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  • 30.11.2016, 12:31h           7      Teilen:   |

Queerer Schauspieler übernimmt Rolle

Neue "Star Trek"-Serie: Anthony Rapp spielt schwulen Offizier

Artikelbild
Anthony Rapp wird in Kürze den Weltraum erobern (Bild: Columbia Pictures)

Erstmals taucht in einer Serie der Kult-Reihe eine schwule Figur auf: Mit Anthony Rapp wird ein queerer Broadway-Star diese Rolle übernehmen.

Der 45-jährige Broadway-Star Anthony Rapp wird den ersten offen schwulen Sternenflotten-Offizier in einer "Star Trek"-Fernsehserie spielen. Das gab das Streamingportal "CBS All Access", auf dem die neue Serie "Star Trek: Discovery" in Nordamerika gezeigt werden soll, am Dienstag bekannt. Rapp wird Lieutenant Stamets spielen, der auf dem Raumschiff Discovery dient. Stamets soll als Astro-Mykologe ein Experte für außerirdische Pilze sein.

Rapp hatte sich 1997 in einem Interview mit dem queeren Jugendmagazin "Oasis" geoutet. Zu dieser Zeit spielte er gerade am Broadway die Rolle des Mark Cohen im Musical "Rent", das von einer Gruppe junger Künstler im New Yorker East Village handelt und dabei auch Homosexualität und Aids thematisiert. Rapp wurde später in den Medien als "einer der ersten offen schwulen Männer am Broadway" bezeichnet.

Bei seinem Coming-out erklärte Rapp aber, dass er das Etikett "queer" anstatt "gay" bevorzuge: "Ich will nicht zu sehr mit Etiketten spielen, aber ich habe mich selbst nie als etwas anderes bezeichnet außer queer". Er habe Beziehungen mit Männern gehabt, sagte er damals. "Ich habe nicht gesagt: 'Ich bin gay', weil ich mich in Wahrheit auch in Frauen verliebt habe. Ich denke nicht, dass ich primär homosexuell bin." Das Etikett "bisexuell" lehnte er ab, weil es zu viele Missverständnisse um den Begriff gebe.

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Rollen in "Six Degrees of Separation" und "Hedwig and the Angry Inch"

Seine Theater-Karriere hatte Rapp als Teenager begonnen und spielte unter anderem in den frühen Neunzigern im schwulen Stück "Six Degrees of Separation" mit, das später als "Das Leben – Ein Sechserpack" mit Wil Smith und Ian McKellen verfilmt wurde. Auch im Film spielte Rapp die Rolle des Ben. Später spielte er am Theater unter anderem Charlie Brown in "You're A Good Man, Charlie Brown" und die genderqueere Hedwig in "Hedwig and the Angry Inch".

Im Fernsehen war er seit den Neunzigern als Gaststar in mehreren TV-Serie wie "Akte X" und "Law and Order" zu sehen, aber nie in einer permanenten Rolle. Im Kino blieb er vor allem durch seine Rolle als Jacob in der Sexkomödie "Road Trip" in Erinnerung, als er den eifersüchtigen Schleimer Jacob spielte.

Weitere Besetzung enthüllt

"CBS All Access" gab am Dienstag auch eine weitere Hauptrolle von "Star Trek: Discovery" bekannt: So soll Doug Jones ("Hellboy", "Falling Skies", "The Strain") Lieutenant Saru spielen, einen Vertreter "einer neuen außerirdische Spezies im Star-Trek-Universum". Wer die weibliche Hauptfigur in der Serie darstellen soll, ist weiterhin unbekannt.

Bereits im Sommer hatte Produzent Bryan Fuller bestätigt, dass bei "Discovery" erstmals eine schwule oder lesbische Figur in einer "Star Trek"-Fernsehserie eine zentrale Rolle spielen solle (queer.de berichtete). Schon beim Sommerblockbuster "Star Trek Beyond", dem 13. Kinofilm der Science-Fiction-Reihe, war erstmals ein offen schwuler Mann zu sehen: Die bereits etablierte Figur Sulu wurde beiläufig mit Ehemann und Kind gezeigt (queer.de berichtete). Das führte zu Kritik vom ersten Sulu-Darsteller George Takei, der sich 2005 als schwul geoutet hatte. Takei kritisierte, dass seine Figur von Serienerfinder Gene Roddenberry bewusst als heterosexuell erdacht worden sei und nicht geändert werden sollte (queer.de berichtete).

Die 13-teilige erste Staffel von "Star Trek: Discovery" soll im Mai als Webserie verfügbar sein. Sie wird außerhalb von Nordamerika auf Netflix gezeigt. (dk)

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Tags: anthony rapp, star trek
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Reaktionen zu "Neue "Star Trek"-Serie: Anthony Rapp spielt schwulen Offizier"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
01.12.2016
07:41:59


(+4, 4 Votes)

Von Habukaz
Mitglied seit 07.11.2013


Nach dem vielen Aufheben darum, dass Sulu im jüngsten Film schwul sein sollte und ein gefilmter schwuler Kuss aus dem Film herausgeschnitten wurde, ist doch wieder mal sehr deutlich klar, dass solche riesigen Produktionen, sei es Film oder Fernsehen, nie an ein schwules Publikum gerichtet sind. Wir sind bestenfalls Beifang. Schwule Charaktere mag es vielleicht geben, aber auch sie dienen letztlich nur der Unterhaltung des großen heterosexuellen Publikums. Selbst Filme wie the Imitation Game oder Brokeback Mountain mit schwulen Hauptcharakteren und schwuler Handlung waren sehr deutlich von, mit und für Heterosexuelle gemacht. Das lässt sich nicht nur an der ausschließlich negativen Darstellung des schwulen Daseins für dramatische Effekte sehen, sondern zum Beispiel auch an der Art und Weise wie schwuler Sex im Vergleich zu heterosexuellen Geschlechtsverkehr in Dunkelheit versteckt wird in solchen Filmen und schmerzhaft und animalistisch ist, statt erotisch, lustvoll und wünschenswert. Und das auch nur, wenn er nicht komplett aus dem Skript gestrichen wurde. Umgesetzt wird dann alles von einem hetereosexuellen Regisseur und hetereosexuellen Schauspielern.


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#2
01.12.2016
09:12:10


(+5, 5 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #1 von Habukaz


Dann schau dir mal
"Die Mitte der Welt" (2016) an.

Mainstream, und nichts wovon DU schreibst trifft darauf zu.


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#3
01.12.2016
10:16:20
Via Handy


(-3, 5 Votes)

Von Martin28a
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich hoffe er spielt selbstbewusst und nicht zu tuntig, damit nicbt wieder Klischees erfüllt werden


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#4
01.12.2016
10:22:57
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von AFD-Watch
Antwort zu Kommentar #3 von Martin28a


In welchem Jahr lebst du? 1978?
Darf er auch selbstbewusst verheiratet sein, oder ist das dann zuviel?


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#5
01.12.2016
10:23:49


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Martin28a


Das Schwule Männer nicht ""zu tuntig"" sein dürfen ist ein Klischee !


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#6
01.12.2016
12:40:01


(0, 4 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


Reale Menschen dürfen sein, wieimmer die wollen.

Aber auf der Leinwand will ich glaubhafte Charaktere und kein Schmierentheater mehr sehen. Ich denke genau das hat Martin28a gemeint, und Du weißt das auch.


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#7
01.12.2016
21:28:56


(+3, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von ollinaie


""Aber auf der Leinwand will ich glaubhafte Charaktere und kein Schmierentheater mehr sehen.""..

Was genau ist an einem Schwulem Mann der
""zu tuntig"", im Übrigem eine "persönliche Bewertung" des Begriffes "tuntig" rüber kommt irgendwie unglaubhaft ?

Kennst Du keine ?
Stehen die irgendwie nicht "ihren Mann", egal wo man ihnen begegnet ?

Teil des Klischees ist es dann nämlich auch, das eine Schwule Rolle in einer Serie dann auch identifizierbar sein muß, denn die alleinige Hintergrund-Info für "Interessierte Fans" im Netz nach dem Motto : "ach übrigens, das hier ist der Schwule in der Serie", genügt dann nicht, wenn die Rolle sich auf die eine Person bezieht, kein Beziehungs-Konstellationen wie der Partner etc. eingebaut sind..

Was wäre denn glaubhaft in Bezug auf die Rolle ?
Im Gegensatz zu Worf, der Kampfsport mit dem Bartlett betreibt, geht Lieutenant Stamets dann zum Ikebana aufs Holodeck, oder beschneidet den Rosengarten im Arboretum ?

""Ich denke genau das hat Martin28a gemeint, und Du weißt das auch.""..

Ich denke als Erfahrung aus sehr vielen gelesenen Kommentaren des "Martin28a", er hat etwas gegen Schwule Sichtbarkeit, und da kommt ihm der Seitenhieb auf die "Tunten" gerade Recht..


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