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  • 23.11.2016, 07:45h           30      Teilen:   |

Bundesparteitag

CDU-Vorstand: Wir akzeptieren keine Diskriminierung von Homosexuellen

Artikelbild
Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel inszeniert sich immer häufiger als Verteidigerin der Rechte von Lesben und Schwulen, blockiert aber weiterhin eine Gleichstellung im Adoptions- und Eherecht (Bild: CDU / Dominik Butzmann)

In einem Leitantrag macht sich der CDU-Bundesvorstand für Homorechte stark – gegenüber Flüchtlingen. Der konservative "Berliner Kreis" warnt indes vor Hetero-Diskriminierung.

Auf ihrem Parteitag in Essen will die CDU Anfang Dezember die Leitlinien für die Erarbeitung ihres Regierungsprogramms verabschieden. Der CDU-Bundesvorstand hat dazu am Dienstag einen Antrag (PDF) vorgelegt, in dem auch die Rechte von Lesben und Schwulen erwähnt werden – im Abschnitt "Flüchtlinge und Integration".

"Die Diskriminierung oder Abwertung von Frauen oder Ethnien, von Andersgläubigen oder Homosexuellen akzeptieren wir genauso wenig wie Antisemitismus", heißt es in der Vorlage des Parteivorstands. "Unsere Gesetze stehen über Ehrenkodex, Stammes- oder Familienregeln und der Scharia." Die Formulierung trägt die Handschrift des schwulen Parlamentarischen Staatssekretärs Jens Spahn, der 2014 in das CDU-Präsidium gewählt wurde und bereits mehrfach Homosexuelle und Flüchtlinge gegeneinander in Stellung brachte (queer.de berichtete).

Die Forderung nach einer Beendigung der Diskriminierung lesbischer und schwuler Paare im Adoptions- und Eherecht taucht in dem 22-seitigen Papier "Orientierung in schwierigen Zeiten – für ein erfolgreiches Deutschland und Europa" nicht auf. Allerdings will die CDU-Spitze "die Vielfalt der Familienmodelle in Deutschland fördern". Zu "unserer Leitkultur in Deutschland", heißt es weiter, gehörten auch "Respekt und Toleranz sowie der Schutz von Minderheiten".

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CDU-Rechte wollen "Frühsexualisierung stoppen"

Im Vorfeld des Parteitags warnte der konservative "Berliner Kreis" der CDU davor, zu weit auf Lesben und Schwule zuzugehen. Der Begriff Ehe meine "einzig und allein die Zweierverbindung von Mann und Frau. Diese staatliche Charakterisierung der Institution Ehe soll nicht verändert werden", heißt es in einem familienpolitischen Papier (PDF), das zehn Bundestagsabgeordnete am Dienstag in Berlin vorstellten.


Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach warnt vor einer "Diskriminierung der heterosexuellen Mehrheitsbevölkerung" (Bild: Manfred Esser)


Die CDU-Politiker, darunter der ehemalige Vorsitzende des Innenausschusses Wolfgang Bosbach sowie Veronika Bellmann, die im September laut über "Machtoptionen" mit der AfD nachdachte, wollen darüber hinaus "Genderideologie und Frühsexualisierung stoppen". In Bezug auf Bildungspläne heißt es in dem Papier der Parteirechten: "Die Darstellung von Vielfalt und der im Grundsatz richtige Einsatz für Toleranz darf nicht in eine Diskriminierung der heterosexuellen Mehrheitsbevölkerung führen."

Erst Anfang des Monats hatte die CSU ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet. Die bayerische Schwesternpartei der CDU wendet sich darin nahezu gleichlautend gegen "Frühsexualisierung", "Gender-Ideologie" und "jegliche Relativierungsversuche" der Ehe zwischen Mann und Frau" (queer.de berichtete). (cw)

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Tags: cdu, parteitag, berliner kreis, hetero-diskriminierung, wolfgang bosbach, leitantrag
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Reaktionen zu "CDU-Vorstand: Wir akzeptieren keine Diskriminierung von Homosexuellen"


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
23.11.2016
08:08:30


(+14, 16 Votes)

Von 423wref


Ein guter Witz!

Oder ein schlechter, jenachdem wie man's sieht.

Es ist Wahlkampf, da will die CDU ihre Diskriminierung von Homosexuellen als Akzeptanz von Homosexuellen verkaufen.

Man muss schon ziemlich dumm sein um das zu glauben.


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#2
23.11.2016
08:28:53


(+13, 15 Votes)

Von AntiFanti
Aus Berlin
Mitglied seit 02.04.2013


...leute, es kotzt mich einfach nur noch an, was müssen wir uns hier eigentlich alles gefallen lassen? u. dann jubeln einige von "uns" wenn an rathäusern die regenbogenfahnen zum csd wehen u. werten dies als riesenerfolg...
wir werden nach wie vor diskriminiert u. als menschen zweiter klasse behandelt u. natürlich wird merkel wiedergewählt u. natürlich wird die afd gestärkt u. selbstverständlich wird es auch in den nächsten jahren keine gleichstellung geben.


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#3
23.11.2016
08:36:46


(+10, 12 Votes)

Von Svetlana L


"Die Diskriminierung oder Abwertung von Frauen oder Ethnien, von Andersgläubigen oder Homosexuellen akzeptieren wir genauso wenig wie Antisemitismus"

Ja, unterschreibe ich sofort! Merkwürdig mutet allerdings die Platzierung dieses Satzes im Kapitel "Flüchtlinge und Integration" an. Hier soll doch an die Adresse der Flüchtlinge, insbesondere der muslimischen, verdeutlicht werden, dass es hier bei uns okay ist schwul oder lesbisch zu sein. Als ob Diskriminierung und Gewalt aus der weißen Mehrheitsgesellschaft heraus unvorstellbar ist.

Was ist aber z.B. mit trans*- und Inter*-Menschen? Die werden in dem Papier erst gar nicht erwähnt. Heißt das im Umkehrschluss, die dürfen weiter diskriminiert und abgewertet werden? Oder sind diese lediglich "mitgemeint" und eine gesonderte Erwähnung lohne sich aufgrund geringer "Stückzahlen" nicht? Genau diese Unsichtbarmachung ist mit dafür verantwortlich, dass trans*- und Inter*-Menschen als zweitklassig, oftmals sogar als nicht existent, wahrgenommen werden. Aber was will man von einer christlichen Partei erwarten, die von sich selbst schreibt: "Unser Angebot richtet sich an alle Menschen in unserem Land, denn wir sind die Volkspartei CDU." Richtet sich das Angebot wirklich an alle? Dann müsste doch beispielsweise die TSG-Reform, die seit Jahr und Tag blockiert wird, blitzschnell noch in dieser Legislaturperiode über die Bühen gehen.


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#4
23.11.2016
08:46:02
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von markusbln11


Damit hat die cdu das klassenziel noch nicht erreicht. Schade. Ein langer weg ist scheinbar noch zu gehen.


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#5
23.11.2016
08:53:13


(+2, 6 Votes)

Von agneta
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Als DeutschAmerikanerin verlasse ich mich beim Schutz meiner Rechte als Transgender lieber auf die gewaltige militärische Kampfkraft der Marines oder der 101. Airborne Division als auf Leitlinien der CDU. Das verstehen die, an die es adressiert ist auch deutlich besser!


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#6
23.11.2016
09:17:10


(+9, 11 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


bla-bla-bla-blub ... ja, die CDU wird sich für Homo-Rechte einsetzen, zumindest halbherzig und im Wahlkampf. nach der wahl fällt, wie immer bei der CDU, die Maske und sie bleibt eine Partei, die vor "Hetero-Diskriminierung" warnt.


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#7
23.11.2016
09:43:56


(+10, 14 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von markusbln11


Um in deinem Bild zu bleiben: Die CDU hat sowohl das Klassenziel nicht erreicht als auch muss sie wegen offensichtlichen Betrugsversuchs zur Rechenschaft gezogen werden.

Das Statement, Schwulen- und Lesbenhass nicht zu akzeptieren, ist lediglich eine kirchenhörige Instrumentalisierung von Schwulen und Lesben gegen geflüchtete Muslime.

Alle wissen, wie menschenrechtsverletzend sich Merkel und ihr politischer Arm der Christen positionieren, wenn es um die Eheöffnung und die komplette Gleichstellung von Schwulen und Lesben geht.

Und die SPD unterstützt sie dabei nach Kräften.


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#8
23.11.2016
10:11:21


(-11, 13 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


Bosbach, der leider nicht mehr für den Bundestag kandidiert und ansonsten recht vernünftige Auffassungen vertritt, kann ich in diesem Fall nicht zustimmen.


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#9
23.11.2016
10:28:55


(+9, 17 Votes)

Von gastigast2


Fassen wir kurz zusammen:

Es ist nicht okay, wenn Flüchtlinge Lesben und Schwule diskriminieren.

Es ist okay, wenn CDUler Lesben und Schwule diskriminieren.

Glauben die echt, dass man diese Heuchlerei nicht als solche erkennt? Glauben die, wir sind alles Sachsen?


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#10
23.11.2016
10:30:18


(+6, 10 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Die Diskriminierung oder Abwertung von Frauen oder Ethnien, von Andersgläubigen oder Homosexuellen akzeptieren wir genauso wenig wie Antisemitismus"

Die Schwarzen sehen die Diskriminierung von Homosexuellen nicht als Diskriminierung, die sie ja selbst betreiben.

Außerdem handelt es sich hier um einen "Antrag". Sonst nüscht. Die Schwarzen verstehen es, ihre vermeintliche Schwulenfreundlichkeit so zu verpacken, dass nichts verbindliches herausschaut.

Alles Luege, was sie verfassen


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