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Zwei Prozent der jungen Europäer bezeichnen sich als asexuell (Bild: davidgljay / flickr)

Fast die Hälfte der selbsterklärten Asexuellen sind es in Wirklichkeit nicht, so das Ergebnis einer deutschen Studie.

Eine Studie des Hannoveraner Psychologen Guido Gebauer mit Menschen, die sich als asexuell betrachten, brachte ein überraschendes Ergebnis: Mehr als 40 Prozent der Befragten waren gar nicht asexuell, sondern verwechselten Asexualität mit sexuellen Problemen oder fehlenden sexuellen Gelegenheiten.

Gebauer hatte für die Online-Dating-Plattform gleichklang.de den Selbsttest "Bin ich asexuell?" entwickelt. Der Test hat die Aufgabe, Asexualität von anderen Phänomenen, wie mangelnder Gelegenheit zum Sex, Orgasmusstörungen, Schmerzen bei der Sexualität oder Schüchternheit, zu unterscheiden. Gebauer wertete die Daten von 707 Personen aus, die sich selbst als asexuell bezeichneten.

Der Test bestätigte zwar, dass bei 59 Prozent der Teilnehmer tatsächlich Asexualität vorliegt. Bei 41 Prozent kam er aber zu dem Ergebnis, dass die Betroffenen Asexualität mit anderen Phänomenen verwechselten.

15 Prozent der Befragten glaubten etwa, sie seien asexuell, obwohl in Wirklichkeit nur mangelnde Gelegenheiten zum Ausleben der Sexualität vorlagen. Neun Prozent fühlten sich nur durch vertraute Personen sexuell angezogen. In diesem Fall handelt es sich laut Gebauer aber nicht um Asexualität, sondern um Demisexualität.

Weitere 13 Prozent berichteten über sexuelle Funktionsstörungen, wie Schwierigkeiten beim Orgasmus oder Schmerzen. Sexuelle Funktionsstörungen und Asexualität sind nach Gebauer völlig verschiedene Sachverhalte. Schließlich gaben noch vier Prozent der Befragten an, für sexuelle Kontakte zu schüchtern oder zu gehemmt zu sein. Gebauer erklärte, dass Personen, die gerne Sex hätten, aber sich nicht trauten, per Definition nicht asexuell seien.

Weiteres Phänomen: Manche erkennen eigene Asexualität nicht

Es gibt aber auch umgekehrt Fälle, in denen Menschen nicht wissen, dass sie asexuell sind: So beteiligten sich an dem Test 458 Personen, die sich vorab als nicht asexuell bezeichneten. In dieser Gruppe wurde bei immerhin 34 Personen (sieben Prozent) das Vorliegen von Asexualität vermutet.

Der Test zeigte auch, dass deutlich mehr Frauen asexuell zu sein scheinen als Männer. Unter den Teilnehmenden schätzte der Test 43 Prozent der Frauen als asexuell ein, aber nur 26 Prozent der Männer.


Guido Gebauer hat den Test für Asexualität entwickelt (Bild: obs / Gleichklang Limited)

Gebauer betonte, dass Asexualität keine Störung und kein Problem sei, sondern eine normale Spielart der sexuellen Ausrichtung. Deshalb sei es wichtig, dass Menschen ihre sexuellen Erlebnisweisen richtig einordneten. Ein Mann, der demgegenüber etwa mit Orgasmusproblemen zu kämpfen hat, könne sich behandeln lassen. Sexuelle Funktionsstörungen sollten auf keinen Fall mit Asexualität gleichgesetzt werden, da dies einer unberechtigten Pathologisierung von Asexualität gleichkäme.

Die asexuelle Community ist bislang weniger sichtbar, tritt aber vermehrt auf CSDs auf. Laut einer aktuellen Umfrage von Dalia-Research bezeichnen sich zwei Prozent der jungen Europäer zwischen 14 und 29 Jahren als asexuell. (dk)



#1 Dont_talk_aboutProfil
  • 16.11.2016, 15:25hFrankfurt
  • Es wird Zeit, dass diese Gruppe sichtbarer wird und ihre Interessen in der Öffentlichkeit besser vertritt
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#2 FolgerichtigAnonym
#3 GeorgGProfil
  • 16.11.2016, 16:34hBerlin
  • 2 % der Europäer sind asexuell. Das sind in etwa so viele wie offen schwul sind.
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#4 Dont_talk_aboutProfil
#5 FolgerichtigAnonym
  • 16.11.2016, 16:45h
  • Antwort auf #3 von GeorgG
  • "2 % der Europäer sind asexuell"

    Von denen lt . Studie 40 % gar nicht asexuell sind.

    Während den 2 % offen Schwulen MINDESTENS noch mal so viele Schrankschwestern gegenüber stehen.

    Wer muss also sichtbarer werden?
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#6 CensusAnonym
#7 ursus
#8 wiking77
  • 16.11.2016, 19:51h
  • Der Mensch ist ein sexuelles Wesen, wie andere Lebenwesen auch. Selbst wer sich nicht sexuell betätigt, hat dies als sexuelle Orientierung mitdrin. Ich glaube nicht an Asexualität.
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#9 Homonklin44Profil
  • 16.11.2016, 20:44hTauroa Point
  • Antwort auf #8 von wiking77
  • Zum Glück ist das nun keine Frage des Glaubens. Glaube verändert die Wirklichkeit nicht.

    Es gibt auch Menschen, die nicht an Intersexuelle glauben, und diese aus ihrem Weltverständnis ausklammern.

    Oder solche, die glauben, Schwule und Lesben gäbe es gar nicht, die seien nur krank und wollen sich nicht "heilen" lassen.

    Besser zu sehen, zu denken, als zu glauben.
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#10 TheDadProfil