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Cruz (l.) und Flanagan nach dem Kampf

Der Puerto-Ricaner wollte in Cardiff erster schwuler Boxweltmeister werden. Ein Zeichen für Vielfalt setzten derweil auch britische Fußballer.

Der offen schwule Profiboxer Orlando Cruz ist am Samstag auch im zweiten Anlauf gescheitert, Weltmeister im Leichtgewicht zu werden. In der Matchpoint Arena in der walisischen Hauptstadt Cardiff unterlag der 35-Jährige dem Engländer Terry Flanagan, der seinen im letzten Jahr errungenen Titel zum vierten Mal verteidigte.

Cruz hatte von Anfang an eher defensiv gekämpft, ab der vierten Runde musste der laut Kommentatoren unerwartet schwache Puerto-Ricaner etliche Kopfschläge einstecken und wirkte zwischenzeitlich kaum noch abwehrbereit. Cruz zeigte sich aber zäh, bis der Richter ihn in der achten Runde für kampfunfähig erklärte.

Wettbüros hatten den in 31 Kämpfen ungeschlagenen Flanagan zuvor als deutlichen Favoriten bewertet. Der 27-Jährige hatte sich lobend über seinen Konkurrenten geäußert: "Sich in einer Macho-Kampfsportart wie dem Boxen zu outen, muss man bewundern", sagte er gegenüber ESPN. "Das erfordert Mut und Courage", wisse er seit dem Coming-out seiner Schwester als lesbisch zu Schulzeiten.

Cruz hatte zuvor in etlichen Interviews gesagt, dass er ein Vorbild für junge Schwule sein und zugleich ein Zeichen für Respekt setzen wolle.

Twitter / BBCSport | Orlando Cruz im Gespräch mit der BBC

Erstes Coming-out im Profi-Boxen


Cruz mit seinem Ehemann José Manuel

Cruz hatte seine Karriere im Jahr 2000 begonnen und war neun Jahre lang ungeschlagen. Bis Samstag hatte der nur 1,63 Meter große Profi mit dem Spitznamen "El Fenómeno" 25 Siege, vier Niederlagen und ein Unentschieden abgeliefert.

Im Oktober 2012 schrieb Cruz Geschichte, als er sich als erster aktiver Profi-Boxer der Welt im Alter von 31 Jahren als schwul outete. Er erklärte damals, dass er die Wahrheit nicht länger verschweigen wolle. "Ich möchte das beste Vorbild sein für Kinder, die überlegen, eine Karriere im Box-Sport zu beginnen", so Cruz (queer.de berichtete). Wenige Wochen später gewann er seinen ersten Kampf als offen schwuler Boxer gegen einen mexikanischen Herausforderer (queer.de berichtete).

Cruz hatte bereits 2013 in Las Vegas um den WM-Titel gekämpft. Damals verlor er beim Titelkampf im Federgewicht gegen den Mexikaner Orlando Salido durch Technisches K.o. in der siebten Runde (queer.de berichtete).

Auch Fußball setzte Zeichen

Der Wettkampf am Samstag hatte vorab weltweit zu überwiegend positiven Medienberichten über Homosexualität im Profisport geführt. In England wurde das am Samstag ergänzt durch eine Kampagne der LGBT-Organisation Stonewall im Fußball: Viele Spieler von Erstligisten, einige Trainer und selbst Linienrichter trugen am Samstag Schnürsenkel in Regenbogenfarben.

Twitter / footballinhq

Mehrere Kapitäne trugen zudem bei der inzwischen alljährlichen Kampagne ihre Binden in Regenbogenfarben, darunter Fernandinho von Manchester City, Chelseas Gary Cahill, Tottenhams Hugo Lloris und Jordan Henderson für Liverpool. Selbst das Nationalstadion in Wembley zeigte Flagge.

Twitter / wembleystadium



#1 Patroklos
#2 hugo1970Profil
  • 27.11.2016, 09:43hPyrbaum
  • "Auch Fußball setzte Zeichen"

    Da muß ich vehement widersprechen, ja, wenn sich Profifußballer geoutet hätten, dann wäre die Überschrift richtig gewesen.
    Richtig wäre gewesen: halbherzige Zeichen!!!!
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#3 LaurentProfil
  • 27.11.2016, 11:18hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Schade, dass er verloren hat.

    Die Äußerung seines Konkurrenten Flanagan "Sich in einer Macho-Sportart wie dem Boxen zu outen, muss man bewundern. Das erfordert Mut und Courage, [was er seit dem Coming-out seiner Schwester wisse]" ist auch nicht selbstverständlich.
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#4 Patroklos
#5 GrünerdaumenAnonym