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Beide Seiten erstatteten Anzeige bei der Polizei (Bild: Sebastian Rittau / flickr / by 2.0)

Ein 18-Jähriger setzte am Mittwochabend in Berlin-Schöneberg eine Gruppe von Jugendlichen außer Gefecht, weil er von ihnen beschimpft worden sei.

Mit Platzwunden, Kopf- und Nackenschmerzen wurden am Mittwochabend in Berlin-Schöneberg fünf männliche Teenager nach einer Auseinandersetzung mit einem 18-Jährigen ambulant behandelt. Das Quintett im Alter zwischen 14 und 19 Jahren hätte eigenen Angaben zufolge gegen 21.30 Uhr in der Kurfürstenstraße in Höhe der Potsdamer Straße "einfach nur rumgestanden und Bier getrunken", als es unvermittelt von dem Mann angegriffen worden sei.

Der 18-Jährige, der zur Tatzeit mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind spazieren ging, schilderte wiederum, aus der Gruppe heraus beleidigt worden zu sein. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hätten ihn die Jugendlichen unter anderem als "Schwuchtel" beschimpft.

Als er die pöbelnden Teenager daraufhin ansprach, sei einer von ihnen mit dem abgebrochenen Hals einer Bierflasche auf ihn losgegangen. Nachdem er den Angreifer gezielt mit der Faust abwehrte und die übrigen vier in gleicher Weise außer Gefecht setzte, ging er zusammen mit seiner Familie einfach weiter.

Wie der Sachverhalt sich tatsächlich zugetragen hat, ist nun Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die von Passanten alarmierte Polizei konnte den 18-Jährigen in einem Wohnhaus in der Nähe aufspüren und befragen. Dabei zeigte er die Jugendlichen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung an. Die Gruppe selbst erstattete gegen den 18-Jährigen Anzeige wegen Körperverletzung.

Wie in Fällen mit einem vermuteten homofeindlichen Motiv in Berlin üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen. Berlin gehört zu den wenigen Städten, deren Polizei mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnt und die Taten bis hin zu Beleidigungen häufig publik macht. (cw/pm)



#1 Wehrt EUCHAnonym
  • 18.11.2016, 11:55h

  • Wenn es sich so zugetragen hat, wie der 18 jährige angibt, bedauere ich um so mehr, dass es leider kein Schwuler war, der den kleinen Drecksäcken mal richtig die Fresse poliert hat.
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#2 GeorgGProfil
  • 18.11.2016, 12:31hBerlin
  • Prima! Gut gemacht!

    Vorlaute "Teenager", die sich abends an der Kurfüstenstrasse herumtreiben, müssen lernen, dass man nicht einfach so vorbeigehende Passanten beleidigen kann, schon gar nicht in einer eher dubiosen Gegend wie es die Kurfürstenstrasse ist.

    Der Passant mit Frau und Kind hat Zivilcourage gezeigt, was heutzutage in Berlin eher selten ist.
    Auch gut, dass er die Gruppe angezeigt hat.
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#3 Wehrt EUCHAnonym
#4 GegenGewaltAnonym
  • 18.11.2016, 13:03h
  • Antwort auf #2 von GeorgG

  • Bravo?! Der Aufruf zur Gewalt ist nicht besser als wenn ein Trump seine Wähler im Saal auffordert Störer zu verprügeln. Absolut indiskutabel, und ein weiteres Beispiel dafür dass alle(!) beteiligten immer weiter verrohen. Ein Trauerspiel
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#5 Wehrt EUCHAnonym
  • 18.11.2016, 14:09h
  • Antwort auf #4 von GegenGewalt

  • Ja klar, Gewaltaufruf.??
    Das ist kein Gewaltaufruf, das ist die Aufforderung sich zu wehren und auch andere Menschen zu verteidigen, wenn sie ungerechtfertigt beleidigt und/oder angegriffen werden.
    Ich werde mich jedenfalls nicht anpöbeln und verprügeln lassen, und werde auch Partei für Andere ergreifen, wenn nötig.
    Man bedenke, dass Jesus, der gesagt hat, man sollte dem Schläger auch noch die andere Wange hinhalten, von seinen freundlichen Mitmenschen schön gewaltfrei ans Kreuz genagelt worden ist. Schönen Dank, aber ohne mich!
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#6 Crikkie
  • 18.11.2016, 14:52h
  • Ich frage mich, ob jetzt zukünftig jeder Vorfall, bei dem Schimpfworte, die ursprünglich den Homosexuellen "vorbehalten" waren, benutzt werden, auf queer.de breitgetreten werden muss. In diesem Fall zumindest unterstelle ich dem Autor sowie den meisten Internetkommentatoren eine latente Schadenfreude, die hier aber völlig fehl am Platz ist.

    Die wenigsten scheinen zu bemerken, dass sich der junge Mann offenbar nicht zur Wehr setzte, weil ihm das Wort Schwuchtel als solches diskriminierend vorkam und sauer aufstieß, sondern viel eher, weil er sich durch die zwar homophobe und diskriminierende, aber umgangs- und jugendsprachlich leider immer noch übliche, vollkommen abstruse -immerhin war er mit Frau und Kind unterwegs- Andeutung, er könne eine "Schwuchtel", also homosexuell sein, beleidigt fühlte. Diejenigen, die sich also gerade in dem Gedanken suhlen, dass ein paar ange-/betrunkene Jugendliche für ein homofeindliches Schimpfwort Prügel kassierten, mögen in einem ruhigen Moment mal darüber nachdenken, was dieser Vorfall ihnen (bzw. uns) jetzt gebracht hat -außer der Erkenntnis, dass die Ausübung von Gewalt offensichtlich mittlerweile begrüßenswert und Schadenfreude doch die schönste Freude ist?

    Ob die Community diesen Vorfall auch derart bejubeln würde, wenn das Ganze mit einem Neonazi in der Hauptrolle passiert wäre?
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#7 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 18.11.2016, 19:03h
  • Ich frage mich ja immer wieder, weshalb es als Beleidigung gelten kann, wenn jemand als schwul bezeichnet wird.

    Natürlich kennen wir die Antwort.
    Das hat essentiell mit dem Umgang mit und der Bewertung von Männlichkeit und Weiblichkeit zu tun. Solange (traditionelle, pointierte) Männlichkeit wesentlich mehr wert ist als Weiblichkeit oder weiblich konnotierte Eigenschaften, geht diese Problematik nicht weg.

    Solange das so bleibt und die Gesellschaft nicht dazu kommt, schwule Männer als vollwertige Männer zu betrachten und zu behandeln, so lange wird es eben auch möglich sein, Menschen mit "Schwuchtel" oder Ähnlichem herabzuwürdigen.

    Da hängt noch viel Arbeit dran.
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#8 Anna LyseAnonym
  • 18.11.2016, 19:55h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • So viel AfD-Reizgas auf einen Schlag von GeorgG.

    Wieso "Teenager" in Anführungszeichen? Weil sie eigentlich was anderes sind? Was sind die Teenager denn eigentlich deiner unmaßgeblichen Meinung nach? Bitte erläutere.

    Wieso "schon gar nicht"? Wäre es in einer "weniger dubiosen" Gegend o.k., Menschen zu beleidigen? Warum?

    Wieso "Zivilcourage"? Zivilcourage ist das Eintreten für andere. Bitte lerne.

    Wieso soll Zivilcourage in Berlin "heutzutage" seltener sein als "früher"? War es früher mehr? Ist es heute wirklich weniger? Bitte beweise deine Aussage!

    So kann im Grunde nur einer schreiben, der nicht in Berlin wohnt. Oder der sich aus seiner miefigen Spandauer Altbauwohnung maximal bis zur Eckkneipe uff 'ne Molle und 'n Korn schleppt und hier mal seinen Altersfrust rauskotzt.
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#9 UnterschiedAnonym
  • 19.11.2016, 10:09h
  • Antwort auf #4 von GegenGewalt
  • Es ist aber schon ein Unterschied, ob jemand einfach grundlos zur Gewalt gegen andere aufruft, oder ob man sich gegen Mobbing zur Wehr setzt.

    Wegen Herabwürdigungen wie "Schwuchtel" nehmen sich Jugendliche das Leben. Das ist etwas völlig anderes, als wenn man zu Gewalt gegen den politischen Gegner aufruft.
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#10 PeerAnonym
  • 19.11.2016, 10:49h
  • Antwort auf #4 von GegenGewalt
  • Die homophoben Pöbler haben ihn, seine Frau und sein Kind mit einer abgebrochenen Flasche angegriffen.

    Was soll er denn sonst machen, als sich und seine Familie zu verteidigen?

    Wenn der Staat seine Bürger schon nicht vor solchen Pöblern beschützt, müssen die Bürger das eben selbst machen.
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