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Anhänger der "Islamic Defenders Front" wollen Indonesien auch durch Gewalt zu einem islamistischen Staat machen

Eine radikale islamistische Gruppe hatte zuvor die Feier gestürmt und die Beamten zu der angeblichen "Sexparty" gerufen.

Die Polizei der indonesischen Haupstadt Jakarta hat in der Nacht zum Sonntag eine private Party gestürmt und dabei 13 Männer festgenommen. Wie die Zeitung "Jakarta Post" berichtet, wären zuvor bis zu 50 Aktivisten der radikalislamistischen Gruppe "Islamic Defenders Front" (FPI) in das Apartment eingedrungen und hätten die Polizei gerufen, um gegen eine angebliche schwule Sexparty vorzugehen.

Ein Mitglied von FPI habe angegeben, in sozialen Netzwerken von der Party erfahren zu haben, sagte ein Polizeisprecher der Zeitung. Man habe Handys, Kondome und antiretrovirale Medikamente sichergestellt. Bislang habe man allerdings keine Beweise für eine Straftat gefunden, so der Polizeisprecher – einvernehmlicher homosexueller Geschlechtsverkehr steht in dem Land nicht unter Strafe, es gilt allerdings ein unterschiedliches Schutzalter für homo- und heterosexuellen Sex (18 Jahre statt 17 Jahre).

Die Männer wurden am Montag auf freien Fuß gesetzt. Ein anonymer Polizeimitarbeiter sagte der Zeitung, er rechne nicht mit einer Anklage. Gegenüber einer anderen Zeitung sagte ein weiterer Polizeisprecher, man habe in keinster Weise eine Orgie gestört. Viel eher habe es sich um ein Spiel gehandelt, bei denen Teilnehmer, sollten sie verlieren, ihre T-Shirts ausziehen mussten. Dass man bei 13 Männern ganze zwei Packungen Kondome gefunden habe, lasse auch nicht auf eine Orgie schließen.

Druck durch radikale Islamisten steigt

Die "Jakarta Post" vermutet, die Beamten hätten sich von den Islamisten unter Druck gesetzt gefühlt. So hätte die Polizei unter entsprechendem Druck im Februar auch eine Konferenz einer LGBT-Organisation in einem Hotel in Jakarta unterbunden.

Die "Islamic Defenders Front" war in den letzten Jahren durch Gewalttaten und die Einschüchterung von Anders-, Nicht- und Wenigergläubigen aufgefallen, auch aus Sicht der Gruppe "unmoralischen" Bars stattete sie gelegentliche "Besuche" ab. 2012 musste ein Konzert von Lady Gaga in Jakarta abgesagt werden, nachdem die FPI mit Gewalt gedroht hatte. Am Sonntag veröffentlichte die Gruppe in sozialen Netzwerken Bilder der Männer, die sie bei der Party gestört hatten.

Die LGBT-Organisation "Our Voice" kritisierte, die Polizei hätte statt den Partybesuchern die Islamisten wegen Verletzung des Hausrechts festnehmen sollen. "Es ist erschreckend, dass eine Regierungsbehörde so etwas erlaubt. Das ist eine Warnung an die ganze Nation."

Szene und Gesellschaft unter Druck

Im Oktober hatte der indonesische Präsident Joko Widodo die Polizei aufgefordert, LGBTI besser zu schützen (queer.de berichtete). Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte zuvor im August in einem Bericht kritisiert, dass Regierungsvertreter, Islamisten und sogar religiöse Massenorganisationen mit Hasstiraden das gesellschaftliche Klima in Indonesien so sehr verschärften, dass man inzwischen von einer "schwerwiegenden langfristigen Bedrohung der Rechte und der Sicherheit von LGBT-Indonesiern" sprechen könne (queer.de berichtete).

Widodo hatte sich gegen eine Kriminalisierung Homosexueller ausgesprochen. Indonesien, das bevölkerungsreichste mehrheitlich muslimische Land der Welt, bestraft, vom unterschiedlichen Schutzalter abgesehen, einvernehmliche homosexuelle Handlungen nicht. In der Provinz Aceh können diese allerdings seit letztem Jahr nach Scharia-Recht mit Peitschenhieben belegt werden; das Gesetz gilt für Männer und Frauen islamischen Glaubens (queer.de berichtete). (nb)



#1 Pascal GoskerAnonym
  • 29.11.2016, 15:20h
  • "Eine radikale islamistische Gruppe hatte zuvor die Feier gestürmt und die Beamten zu der angeblichen "Sexparty" gerufen."

    Dass die Polizei sich von solchen fanatischen Religioten auch noch rumkommandieren lässt, sagt bereits genug.
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