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Geschichte des BBZ lebensart

25 Jahre Homosexuellenbewegung in Halle


Vorstandsmitglied Günter Heine vor den Exponaten im BBZ lebensart (Bild: Katharina Menzel)

Eine Ausstellung im Rahmen der Hirschfeld-Tage forscht in der schwul-lesbischen Vergangenheit der Saale-Stadt.

Von Katharina Menzel

"Was ist denn euer Geheimnis? Wie schafft man es, 25 Jahre dabei zu bleiben, zu wachsen und politisch so viel zu erreichen?", eröffnete einer der Gäste des Abends die Fragerunde. Vereinsgelder akquirieren, (Schutz-)Räume schaffen, sich gegen öffentliche Ablehnung durchsetzen, Akzeptanz schaffen – nur einige der Themen, die am Dienstag im Begegnungs- und Beratungszentrum (BBZ) lebensart diskutiert wurden.

Im Rahmen der Hirschfeld-Tage eröffnete der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Günter Heine am Abend die Ausstellung, die eindrucksvoll die geschichtliche Entwicklung der Homosexuellenbewegung in Halle und Umgebung beschreibt und sichtbar macht. Auf fünf großen Roll-Ups kann man nun die einzelnen Schritte, die zum heute weit über die Stadtgrenzen hinaus etablierten BBZ lebensart geführt haben, besichtigen.

Besucher seien willkommen und Fragen beantworte man immer gern, betont Heine. Natürlich sei der Verein auch jederzeit an neuen Ehrenamtlichen interessiert und könne ihnen ausreichend Betätigungsfelder anbieten, schmunzelt das Vorstandsmitglied.

Die Ausstellung soll durch Schulen wandern


Mitarbeiter Ants Kiel (links) im Gespräch mit Gästen (Bild: Katharina Menzel)

Die BBZ-Chronik ist nur ein Teil der Ausstellung zur Homosexuellenbewegung, die durch das medienpädagogische Jugendprojekt "Engagement-Schmiede" entstanden ist. Die am Dienstag veröffentlichten Exponate beziehen sich direkt auf die Vereinsgeschichte, "die gesamte Ausstellung hat die Homosexuellenbewegung der Stadt Halle und Umkreis zum Thema und soll nach Abschluss des Projektes vor allem Schulen zur Verfügung gestellt werden", wie Vereinskoordinatorin Marlen Weller-Menzel erläutert.

"Durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und geteilten Erfahrungen wollen wir jungen Menschen dabei helfen, zu verstehen, zu akzeptieren und vielleicht einigen ihren Weg erleichtern", so Weller-Menzel weiter. Erstellt haben die Chronik Franziska Nüsch und Katrin Chemnitz, zwei der Aktiven in der "Engagement-Schmiede".

Im Mittelpunkt des Abends steht die bewegende Geschichte des BBZ lebensart in der Emanzipations- und Selbsthilfebewegung von homo- und bisexuellen Menschen. Der hauptamtliche Mitarbeiter Ants Kiel erläutert den Anwesenden auch Erfahrungen in der DDR, denn er selbst war einer der Mitstreiter der bereits 1983 beschlossenen Interessengemeinschaft und legte damit den Grundstein für das heutige Beratungs- und Begegnungszentrum.

Fachzentrum für geschlechtlich-sexuelle Identität

Eindrucksvoll gibt er auch Persönliches preis und vergleicht die unterschiedlichen Zustände des geteilten Deutschlands. Die DDR war der BRD im Rahmen der Gesetzlichkeiten rund um die Thematik homosexueller Handlungen weit voraus. Schon 1968 überarbeitete die DDR ihren "Homosexuellenparagraf", der gleichgeschlechtliche Handlungen unter Strafe stellte, wesentlich. 1988 wurde er ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. In der BRD hingegen wurde der Paragraf 175 auf Beschluss des Bundestages erst 1994 aus dem Strafgesetzbuch entfernt.

1990 wurde aus dem Arbeitskreis Toleranz und dem LUST e.V. der gemeinsame Verein BBZ lebensart gegründet. In den folgenden Jahren wuchsen nicht nur der Verein und dessen Angebote, sondern ebenso sein Ansehen und damit einhergehend die Verankerung in der Stadt. Die umfangreiche Bibliothek und die Aufklärungs- und Bildungsarbeit in städtischen und umliegenden Schulen waren nahezu von Beginn an ein Hauptanliegen des Vereins. Seit vielen Jahren ist er zudem anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, und im Jahr 2011 konnte das lebensart dank der engagierten und professionellen Arbeit das "Fachzentrum für geschlechtlich-sexuelle Identität" etablieren.

Hirschfeld-Tage 2016

Unter dem Motto "L(i)ebe die Vielfalt" stehen bis zum 19. Dezember bei den dritten Hirschfeld-Tagen 115 Veranstaltungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf dem Programm. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld als Veranstalterin kooperiert dabei mit neun regionalen Partnern aus der Community. Weitere Infos zum Programm auf hirschfeld-tage.de.


#1 tti3_alliance
  • 01.12.2016, 06:40h
  • ... es wäre wünschenswert man sich auch der historischen Vergangenheit der tti Bereiche (geschlechtlicher Vielfalt) mit annehmen würde.

    .

    Jedes Geschlecht verdient Respekt
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