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  • 17.11.2016, 12:09h           14      Teilen:   |

Neue Töne aus der katholischen Kirche

Erzbischof Heiner Koch besorgt wegen Hass-Postings

Artikelbild
Erzbischof Heiner Joch sorgt sich um die Umgangsformen im Internet (Bild: Walter Wetzler)

Drei katholische Bischöfe beklagen, dass der Ton im Internet rauer und menschenfeindlicher werde und zu Hass führe.

Die katholischen Bischöfe von Berlin, Köln und Essen warnen in der am Donnerstag veröffentlichten "Zeit"- Beilage "Christ & Welt" (Donnerstag), dass Hasskommentare im Internet der Demokratie erheblichen Schaden zufügen könnten. Auch er selbst wäre Opfer des Hasses, erklärte der Berliner Erzbischof Heiner Koch: "Ich wurde angefeindet, wenn ich mich auch für nicht-christliche Flüchtlinge eingesetzt habe, aber auch für meine Teilnahme am Marsch für das Leben. Verbal geschossen wird auf jede Äußerung zum Thema Islam, Homosexualität und Populismus", so Koch.

Der Äußerung des 62-Jährigen ließ sich nicht näher entnehmen, ob er homofeindlich motivierte Kommentare kritisierte oder ihm gegenüber vorgetragene Kritik an der Homofeindlichkeit der Kirche, analog zur Kritik an seiner Teilnahme am "Marsch für das Leben". Koch war allerdings im Januar von Homo-Hassern in sozialen Netzwerken dafür kritisiert worden, dass er das Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule des LSVD Berlin-Brandenburg (MILES) besucht und sich über die Lage von LGBTI-Flüchtlingen informiert hatte (queer.de berichtete).

Die weiteren Bischöfe äußerten sich allgemeiner zu den aktuellen gesellschaftlichen Fragen und der Debattenkultur. So lobte der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, in der Zeitungsbeilage den Einsatz von "vielen tausend Menschen" für Flüchtlinge. "Ich würde mir wünschen, ihr Beispiel könnte mit dazu beitragen, dass wir allesamt offener, freundlicher und auch nachdenklicher miteinander umgehen."

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"Demokratischer Konsens wird zerstört"

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ergänzte: "Wer im Internet Menschen herabwürdigt, wer Hass sät, zu Gewalt oder Kampagnen gegen Andersdenkende aufruft, zerstört den demokratischen Konsens und die Debattenkultur in unserem Land." Deshalb hätten er und sein Bistum beschlossen "strafrechtlich relevante Kommentare künftig auch den zuständigen Stellen zuzuleiten".


Franz-Josef Overbeck beklagt sich über die Herabwürdigung von Menschen im Internet, obwohl er noch vor wenigen Jahren selbst ausgeteilt hatte. Bild: (cc) ACBahn / wikipedia


In der Vergangenheit setzte Overbeck in Bezug auf Schwule und Lesben freilich selbst auf Botschaften, die von vielen als Hetze verstanden wurden. So beschuldigte der Würdenträger 2010 in der Sendung "Anne Will" gleichgeschlechtliche Paare, unnatürlich zu sein – auf Homosexualität angesprochen, sagte er damals: "Das ist 'ne Sünde. Wissen Sie ja ganz klar und eindeutig, dass es das ist. Das widerspricht der Natur. Die Natur des Menschen ist angelegt auf das Miteinander von Mann und Frau" (queer.de berichtete). Selbst das Gesetz über eingetragene Partnerschaften erklärte er für "moralisch nicht vertretbar" (queer.de berichtete). In den letzten Jahren hatte er sich zugleich oft gemäßigter geäußert und sogar gegen die Diskriminierung von Regenbogenfamilien ausgesprochen (queer.de berichtete).

Andere katholische Würdenträger verbreiten weiterhin Hass gegen Schwule und Lesben, ohne dass sie wahrnehmbarer innerkirchlicher Kritik ausgesetzt sind. So stufte Gerhard Kardinal Müller, der oberste katholische Glaubenshüter, in einem Buch die "sündigen Verhältnisse" von Lesben und Schwulen als "pervers" ein (queer.de berichtete). Bischof Heinz Josef Algermissen aus Fulda erklärte zudem erst vergangen Monat, dass die Benachteiligung von Homo-Paaren "dem Wohl des Menschen" diene (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: heiner koch, rainer maria woelki, franz-josef overbeck, katholische kirche
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Reaktionen zu "Erzbischof Heiner Koch besorgt wegen Hass-Postings"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
17.11.2016
13:00:39
Via Handy


(+10, 14 Votes)

Von Mal angemerkt


"Deshalb hätten er und sein Bistum beschlossen "strafrechtlich relevante Kommentare künftig auch den zuständigen Stellen zuzuleiten"

Da hat er durchaus recht.
Ich fordere dementsprechend auch Kirchgänger auf strafrechtlich relevante Kommentare von der Kanzel künftig auch den zuständigen Stellen zuzuleiten.


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#2
17.11.2016
13:11:05


(+9, 11 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


Wie heißt es so schön in der Bibel? "Wer Haß sät, wird Sturm ernten" Der raue Umgangston im Internet, wo zum Thema Islam, Homosexualität und Populismus verbal scharf geschossen wird, hat auch seine Ursachen, woran die katholische Kirche und er selbst nicht ganz unschuldig ist!
Sie sollen nicht nur vor ihrer eigenen Türe kehren, sondern intern mal vollständig aufräumen! Wer austeilt, muß damit rechnen, daß er verbal erschossen wird!


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#3
17.11.2016
13:15:29


(+7, 9 Votes)

Von Crikkie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Erst jahrhundertelang rumzündeln und sich dann darüber beklagen, dass aus dem Scheiterhaufenfeuer ein Flächenbrand wird. Das haben wir ja gerne...


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#4
17.11.2016
13:44:05


(+5, 9 Votes)

Von Peer


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
"In der Vergangenheit setzte Overbeck in Bezug auf Schwule und Lesben freilich selbst auf Botschaften, die von vielen als Hetze verstanden wurden."

"Das ist 'ne Sünde. Wissen Sie ja ganz klar und eindeutig, dass es das ist."

"Das widerspricht der Natur."

"pervers"

Etc. etc. etc.
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

Immer dieselbe Masche bei der Katholiban:
sie selbst dürfen aufs übelste hetzen. Aber wenn andere dann deren Meinung kritisieren, soll das plötzlich "Hass" und "Anlass zur Sorge" sein.

Dann sind die Katholen plötzlich die "Minderheit Andersdenkender", denen man angeblich ihre Rechte nehme.

Das gilt immer zweiseitig:
wer gegen andere hetzt, kann nicht erwarten, dass andere dann nicht auch ihr Recht auf freie Rede nutzen, um ihre Meinung dazu kundzutun.


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#5
17.11.2016
14:01:05


(+5, 7 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von Mal angemerkt


heißt also selbstanzeige..
heiliger bimbam; die kuttenträger zeigen ihre geistesverwandten an, die wiederum berechtigterweise sich auf ihre geistigen väter berufen..
Wer wird da salomonisch urteilen.

Ich frage mich allerdings, was hinter dieser demutsgeste steht .. verlieren die brandstifter den anschluss an ihrer pyromanischen gefolgsleute...
oder teilt sich die religion mal wieder in scheingut und böse auf?

Lassen wirs dabei bewenden, dass nur eine tote religion eine gute ist.
Das macht den umgang mit diesen scheinheiligen einfacher, ist es doch deren art der auseinandersetzung mit dem ihnen unliebsamen gegenüber.


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#6
17.11.2016
14:18:19


(+6, 8 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von Mal angemerkt


naja, die anzeigen, die die starten, berufen sich ja auf diesen unseligen rechtszustand der ihnen schutz vor jeglicher kritik zubilligt der in ihren augen das maß der freundlichen kritik an diesem religionsstaat im staate übersteigt.

Weg mit §166 stgb!
Freie reli-ausübung .. ok!
Aber auch freie meinungsäusserung gegen kirchen und religion/gemeinschaften jeglicher art!
Gleiche waffen im kampf um aufklärung!


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#7
17.11.2016
14:23:23


(+5, 7 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


"Andere katholische Würdenträger verbreiten weiterhin Hass gegen Schwule und Lesben, ohne dass sie wahrnehmbarer innerkirchlicher Kritik ausgesetzt sind ..."

Die in dieser Kirche leider übliche Doppelmoral. Man wählt einen elaborierteren Sprachcode als diejenigen, die man nun kritisiert, meint aber im Grunde dasselbe und wertet permanent nicht Heterosexuelle ab. Daher ist die Kritik der Herren unglaubwürdig.


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#8
17.11.2016
15:06:58


(+4, 6 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


"Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich."
Nur ob da gewisse Glaubens- und Religionsvertreter auch da hinkommen : sehr fraglich .


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#9
17.11.2016
15:18:45


(+4, 6 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #8 von Tommy0607


"selig sind...
ja, mit dem spruch haben sie sich ihren freischein formuliert, der ihnen über die jahrhunderte hinweg alles genehmigte was ,"ihrer gerechtigkeit" dienlich schien.
Das schriftsück zusammengerollt und jedem lebenden klerikalen ins maul gestopft ...
Die würden an ihrem eigenen hochmut ersticken.


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#10
17.11.2016
16:01:44


(-1, 5 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Erzbischof Heiner Koch besorgt wegen Hass-Postings"

Selber schuld, wenn man als Katholische KIRCHE im Glashaus sitzt und mit Steinen wirft!


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