitenkonzept als soziale vorzeigemarke gesellschaftlichen wandelns ist vergangenheit.

    Nun gibt es verschiedene "minderheitenproblematiken die da sich vor uns auftun...
    Es lockt keinen mehr hinter dem ofen hervor ob da bio angebaut wird oder massentierhaltung & bayer-monsanto unser alltägliches bestimmen.
    Die werden das schon für uns richten.. sind ja nur auf dem markt um uns zu helfen...
    Und der klimawandel ist ja bedauerlich, aber wir wollen ja nicht unsere moderne gesellschaft von solchen erscheinungsbildern vermießen lassen.
    FReie fahrt für freie bürger und da kommt doch gerade das elektroauto um die ecke.. also keine panik..
    Wir werden halt für den so kommenden verbrauch weiterhin auf braunkohle/akw setzen oder landwirtschaftliche monokulturen zu "energiergewinnung" wälder abholzen lassen.
    Hauptsache man kann "individualistisch ein etonne auf vier rädern die strassen blockieren lassen.
    Avokados soll man nicht mehr essen weil die mittlerweile zur versteppung der regenwaldzonen führen.
    Von den veganern gar nicht erst zu reden.
    Also , mehr denn jeh bewusstsein im detail, dass das große ganze vergessen lässt: die ausbeutung des menschen!
    Wir haben hingenommen, dass ein vormals einigermaßen funktionierender minimalausgleich zwischen kapital besitzenden und arbeitskräften bestand. Da war der böse kommunismus die ideologische notbremse, dass das kapital zwang "kompromisse " einzugehen.
    Heut ist billiglohn mehrheitsfähig über 35% der arbeitenden bevölkerung schaft so den anschein der vollbeschäftigung.
    Und die rentenarmut längst tasache wird verdrängt mit der lebensleistungsgrenze auf 70-75.
    Allein schon dieses wort, geschaffen von den richtigen: "lebensleistungsgrenze"

    Na ja, da wäre ja noch die emanzipation..
    Die der frauen z.b. die im vollendeten selbstbetrug betrügen...
    Die hälfte der menschheit nämlich frauen, dürfen nicht mehr auf die unabdingbare solidarität für ihre interessen( feministische emanzipation!) rechnen, wählen sie doch selbst ihre verächter..
    Da kann ein so hedonistischer überflieger wie der fleischhauer mal so richtig die plaudertasche öffnen.. hat er ja sogar mal recht!

    www.spiegel.de/politik/ausland/us-wahl-das-ende-des-feminism
    us-kolumne-a-1121140.html


    Pussis for pressident; 53% gebildeter weißer(!) frauen wählten den föhnkasper.
    Auch bei den latinos haben frauen überdurchschnittlich für den frauenkenner gevotet.
    Macht uns das nachdenklich.. fragen wir uns ob und wem wir noch vertrauen dürfen angesichts solcher tatsachen.
    Beim blick auf die uns umgebenden hassredner fallen die "Innen am häufigsten auf...
    Aber das ist kein frauenproblem allein.. siehe die nächste blamage folgt:
    In einer der letzten umfragen vor der wahl waren homos bereit trump zu wählen..
    "Wem würden Sie bei der US-Wahl Ihre Stimme geben?
    Hillary Clinton
    34 %
    Donald Trump
    36 %

    Auch dies nichts das mich wirklich noch überraschen würde! Hier im forum tummeln sich die sich mitte-realpolitische "lgbt***'s nennenden, mit eindeutiger tendenz zur ideologischen rechten...
    Distanziert man sich hiervon?
    Und wie kann-könnte distanzierung auissehen?
    Darüber reden wir nicht.
    Alles erklärbar aus den persönlichen bedürfnissen ( wie du so schön formulierst: "konkrete Lebensziele", die du vergisst auch genau zu beschreiben!... soviel zum konkret sein wollen an sich...) , die diese menschen so umtreibt.
    Und wehe, man hinterfragt diese "bedürfnisse...

    Aber welche option soll "konkrete Lebensziele" denn darstellen in einem gesamtgesellschaftliche konflikt, wenn nicht damit politische ziele verfolgt werden bis hin zur "symbolischen gleichstellung, aber eben über dieses "symbolische hinausgeht zu einer alle umfassenden gerechtigkeit..
    Ach ja.. schritt für schritt die kleinen schritte gehn.
    Sicher, gleichstellung kann auch anders aussehen, kann andere formen und inhalte bedeuten... die aber müssten polisch erst formuliert werden. Etwas , was wir tunlichst unterlassen haben, um so schneller an "unsere" kleinbürgerlichen ziele heranzukommen.
    Wer nicht gefährlich fürs system erscheint darf auch am katzentisch teilhaben.

    Gestern musst ich herzlichst lachen obwohl mir homopolitisch gesehen die kotze im hals hochstieg:

    www.gay.it/attualita/news/unione-amici-non-siamo-gay

    inhaltlich gehts um zwei hetero freunde ,die die unione civile anstreben ( welche auch vollzogen wurde zwar nicht vom bürgermeister aber von dessen assistenten.) und nun vom schwulen ehemainstream angefeindet werden , sie würden die reinen/heren ideale der ehe für ihre "zwecke" missbrauchen.
    Schwule, die die sprache ihrer unterdrücker nicht nur verinnerlicht haben, sondern auch noch anwenden...

    Was ich aus den letzten wochen gelernt habe und mir einem schon lang anhaltenden verdacht bestätigte: Wir sind so in unserer nabelschau verhaftet, dass es keinen blick mehr auf die ebenso wichtigen oder gar wichtigeren sozialen fragen als die formale "ehegleichstellung" gibt.
    Deshalb auch die "community sich zunehmend spaltet in den rechtskonservativ orientierten ehegleichheits-unsichtbarkeitsfaktor bis hin zur verleugnug schwuler identät, und einen zunehmend frustriert desorientierten leckmichamarsch linksblock entwickelt.

    Auch hier, weil wir weiterhin nur den tellerrand der "erreichten" toleranzgeschenke als teil eines heroischen kampfes gegen die gesellschaftliche reaktion betrachten.
    Geschenke, die man uns zugedacht hat um uns still zu halten..
    Still bis hin zur selbstverblödung durch solche gestalten wie sie in den parteienorganisationen von avd- über lisel, hin zu kahr- spahn und kauch oder den unsäglichen ilg-elsch hier uns als sprachrohr unserer interessen vorgestellt werden.
    Den beck kann man als kleinkariert in der pfeife rauchen und aus der linken ist mir auch kein interessanter zeitgenosse bekannt, der abweicht von dem homopolitischen sermon , der uns umhüllt.
    Deshalb: keine "solidarität" mehr mit den opportunisten in unseren reihen.
    Keinen vertrauensvorsprung mehr gegenüber einer ursprünglich aus eigenem leid und erkenntnis der eigenen gesellschaftlichen rolle abzuleitenden widerstand gegen die gesellschaftlichen verhältnisse insgesamt.

    Zudem:
    Den populistischen ärschen werden mehr und mehr hinterherlaufen weil es "gut scheint, teil der drohenden mehrheiten zu sein.
    Man richtet sich ein.

    Also schluss mit dem kleinteiligen hickhack um adoptionsrecht und ehegleichstellung, ehegattensplittin für zweitklassige verpartnerungspärchen..
    Streit um toilettenfragen für trans und gender, weil das nur die munition für den rechtspopulistischen dreck unserer gesellschaft liefert, statt die überaus notwendige klassenfrage neu zu formulieren und ins zentrum politischen handelns zu stellen.

    Die armutsfrage die hinter dem nebel des "nicht gehört werdens" steht.
    Die antworten darauf, warum über 27% "vollbeschäftigte heute schon an der armutsgrenze leben, ergibt auch die antwort drauf, warum 15-20% afd wählen werden.
    Und wenn grüne z.b. darüber "streiten ob ab 100.000 ,00 vermögen eine erhöhte steuerlast angemessen ist, während dem geringverdiener eine durchgehend höhere %-steuerbelastung zugemutet wird, wunderts niemanden das afd wählbar wird seis bei den wohlhabenden, seis im irrigen umkehrschluss einer neugewinnenden macht ( pegida-wir sind das volk...) bei den loosern.
    Es gäbe also hier mehr zu diskutieren wie WIR homos als betroffene aus dem kommenden schlamassel rauskommen könnten, statt in selbstgefälliger betroffenkheitsatitüde unsere minderheitenpolitik weiter auf die heteronormierte spitze zu treiben.

    Würden die , die hier so vollmächtig von "gegenseitiger verantwortung" tratschen, nicht nur den eigenen haushalt bereichern wollen sondern mit der gegenseitigkeit wirkliche gesamtgesellschaftliche verantwortung auch für andere übernehmen, würden wir von wirklichen unterschieden und zweiklassenordnung reden.
    Dann würden wir weder gegenseitig, noch die uns nahestehenden für ein keineswegs gesamtgesellschaftlich relevantes "ändern" einer minderheitensituation instrumentalisieren...
    Dazu hätten wir die union zivile fordern müssen, die allen (!) in partnerschaft lebenden gleiche rechte eingeräumt hätte.
    Keine fixierung auf kleinfamilie sondern das ursprünglich verantwortlichsein rechtlich einen ramen gebend.
    Da können dann auch mehrere in "partnerschaft zueinander leben, können gemeinschaften über das kleinfamilienbild hinaus wachsen,
    Dann, wenn wir konsequent unabhängig von unseren sexuellen identitäten adoption für alle kinderwünschende gefordert hätten, statt das eingleisig für uns basierend auf der heteromormativen vorstellung von mutter-vater kind,"ergänzt durch das buchstabenspiel vater-vater oder mutter-mutter / kind einzufordern. Nicht mal richtig durchdacht wenns um die konstellation vater-vater mutter/kind oder umgekehrt mutter-mutter -vatewr /kind ginge..
    Das wird dann nachträglich verhandelt weil es ja doch so etwas gibt..
    Die gedankenlosigkeit unserer handelnden lobbyisten ist schon bemerkenswert!
    Stroch und petry brauch also keine wirkliche angst vor dieser lobby haben, die demontiert sich schon selbt in ihrer hilflosigkeit. Wäre ein gesamtgesellschaftliches prozess in gang gesetzt dem sich auch heteros mit alternativen lebensentwürfen hätten anschließen können, würden wir nicht wie das karnikel auf die reaktionären schlangen blicken...
    Aber nein , wir müssen ja am althergebackenen festhalten um uns dann noch mit den erbärmlichen religioten fetzen zu müssen..

    Wir reparieren mit den falschen mitteln deren gesellschaftliche fehlleistungen mit dem ergebnis, mit der fortdauer jener fehlleistungen uns zufrieden stellen zu lassen.
    So besehen aber werden sie auch mit einer "eheöffnung " bestimmte konkrete lebensziele nicht erreichen weil es die falschen ziele im falschen leben sind!

    NMa ja, sovile meinerseits zum sich instrumentalisiert fühlens.. zum trost ein hoffungsvoller ausblick in die satire:

    www.freitag.de/autoren/gedankenprotokolle/rot-rot-gruen-ein-
    blick-in-die-zukunft


  • Antworten » | Direktlink » | zu #57 springen »
#73 czulo
  • 20.11.2016, 10:12h
  • Antwort auf #26 von LasseJ
  • Ich sehe ein anderes Problem beim Begriff "homophob": Er ist nicht abstrakt, sondern kann und wird häufig zu starker emotionaler Ablehnung führen. Nutzer Lars hat ja schon drauf hingewiesen, dass er recht undifferenziert ist und meiner Meinung nach ist er in vielen Kontexten eher kontraproduktiv.

    Ich stelle mir folgendes Gedankenexperiment vor. Ich stehe abends auf einer Party rum und kommen mit einer neuen Bekanntschaft in die Diskussion über die "Homo-Ehe" und das Adoptionsrecht. Jetzt äußert "er", ein imaginärer heterosexueller Mann: "Aber Kinder brauchen doch Mutter und Vater!"

    Ich kann auf verschiedene Arten reagieren:
    (1) Deine Meinung ist total homophob.
    (2) Deine Meinung ist total heterosexistisch.
    (3) Deine Meinung ist total homoskeptisch.

    Man überlege sich mal, was die emotionale Reaktion auf die jeweiligen möglichen Aussagen sind. Im Fall von (1) stelle ich mir vor, dass mein Gegenüber sich ganz schön abgewertet und beleidigt fühlen könnte und sich entweder abwenden würde oder gleich einsetzen würde mit "Ich kenne viele Schwule / war schon auf einem CSD / ...". Warum? Ich würde folgendes argumentieren: Die Endung "-phob" verweist meinem Verständnis nach alltagssprachlich auf krankhafte Veränderungen. Wer mit "-phob" bezeichnet wird und sich so zu unrecht bezeichnet fühlt, wird heftig emotional reagieren (was nicht in Feindseligkeit umschlagen muss). Bei (2) sehe ich auch noch eine starke Reaktion, bei (3) schon deutlich weniger stark. Machen wir uns nichts vor: Eine sehr emotionale Reaktion von meiner Seite wäre in so einem Fall verständlich, v.a. falls ich mich vorher als schwul identifiziert hätte, aber schauen wir dennoch mal auf die Konsequenzen der Verwendung eines Begriffs wie "homophob".

    Man könnte natürlich auf die akademische Definition von "homophob" verweisen, aber das ist meiner Meinung nach ein "akademischer Fehlschluss": Zeit ist eine für uns endliche Ressource und wenn wir eine vielfältige Gesellschaft wollen, müssen wir auch akzeptieren, dass unsere Mitmenschen sich auch auf andere Dinge fokussieren, sie nicht immer alle Definitionen parat haben und noch nicht mal das Verhalten eingeübt haben, im Zweifel immer nach einer Definition zu erfragen. Es steht aber noch ein anderer Fehlschluss dahinter: Ich kann einen Begriff nicht einfach beliebig verwenden bzw. erweitern (bei "homophob": weg vom "Krankhaften", hin zu jeglicher Form von "Ablehnung"), er wird dadurch entweder inhaltsleer oder eben falsch verstanden.

    Was erreiche ich damit, wenn ich den Begriff "homophob" also beständig und zu jeder Gelegenheit, bei der eine homoskeptische oder homokritischeMeinung geäußert wird, einsetze? Entweder wird er dadurch irgendwann zum inhaltsleeren Begriff ("das sagst du doch ständig!") oder ich verprelle damit potenzielle Verbündete, die sich vielleicht einfach noch nicht eingehend mit dem Thema befasst haben oder die eben konservativ sind - d.h. für die Veränderungen sehr langsam gehen müssen, ein emotionales Bedürfnis, dem man durchaus mit Empathie (wenn auch nicht mit grenzenlosem Verständnis) begegnen sollte.

    Ich würde dafür plädieren, verstärkt darauf zu achten, wie solche Begriffe, die für die (unsere!) "queere Sache" gemünzt wurden, auf der "anderen" Seite ankommen (können). Potenzielle Patienten sind für mich auch Begriffe wie "familistisch", bei dem ich mich, als ich ihn zum ersten Mal gehört habe, gefragt habe, ob das nun ein neues Schimpfwort sei. Um das weiter auszuführen, müsste ich mich aber selbst mehr mit dem Begriff und seiner Verwendung auseinandersetzen; hier sei einfach nur mal aufgeführt, welche Reaktionen solche Begriffe selbst bei einem queeren Mitmacher-für-die-Sache auslösen können...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#74 TheDadProfil
  • 20.11.2016, 16:44hHannover
  • Antwort auf #73 von czulo
  • Du schreibst genauso verschwurbelt wie Dein Vorbild "Lars"..

    ""Ich sehe ein anderes Problem beim Begriff "homophob": Er ist nicht abstrakt, sondern kann und wird häufig zu starker emotionaler Ablehnung führen.""..

    Die Handlungsweise des Gegenüber ist weder in der verbalen Auseinandersetzung, noch in der Aktion einer Demo gegen Aufklärung irgendwie "abstrakt"..
    Sie ist konkret erfahrbar..
    Und erfahrbar konkret..
    Genau deshalb ist dann die Beschreibung dieser Handlungsweise alles andere als "abstrakt", sondern sehr konkret, und die Bezeichnung der "Homophoben" kann hier dann durch den "Homo-Hassenden" ersetzt werden..
    Aber sicher nicht durch eine weitere Marginalisierung wie etwa "homoskeptisch" oder "homo-kritisch"..

    Diese Bezeichnungen erlauben dann den Homophoben sich auf die Position zurück zu ziehen, sie würden die Handlungen der LGBTTIQ* "kritisieren", was schon im Ansatz nicht stimmt, denn wirklich "kritisieren" diese Leute nicht die Vorstellungen, die Meinungen und Haltungen, und auch nicht die politischen Einstellungen der verschiedenen LGBTTIQ*, sondern diese Menschen selbst für ihr "Vorkommen", für ihr Vorhandensein !

    Genau dort liegt dann auch die Begründung für die Verwendung des Begriffes "Homophobie" oder "Homo-Hass"..

    ""Ich stelle mir folgendes Gedankenexperiment vor.""..

    Wundervoll..
    Fazit aller Drei Möglichkeiten :
    Man solle doch bitte den Homophoben nicht mit der Realität seiner Aktion belästigen, denn im Grunde genommen "beleidigt" ihn der Verweis auf den vorgetragenen Hass auf andere Menschen..

    Neben einer Art eingeforderten Unsichtbarkeit kommt hier dann noch die "Bitte" um Unterwürfigkeit zum Tragen, man solle sich doch wenn überhaupt, nur "bittend, freundlich, und vor allem Vorwurfsfrei" an die Gegner der Gleichstellung und Gleichberechtigung wenden, und jede Konfrontation vermeiden..

    Blöderweise sind aber nicht die LGBTTIQ* diejenigen, die konfrontieren, sondern die Gegner der Gleichstellung und Gleichberechtigung konfrontieren die LGBTTIQ* mit ihrer "Idee von Staat und Gesellschaft", an der die LGBTTIQ* nicht gleichberechtigt teilnehmen dürfen..

    Sprich :
    Man bittet um Beachtung und Gleichstellung, und wenn diese verweigert wird, wendet man sich zwar enttäuscht, aber leise und devot ab, und paßt sich weder in die Rolle des Unterdrückten ein..
    Man hat ja auch sein Bestes versucht, aber gegen die Vormacht der Mehrheit kann man ja auch nichts ausrichten..

    Übrigens "würdest" Du viel..
    Du tust es aber nicht..
    Du "würdest" argumentieren..
    Du "würdest" auf "akademische Definitionen" verweisen..

    Aber am Ende führst Du dann nichts weiter als die bereits vorgetragenen "Argumente" der Gegner derailen, und davon ablenken das nicht die LGBTTIQ* das Problem ist, sondern er..

    Denn der Punkt ist, man muß Rassisten, Antisemiten und Homophobisten auch als solche bezeichnen !
    Weil sie welche sind..
    Da hilft kein drum-herum-reden und auch kein "abmildern" in der persönlichen Ansprache..
    Gesellschaftlich abträgliche Positionen müssen zunächst bezeichnet und damit identifiziert werden, um sie entweder abzustellen, oder sie zu sanktionieren..

    Eine "Bitte" darum diese Positionen doch zu beenden wird nicht funktionieren, denn sonst wären diese Positionen längst Geschichte..

    ""oder ich verprelle damit potenzielle Verbündete, die sich vielleicht einfach noch nicht eingehend mit dem Thema befasst haben oder die eben konservativ sind - d.h. für die Veränderungen sehr langsam gehen müssen,""..

    Ein "Umdenken" anbieten das sich bei näherer Betrachtung dann "über Generationen hinweg" zöge, ist alles andere als das was die Gesellschaft braucht, denn diese Homo-Hasser haben diese Gesellschaft schon viel zu lange im Griff !
    Und ein "Konservativer" der "noch Zeit braucht" sich mit dem Gedanken der Gleichberechtigung vertraut zu machen, ist kein "potentieller Verbündeter", sonder aktuell ein Gegner dieser Gleichstellung und Gleichberechtigung !
    Es gibt damit auch keinen Grund ihn irgendwie anders zu behandeln, als die anderen Gegner der gleichberechtigten Gesellschaft !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #73 springen »
#75 czulo
  • 20.11.2016, 19:48h
  • Antwort auf #74 von TheDad
  • Ich würde viel, weil es ein Diskussionsbeitrag ist und keine festgefahrene Meinung. Und vielleicht haben Lars und ich einen ähnlichen Hintergrund.

    Auch Konfrontation kann freundlich sein. Und ich sage nicht, dass man Homo-Hasser nicht deutlich konfrontieren sollte; glaube mir eins, meinen Anteil auch an lautstarken Konfrontationen habe ich schon oft gehabt. Mein Beispiel zielt darauf ab, dass inzwischen nach meiner Beobachtung sehr schnell "homophob" geschrieen wird - ohne drauf zu achten, dass wir selbst auch nicht immer sehr inklusiv sprechen, man denke an den Begriff "familistisch" und was er (allgemeinsprachlich!) impliziert. Ich halte das mindestens für politisch ungeschickt. Und irgendwie auch empathielos. Ich will von anderen Positionen auch erstmal überzeugt und nicht immer direkt konfrontiert werden. Nicht jeder, der Skepsis z.B. über das Adoptionsrecht für schwule/lesbische/... Paare äußert, ist automatisch ein Homohasser. Wer sowas behauptet, tut das mit seinen Mitmenschen, was wir für uns Queere selbst wiederum von uns weisen: Derjenige schert alle über einen Kamm.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #74 springen »
#76 TheDadProfil
  • 21.11.2016, 00:05hHannover
  • Antwort auf #75 von czulo
  • ""Ich würde viel, weil es ein Diskussionsbeitrag ist und keine festgefahrene Meinung. Und vielleicht haben Lars und ich einen ähnlichen Hintergrund.""..

    Das halte ich allerdings für ein Problem, denn eine "ich würde" klingt nach einem erteiltem Rat an andere, und verdeutlicht damit keine eigene Handlungsweise die hinter einer eigenen Meinung und Haltung stehen muß..

    Der "Hintergrund" liegt dann im gleichem Büro der Auftragsschreiber und der verdummbibelten Sozialisation ?

    ""Mein Beispiel zielt darauf ab, dass inzwischen nach meiner Beobachtung sehr schnell "homophob" geschrieen wird - ohne drauf zu achten, dass wir selbst auch nicht immer sehr inklusiv sprechen, man denke an den Begriff "familistisch" und was er (allgemeinsprachlich!) impliziert.""..

    Und wer die eigene Diskriminierung deutlich gegenüber den anderen Formuliert, muß auch seine eigene Sprache im Griff haben..
    Aber selbst wenn die eigene Sprache aus welchen Gründen auch immer nicht immer gelingt, macht es die Gegenwehr nicht weniger wichtig..
    Vor allem nicht wenn man diesen "Vorwurf" dann dazu nutzt dem Unterdrückten unterschwellig zu sagen, "krieg dich in den griff, dann erhältst du auch gehör"..

    Im Gegenteil..
    Es gibt nämlich keine "Abnutzungserscheinungen" im Begriff Homophobie durch die Anwendung !

    Auch hier wieder :
    Im Gegenteil..
    Der Begriff wird immer noch viel zu selten genutzt um die öffentlichen Äußerungen der verschiedenen Gleichstellungsgegner zu charakterisieren..

    Denn diese verändern ihre Sprache und vor allem ihre Haltung gegenüber den LGBTTIQ* nicht durch einfaches Bitten..

    ""Ich halte das mindestens für politisch ungeschickt. Und irgendwie auch empathielos.""..

    Über Politik kann man weidlich streiten..
    Aber ich muß nun wirklich keinerlei Empathie für Leute wie Björn Höcke, Beatrix von Storch, die Kanzlerin, oder die diversen Hetzer aus den Reihen des Klerus der RKK und der EKD entwickeln !

    ""Ich will von anderen Positionen auch erstmal überzeugt und nicht immer direkt konfrontiert werden.""..

    Bestenfalls erwachsen diese Überzeugungen aus dem nachdenken über die entgegengebrachte Kritik..

    Einen Gleichstellungsgegner per Argument zu überzeugen ist ein hilfloses Unterfangen, und die vorgebrachten Gegenargumente gegen diese Leute dienen auch nicht zur Überzeugung dieser, sondern zur Entkräftung derer Argumente, die keine sind !

    Wenn Leute wie Herr Höcke meinen es gäbe so etwas unsinniges wie "Frühsexualisierung", dann muß man dem Lehrer Höcke sagen das er damit falsch liegt..

    Und wenn eine Frau Storch sagt "die familie sei die keimzelle des staates", dann muß man sie fragen, wieso sie sich dann dieser Aufgabe entzieht, und die Vorstellung entwickelt hat, LGBTTIQ* seien per se zur Gründung von Familien ungeeignet..

    ""Nicht jeder, der Skepsis z.B. über das Adoptionsrecht für schwule/lesbische/... Paare äußert, ist automatisch ein Homohasser.""..

    Sondern ?
    Nenn mal einen Grund der gegen das GLEICHZEITIGE Adoptionsrecht für LGBTTIQ*-Paare spricht ?

    Es gibt keines !
    Denn die Einzel-Adoption gibt es seit über einem Jahrzehnt, und die Sukzessiv-Adoption, das "nacheinander" adoptieren ist nach einer Entscheidung eines Gerichtes sogar innerhalb ein und desselben Gerichtstermines an ein und dem selbem Tag möglich !
    Das gemeinsame Adoptionsrecht beseitigt übrigens die Diskriminierung der adoptierten Kinder, die bislang aus völlig fragwürdigen Gründen in einer rechtlich nicht gesicherten Situation festgehalten werden..

    Ein Mensch der gegen den Bau von Autobahnen und Fernstraßen ist, und sich deshalb für den Erhalt Jahrhunderte alter Postkutschen-Wege einsetzt ist ein Auto-Hasser..

    Ein Mensch der gegen die Gleichstellung ist, ist ein LGBTTIQ*-Feind !
    Da beißt die Maus keinen Faden ab..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #75 springen »
#77 Gerlinde24Profil
  • 15.11.2017, 11:29hBerlin
  • Von einer "christlichen" Partei kann man nicht erwarten, dass sie homophil oder homofreundlich sind. Dafür sind die ihrer fundamentalistischen Klientel zu sehr verpflichtet.
  • Antworten » | Direktlink »
#78 Gerlinde24Profil
  • 15.11.2017, 11:33hBerlin
  • Antwort auf #76 von TheDad
  • WAS ist Homophobie? Laut gültiger Definition, die irrationale Angst vor Homosexuellen, oder, für homosexuell gehalten zu werden. Ist also jede/r die/der sich gegen Homosexuelle äußert, per sé ein Homophobiker?
    Mitnichten!
    Sondern nur diejenigen, die, aus welchen Gründen auch immer, Hass auf Homosexuals haben, und dieses durch Worte und/oder Taten zeigen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #76 springen »

» zurück zum Artikel