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Die Juristin Christiane Rohleder (Grüne) ist seit 18. Mai 2016 Staatssekretärin im Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz in Rheinland-Pfalz (Bild: MFFJIV)

Die rheinland-pfälzische Grünen-Politikerin Christiane Rohleder ist bundesweit erste Landesbeauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität.

Der rheinland-pfälzische Ministerrat hat Familienstaatssekretärin Christiane Rohleder (Grüne) am Dienstag zur ersten "Landesbeauftragten für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität – Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente und Intersexuelle" berufen. Darüber informierte die von einer Ampelkoalition geführte Landesregierung.

"Ich freue mich auf die Aufgabe", erklärte Rohleder in einer Pressemitteilung. "Als Ansprechpartnerin für alle Gruppen im Bereich Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente und Intersexuelle und Botschafterin für ihre Belange möchte ich dazu beitragen, die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten und Intersexuellen zu bekämpfen, ihre rechtliche Gleichstellung voranzubringen und ihre gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern."

Mit Aufklärung gegen Vorurteile

Obwohl die Gesellschaft in den vergangenen Jahren insgesamt offener geworden sei, gebe es "nach wie vor Vorurteile gegen und Benachteiligungen von nicht-heterosexuellen Menschen sowie von Menschen, die nicht dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht (allein) angehören oder sich dem anderen als ihrem biologischen Geschlecht zugehörig fühlen", so die Grünen-Politikerin, die verheiratet und Mutter eines Sohnes ist.

Da Vorurteile und feindseliges Verhalten gegenüber LGBTI "häufig aus Unwissenheit entstehen", sieht Rohleder eine zentrale Aufgabe ihrer Arbeit in der Informations-, Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Landesaktionsplan "Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen" biete eine gute Struktur, um die verschiedenen Lebensbereiche in den Blick zu nehmen.

"Alle Menschen haben ein Recht darauf akzeptiert zu werden, unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, dem Geschlecht oder der sexuellen Identität", sagte die 47-Jährige. "Das garantieren unser Grundgesetz und unsere Landesverfassung. Damit gehört die Vielfalt zu den verbindlichen Grundwerten in unserem Land."

Diese Grundwerte zu verteidigen, sei derzeit aufgrund des erstarkenden Rechtsextremismus besonders wichtig, so Rohleder. Die Akzeptanz von LGBTI als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft trage zur Stärkung des demokratischen Gemeinwesens, der Wirtschaftskraft und eines friedlichen Miteinanders in einer lebenswerten und freiheitlichen Gesellschaft bei.

QueerNet Rheinland-Pfalz lobt Landesregierung

Das Landesnetzwerk QueerNet Rheinland-Pfalz begrüßte die Berufung Rohleders in einer Pressemitteilung als "weiteren Meilenstein für eine Politik der Akzeptanz und Vielfalt": "Gleich zu Beginn der Legislaturperiode setzt die Ernennung einer Beauftragten für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität ein klares Zeichen, dass die Landesregierung der rechtlichen Gleichstellung und gesellschaftlichen Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen Transidenten und Intersexuellen großen Stellenwert beimisst." (cw)



#1 BadewannenpoetAnonym
#2 JustusAnonym
  • 01.12.2016, 12:32h
  • Das ist auf jeden Fall ein gutes Signal.

    Aber es ist alles "Perlen vor die Säue", solange sich nicht auch ganz real an der Gesetzeslage was ändert.

    Es ist ja schön, wenn es Staatssekretäre, Beauftragte, etc. gibt oder wenn Politiker bei Veranstaltungen Gleichstellung forder.

    Aber solange es diese Gleichstellung nicht gibt, ändert sich an unserer realen Situation im alltäglichen Leben leider nichts.

    Denn wenn z.B. jemand wegen seiner sexuellen Orientierung seinen Job verliert (was ja möglich ist und auch immer mal wieder vorkommt), steht der ohne Job da. Und dann wird der abends nicht zuhause sitzen und denken "Schade, habe jetzt zwar kein Geld zum Heizen oder um mal ins Kino zu gehen, aber schön, dass es eine Staatssekretärin für LGBT-Belange gibt."
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#3 RalfAnonym
  • 01.12.2016, 16:47h
  • Was sind denn die konkreten Aufgaben, Befugnisse und Vorhaben dieser Beauftragten?
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#4 Patroklos
#5 Alex RollingerAnonym
  • 02.12.2016, 11:21h
  • Persönlich muss ich leider anmerken, dass ich es sehr schade finde, dass die beauftragte Person nicht aus Rheinland-Pfalz und vor allem nicht aus der der LSBTI-Szene stammt und diese daher nicht dementsprechend vernetzt ist. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das Netzwerk QueerNet bei der Ernennung im Vorfeld zu Rate gezogen wurde. Ich hätte gedacht, bei der Zielvereinbarung des Landes mit QueerNet wäre dies selbstverständlich. Jedenfalls werden wir vom SCHMIT-Z, einer der beiden queren Zentren in RLP, die neue Landesbeauftragte zu uns einladen und willkommen heißen, damit sie die Menschen aus der Region und der Community kennenlernt, für die sie sich hoffentlich beim Land stark machen wird.
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#6 tti3_allianceProfil
#7 caelitusAnonym
  • 03.12.2016, 10:01h
  • Da hilft ein Blick ins allgemeine Gleichstellungs-Gesetz: Wegen seiner sexuellen AUstichtung den Job zu verlieren könnte vor Gericht den Arbeitgeber teuer zu stehen kommen.
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