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Geheimwaffe gegen Rot-Rot-Grün? Das "glücklich verpartnerte" Abgeordnetenhausmitglied Stefan Evers ist neuer Generalsekretär der Berliner CDU (Bild: CDU-Fraktion Berlin)

Der 37-jährige schwule Fraktionsvize wurde am Freitag erst im zweiten Anlauf und nur denkbar knapp in sein Amt gewählt.

Die Berliner CDU hat mit Monika Grütters eine neue Landesvorsitzende und mit Stefan Evers einen neuen Generalsekretär. Während die Kulturstaatssekretärin im Bund gleich im ersten Wahlgang gewählt wurde, brauchte der schwule Fraktionsvize beim kleinen Parteitag am Freitag im Maschinenhaus der Kulturbrauerei zwei Anläufe.

Im ersten Wahlgang erhielt Evers, der von Grütters vorgeschlagen worden war, nur 32,9 Prozent der Stimmen. Doch obwohl die neue Parteichefin den Delegierten anschließend ins Gewissen redete ("Ich lasse mir nicht alles bieten"), kam im zweiten Wahlgang nur eine denkbar knappe Mehrheit von 51,4 Prozent zustande. 36 Delegierte stimmten für den 37-Jährigen, 34 gegen ihn.

Warum Evers abgestraft wurde, ist unklar. Für seine Bewerbungsrede hatte er großen Beifall erhalten, vor allem für seinen Satz: "Ich bin schwul, und das Schöne an der CDU ist, das tut überhaupt nichts zur Sache."

Stadtentwicklung, Skandalflughafen und Queerpolitik

Stefan Evers, der sich auf seiner Homepage als "glücklich verpartnert" vorstellt, ist erst seit 2011 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, von Beginn an als Fraktionsvize. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Politiker aus Charlottenburg-Wilmersdorf vor allem als stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und Mitglied im Untersuchungsausschuss zum Berliner Flughafen einen Namen gemacht.

Zusammen mit seinem SPD-Kollegen Tom Schreiber bestimmte Evers aber auch die Queerpolitik der bisherigen Großen Koalition. Gemeinsam konnten die beiden Politiker unter anderem Kürzungen bei LGBTI-Projekten abwenden und legten den politischen Grundstein für ein Elberskirchen-Hirschfeld-Haus (queer.de berichtete).

Seit 2005 ist Evers Vize-Landeschef der Lesben und Schwulen in der Union (LSU). Beim Mitgliederentscheid der Berliner CDU zur Ehe für alle hatte er im vergangenen Jahr in seiner Partei vergeblich für eine rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen gekämpft (queer.de berichtete). (cw)



#1 LaurentProfil
  • 03.12.2016, 09:04hMetropolregion Rhein-Neckar
  • "Ich bin schwul, und das Schöne an der CDU ist, das tut überhaupt nichts zur Sache." *großer Beifall*

    "Ich bin glücklich verpartnert." ["großer Beifall*]
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#2 wiking77
#3 Patroklos
  • 03.12.2016, 11:24h
  • Die knappe Mehrheit läßt darauf schließen, daß es in der Berliner CDU immer noch Vorbehalte gegen LGBTI-Mitglieder gibt. Wenn er aber gute Leistung zeigt, dann könnte er an Rückhalt in seiner Partei hinzugewinnen und die 34 Delegierten, die gegen ihn stimmten, eines besseren belehren!
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#4 markusbln11Anonym
  • 03.12.2016, 17:17h

  • Also leute, die berliner cdu hat sich in einem mitgliederenscheid vor nicht allzu langer zeit angeleitet durch den altvorsitzenden olaf henkel gegen die ehe für alle positioniert. Mit grosser mehrheit übrigens.

    Ich war mir nicht sicher, ob frau grütters die berliner cdu überhaupt zurück in die politische mitte führen können wird. Sie darf jetzt, aber gerade so eben. Mit herrn evers zusammen.

    Dafür glückwunsch und das nötige durchaltevermögen.
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#5 globoProfil
#6 ThanedAnonym
#7 goddamn liberalAnonym
  • 04.12.2016, 08:21h
  • Antwort auf #4 von markusbln11
  • "Dafür glückwunsch und das nötige durchaltevermögen."

    Die Sache beweist zumindest, dass es schwule Politiker längst auch in anderen Parteien gibt.

    Nicht, ob man pink oder green ist, ist entscheidend, sondern das, was rauskommt.

    Nebenbei:

    Heiko Maas nicht nicht mal schwul, aber er bemüht sich trotzdem.
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#8 LaurentProfil
  • 04.12.2016, 09:49hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Schade, dass man diese Art Wortspiel, #1, vermutlich missgedeutet hat.

    @ godamn liberal:
    "Sich bemühen" ist oft nicht genug. ("Er war stets bemüht..." -> er tat zu wenig).

    @wiking77:
    Der ist mir zu glatt.
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 04.12.2016, 10:24h
  • Antwort auf #8 von Laurent
  • "Sich bemühen" ist oft nicht genug. ("Er war stets bemüht..." -> er tat zu wenig).

    Immerhin tut Herr Maas mehr für die Bewältigung des westdeutschen Postfaschismus (Par. 175) als alle Justizminister vor ihm.

    Und soweit ich sehe, auch mehr als die anderen Justizminister in den Demokratien weltweit, wo es oft auch Schwulenverfolgung bis in die letzten Jahrzehnte gab.

    Ist der Sachstand.

    Oder?
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#10 LaurentProfil
  • 04.12.2016, 10:45hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #9 von goddamn liberal
  • Das Problem ist eben: Wenn man sich auch noch so bemüht, dabei aber auf ziemlich unwillige Dritte (Koalitionspartner) angewiesen ist, sind Erfolge, wenn überhaupt, oft nur sehr hartnäckig zu erzielen.
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