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  • 26.11.2016, 14:29h           121      Teilen:   |

Christmas Avenue

Penis-Zensur auf dem Kölner Homo-Weihnachtsmarkt

Artikelbild
Standbetreiber Paul Astor musste sein selbstgemaltes Angebot auf Kölns schwul-lesbischem Weihnachtsmarkt "Christmas Avenue" entschärfen (Bild: Paul Astor)

Auf Anordnung des Ordnungsamtes musste der Berliner Illustrator Paul Astor seine selbst gemalten Phallus-Bilder und "Schwanz-Memorys" verdecken.

Für das Kölner Boulevardblatt "Express" war es der Aufmacher: "Skandal um Erotik-Bilder", lautete am Samstag die Titelschlagzeile über den Vorfall auf dem schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt "Christmas Avenue" am Kölner Rudolfplatz. Auf Druck des Ordnungsamtes musste der aus Berlin stammende Standbetreiber Paul Astor einen Teil seiner Ware verdecken.

Im Angebot des Illustrators befinden sich selbst gemalte Penis-Bilder in allen Erregungsstufen und Variationen – als limitierte Kunstdruckedition, Kühlschrankmagnet oder auch als "Schwanz-Memory". Doch kaum war der mit roter Glitzerfolie dekorierte Verkaufsstand am Mittwoch aufgebaut, kamen zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes vorbei und drohten mit Schließung und Konfiszierung der Ware, sollten die männlichen Geschlechtsteile nicht züchtig verdeckt werden. Astor fügte sich der Anordnung – allerdings mit dem Hinweis "Zensiert: Ordnungsamt Köln" auf seinen Goldfolie-Abdeckern.

Fortsetzung nach Anzeige


Das Ordnungsamt schaltete sogar die Polizei ein

Behörden-Sprecher Herbert Büth verteidigte gegenüber dem "Express" das Einschreiten der Mitarbeiter gegen die Penis-Bilder: "Dies wirkt hier grob anstößig, da auch Kinder und Jugendliche ungehinderten Zugang zu diesem Markt haben." Das Ordnungsamt habe außerdem die Polizei eingeschaltet wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Schriften.

"Das ist Kunst, keine Pornografie!", kritisierte Astor die Kölner Prüderie. Auf Berliner Märkten habe er noch nie Probleme mit seinem Angebot gehabt. Auch das Kölner Onlinemagazin report-K.de wunderte sich über die Zensur: "Nur wer an den Stand von Paul Astor herantritt, wird gewahr, was dort ausgestellt ist. Eilige Passanten oder Besucher der Sparkasse Köln Bonn erkennen den Inhalt des Angebots auf den ersten Blick nicht."

"Christmas Avenue"-Veranstalter Markus Poscher verurteilte im "Express" ebenfalls das Einschreiten der Behörde: "Es werden ja bei uns an anderen Ständen auch Teig- und Schoko-Penisse angeboten. Da sagt das Ordnungsamt nichts." (cw)

Facebook / Report-k | Paul Astor im Interview mit report-K.de

Links zum Thema:
» Homepage von Paul Astor
» Homepage der Christmas Avenue
Mehr zum Thema:
» Weihnachtsmärkte unterm Regenbogen (21.11.2016)
Wochen-Umfrage: Was hältst du von Penis-Gemälden auf einem queeren Weihnachtsmarkt? (Ergebnis)

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Tags: paul astor, christmas avenue, weihnachtsmarkt, zensur, schwanz-memory, penisbilder
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Reaktionen zu "Penis-Zensur auf dem Kölner Homo-Weihnachtsmarkt"


 121 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.11.2016
15:05:00


(+6, 12 Votes)

Von Peer


Hier sind wohl übereifrige Sittenwächter deutlich übers Ziel hinausgeschossen.

1. Ein schlaffer Penis ist ja eh rechtlich zulässig.

2. Auch ein erigierter Penis ist dann zulässig, wenn die Abbildung entweder künstlerisch ist oder edukativen Zwecken dient. (Weswegen z.B. auch die Abbildung eines errigierten Penis in einem Lexikon oder Schulbuch kein Problem ist.)

Was darf Kunst? In einer echten Demokratie sehr viel. In Deutschland offenbar nicht so viel...


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#2
26.11.2016
15:24:41


(+1, 13 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Scheiß verfluchten katholisch christlich religiösen konservativen, ihr wollt nur Unglück über diesen scheiß verdammten Planeten bringen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen glücklich zu sein, ihr könnt gar nicht anders, als überall euer krankes Menschenbild zu verbreiten, auch wenn es Menschenleben, insbesondere junges Menschenleben kostet.


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#3
26.11.2016
15:25:25


(+6, 10 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Peer


Genau! Im religiotisch verklemmten Pastorenstaat gehen die Uhren nun mal anders...............

Hauptsache, die Heterowelt wird immer und überall mit weiblichen "Reizen" überflutet - je praller desto............

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über einen solchen Kindergarten lachen.


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#4
26.11.2016
15:26:53


(+3, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Dies wirkt hier grob anstößig, da auch Kinder und Jugendliche ungehinderten Zugang zu diesem Markt haben."

Na und?!!!!!, die Kinder sollen doch von Kindesbeinen an mit der Sexualität in Berührung kommen, denn nur so können Sie eine gesunde Sexualität entwickeln!!!!


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#5
26.11.2016
15:29:50


(+2, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Peer


"Was darf Kunst? In einer echten Demokratie sehr viel. In Deutschland offenbar nicht so viel..."

Dank der scheiß christlich katholischen scheiß lehre, darf Sie nur das, was diese idioten meinen es passe in ihr dummes blödes Weltbild


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#6
26.11.2016
16:26:32


(+2, 10 Votes)

Von Julian S


Der konservative Rollback macht auch vor der ehemaligen Homo-Hochburg Köln nicht halt.

Jetzt gehören Penisse nicht mal mehr auf einen schwulen Weihnachtsmarkt.

Alles nur, weil ein paar biedere Moralapostel zurück in die muffigen 1950er-Jahre wollen.


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#7
26.11.2016
16:40:06


(+6, 10 Votes)

Von Linus


Wären da Titten drauf, wäre es in Ordnung...

Aber ein Penis ist natürlich wieder ein Riesen-Skandal.


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#8
26.11.2016
16:51:16


(-4, 14 Votes)

Von JarJar
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 30.10.2015
Antwort zu Kommentar #7 von Linus


Wären Vaginas drauf wäre es aber auch nicht in Ordnung. Ich finde es so schon ganz okay, man kann es kaufen und hat dann gleichzeitig noch etwas zu Hause zum auspacken. Ist natürlich Schwachsinn dann noch die Polizei einzuschalten. Aber ich finde auch nicht dass man unbedingt auf nem schwulen Weihnachtsmarkt steife Schwänze sehen muss.
Denn da haben die Herren vom Ordnungsamt schon Recht, es gib da nun mal Gesetze die dies verbieten zum Schutz der Kinder. Auch wenn es eigentlich etwas natürliches ist, aber die würden Heten-Pornobilder an einem Wochenmarktstand auch verbieten.


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#9
26.11.2016
16:51:24


(+4, 8 Votes)

Von Justus


"Es werden ja bei uns an anderen Ständen auch Teig- und Schoko-Penisse angeboten. Da sagt das Ordnungsamt nichts."

Ohje, lasst das mal nicht das Kölner Ordnungsamt hören. Dann rennen die gleich wieder los, um die Zensur-Keule zu schwingen.

Ich habe übrigens mal in einem Kölner Karnevals-Laden einen Penis-Hut und eine Scherzbrille mit angeklebter Penis-Nase gesehen. Der Laden ist auch für Kinder zugänglich. Macht das Kölner Ordnungsamt auch da bald eine Razzia?

Oder steht der Wirtschaftsfaktor Karneval über dem Gesetz, während irgendwer was gegen schwule Weihnachtsmärkte hat?

Mal eine Frage:

Wo war das Kölner Ordnungsamt eigentlich in der Silvesternacht, als Dutzende Frauen mitten auf der Domplatte belästigt oder gar vergewaltigt wurden?

Wo es wirklich mal wichtig wäre, ist das Ordnungsamt nie zu sehen. Aber für solche Banalitäten fahren die alle Geschütze auf...


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#10
26.11.2016
16:59:54


(+7, 11 Votes)

Von Raffael
Antwort zu Kommentar #8 von JarJar


"Wären Vaginas drauf wäre es aber auch nicht in Ordnung."

Und wieso hängen dann in unserer Stadt an einem Stand Adventskalender und ähnliche Weihnachtsprodukte mit nackten Frauen drauf? Da sind auch die Vaginas zu sehen. Ohne dass irgendwer einschreitet...

Und bei uns im Kaufhaus hängen Kalender für nächstes Jahr mit komplett nackten Frauen, wo auch die Vaginas sichtbar sind.


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