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Die scheinbar perfekte Beziehung von Stefan und Andreas droht durch einen unerwarteten Vorfall zu zerbrechen: "Kater" wurde auf der diesjährigen Berlinale mit dem Teddy Award für den besten Spielfilm ausgezeichnet (Bild: missingFILMs)

Händl Klaus erschüttert in seinem intensiven Liebesfilm "Kater" das Glück eines Wiener Paares auf verstörende Weise. Der "Teddy"-Gewinner startet diese Woche im Kino.

Von Carsten Moll

Stefan und Andreas haben ihr großes Glück gefunden: Gemeinsam führen die zwei Männer in einem Vorort Wiens ein beschauliches, aber erfülltes Leben. Haus und Garten teilt das schwule Paar mit seinem Kater Moses, der sowohl von Stefan wie auch von Andreas liebevoll umsorgt wird und als gute Seele über das großzügige Anwesen streift. Doch der Alltag der beiden Liebenden nimmt eines Tages plötzlich eine dramatische Wendung, als Stefan etwas Unvorstellbares tut.

Der Schock, den seine Tat auslöst, wirkt so tief, dass Andreas alles in Frage stellt und sich immer weiter von seinem Geliebten zurückzieht. Stefan hingegen will die Beziehung zu Andreas nicht einfach aufgeben und kämpft um seine große Liebe. Die Annäherung der beiden erweist sich jedoch als schmerzhafte Erfahrung, die die Männer immer wieder an ihre Grenzen bringen soll.

Die heile Welt der homosexuellen Spießer


Poster zum Film: "Kater" startet am 24. Novemer 2016 in deutschen Kinos. Premiere ist bereits am Montag im Berliner Kino International

In der ersten Hälfte von "Kater" präsentiert der österreichische Filmemacher Händl Klaus ein Idyll, dessen Makellosigkeit beinahe etwas Gespenstisches an sich hat. In lose verknüpften Episoden stellt der Regisseur und Drehbuchautor die heile Welt seiner kultivierten Protagonisten vor, zeigt seine meist halbnackten Helden beim Kuscheln, Marmelade-Einkochen oder beim Essen mit Freunden.

Kitschig wirkt dieses geschmackvoll fotografierte Beziehungsporträt dabei zu keinem Zeitpunkt und bietet trotz der relativen Ereignislosigkeit mehr als nur gepflegte Langeweile. Das liegt einerseits an Händls naturalistischer Inszenierung, die das Publikum wie Vertraute in diesen intimen Rahmen einlädt, und zum anderen am glaubhaften Spiel der Hauptdarsteller Lukas Turtur und Philipp Hochmair.

Der Bruch, der Händl Klaus' Liebesfilm schließlich in dramatischere Gefilde führt, ist unvorhersehbar und soll nicht bloß die Beziehung der Hauptfiguren Stefan und Andreas nachhaltig erschüttern, sondern auch das Vertrauen der Zuschauer in den Film. Obwohl "Kater" im Kern bodenständig sowie dem Alltäglichen verhaftet bleibt, schwingt von diesem Moment an in jeder Szene doch etwas Unberechenbares mit – in jeder Schmusekatze steckt halt zugleich ein wildes Tier. Immer wieder droht das, was zuvor für selbstverständlich gehalten wurde, zu kippen. Aus dieser Unsicherheit zieht das Drama seine anhaltende Spannung.

Mit knapp zwei Stunden Laufzeit, einer Vielzahl von Nebenfiguren sowie allerlei metaphorisch aufgeladenen Bildern erscheint "Kater" mitunter zwar ein wenig überladen, letztlich zahlt sich Händl Klaus' ausdauernder und niemals ungeduldiger Blick auf die Krise seiner Protagonisten allerdings aus. Denn die Intensität, ganz gleich ob in unbeschwerten oder qualvollen Augenblicken, nimmt mit, zerrt an den Nerven und trifft ins Mark. Das ist Kino als Zumutung, im allerbesten Sinne.

Direktlink | Offizieller Trailer zum Film

Infos zum Film

Kater. Drama. Österreich 2016. Regie: Händl Klaus. Darsteller: Philipp Hochmair, Lukas Turtur. Laufzeit: 114 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. Verleih: missingFILMs. Kinostart: 24. November 2016
Galerie:
Kater
10 Bilder


#1 SebiAnonym
#2 BBM_FAN
  • 21.11.2016, 11:36h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Ich habe den Film bereits vor einiger Zeit gesehen, weil er in Wien im Zuge der Viennale gezeigt wurde. Tatsächlich keine leichte Kost. Aber sehr empfehlenswert. Mich hat der Film noch Tage danach beschäftigt. Den Satz aus dem Artikel:
    "Das ist Kino als Zumutung, im allerbesten Sinne."
    kann ich nur bestätigen.
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#3 ollinaieProfil
  • 21.11.2016, 13:18hSeligenstadt
  • Wäre schön wenn's den auch mit Untertieteln gäbe.

    Freunde von Klassik und Jazz werden ihn lieben.

    Ich muß allerdings gestehen, dass ich wegen des gemächlichen Tempos zwischendurch eingenickt bin.
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#4 LaurentProfil
  • 21.11.2016, 14:02hHeidelberg
  • Antwort auf #2 von BBM_FAN
  • Kannst du bzw. kann da jemand deutlicher werden.
    Mich würde interessieren, was Stefan Unvorstellbares tut und weshalb der Schock so tief wirkt, dass Andreas alles in Frage stellt.

    Ansonsten halte ich es für etwas unfair, das Idyll und die heile Welt der Protagonisten (wer würde sich nicht danach sehnen?) als "heile Welt homosexueller Spießer" zu betiteln.
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#5 BBM_FAN
#6 LaurentProfil