Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?27630

Ausschnitt aus einem Poster gegen häusliche Gewalt

Das Bundeskriminalamt hat erstmals detaillierte Zahlen zu Gewalt in Beziehungen vorgelegt – schwule und lesbische Paare inklusive.

In schwulen und lesbischen "Ehen" gab es in Deutschland im letzten Jahr keinen Mord und keinen Totschlag: Das ist das positive Ergebnis einer Statistik zu häuslicher Gewalt (PDF), die das BKA am Dienstag vorgestellt hat und auch einen Blick auf eingetragene Lebenspartnerschaften wirft. Unter heterosexuellen Eheleuten gab es in dem Zeitraum immerhin 210 entsprechende Gewaltfälle, unter sonstigen Beziehungen und unter Ex-Partnern 205. In den beiden letzten Gruppen können schwule und lesbische Paare ebenfalls enthalten sein.

Das BKA hatte konkret und detalliert aufbereitet, in welchem Umfang und mit welchen Ausprägungen Gewalt in Paarbeziehungen bei der Polizei bekannt wird. Erstmals liegt so eine detaillierte Statistik vor, die zeigt, in welcher Beziehung mutmaßliche Täter und Opfer stehen und welche Delikte in Beziehungen passieren.

So wurden auch in den Bereichen "schwere Körperverletzung" und "Körperverletzung mit Todesfolge" 2015 keine Fälle unter verparnerten Homopaaren bekannt. Mit 94 Fällen einer "gefährlichen Körperverletzung" und 480 einer "einfachen vorsätzlichen Körperverletzung" machten eingetragene Lebenspartnerschaften allerdings jeweils 0,6 Prozent aller entsprechenden Taten aus – der größere Anteil bei Lebenspartnerschaften (57 von 94 bzw. 344 von 480) entfiel dabei auf Beziehungen unter Frauen.

Erhöhter Gewaltanteil in schwulen und lesbischen Beziehungen?

Neben einer allgemein hohen Dunkelziffer der Taten wird allerdings mit einer kleineren Anzeigebereitschaft unter Männern gerechnet – in 82 Prozent aller vom BKA aufgeführten Fälle waren Frauen die Opfer. Das Problem des männlichen Verschweigens von Gewalt vermuten Experten auch bei schwulen Männern. Mit vier Fällen entfielen 2015 so auch alle Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung in Homo-Ehen auf lesbische Beziehungen. In Lebenspartnerschaften wurden zudem 79 Fälle von Bedrohungen gemeldet (davon 15 aus schwulen Beziehungen) und 26 Fälle von Stalking (ein Fall unter Männern).

2014 lebten rund 82.000 Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, zugleich wird mit rund 17,5 Millionen Ehepaaren gerechnet. Proportional wurden damit mehr Gewaltfälle aus Lebenspartnerschaften bekannt als aus Ehen; es ist aber unklar, inwieweit die BKA-Zahlen einen direkten Vergleich zulassen. Vor zwei Jahren hatte eine US-Studie einen höheren Anteil häuslicher Gewalt unter homosexuellen Paaren festgestellt und dies u.a. auf zusätzlichen Stress durch Diskriminierung zurückgeführt (queer.de berichtete). (nb)



#1 Patroklos
#2 rthbvdfAnonym
#3 HabukazProfil
  • 23.11.2016, 23:29h
  • 82 Millionen Deutsche. 17,5 Millionen Ehen hieße etwa 42% sind verheiratet. Wenn wir nun sagen 2% der Bevölkerung sind homosexuell sind das 1,64 Millionen. 82000 Lebenspartnerschaften sind haargenau 10% davon.

    Am Ende zählt davon nichts. Homophobie lässt sich nicht mit Zahlen wegargumentieren. Mann soll stark und überlegen sein. Wenn sich ein Mann schlagen lässt, wird er nicht ernst genommen. Homophobie, Männlichkeit, Machismo, Misogynie, wie auch immer man es nennen will, das ist das Problem.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Shinkaishi
  • 23.11.2016, 23:32h

  • Die Deutung bezüglich geringerer Anzeigebereitachaft von Männern scheint mir aus rinem Grund eher fragwürdig: Andere Studien (die sich nicht auf Strafanzrigen berufen) zeigen für homosexuelle Männer das geringste Risiko, Opfer oder Täter Häuslicher Gewalt zu sein, noch hinter heterosexuellen Männern.

    Die Statistik dazu findet sich glaube ich auch im englischen wikipedia Artikel yu häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen.

    Im Artikel hier finde ich das ein zuemlich ubsachliches wegerklären von Fakten...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Miguel53deProfil
#6 LasseJProfil
  • 24.11.2016, 00:17hBerlin
  • Grundsätzlich finde ich es natürlich gut, so viel Informationen erhalten zu können wie möglich. Auf der anderen Seite wäre es für mich ein Zeichen von wirklich erreichter Gleichstellung, wenn kein Unterschied in den Statistilken zwischen häuslicher Gewalt bei Lebenspartnerschaften und Ehen gemacht würde. Zum einen deswegen, weil beide Partnerschaften gleichgestellt gehören und zum anderen deswegen, weil man ja auch nicht Fälle von häuslicher Gewalt zwischen Blonden und Rothaarigen etc. gesondert erhebt. Die Ehe für alle ist wirklich überfällig!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Homonklin44Profil
  • 24.11.2016, 05:29hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von LasseJ
  • Die Möglichkeit der Liebe/ dauerhafter Liebevolle Partnerschaften zwischen Blonden und Rothaarigen zu erheben,wäre viel interessanter. Gutaussehende rothaarige Sommersprossen-Männer sind gewöhnlich Heteros. NARF!

    Domestic Violence kommt wohl in allen Schichten und Verbindungen vor und das ist schrecklich genug. Vielleicht sollte man sich trennen, Paartherapie versuchen oder sich Freiräume und Auszeiten geben, bevor das erst dazu kommt. warum so viele bei schlagenden PartnerInnen bleiben, versteh, wer will.
    Es gibt Hörigkeitsverhältnisse, wovon häufig Frauen kaum los kommen. Die lassen sich immer neu dazu überquatschen, Versprechungen zu glauben, es sei das ganz ganz sicher letzte Mal gewesen.
    Aber warum sich Leute aus Liebe Gewalt antun lassen, ist ohne psychologische Bildung wohl kaum zu verstehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 splattergayAnonym
#9 TheDad
  • 24.11.2016, 10:10h
  • Antwort auf #4 von Shinkaishi
  • ""Die Deutung bezüglich geringerer Anzeigebereitachaft von Männern scheint mir aus rinem Grund eher fragwürdig: Andere Studien (die sich nicht auf Strafanzrigen berufen) zeigen für homosexuelle Männer das geringste Risiko, Opfer oder Täter Häuslicher Gewalt zu sein, noch hinter heterosexuellen Männern.""..

    Das Anzeigeverhalten der Männer ist auch in Hetero-Beziehungen gering, denn es gibt keine Struktur die geschlagene Männer aufnimmt und ihnen weiter hilft..

    Geschlagene Frauen finden Hilfen in inzwischen fast 3.000 Frauenhäusern der Republik, die sich allerdings überwiegend in Ballungszentren und Großstädten befinden..
    Dort finden sie in der Krise Aufnahme und Hilfe..

    Geschlagene Männer landen dagegen, wenn sie keine Aufnahme bei Freunden oder der Familie finden, auf der Straße oder im Obdachlosen-Asyl..
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TheDad
  • 24.11.2016, 10:17h
  • Antwort auf #3 von Habukaz
  • ""82000 Lebenspartnerschaften sind haargenau 10% davon.""..

    82.000 in Lebenspartnerschaften lebende Menschen sind dann 41.000 ELP's..

    Bezogen auf die Bevölkerung dann aber auch nicht in Prozent, sondern in Promille..
  • Antworten » | Direktlink »