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Selfies vom Mardi Gras: Als erster australischer Premierminister schaute sich Malcolm Turnbull am 5. März 2016 die queere Parade an, während Oppositionsführer Bill Shorten von der Labour Party sogar mitlief

In Frühjahr besuchte Malcolm Turnbull als erster Regierungschef die Mardi-Gras-Parade in Sydney – für nächstes Jahr wurde er offiziell ausgeladen.

Die Organisatoren der queeren Mardi-Gras-Parade in Sydney haben Australiens Premierminister Malcolm Turnbull am Samstag offiziell vom nächsten Event ausgeladen. Sie begründeten den Schritt mit dessen "Verzögerung" der Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare.

Der Politiker der konservativen Liberal Party gilt eigentlich als Befürworter der Ehe für alle. Anfang März hatte er sogar als erster amtierender australischer Premierminister an der Mardi-Gras-Parade teilgenommen, die er auch schon in den Vorjahren zusammen mit seiner Ehefrau Lucy besucht hatte. "Es ist ein wunderbares Event, das fest zu Sydney gehört", erklärte Turnbull damals gegenüber dem Sender "7 News". "Ich fühle mich geehrt, hier zu sein" (queer.de berichtete).

"Wir brauchen seine falsche Freundschaft nicht"

Mardi-Gras-Organisatorin Cat Rose warf dem Premierminister nun jedoch vor, seinen Besuch der jüngsten Parade am 5. März "nur für die Medien" unternommen zu haben. Seine Amtszeit sei seitdem "ein Leitfaden für homophobe Menschen, wie man die Ehe für alle durch eine schädliche Volksabstimmung zum Scheitern bringt", schreibt sie in einer Erklärung auf Facebook. Weiter heißt es in drastischen Worten: "Wir wollen unsere Abscheu als Community gegenüber diesem Premierminister ausdrücken und zeigen, dass wir seine falsche Freundschaft nicht brauchen."

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Weigerung Turnbulls, im australischen Parlament frei über die in der konservativen Regierungspartei umstrittene Ehe-Öffnung abstimmen zu lassen. Zur Vermeidung innerparteilicher Konflikte setzte der Premierminister stattdessen auf ein Referendum, das allerdings in der vergangenen Woche vom Senat gestoppt wurde (queer.de berichtete). Das von der oppositionellen Labour Party angeführte Oberhaus verwies darauf, dass es im Parlament und in der Bevölkerung ohnehin eine Mehrheit für die Gleichstellung gebe.

LGBTI-Aktivisten und Labor kritisierten zudem, dass ein monatelanger Wahlkampf zum Referendum Homofeindlichkeit verstärken könne. Bemängelt wurden auch die Kosten in Höhe von umgerechnet 125 Millionen Euro für einen unverbindlichen Volksentscheid zur Ehe für alle, über die letztlich dann doch das Parlament entscheiden muss.

Der Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras gehört mit Hunderttausenden Teilnehmern und Besuchern zu den größten CSD-Paraden der Welt. Er fand erstmals 1978 zur Erinnerung an den New Yorker Stonewall-Aufstand statt – zu einer Zeit, als im Bundesstaat New South Wales, dessen Hauptstadt Sydney ist, homosexuelle Handlungen noch unter Strafe standen. (cw)



#1 rfgggghhhggAnonym
  • 13.11.2016, 10:54h
  • Sowas sollten CSDs weltweit mit allen politischen Parteien und Politikern machen, die die rechtliche Gleichstellung blockiert haben.

    Bei den CSDs in Deutschland durften dagegen sogar SPD und Union seit Jahren immer teilnehmen. Schande.
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#2 Patroklos
  • 13.11.2016, 12:09h
  • Die absolut richtige Entscheidung! Das Geeiere der Politik um die Eheöffnung ist nicht hinnehmbar und da hat sich Herr Turnbull jetzt ein klares Eigentor geschossen!
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#3 frhhhhggghAnonym
  • 13.11.2016, 15:28h
  • Antwort auf #1 von rfgggghhhgg
  • Nicht nur das: In München finanziert der schwule Wirt Dietmar Holzapfel von der Deutschen Eiche der CSU sogar den CSD-Wagen, damit sie ihre gottgefällige Schwuppenverdummung im Volk breittreten können!
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#4 SebiAnonym
  • 13.11.2016, 17:00h
  • Richtige Entscheidung.

    In Australien haben die LGBTI offenbar mehr Mumm als hierzulande.

    In Deutschland hat es ja Tradition, dass man immer für alles Verständnis haben muss, immer Geduld haben soll, etc.

    Hier in Deutschland dürfen CDU, SPD und FDP völlig selbstverständlich CSDs für ihre Propaganda missbrauchen. Die sind genau wie Turnbull: angeblich wollen sie uns nicht diskriminieren, tun dann aber genau das. Und missbrauchen dann auch noch CSDs für ihre Propaganda, um sich in den Medien auch noch als weltoffen und homofreundlich hinstellen zu können, während die Realität ganz anders aussieht.

    Ich wünschte, auch hierzulande würden wir sowas nicht zulassen und nicht akzeptieren, dass Parteien, die unsere Gleichstellung verhindern (egal mit welcher fadenscheinigen Ausrede) unsere Demos für gleiche Rechte für ihre verlogene Partei-Propaganda nutzen können.
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#5 SebiAnonym
  • 13.11.2016, 17:02h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • "Die absolut richtige Entscheidung! Das Geeiere der Politik um die Eheöffnung ist nicht hinnehmbar"

    Dann befürwortest Du ja sicher auch, dass auch in Deutschland entsprechende Parteien (also CDU, CSU, AfD, SPD, FDP) nicht an CSDs teilnehmen dürften...
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#6 Patroklos
#8 RobinAnonym
  • 14.11.2016, 10:15h
  • Antwort auf #1 von rfgggghhhgg
  • Da kann ich mich nur anschließen:
    wir werden NIEMALS gleichgestellt werden, solange wir Blockierer-Parteien bei CSDs akzeptieren.

    Denn damit signalisieren wir ihnen, dass ihre Politik des Verzögerns und Blockieren okay ist. Und wenn ich eines gelernt habe, dann das: solange Parteien nicht dazu gezwungen werden, tun sie auch nichts.

    Wieso sollten sie Bemühungen für Gleichstellung auf sich nehmen, wenn wir ihnen ständig signalisieren: "Macht nur weiter so wie bisher. Eilt alles nicht."
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#9 RobinAnonym
  • 14.11.2016, 10:23h
  • Antwort auf #6 von Patroklos
  • Wow, Du hast verstanden, dass Deutschland nicht Australien ist. Respekt für diese Leistung.

    Aber wieso es in Australien für Dich okay ist, Blockierer von CSDs auszuladen und in Deutschland nicht, kannst Du nicht erklären...
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#10 LinusAnonym
  • 14.11.2016, 10:39h
  • Die Parteien nutzen jede Möglichkeit, um sich ein gutes Image zu geben und sich als volksnah zu präsentieren. Dafür missbrauchen die auch gerne unsere CSDs.

    Aber wir selbst machen uns und unsere Forderungen völlig unglaubwürdig, wenn wir zulassen, dass Parteien, die unsere Gleichstellung auch nur einen Tag verzögern, bei CSDs mitmachen.
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