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  • 21.11.2016, 11:29h           6      Teilen:   |

Austausch mit der Community

Gütersloh: CDU-Bürgermeister traf sich mit LGBTI-Gruppen

Artikelbild
Bürgermeister Henning Schulz (Mitte) lud erstmals Initiativen und Vereine, die sich mit LGBTI-Themen beschäftigen, in das Gütersloher Rathaus ein (Bild: Stadt Gütersloh)

Nach einer Serie schwulenfeindlicher Übergriffe will sich die westfälische Stadt gegen Homo- und Transphobie engagieren.

Ein wichtiger Schritt zu einer weiteren Vernetzung: Bürgermeister Henning Schulz (CDU) hatte erstmals Vertreter von LGBTI-Gruppen zu einer Gesprächsrunde ins Rathaus eingeladen. Ein erklärtes Ziel war für ihn zunächst einmal die Information aus erster Hand über Angebote und Arbeit der Gruppen und Institutionen – verbunden mit der Frage, wie die Situation in Gütersloh eingeschätzt wird: Lebt die Stadt mit Bezug auf schwule, lesbische oder transsexuelle Menschen die Toleranz und Vielfalt, die nicht nur der Bürgermeister als "Grundwert einer Stadt" definiert?

Die Antwort an diesem Abend nach intensivem Meinungsaustausch und Erfahrungsberichten der Teilnehmenden war ein "Ja", verbunden mit einem "Aber". Gütersloh wird tatsächlich als Stadt gesehen, in der gesellschaftliche Konflikte aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität eher selten sind.

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Kaum lesbisch-schwule Sichtbarkeit im Stadtbild

Mit Beratungsangeboten von AWO, der Frauenberatungsstelle oder Pro Familia gibt es Adressen, an die sich jeder mit allen Fragen wenden kann. "Getinn" im Bauteil 5 an der Bogenstraße ist seit 2003 ein schwul-lesbischer Treffpunkt, der vor allem jungen Menschen offen steht. Die Gruppe "Gütersloh verliebt sich", die unter anderem mit Aktionen am Internationalen Tag gegen Homophobie auf sich aufmerksam gemacht hat, hat sich ebenfalls in Gütersloh etabliert, und eine Elterngruppe wendet sich vornehmlich an Angehörige, die dem Coming-out ihrer Kinder gegenüber stehen. Eigentlich sind wir ganz gut aufgestellt, so der einhellige Tenor.

Und doch scheint da noch Luft nach oben zu geben bei der Frage, ob Toleranz hier auch mit "Akzeptanz und Respekt" gleichzusetzen ist, wie es der Bürgermeister formulierte. Er hatte nach Medienberichten über eine Überfallserie auf schwule Männer, die über Datingseiten in einen Hinterhalt gelockt worden waren, solche Taten vor dem Rat als "schändlich" verurteilt und nicht zuletzt vor diesem Hintergrund zu der Gesprächsrunde eingeladen.

Für Henning Schulz waren an diesem Abend vor allem die Zwischentöne interessant, die aus den Statements der Teilnehmer herauszuhören waren. So gehört das Bekenntnis zu einer schwulen oder lesbischen Beziehung durch Küsse, Umarmung oder Hand-in-Hand-Gehen offensichtlich nach wie vor nicht zum Alltag im Stadtbild.

Ein Teilnehmer beklagt: "Der Ton wird rauer"

Die Sexualpädagogen von AWO und Pro Familia erkennen aber auch unterschiedliche Reaktionen im schulischen Bereich. "Da gibt es die ganze Bandbreite", ist die Erfahrung von Jörg Lechthoff. "Das kann von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein und von Offenheit bis zur Ausgrenzung reichen." Und: "Der Ton wird rauer…" Auch das eine Erfahrung, nicht unbedingt quantifizierbar, aber für Einzelne spürbar.

Einig waren sich alle Teilnehmer des Treffens, dass besonders junge LGBTI Aufklärung, Begleitung und Unterstützung brauchen. Mehr Aufmerksamkeit für entsprechende Angebote in den Schulen – etwa durch Vermittlung über die Schulsozialarbeit – wünscht sich zum Beispiel die Elterngruppe, deren Sprecher Detlef Kerkhoff selbst Lehrer war. Nicht nur er weiß, wie entscheidend es für den weiteren Lebensweg ist, sich vor der Familie wie vor den Klassenkameraden zu outen. Deshalb ist es sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Signal, dass auch im aktuellen Kinder- und Jugendförderplan, dessen Entwurf kürzlich in den Jugendhilfeausschuss eingebracht wurde, die Information und Aufklärung zur sexuellen Orientierung explizit als Handlungsempfehlung festgeschrieben ist.

In diesem Sinne verstehen die Teilnehmer der Gesprächsrunde auch Unterstützung ihrer Anliegen durch die Stadt. Doch die Ergebnisse dieses Abends gehen darüber hinaus: Gemeinsam will eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Inge Trame und Pressesprecherin Susanne Zimmermann ein Programm erarbeiten, das das Thema "Vielfalt" im Rahmen des Internationalen Tages gegen Homophobie am 17. Mai kommenden Jahres in den Blickpunkt rücken soll. (cw/pm)

Mehr zum Thema:
» Gütersloh: Weitere Online-Dater berichten von Angriffen (23.08.2016)
» Gütersloh: Homo-Hasser sollen schwule Online-Dater überfallen haben (17.08.2016)
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Tags: gütersloh, henning schulz
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Reaktionen zu "Gütersloh: CDU-Bürgermeister traf sich mit LGBTI-Gruppen"


 6 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
21.11.2016
14:22:41


(+1, 3 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


An Henning Schulz sollten sich auch alle anderen Bürgermeister und Oberbürgermeister von CDU und CSU mal ein Beispiel nehmen! Gerade in den Zeiten, in denen die AfD so stark ist und weiteren Zulauf bekommt, sollte es solche Treffen sehr viel öfters geben!


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#2
21.11.2016
19:03:31
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von markusbln11
Antwort zu Kommentar #1 von Patroklos


Ja, super standing.

Da ist die provinz-cdu in gütersloh weiter als der hauptstadtverband in berlin.

Mal sehen, ob frau grütters dort wieder ein zurück in die mitte der gesellschaft organisieren kann und darf.


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#3
22.11.2016
08:35:33


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
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Ein hübscher Artikel der der Auffassung unseres Missionars vollständig zuwider läuft, als er doch unlängst behauptete, solche Überfälle gäbe es in der Provinz nicht :

Link zu www.queer.de

Es gibt sie..
Man muß aus dem Münsterland auch gar nicht so weit fahren um zu entdecken wo sie passieren !


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#4
22.11.2016
15:29:36


(-4, 4 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


Wieder eine unpassende Entgleisung, welche mit diesem Thema nicht das GERINGSTE zu tun hat!


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#5
22.11.2016
22:34:57


(0, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Patroklos


""Wieder eine unpassende Entgleisung,""..

Damit kennst du dich ja bestens aus..

Eine "Entgleisung" ist die Marginalisierung durch Herrn "Paulus45", der mit deinem Post die Meinung verkaufen will, in den kleinen Städten der Provinz lebe es sich als LGBTTIQ* irgendwie "sicherer"..

Der Artikel beweist hier das Gegenteil..

""Nach einer Serie schwulenfeindlicher Übergriffe""

heißt es dort, und noch immer weigert man sich die genaue Anzahl bekannt zu geben..

Übrigens fehlen beim ursprünglichen Artikel sowohl Dein aufheulen als auch die "Beruhigungs-Pillen" des Missionars :

Link zu www.queer.de


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#6
23.11.2016
10:08:26


(+1, 3 Votes)

Von beleuchtung


von ca. 95.000 einwohnern sind ca. 69.000 lutherische und katholische christen, der anteil muslime liegt in der kernstadt bei 18%.

dass die homofeindlichen übergriffe auf der straße und die homofeindlichen positionen in schulen aus der gruppe der religiösen kommen, dürfte damit klar sein.


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