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  • 23.11.2016, 21:53h               Teilen:   |

Bewusstlosigkeit als Anturner

London: "Grindr-Killer" schuldig gesprochen

Artikelbild
Stephen Port hatte über 25 Profile in Gay-Dating-Apps und entsprechenden Webseiten (Bild: Metropolitan Police)

Eine Jury sah es als erwiesen an, dass Stephen Port vier junge Männer zu einem Date gelockt und durch Verabreichung von GHB getötet hatte.

Eine Jury des Londoner Strafgerichts Old Bailey hat am Mittwoch einen 41-jährigen Mann schuldig gesprochen, zwischen Juni 2014 und September 2015 vier junge Männer aus Lustbefriedigung ermordet zu haben.

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der frühere Koch Stephen Port die Männer über szenebekannte Dating-Plattformen zu einem Treffen in seine Wohnung gelockt hatte und ihnen dort eine tödliche Dosis der Party- und Enthemmungsdroge GHB verabreichte.

Die Leichen der Opfer zwischen 21 und 25 Jahren waren in einem Zeitraum von 15 Monaten in dem Londoner Stadtteil Barking aufgefunden worden, in dem Port lebte; zwei davon auf einem Kirchhof. Die Polizei hatte dennoch zunächst keine Verbindung zwischen den Fällen hergestellt – eines der Opfer trug einen gefälschten Selbstmord-Abschiedsbrief bei sich (queer.de berichtete).

Erst nach der letzten Tat hatte die Polizei Aufnahmen einer Überwachungskamera veröffentlicht, die das Opfer mit einem Unbekannten zeigten. Sie kam so dem Täter auf die Spur.

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Zahlreiche weitere Taten

Bei den Todesopfern von Port handelte es sich um jüngere Männer - Quelle: Metropolitan Police
Bei den Todesopfern von Port handelte es sich um jüngere Männer (Bild: Metropolitan Police)

Bei den Todesopfern handelt es sich um einen 23-jährigen Modestudenten, einen 22-Jährigen aus der Slowakei, einen 21-jährigen Koch und einen 25-jährigen Gabelstaplerfahrer. Alle starben an einer Überdosis von GHB – laut Polizei habe der Täter darauf gestanden, mit bewusstlosen jung aussehenden Männern Sex zu haben.

Die Jury verurteile Port zugleich für vier Vergewaltigungen, vier Körperverletzungen durch Penetration und zehn bewusste Verabreichungen einer Droge zur Begehung entsprechender Taten. Insgesamt ging es um Taten an elf verschiedenen Männern, vom Vorwurf weiterer drei Vergewaltigungen wurde er freigesprochen. Acht Männer, die die Verabreichung von GBH überlebten, hatten in dem Verfahren als Zeugen ausgesagt. Einige der Taten hatte der Angeklagte zugleich gefilmt.

Laut Polizei hatte Port, der früher als Escort arbeitete, über 25 Profile in schwulen Dating-Webseiten und -Apps. Er hatte sich im Prozess als nicht schuldig bekannt. Ein Richter wird später das Strafmaß entscheiden. Ein Drogendealer, der den Mann mit GHB versorgte, war zuvor zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Kritik an Polizei

Mit dem Fall befasst sich zudem die Independent Police Complaints Commission, die Ermittlungen gegen einige Polizeibeamte begonnen hat. Auch die Eltern des letzten Opfers haben eine Klage gegen die Londoner Polizei angekündigt; sie sind der Auffassung, dass ihr Sohn noch leben könnte, hätten die Beamten nicht viele Fehler gemacht.

So hatte die Polizei Port nach dem ersten Mord verhört – die Leiche des ersten Opfers war direkt vor seiner Wohnung gefunden worden. Dabei kamen auch zunächst von Port abgestrittene sexuelle Kontakte zwischen den Männern zum Vorschein, die Beamten sahen aber keinen Grund für einen Mordverdacht. Dass die Polizei auch nach weiteren Morden keine Verbindungen sah und zögerlich ermittelte, entsetzt auch LGBT-Aktivisten: "Wenn vier junge Mittelklasse-Frauen in Mayfair ermordet worden wären, hätten sich die Beamten viel früher an die Öffentlichkeit gewandt", kritisierte etwa der bekannte Aktivist Peter Tatchell.

Der generelle Chefermittler der Londoner Polizei, Stuart Cundy, sagte, man könne nicht ausschließen, dass Port für weitere Morde verantwortlich ist. Man hoffe darauf, dass sich weitere Zeugen melden. Zudem untersuche man derzeit erneut 58 mit GHB in Verbindung stehende Todesfälle aus den letzten vier Jahren auf Anzeichen, eventuell eine Tat übersehen zu haben.

Cundy meinte weiter, er habe Briefe an die Familien der Getöteten geschrieben und ihnen ein Treffen vorgeschlagen. Polizeichefinspektor Tim Duffield, der die Ermittlungen zum vierten Mord leitete und Port festnehmen konnte, meinte, der Mann sei "vielleicht eine der gefährlichsten Personen" gewesen, denen er je begegnet sei. Der 41-Jährige sei ein "unersättlicher Sexualstraftäter" gewesen, "höchst unaufrichtig und manipulierend".

Die Polizei riet erneut dazu, bei Sexdates und der Nutzung von Drogen vorsichtig zu sein. In Berlin war 2013 ein Mann festgenommen und verurteilt worden, der drei Männern in einem Darkroom eine Überdosis Liquid Ecstasy verabreicht hatte, um sie auszurauben (queer.de berichtete). Er nahm sich später im Gefängnis das Leben (queer.de berichtete).

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Tags: london, serienmörder, ghb
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