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  • 28.11.2016, 12:50h           103      Teilen:   |

Prä-Expositionsprophylaxe

Appell zum Welt-Aids-Tag: "Die Zeit ist reif für die PrEP!"

Artikelbild
Das Medikament Truvada hilft nicht nur HIV-Positiven durch Eindämmung einer bestehenden HIV-Infektion, sondern kann diese bei einer präventiven täglichen Einnahme auch verhindern

Die führenden deutschen Aids-Organisationen fordern, dass das Mittel gegen HIV-Infektionen nicht ungenutzt bleiben dürfe.

Die Zeit ist reif für die Einführung der medikamentösen HIV-Prophylaxe in Deutschland, finden die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG), der HIV-Ärzte-Verbund dagnä und die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) in einem am Montag anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tages veröffentlichten gemeinsamen Appell an die Politik.

Die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) könne helfen, die Zahl der HIV-Neuinfektionen nachhaltig zu senken, so die Initiatoren. Sie fordern die Bundesregierung und den Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) auf, so schnell wie möglich die nötigen Maßnahmen einzuleiten.

Bei einer PrEP wird das HIV-Medikament Truvada vorbeugend eingenommen. Es verhindert dann eine HIV-Infektion sehr zuverlässig. In Deutschland kommt die PrEP vor allem für schwule und bisexuelle Männer mit häufigen ungeschützten sexuellen Kontakten in Frage – eine nach Ansicht der Organisationen "überschaubare Gruppe, in der aber ohne diese Schutzmöglichkeit viele HIV-Infektionen stattfinden".

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Forderung auch nach Kostensenkung

Seit Oktober ist Truvada in Europa als PrEP für Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko verordnungsfähig. Die Krankenkassen haben jedoch erklärt, für die Kosten nicht aufzukommen, der G-BA hat sich bislang nicht geäußert. Damit ist die PrEP für die meisten Menschen faktisch nicht verfügbar: Eine Monatspackung kostet 820 Euro.

Die am Appell beteiligten Organisationen fordern daher: "Die PrEP muss von den Krankenkassen zuverlässig erstattet werden. Zu diesem Zweck müssen das Infektionsschutzgesetz oder die Schutzimpfungsrichtlinie des G-BA angepasst werden." Zugleich wird gefordert: "Der aktuelle und künftige Hersteller müssen das PrEP-Medikament zu einem sehr viel niedrigeren Preis anbieten. In der Herstellung ist es billig. Die Preissenkung ist der Schlüssel zum Einsatz der PrEP in der Prävention."

Mit der PrEP könne man "die Erfolge der HIV-Prävention in Deutschland ausbauen", erklärt Prof. Dr. Georg Behrens, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft. "Sie bewahrt Menschen vor HIV und kann damit auch Folgekosten für das Gesundheitssystem sparen. Zugleich verhindert ein regulärer Zugang, dass Menschen sich die PrEP auf eigene Faust beschaffen und sie ohne ärztlichen Beistand anwenden, womit erhebliche Risiken verbunden sind."

Dr. Knud Schewe, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä), erläutert: "Im Praxisalltag erleben wir immer wieder Menschen, die sich vor HIV schützen möchten, denen der Schutz mit Kondomen aber nicht immer gelingt. Endlich können wir auch diesen Menschen etwas anbieten. Aus ärztlicher Sicht können wir es nicht länger verantworten, sie abzuweisen. Das Ergebnis sind vermeidbare HIV-Infektionen."

Die PrEP werde das Kondom nicht ersetzen, meint Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe. "Es bleibt für die meisten Menschen das einfachste Mittel, sich vor HIV zu schützen und reduziert das Risiko anderer Geschlechtskrankheiten. Manche Menschen aber brauchen die medikamentöse Prophylaxe, um HIV-negativ zu bleiben. Die PrEP muss daher ein weiterer Baustein der HIV-Prävention werden."

Schutz mit Kondomen gelingt nicht immer

Die Gründe, warum Menschen der Schutz mit Kondomen nicht gelingt, können vielfältig sein. Sexuelles Verhalten sei oft nicht rational steuerbar, betont die Pressemitteilung der Deutschen Aids-Hilfe, "starke Gefühle wie Leidenschaft oder Angst können ebenso eine Rolle spielen wie verinnerlichte Handlungsmuster, Selbstwertprobleme, Alkohol und Drogen oder Erektionsprobleme bei Kondomgebrauch."

DAIG, dagnä und DAH wissen sich in ihrer Forderung nach der PrEP einig mit der WHO und UNAIDS. In immer mehr Ländern ist die PrEP bereits im Einsatz, darunter die USA, Frankreich und Norwegen.

Die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) ist die medizinische Fachgesellschaft zum Thema. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) vertritt die HIV-Schwerpunktärzte, die täglich mit den Bedürfnissen von Patienten konfrontiert sind. Die Deutsche AIDS-Hilfe betreibt HIV-Prävention für die am stärksten von HIV betroffenen Gruppen. (pm)

Links zum Thema:
» Der ausführliche Appell
» PrEP-FAQ der DAH
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Tags: hiv, prep
Schwerpunkte:
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Reaktionen zu "Appell zum Welt-Aids-Tag: "Die Zeit ist reif für die PrEP!""


 103 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
28.11.2016
13:05:03


(+4, 8 Votes)

Von Peer


Berechtigte Forderung. Aber ich fürchte, dass sie damit bei unserer schwarz-roten Bundesregierung auf taube Ohren stoßen werden.

Denn unsere Zwei-Klassen-Medizin ist jetzt schon am Limit. Das SPD-Versprechen einer Bürgerversicherung, wo alle einzahlen müssen, hat die SPD ja leider (wie so viele andere Versprechen) gebrochen.

Schon jetzt werden fremde Töpfe angezapft, um bis zur nächsten Bundestagswahl noch die Beiträge stabil zu halten. Danach kommt dann die große Erhöhung.

Medizinischer Fortschritt ist ja an sich wünschenswert, kostet aber eben auch Geld. Und dafür wäre ein Systemwechsel bei den Krankenkassen nötig - sprich: Abschaffung der Privaten Kassen und Gesetzliche Kassen für alle. Dann hätte auch diese unsägliche Ungleichbehandlung ein Ende, dass man bei manchen Fachärzten als Kassenpatient Wochen bis Monate auf einen Termin warten muss, während das für Privatpatienten innerhalb von Tagen geht. (Daran haben auch die Vermittlungsdienste der gesetzlichen Kassen nicht wirklich was geändert. Ich weiß das, weil es mir aktuell genauso geht. Ich darf jetzt fast 3 Monate arbeitsunfähig sein und meine Krankenkasse hat mir einen Termin nur 3 Tage (!) eher besorgt. Dafür muss ich aber mit dem Bus 45 Minuten fahren.)


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#2
28.11.2016
13:15:42


(+2, 4 Votes)

Von Justus


Mal sehen, ob Union und SPD auch in dieser Frage blockieren.

Und was sie sich diesmal als Ausreden einfallen lassen, warum man Menschen nicht schützen darf. Oder werden Union und SPD endlich in dieser Frage einlenken? Bisher ja leider nicht...


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#3
28.11.2016
13:16:05
Via Handy


(0, 6 Votes)

Von Grünerdaumen


Sollte aber kein Freifahrtsschein sein um Sorgenlos Rumzupoppen.


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#4
28.11.2016
13:30:39


(+6, 6 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #3 von Grünerdaumen


Sex ist nichts verwerfliches und wir sollten uns nicht zum Moralapostel aufschwingen.

Menschen sind keine Roboter und tun auch mal Unvernünftiges. Alles, was die Ausbreitung von HIV/AIDS vermindert, sollte gefördert werden.


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#5
28.11.2016
14:04:46
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Pfote
Antwort zu Kommentar #3 von Grünerdaumen


Und da hätten wir wieder den moralisierenden Kommentar der keinem hilft.

Wichtig ist, dass die Anzahl der Neuinfektionen zurückgeht.


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#6
28.11.2016
14:23:58
Via Handy


(-5, 11 Votes)

Von Grünerdaumen


"Menschen sind keine Roboter und tun auch mal Unvernünftiges"

Aha....Unvernünftig ist ohne Gummi zu Poppen...meinst du das mit:Menschen sind keine Roboter und tun auch mal Unvernünftiges?? Verdammte Scheisse du tust Aids/HIV...Verharmlosen. Hast wohl nie was von ein Kondom Gehört. Es gibt keine Entschuldigung dafür wenn "Mann" ohne Gummi Fickt Verdammt. Aber Warscheinlich willst du solche Pillen zu dir nehmen lieber Felix. Viel Spass dabei.


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#7
28.11.2016
14:45:49


(-1, 5 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Pfote


Trotzdem gebe ich dem User Recht und das hat nix mit antiquieten Moralvorstellungen zu tun! Es wäre wirklich super, wenn die Zahl der Neuinfektionen endich mal gen Null gehen, aber gerade was den Medikamentenwirkstoff Truvada betrifft, so heißt es nicht umsonst "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker"!

Menschen, die Truvada nicht vertragen, bleibt nur die Alternative "Sex nur MIT Kondom"!


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#8
28.11.2016
15:10:19
Via Handy


(-2, 8 Votes)

Von memento_mori
Antwort zu Kommentar #5 von Pfote


Aber nicht zum Preis von mehr Resistenzen oder steigenden Zahlen von anderen STIs.. Syphilis etc sind auf den vormarsch..

Jeder, der Grindr benutzt, weiß doch wofür prep tatsächlich benutzt wird: zum bare ficken.

Ich sage dazu nein und hoffe, die Kosten werden nicht übernommen.


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#9
28.11.2016
15:58:31


(-3, 9 Votes)

Von burgerberg
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 12.11.2014


So. wir werfen paar Pillen und die Welt ist in Ordnung! Komisch, in Berlin gibt es nicht nur die höchste Rate an HIV Neuinfektionen, sondern gleichfalls auch eine erhebliche Steigerung von anderen Geschlechtserkrankungen!

Übrigens - ich persönlich hatte das Vergnügen diese Medikation für 4 Wochen als HIV-Prophylaxe zu nehmen - dies war kein Zuckerschlecken bzw. die Nebenwirkungen sind nicht erheblich!

Komisch, Frauen müssen für eine Verhütung bezahlen - aber für Homosexuelle soll die "Verhütung" von HIV umsonst sein! Da bleibt es abzuwarten, bis bestimmte Kreise auf die Homosexuellen einprügeln!


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#10
28.11.2016
16:13:56


(-3, 7 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wenns ein paar Neuinfektionen verhindert immerhin...

Nebenbei wirds die Pharmaindustrie freuen. An sich gesunde Männer schlucken fortan täglich Medikamente und sichern auf Jahrzehnte fette Umsätze. Wenns dann doch mal nicht geklappt hat weil Pille vergessen, ausgekotzt, etc. (man munkelt sowas passiert selbst Frauen...) oder man sich eine der anderen lustigen Sachen die es so gibt eingefangen hat gibts ja auch für diese Kunden eine Rundumversorgung.


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