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Als 1990 der damalige CDU-Sportstadtrat Axel Rabbach nach Protesten von Bademeistern einer Schwimmgruppe von HIV-Positiven den Zugang zum Stadtbad Charlottenburg untersagte, ging Anne Momper demonstrativ mit der Gruppe schwimmen (Bild: BAH / Brigitte Dummer)

Schirmherr Klaus Wowereit moderierte am Montagabend die ausverkaufte Berliner Benefizgala "Künstler gegen Aids".

Am Montagabend fand im Stage Theater des Westens die 16. traditionelle Benefizgala "Künstler gegen Aids" der Berliner Aids-Hilfe statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Anne Momper, die Frau des früheren Regierenden Bürgermeister Walter Momper, mit dem "HIV Awareness Award" ausgezeichnet, der zum zweiten Mal verliehen wurde.

Klaus Wowereit, neben Judy Winter Schirmherr der Veranstaltung, führte die 1.600 Gäste des ausverkauften Hauses an der Seite von Annabelle Mandeng durch den Abend. Zu den im Kampf gegen HIV auftretenden Künstlern aus dem In- und Ausland gehörten unter anderem Angelika Milster, Katharine Mehrling, Caught in the Act, Andreas Scholl, The Flying Steps und das Theaterensemble von Sister Act.

Das 90-90-90-Ziel des Landes Berlin


Annabelle Mandeng und Klaus Wowereit führten durch den Abend (Bild: BAH / Brigitte Dummer)

Integrationssenatorin Dilek Kolat hielt zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort. Inhaltlich orientierte sich der Abend an der internationalen Fast-Track-Cities-Initiative zur Beendigung von Aids bis zum Jahr 2030. Das 90-90-90-Ziel der Initiative ist es, dass 90 Prozent aller Menschen mit HIV ihren positiven Status kennen. Von diesen sollen sich 90 Prozent in antiretroviraler Therapie befinden und davon sollen bei 90 Prozent der Behandelten keine Viren mehr im Blut nachweisbar sein. Die Fast-Track-Cities, darunter das Land Berlin mit der Berliner Aids-Hilfe, wollen dieses Ziel gemeinsam bereits bis zum Jahr 2020 erreichen.

Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemals Bundesgesundheitsministerin und Bundestagspräsidentin a.D., hielt die Laudatio auf Anne Momper, die für ihr langjähriges Engagement für Menschen mit HIV/Aids mit dem zweiten "HIV Awareness Award" der Berliner Aids-Hilfe ausgezeichnet wurde. Bei der Preisverleihung wurde unter anderem der besondere Mut von Anne Momper hervorgehoben, mit dem sie im Juni 1990 bundesweite Aufmerksamkeit erlangte. Indem sie mit ihrer Tochter und HIV-positiven bzw. an Aids erkrankten Menschen gemeinsam schwimmen ging, setzte sie ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

Aufklärung statt Vorurteile

Anne Momper setzte sich stets dafür ein, dass an die Stelle von Unwissenheit und Vorurteilen ein differenzierter und informierter Blick auf die Infektionskrankheit treten. Mit diesem persönlichen Einsatz, und ihrer Mitbegründung des Wohnprojektes Zuhause im Kiez gGmbH (ZiK) habe sie nicht nur viele Menschen mit HIV im Kampf gegen Diskriminierung unterstützt, sondern vielen auch zu einem betreuten Wohnplatz verholfen.

Alle Künstler des Abends verzichteten alle im Sinne der guten Sache auf ihre Gagen. Der Erlös der Veranstaltung kommt den Begegnungs- und Hilfsangeboten der Berliner Aids-Hilfe zu Gute.

Bei der After Show-Party brachte DJ Ades Zabel die Gäste gemeinsam mit Biggy van Blond zum Tanzen. Auch der ehemalige Intendant und Künstlerische Leiter des Theater des Westens, Helmut Baumann, trat nach vielen Jahren erstmals wieder an seiner alten Wirkungsstätte bei Eric Lee Johnson & Friends in der eigens eingerichteten Musical-Lounge auf.

Vorschläge zur Nominierung für den HIV Awareness Award 2017 können ab sofort online eingereicht werden. (cw/pm)

Galerie:
Künstler gegen Aids 2016
20 Bilder