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  • 30.11.2016, 11:51h           8      Teilen:   |

Die Linke

Kein sicherer Listenplatz für Harald Petzold

Artikelbild
Nach vier Jahren im Bundestag ist für Harald Petzold im kommenden Jahr wohl wieder Schluss (Bild: Linksfraktion)

Die Linkspartei in Brandenberg desavouierte den queerpolitischen Sprecher ihrer Bundestagsfraktion. Letzte Chance ist das Direktmandat.

Déjá-vu-Erlebnis bei der Linkspartei: Nachdem vor vier Jahren die damalige queerpolitische Sprecherin Barbara Höll in Sachsen keinen sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl 2013 erhielt (queer.de berichtete), ereilte nun ihrem Nachfolger Harald Petzold in Brandenburg genau dasselbe Schicksal.

Die Landesvertreterversammlung in Falkensee wählte Petzold am vergangenen Samstag nur auf den aussichtslosen Listenplatz sechs – 2013 war dem schwulen Politiker über Platz vier der Landesliste der Einzug in den Bundestag gelungen. Damit der 54-Jährige im September 2017 erneut zum Zuge kommt, müsste sich die Partei in Brandenburg von 22,4 Prozent auf knapp 30 Prozent verbessern, was nach aktuellen Wahlumfragen als unwahrscheinlich gilt.

Eine Kampfkandidatur um Platz vier hatte Petzold knapp gegen seinen nachgerückten Potsdamer Parlamentskollegen und Antifa-Aktivisten Norbert Müller verloren, obwohl der 30-Jährige wegen freizügiger Nutzung der Fahrbereitschaft des Deutschen Bundestags in der Kritik steht.

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"Solange das Spiel nicht abgepfiffen ist, ist alles möglich"

"Es ist nicht optimal gelaufen. Aber ich wusste, dass es eine enge Kiste gegen Norbert Müller wird", erklärte Petzold gegenüber der "Märkischen Oderzeitung". Sein jüngerer Kollege habe mit sozialen Themen und seinem Anti-Pogida-Engagement bei den Delegierten punkten können. Er wolle nun um das Direktmandat im Wahlkreis 58 (Oberhavel-Havelland II) kämpfen, für das ihn die Partei bereits im Oktober aufgestellt hatte, kündigte Petzold an: "Solange das Spiel nicht abgepfiffen ist, ist alles möglich."

Das Ergebnis von 2013 deutet allerdings nicht wirklich auf einen Sieg Petzolds im Wahlkreis hin: Bei der letzten Bundestagswahl kam der schwule Politiker dort mit 19,6 Prozent der Erststimmen nur auf den dritten Platz. Den Wahlkreis gewann der CDU-Kandidat Uwe Feiler vor der SPD mit 37,5 Prozent.

Harald Petzold war 2013 erstmals in den Deutschen Bundestag eingezogen. Von 1990 bis 1999 saß der frühere Lehrer, der mit 19 Jahren in die SED eintrat, für die PDS im Landtag von Brandenburg, Bereits seit 2003 ist er außerdem Mitglied des Kreistags von Havelland. Dort kandidierte er mehrfach erfolglos als Landrat (queer.de berichtete). (cw)

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Tags: harald petzold, brandenburg, die linke, wahlkreis 58, direktkandidat, listenplatz
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Reaktionen zu "Kein sicherer Listenplatz für Harald Petzold"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
30.11.2016
13:35:56
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von markusbln11


Die linke gat in ihren ostdeutschen landesverbänden schon etliche lgbt-kandidatInnen auf das abstellgleis geschoben. Aus der partei gegrault.

Das ist jetzt nicht das erste mal.

Nur in berlin zeigt die partei die erwartete sensibilität. Klaus lederer ist nun viele jahre mit an bord.


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#2
30.11.2016
17:11:53


(+4, 4 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von markusbln11


"Die linke gat in ihren ostdeutschen landesverbänden schon etliche lgbt-kandidatInnen auf das abstellgleis geschoben. Aus der partei gegrault."

Na ja, zwischen putinistischer Russlandromantik und Castro-Nostalgie ist für sowas westlich Dekadentes wie einfache BürgerInnenrechte oft eben nicht allzuviel Platz.


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#3
30.11.2016
19:40:26


(-1, 5 Votes)

Von burgerberg
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 12.11.2014


Oh, da werden die Anhänger dieser Postkommunistischen Truppe aber enttäuscht sein!

Was ist von einer Partei, deren Mitglieder meist Männlich und im hohen Alter sind, zu erwarten? Viele Mitglieder dieser dunkelroten Meute im Osten gehörten zu Zeiten der DDR/SED zu den Regimebefürwortern!

Wer heute den Tod eines homophoben Diktators betrauert, hat überhaupt keine Zeit für die profanen Anliegen der LGBT`s!


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#4
30.11.2016
21:38:54
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von markusbln11
Antwort zu Kommentar #2 von goddamn liberal


Ja! Genau das ist der politische hintergrund für diese merkwürdigen entscheidungen.


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#5
01.12.2016
06:15:49
Via Handy


(-1, 3 Votes)

Von Jupp


Überzeugend war sein halbherziges Engagement für unsere Sache nicht.


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#6
01.12.2016
10:01:20


(+1, 3 Votes)

Von Finn


Fängt die Linke jetzt auch schon so an?

Jemand, der auf Kosten des einfachen Steuerzahlers die Fahrbereitschaft exzessiv nutzt, bekommt einen tollen Listenplatz, während ein Kämpfer für LGBTI-Rechte abgeschoben wird. Wir schon Barbara Höll und andere Kämpfer für LGBTI-Rechte vor ihm...


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#7
01.12.2016
11:53:42


(+3, 3 Votes)

Von Carsten AC


Normalerweise würde ich sagen, dass das eben ein normaler Prozess ist, dass man in einer Partei auch mal unterliegt.

Aber es ist schon auffällig, dass bei der Linken immer wieder Kämpfer für Homorechte aufs Abstellgleis geschoben werden. (Die genannte Frau Höll ist ja nur eines der weiteren Beispiele.)

Und dann auch noch für so einen Gegen-Kandidaten, der eher umstritten ist...


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#8
01.12.2016
20:29:47


(+2, 2 Votes)

Von Habukaz
Mitglied seit 07.11.2013
Antwort zu Kommentar #1 von markusbln11


Kannst du ein Namen nennen, die heraus gegrault wurden?


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