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10.000 Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 befragt

Fast vier von zehn Kindern lehnen Regenbogenfamilien ab


Viele Kinder haben Vorbehalte gegen lesbische und schwule Eltern. Ältere bewerten die Existenz von Regenbogenfamilien allerdings positiver als jüngere (Bild: obs / LBS West)

Das repräsentative "LBS-Kinderbarometer 2016" zeigt in einem Detailergebnis, wie notwendig LGBTI-Schulaufklärung und Erziehung zur Akzeptanz von Vielfalt sind.

Von Micha Schulze

"Ich finde es gut, dass es ganz unterschiedliche Familien gibt, beispielsweise Familien mit zwei Müttern oder zwei Vätern" – diese harmlose Aussage haben über 10.000 repräsentativ ausgewählte Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren im Rahmen des "LBS-Kinderbarometers 2016" bewertet. Das Ergebnis ist erschreckend: Mit "stimmt sehr" antwortete nur jeder fünfte Schüler.


Antworten auf die Aussage "Ich finde es gut, dass es ganz unterschiedliche Familien gibt, beispielsweise Familien mit zwei Müttern oder zwei Vätern"

18 Prozent der Befragten meinten "stimmt ziemlich", 24 Prozent "stimmt mittelmäßig". Eindeutig ablehnend äußerten sich fast vier von zehn Kindern: 15 Prozent antworteten mit "stimmt wenig", 23 Prozent erklärten mit "stimmt nicht" ihre eindeutige Ablehnung von Regenbogenfamilien.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle bei der Akzeptanz

In der Zusammenfassung der Studie (PDF) wurde auf deutliche Unterschiede in den Bundesländern hingewiesen: So äußerten sich Kinder aus Bayern und Baden-Württemberg (Mittelwert jeweils 2,8 statt 3,0 im Bundesdurchschnitt) signifikant ablehnender gegenüber gleichgeschlechtlichen Eltern als Kinder aus Schleswig-Holstein (Mittelwert: 3,4). Hessen, wo im vergangenen Monat die "Demo für alle" gegen LGBTI-Aufklärung in der Schule demonstrierte, lag mit 3,0 genau im Durchschnitt.

Außerdem zeigten sich Unterschiede nach dem Migrationshintergrund und dem Alter der Kinder. Kinder, die einen Migrationshintergrund haben, stimmten einer Vielfalt der Familienformen seltener zu (Mittelwert: 2,6) als Kinder, die keinen Migrationshintergrund haben (Mittelwert: 3,1). Ältere Kinder bewerteten die Existenz von Regenbogenfamilien positiver als jüngere.


Positive Einstellung gegenüber Familienvielfalt nach Jahrgangsstufe

Das "LBS-Kinderbarometer" kennt selbst nur Hetero-Familien

Das "LBS-Kinderbarometer" befragt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderschutzbund regelmäßig über 10.000 Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren (Klasse 4 bis 7 aller Schulformen) nach ihrer Meinung. Start war 1997 in NRW, seit 2007 sind alle Bundesländer vertreten, Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Das "LBS-Kinderbarometer" folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention "Berücksichtigung des Kinderwillens" und wird vom Prosoz Institut für Sozialforschung durchgeführt.

Die Vielfalt der Familienformen ist bei dem Institut aus Herten allerdings selbst noch nicht angekommen. Bei der Frage "Mit wem lebst du in deiner Wohnung zusammen?" konnten die Kinder neben "Mutter" und "Vater" nur eine "Freundin meines Vaters" oder einen "Freund meiner Mutter" auswählen, nicht aber einen "Freund meines Vaters" oder eine "Freundin meiner Mutter".

Wenn Lesben und Schwule, ob im Unterricht oder in einem wichtigen Fragebogen, einfach ausgeblendet werden, ist es kein Wunder, dass die Akzeptanz unter Kindern so niedrig ist.



#1 AlbrechtAnonym
  • 19.11.2016, 14:22h
  • Immerhin hat die Mehrheit kein Problem damit.

    Aber die Werte waren mal besser... Die jahrelange Indoktrinierung zeigt leider ihre Wirkung.

    Höchste Zeit für mehr Aufklärung und Bildung an Schulen.
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#2 NickAnonym
  • 19.11.2016, 16:33h

  • Nun ich sehe das so, je schlechter die Bildung desto höher die Bereitschaft CDU CSU oder noch radikalere rechte Parteien zu wählen.

    Also darf sich aus Sicht o.g. Parteien nichts verbessern.
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#3 Danny387Profil
  • 19.11.2016, 16:36hMannheim
  • Ich finde die Frageformulierung "Ich finde es gut, dass ..." ehrlich gesagt schlecht. Was haben denn Kinder (oder auch Erwachsene) darüber zu befinden, ob sie Regenbogenfamilien gut oder schlecht finden? Es gibt sie eben. Punkt. Man fragt Kinder ja auch nicht, ob sie es "gut finden", dass es Linkshänder gibt.
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#4 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 19.11.2016, 16:39h
  • Wer sagt eigentlich, dass "stimmt mittelmäßig" hundertprozentig der Seite der Zustimmung anzurechnen ist?

    Würde man diese 24% in 12% (eher) Zustimmung und 12% (eher) Ablehnung splitten, sähe es so aus:

    (23+15+12=) 50% eher keine Zustimmung
    (20+18+12=) 50% eher Zustimmung.

    In der Tat ein deutlicher Grund dafür, dringend echte Aufklärung über echte Lebenswirklichkeiten zu betreiben. Was mit irgendeiner herbeigeredeten "Frühsexualisierung" nicht die Bohne zu tun hat.

    ***

    Im übrigen finde auch ich es reichlich skandalös, diese Lebenswirklichkeit selbst in der Umfrage komplett auszublenden. Wie sollen Kinder ein Leben in queeren Zusammenhängen für normal und akzeptabel halten, wenn ihnen das nicht einmal als Möglichkeit zum Ankreuzen bezüglich der eigenen Lebenssituation angeboten wird?

    "Wenn Lesben und Schwule [...] einfach ausgeblendet werden, ist es kein Wunder, dass die Akzeptanz der Kinder so niedrig ist."

    Leider sehr richtig.
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#5 LedErich
#6 Robby69
  • 19.11.2016, 18:53h
  • Antwort auf #1 von Albrecht
  • Völlig richtig. Vor allem in Bayern hier, wo die Schwulen-Hasser-Partei CSU seit Jahrzehnten willkürlich und äußerst schwulen- und ausländerfeindlich nach "Gutsherrn-Art" allein "regiert". Und wie massiv sich Spaenle & Co. immer noch von den rechten Schwulen-Hasserinnen von Storch, Beverfoerde, Kelle & Co. beeinflussen und manipulieren lassen, wenn es um Schul-Aufklärung und den Bildungsplan geht, sieht man ja leider auch aktuell wieder sehr deutlich. Die schlechten Ergebnisse gerade auch hier in Bayern zeigen sehr deutlich, dass die sofortige Umsetzung des Bildungsplans notwendiger denn je ist.
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#7 UdooduAnonym
#8 EXZENTRIKER 89Anonym
#9 schwammigAnonym
  • 20.11.2016, 07:06h
  • Antwort auf #5 von LedErich
  • Zustimmung zu #3 und #5.

    Speziell zu #5:
    Ich finde hier (bzw. generell bei solchen und aehnlichen Fragen), und erst recht bei Kindern, ein derlei "gespreitztes" Antwortspektrum viel zu gross. Anders mag es sein, wenn es um quantitative Einschaetzungen geht (bspw. Schmerz"qualitaet", "gefuehlte" Unsicherheit in best. Stadteilen etc.).
    Aber hierbei wuerde es m.M.n. reichen, wenn die Anwortmoeglichkeiten lauten wuerden:

    "ja", "nein" und "weiss nicht" bzw. "bin mir nicht sicher"

    Und zwar aus folgendem Grund: entweder man ist dafuer, dagegen, oder halt "irgendwo dazwischen"; um dieses "irgendwo dazwischen" auch noch (und gerade von Kindern) quantitativ einschaetzen zu lassen, muesste man auch fragen, WARUM die Kinder mit "ja, aber.." oder "nein, aber..." geantwortet haben, und dann auch fragen bzw. bestimmen, wie stark die einzelnen Gruende fuer die Kinder wiegen.

    Und da duerften die Antworten SELTEN ueber ein "ich weiss nich, is halt irgendwie komisch" hinausgehen (was eben an mangelndem Wissen ueber dieses Thema und einer eher wenig differenzierten Sichtweise (wie auch bei gewissen "Erwachsenen") liegt)
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#10 LedErich