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Im Interview mit CBS sendete der künftige US-Präsident Donald Trump am Wochenende sehr gemischte Signale aus (Bild: Bill B / flickr)

Der künftige US-Präsident will die Ehe für alle nicht antasten und rief seine Anhänger zu Gewaltfreiheit auf. Gleichzeitig kündigte er die schnelle Abschiebung von bis zu drei Millionen Einwanderern an.

In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CBS hat der künftige US-Präsident Donald Trump seine Kritiker aufgefordert, ihm ein wenig Zeit zu geben – und sie gleichzeitig zu beruhigen versucht. "Habt keine Angst", sagte der Multimilliardär wörtlich. Seit der Wahl am vergangenen Dienstag gehen in zahlreichen amerikanischen Städten Tausende Menschen gegen den 70-Jährigen auf die Straße.

Er sei überrascht zu erfahren, dass einige seiner Anhänger Minderheiten beschimpft hätten und verurteile jegliche Übergriffe, sagte der künftige Präsident, der sich mit einem Gehalt von einem Dollar begnügen wolle. In den letzten Tagen waren in den USA verstärkt verbale und körperliche Gewalttaten gegen Lesben und Schwule, Latinos, Afroamerikaner sowie Muslime gemeldet worden. "Ich hasse es, so etwas zu hören, und es macht mich traurig, so etwas zu hören", meinte Trump. "Wenn es hilft, werde ich Folgendes sagen, und ich werde es direkt in die Kameras sagen: Hört auf damit!"

Seine Haltung zur Ehe für alle sei "irrelevant", so Trump

Der designierte US-Präsident erklärte in dem CBS-Interview, dass er an der Ehe für alle nicht rütteln werde. Seine Haltung zum Thema sei "irrelevant", so Trump auf eine entsprechende Frage. "Diese Frage ist entschieden, das ist jetzt das Recht", sagte er in Bezug auf die Entscheidung des Supreme Courts aus dem letzten Jahr, die Ehe in allen Staaten zu öffnen. Vergangene Woche hatten LGBT-Aktivisten den designierten Präsidenten scharf kritisiert, da er gleich mehrere Lobbyisten in sein Übergangsteam berufen hatte, die ihr Leben dem Kampf gegen Homo-Rechte verschrieben haben (queer.de berichtete).

Am Wochenende kündigte die Trump-Kampagne auch an, dass der republikanische Parteichef Reince Priebus der neue Stabschef wird – Priebus hatte sich immer wieder gegen LGBTI-Rechte ausgesprochen und stand auch einer Wahlprogramm-Kommission vor, die die Ehe-Öffnung rückgängig machen wollte (queer.de berichtete).


Schien manchmal über die Antworten des neuen Präsidenten überrascht: CBS-Journalistin Lesley Stahl im Interview mit Donald Trump

In dem Interview bekräftigte Trump auch sein Wahlversprechen, für den Obersten Gerichtshof nur Richter zu nominieren, die strikt gegen Abtreibung seien – entsprechende Juristen sind meist auch klare Gegner gleichgeschlechtlicher Ehen. Falls die bisherigen Rechtsprechungen vom Supreme Court widerrufen werden, würden künftig die Bundesstaaten in diesen Fragen entscheiden. Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollten, müssten sich dann eventuell auf eine längere Reise einstellen, räumte Trump gegenüber der CBS-Journalistin Lesley Stahl ein: "Ja, vielleicht, die müssen dann vielleicht in einen anderen Staat fahren."

Als Stahl ihn in Bezug auf die Ehe für alle erneut mit der Richterneubesetzung konfrontieren wollte, fiel Trump ihr ins Wort und meinte erneut, dass die Frage "entschieden" sei. "Für mich ist das okay." Im Februar hatte er noch in einem Interview gesagt, dass Evangelikale ihn bei der Frage vertrauen könnten. Die Entscheidung des Supreme Courts sei "schockierend" gewesen und er wäre dafür, diese Frage den Bundesstaaten zu überlassen.

In dem CBS-Interview vom Sonntag bekräftigte der 70-Jährige auch seinen Plan, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. So schnell wie möglich wolle er zudem bis zu drei Millionen Einwanderer ohne Papiere abschieben. Ausgewiesen werden sollten "Kriminelle, Bandenmitglieder, Drogendealer", so Trump. "Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein." Sobald sich die Lage an den Grenzen "normalisiert" habe, werde er eine Entscheidung treffen, was mit den übrigen Einwanderern ohne Aufenthaltsrecht geschehen werde. (cw)

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#1 schwarzerkater
  • 14.11.2016, 09:00h
  • "Gleichzeitig kündigte er die schnelle Abschiebung von bis zu drei Millionen Einwanderern an." -
    ich habe gehört, dass selbst obama pro jahr eine ähnliche anzahl an illegalen einwanderern hat ausweisen lassen
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 14.11.2016, 09:17h
  • Antwort auf #1 von schwarzerkater
  • Das ist das alte Nixon-Schema.

    Der hat 1968 auch die wg. der Bürgerrechtsbewegung frustrierten Reaktionäre eingesammelt und trotzdem wurde die Gerichtsentscheidung über 'marriage equality' von 1967 (hier gings um 'Weiße' und Afro-AmerikanerInnen) nicht angetastet.

    Dass Trump im Gegensatz zu unserer Pastorentochter ganz persönlich keine 'Bauchgefühle' gegen unsere Ehen hat, glaube ich.

    Das sind die 'New York Values', die seine homophob-evangelikalen Partei-'Freunde' bei ihm kritisiert haben. Denen werden seine Äußerungen jetzt gar nicht gefallen.

    Ich bin aber auch überzeugt, dass Trump keinerlei Skrupel hätte, unsere Rechte und unsere Leben zu opfern, wenn es ihm politisch nützen würde.

    Der Mann ist mit Vorsicht zu behandeln.
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#3 kuesschen11Profil
  • 14.11.2016, 10:14hDarmstadt
  • Wenn Donald Trump öffentlich bekundet hat, dass er an der Ehe für alle nicht rütteln wird und somit alle Fragen mit den abgeschlossenen Rechten beantwortet sind und das Eherecht Bestand behält, dann ist das zunächst eine positive Nachricht.

    Allerdings zeigt er zu anderen Themen wie Schwangerschaftsabbruch, Abschiebung von Einwanderern und mit dem Mauerbau gegen Mexiko eine radikale Haltung.

    Fundamentale religiöse Gruppen und Rechtspopulisten in Amerika, die ihren Hass gegen Minderheiten und Einwanderer ablassen, hegen doch insgeheim den Wunsch, den Präsidenten mit ihren absurden Forderungen zu instrumentalisieren und suchen sich einen vorgesehenen Führer an der Macht. Und wenn erst mal die entsprechenden Richter der Republikaner in den oberen Gerichten sitzen, kann es für Minderheiten wieder gefährlich werden. Hoffen wir, dass dies nicht eintreten wird.
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#4 RobinAnonym
  • 14.11.2016, 10:18h
  • "Der künftige US-Präsident will die Ehe für alle nicht antasten"

    Wie will er das auch? Selbst der Präsident steht nicht über dem Supreme Court und über der Verfassung.

    Das ist also nichts, womit er werben kann.

    Viel spannender ist die Frage, wie er mit Diskriminierungsschutz und den in manchen Bundesstaaten geplanten homo- und transphoben Gesetzen umgehen wird (z.B. dem Zwang, dass Transsexuelle Toiletten und Duschen nach ihrem Geburtsgeschlecht nutzen müssen und nicht nach ihrem wirklichen Geschlecht).
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#5 Jay16Anonym
  • 14.11.2016, 10:20h

  • Vor ihm vielleicht nicht. Aber vor seiner hassgetränkten Mannschaft, mit denen er nach und nach auch den supreme court besetzen wird. Eigentlich geschickt, so kann er seine Hände reinwaschen und sagen, es War die Entscheidung von anderen. Dass er diese Leute bewusst zuvor selbst benannt und eingesetzt hat, fällt dann nicht mehr auf.
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#6 LinusAnonym
  • 14.11.2016, 10:29h
  • Wenn er wirklich so viel Ahnung von Wirtschaft hat, wie er gerne erzählt, dann weiß er hoffentlich, dass Vielfalt auch wirtschaftlich von Vorteil ist und dass Diskriminierung einer gesamten Volkswirtschaft schadet.

    Wenn er Homo- und Transrechte und Schutz vor Diskriminierung schon nicht aus Überzeugung macht, so sollte er es zumundest zum wirtschaftlichen Wohl der ganzen Nation machen.

    Das werden wir sehr genau beobachten. Und tut er das nicht, wird er viele mächtige Gegner haben...
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#7 Danny387Profil
  • 14.11.2016, 11:11hMannheim
  • Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass Trump schlicht nicht ganz bei Trost ist. Mal hüü, mal hott ... unberechenbar, widersprüchlich, narzisstisch, grandios. Ich traue dem zu, jede Woche etwas anderes zu sagen und zu machen.
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#8 WahlbeobachterAnonym
#9 LarsAnonym
  • 14.11.2016, 11:24h
  • Trump kann sagen, was er will. Er wird sich, wie er schon Monate vor seiner Wahl angekündigt hat, "so präsidial verhalten, dass ihr staunen werdet. " (aus dem Gedächtnis zitiert)

    Nur ändert er damit die zynische Botschaft nicht, dass für seinen narzisstischen Machtpoker Werte und Haltungen irrelevant sind. Es zählt lediglich der erfolg, nämlich sein erfolg. Auch seine Anhänger, mit denen er zusammen die politishce Kultur vergiftet hat, sind nun Spielbälle seiner persönlichen Ambitionen. Er wird sie genauso vor den Kopf stoßen, wie manche seiner Gegner.

    Ich werde ihm nie trauen, weder im bösen noch im guten.
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#10 Michael FranzAnonym
  • 14.11.2016, 11:50h
  • Antwort auf #1 von schwarzerkater
  • In der 2. Amtszeit von Obama wurden jährlich ca. 400.000 illegale Einwanderer_innen ausgewiesen, meistens Neueingewanderte, oder straffällig gewordene Einwander_innen. Allerdings hatte Obama auch viele Initativen zur Legalisierung und Verbesserung der Lage schon lange in der USA illegale lebender Menschen eingebracht, die oft von Republikanischer Seite blockiert und torpediert wurden. Um die Zahlen von Trump zu erreichen müssten viele schon lange in der USA lebende Menschen deportiert werden, im übrigen wird die amerikanische Wirtschaft massiv Schaden erleiden, da etwa 10 -12 % der Arbeitsplätze mit Illegalen besetzt sind.
    Für die Homoehe sehe ich sehr schwarz, da das neue Mitglied am Obersten Gerichtshof sicherlich kein Konsenskanditat werden wird....
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