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Ausstellung in Weimar

Sexarbeit – ein harter Job


Zwei Menschen aus der Ausstellung: "Da denke ich, ich stehe nicht im Regal im Supermarkt. Ich bin immer noch ein Mensch", sagt der 23-jährige Jan (li.). Tamara, Inhaber des Clubs "La Strada", klagt: "Die Mietpreise explodieren, dadurch verliert der Stadtteil seinen Charme" (Bild: Tanja Birkner)

Die Fotoausstellung "Halbe Stunde" von Tanja Birkner gewährt einen Einblick in verschiedene Facetten der Prostitution. Im Rahmen der Hirschfeld-Tage ist sie jetzt in Weimar zu sehen.

Sexarbeit ist eine Realität Hamburgs und dient mitunter sogar als Werbung für Toleranz und Freizügigkeit der Stadt. Doch Klischees und Mythen erschweren einen vorurteilsfreien Blick auf die Menschen, die in der Prostitution tätig sind. In der Fotoserie "Halbe Stunde" von Tanja Birkner geht es um den Blick hinter die Fassaden.

Birkners Ausstellung, die noch bis zum 7. Dezember im Rahmen der Hirschfeld-Tage täglich ab 18 Uhr im Weimarer Verein C. Keller & Galerie Markt 21 zu sehen ist, erzählt von Frauen, die seit zwanzig Jahren auf der Straße stehen und dort ihre Kunden treffen; von jungen Männern, die als Escort arbeiten; von Betreibern der Bars und Hotels; von Frauen aus Bulgarien und Rumänien, die der Armut ihres Heimatlandes und ihrer Perspektivlosigkeit entkommen wollen; und auch von der selbstbewussten Domina mit eigenem Studio.

Persönliche Porträts, die nicht bloßstellen

Tanja Birkners Fotografien erzählen von ihrem Leben, ihrer Arbeit und ihrem Blick auf die Welt. Die meisten Bilder nahm sie am Arbeitsort auf – im Hotel, der Bar oder auf der Straße. Im Kontrast dazu stehen Porträts, die in privater Atmosphäre, im Café, der eigenen Wohnung oder an der Alster entstanden sind.


Stundenhotel in Hamburg-St. Georg (Bild: Tanja Birkner)

Gemeinsam mit den im Gespräch aufgezeichneten Texten ergibt sich so ein facettenreiches Bild verschiedenster Sexarbeiter. Manchmal sehr persönlich, manchmal eher distanziert, schildern sie ihren Hintergrund und die Bedingungen ihres Jobs. Wie viel sie von sich zeigen wollten, entschieden sie selbst. So entstanden Porträts, die den Persönlichkeiten nahe kommen, ohne sie bloßzustellen.

Die Serie "Halbe Stunde" konzentriert sich auf Hamburg-St. Georg. Die Stimmung in diesem Stadtteil ist angespannt. Polizeikontrollen, das Kontaktverbot und damit verbundene Bußgelder für Sexarbeiter und Freier wirken sich auf die Arbeit und deren Leben aus.

Die Aids-Hilfe Weimar & Osthüringen hat die beeindruckende Ausstellung anlässlich des neuen und umstrittenen sogenannten Prostituiertenschutzgesetzes erstmals nach Weimar geholt. Im Sieveking Verlag ist Tanja Birkners Porträtserie im vergangenen September auch als Buch erschienen. (cw/pm)

Hirschfeld-Tage 2016

Unter dem Motto "L(i)ebe die Vielfalt" stehen bis zum 19. Dezember bei den dritten Hirschfeld-Tagen 115 Veranstaltungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf dem Programm. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld als Veranstalterin kooperiert dabei mit neun regionalen Partnern aus der Community. Weitere Infos zum Programm auf hirschfeld-tage.de.


#1 Robby69
  • 14.11.2016, 18:49h
  • Finde ich klasse!
    Endlich mal ein öffentliches Projekt, das ohne zu diskriminieren offen und objektiv über Prostitution und Sexworker aufklärt.
    Vielen Dank dafür an Tanja Birkner!
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