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  • 19.11.2016, 07:32h               Teilen:   |

Crowdfunding

Schwule Geschichte als Thriller


Szene aus "The year I lost my mind": Tom trägt gern Masken


Tor Ibens neuer Film "The year I lost my mind" ist ein erotischer Thriller mit historischen Bezügen – Crowdfunding soll die Postproduktion finanzieren.

Tor Iben, der Regisseur von "Wo willst du hin Habibi", hat im Sommer einen neuen Kinospielfilm gedreht: "The year I lost my mind" nennt er einen "Thriller, der von der Macht des Verlangens handelt und von der Macht der Vergangenheit". Aktuell befindet sich der Film in der Postproduktion-Phase, für die Iben nun per Crowdfunding ein paar Tausend Euro einsammeln will. Gerne machen wir auf das Projekt aufmerksam.

Im Mittelpunkt des Films steht der Berliner Kleinkriminelle Tom, der Schwierigkeiten hat, zu seinem Schwulsein zu stehen. In der Inhaltsangabe heißt es:

"Tom ist ein einsamer, junger Mann. Bei einem Einbruch mit seinem Kumpel Rachid verliebt er sich in Lars, einen jungen Geschichtsdozenten, der in der Wohnung, in die sie eingebrochen sind, wohnt. Tom beginnt Lars heimlich zu beobachten und zu verfolgen, ohne ihm etwas von seiner Existenz und seinen Gefühlen zu verraten. Gleichzeitig entwickelt Tom eine zweite Obsession zu einem Motorradfahrer, der ihm immer wieder begegnet. Immer mehr verirrt Tom sich in einem Versteckspiel, in einem Labyrinth der Leidenschaften. Als Lars ihm auf die Schliche kommt, wird der Verfolger für einen Augenblick zum Verfolgten, aber schon im nächsten Moment wendet sich das Blatt noch einmal."


Bei seiner Suche nach Liebe und Sex stößt Tom immer wieder Türen auf, die in die Vergangenheit schwuler Geschichte weisen. "The year I lost my mind" wurde unter anderem im Cruisingareal des Berliner Tiergartens, im Schwulen Museum* oder in der Sexbar "Ficken 3000" gedreht. Mit dem Motorradfahrer gibt es zudem Reminiszenzen an die erotischen Fantasien von Tom of Finland.

Regisseur Tor Iben schreibt dazu:

"Ich wollte schwuler Geschichte nachgehen. Überhaupt erstmal behaupten a) dass wir eine Geschichte haben und b) dass sie eine Wirkung auf uns hat. […] An unserem heutigen Handeln und 'Performen' an unserem sozialen und privaten und sexuellem Verhalten lässt sich unsere Geschichte erkennen und herauslesen. Dahinter steht die Idee, ein Geschichtsbewusstsein zu 'entwerfen', für diesen Film. Schwule verstehen sich ja oft nur als Individuen und nicht als Akteure einer Vergangenheit,. Zu sagen: wir haben eine Geschichte, wir haben neben unserer autobiografischen, individuellen eine gemeinsame soziokulturelle, eine mythologische Vergangenheit, die immer noch aus dem Unbewussten auf uns wirkt. Das behauptet der Film vor der Folie der Thriller-Geschichte."


Die Crowdfunding-Kampagne für "The year I lost my mind" läuft zwei Monate. Mit Beträgen ab zehn Euro kann man das sehr spannende Filmprojekt unterstützen. (mize)

Direktlink | Erster Trailer zum Film

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Tags: tor iben, crowdfunding, the year i lost my mind, thriller
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