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  • 13.11.2016, 12:15h           3      Teilen:   |

Vernetzung und Weiterbildung

"Wir brauchen mehr Sichtbarkeit von LGBTI-Juristen"

Artikelbild
Stuart B. Cameron hat sich als Organisator der queeren Karrieremesse "Sticks & Stones" einen Namen gemacht. Nun will er LGBTI-Juristen vernetzen (Bild: Uhlala GmbH)

Im Interview erklärt Stuart Cameron, warum er am 19. November in Köln den "Alice Juristensummit" u.a. für queere Anwälte, Richter und Jurastudenten veranstaltet.

Von Dominik Dierich

Warum brauchen LGBTI-Juristen ein eigenes Treffen?

Netzwerken, Weiterbildung, Austausch und die Möglichkeit, voneinander zu lernen, sind maßgeblich für den beruflichen Erfolg. Das gilt natürlich auch für Juristen, die LGBTI sind. Und nur gut vernetzt können LGBTI-Juristen zusammen an der Durchsetzung ihrer Rechte arbeiten. Mit "Alice" haben wir uns an der Lavender Law Conference & Career Fair in den USA orientiert. Das ist die weltgrößte Veranstaltung für LGBTI-Juristen mit über 1.500 Besuchern, 190 Kanzleien und anderen juristischen Organisationen. Hier wird voneinander gelernt, sich ausgetauscht und "genetzwerkt". Das möchten wir mit "Alice" in Deutschland auch erreichen.

Was erwartet die Besucher konkret?

17 spannende Persönlichkeiten. Darunter Matt Beard, der sich als Executive Director bei All Out mit über zwei Millionen Mitgliedern weltweit für die Rechte von LGBTI einsetzt. Darüber hinaus können sich alle (angehenden) Juristen über Karrieremöglichkeiten im Rechtsbereich informieren, wie etwa beim Vortrag von Dr. Klaus-Stefan Hohenstatt, Partner bei Freshfields. Beim "Ehe für alle"-Panel kann mitzudiskutiert werden, und in unserer Messelounge können Kontakte zu Unternehmen und Kanzleien geknüpft und sich so über aktuelle Jobangebote informiert werden. Beim Speed-Networking werden wir die Teilnehmer nicht zuletzt vernetzen. Zum Abschluss gehen wir im Kölner Club "Exile" gemeinsam feiern.

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Dürfen zur Veranstaltung ausschließlich Juristen kommen?

Nein, generell sind alle Interessierten bei uns herzlich willkommen, die sich für die Jurawelt interessieren und denen die Rechte von LGBTI wichtig sind. Insbesondere richtet sich das Event aber an Studierende, Referendare, Rechts- und Staatsanwälte, Richter, Verwaltungs-, Wirtschafts- und Verbandsjuristen. Die Summit-Ticket sind kostenlos.

Wer steckt eigentlich hinter "Alice"?

"Alice" ist ein Projekt der Uhlala GmbH, diese wurde von mir vor vier Jahren gegründet. Mittlerweile sind wir eine kleine unabhängige Firma mit vier Mitarbeitern und einigen Freelancern, die mit sehr viel Herzblut die Projekte vorantreiben. Insgesamt organisieren wir seit acht Jahren LGBTI- Veranstaltungen – vom kleinen Diversity-Event bis hin zu unserem Schlachtschiff, der Karrieremesse "Sticks & Stones".

Eckt ihr aufgrund des Fokus auf LGBTI bei den Unternehmen manchmal an?

Wahrscheinlich gibt es in der Tat Unternehmen und Organisationen, die sich wünschen, dass es uns nicht gäbe. Die sich mit dem Thema nicht beschäftigen wollen. Nachdem sich immer mehr Unternehmen öffnen, gibt es hier einen Druck zum Nachziehen, wenn man noch als ein attraktiver Arbeitgeber angesehen werden möchte. Positive Beispiele im Jura-Umfeld sind vor allem angloamerikanisch geprägte Großkanzleien wie White & Case, Allen & Overy, Baker & McKenzie, Linklaters, Latham & Watkins oder Hogan Lovells International.


Poster zum Summit. Namensgeberin ist die Juristin und Menschenrechtlerin Alice Nkom aus Kamerun


Gibt es aus der LGBTI-Community selbst Stimmen, die sich kritisch gegenüber euren Veranstaltungen äußern?

Natürlich gibt es auch Schwule und Lesben (weniger Bis oder Transidente), die finden, dass solche Projekte unwichtig sind und wir uns damit nicht so in den Vordergrund spielen sollen, da wir "doch alles schon erreicht haben". Aber gerade das Erstarken populistischer Bewegungen in Europa und Amerika zeigt uns, dass die von der LGBTI-Community erkämpften Rechte auf wackeligen Beinen stehen. Trump hat sich etwa vor der Wahl dafür ausgesprochen, die Ehe für alle rückgängig zu machen. Daher muss die Community zusammenstehen und sich dafür einsetzen, dass diese Rechte nicht wieder zurückgenommen werden.

Vor welchen Herausforderungen stehen LGBTI im Business-Alltag?

Mit dieser Frage setzen wir uns bei unserer Paneldiskussion auf dem Summit zum Thema Coming-out auseinander. Laut einer Studie von Dominic Frohn über sexuelle Identität am Arbeitsplatz empfinden es immer noch mehr als 60 Prozent aller Lesben und Schwulen als notwendig, ihre Homosexualität zu verschweigen. Wie schwierig sich eine normale Montagmorgenkonversation über das Wochenende mit Kollegen gestaltet, ohne den eigenen Partner zu erwähnen, kann ja jeder mal selbst ausprobieren.

Eine Studie der Europäischen Union aus dem Jahr 2013 besagt, dass jeder Fünfte aus der Gruppe der LGBTI sich in den letzten zwölf Monaten am Arbeitsplatz diskriminiert gefühlt hat. Wir wollen mit unseren Projekten auf diese Problematiken aufmerksam machen und Arbeitgeber, die sich gegen Diskriminierung aussprechen und für Wertschätzung einstehen, eine Plattform geben.

Was muss getan werden, damit Diskriminierung und das Verheimlichen der eigenen sexuellen Orientierung im juristischen Business-Alltag kein Thema mehr ist?

Wir brauchen mehr Sichtbarkeit von Juristen in hohen Positionen, so wie zum Beispiel Susanne Baer als offen lesbische Bundesverfassungsrichterin oder aber auch Partner von Großkanzleien wie etwa Sascha Kuhn von Simmons & Simmons, welche in ihrem Job out sind und dadurch eine Vorbildfunktion ausüben. Darüber hinaus müssen sich Kanzleien offen zu ihren LGBTI-Mitarbeitern bekennen. Ein starkes Netzwerk unter LGBTI-Juristen zum Austausch und zur Unterstützung ist auch sehr wichtig. Da gibt es aber noch eine Menge zu tun. Wir wollen mit "Alice" diesem Ziel einen Schritt näher kommen.

  Infos zur Veranstaltung
Der erste Juristensummit "Alice" findet am Samstag, den 19. November 2016 von 10 bis 20 Uhr im Radisson Blu Hotel Cologne (Messe-Kreisel 3, 50679 Köln) statt. Kostenlose Eintrittskarten können online bestellt werden. Das ausführliche Programm gibt es als PDF zum Download. Homepage: juristen-lieben-alice.de
Mehr zum Thema:
» Schwul-lesbische Juristen vernetzen sich (24.10.2015)
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Tags: stuart cameron, alice, juristensummit, vernetzung
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Reaktionen zu ""Wir brauchen mehr Sichtbarkeit von LGBTI-Juristen""


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
13.11.2016
16:53:48


(+5, 5 Votes)

Von Sebi


"Wir brauchen mehr Sichbarkeit von LGBTI-Juristen"

Nicht nur Juristen...

Wir brauchen generell mehr Sichtbarkeit von LGBTI:
in den Medien, im Berufsleben, an den Unis, auf den Straßen, in Kneipen, Cafes, Geschäften, etc. etc. etc.

Mehr Sichtbarkeit ist der erste Schritt zu mehr Akzeptanz.


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#2
13.11.2016
21:26:58


(-1, 3 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Sebi


Und mehr schwule Fernsehwerbung!


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#3
13.11.2016
21:41:14
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Berliner
Aus Berlin
Mitglied seit 16.11.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Sebi


Richtig, aber dafür kämpfen wir ja schon an den verschiedenen Fronten in den verschiedenen Bereichen.
Hier geht es ja konkret um das "Jura-Projekt", aber es gibt auch Projekte für andere Branchen. Zum Beispiel für Tech-Interessierte gibt's Unicorns in tech (auch von Stuart).


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