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Ein LGBI-freundlicher Politiker zieht in die Wiener Hofburg ein: Alexander Van der Bellen kämpfte als Nationalratsabgeordneter der Grünen für die Aufhebung der homophoben Sonderstrafgesetze und für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben (Bild: Wolfgang Zajc)

Nach Auszählung aller Wahllokal-Stimmen erhielt der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen 53,3 Prozent. Der Rechtspopulist Norbert Hofer räumte seine Niederlage ein.

Der frühere Grünen-Vorsitzende Alexander Van der Bellen wird nun doch noch neuer österreichischer Bundespräsident. Nach Auszählung aller am Sonntag abgegebenen Stimmen liegt der 73-Jährige bei 53,3 Prozent, während auf seinen Gegenkandidaten Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ nur 46,7 Prozent entfallen. Der Stimmenunterschied fiel deutlich größer aus als erwartet.

Van der Bellen hat in den meisten Gemeinden und Bezirken zulegen können. Gegenüber der ersten Wahl gewann er im Durchschnitt zwischen 1,5 und 2,5 Prozentpunkten hinzu. Umgekehrt konnte der 45-jährige Hofer nur in sehr wenigen Stimmbezirken neue Wähler mobilisieren. Die Wahlbeteiligung ist von 72,7 auf 74,1 Prozent gestiegen.

Der FPÖ-Politiker räumte seine Niederlage ein: "Ich bin unendlich traurig, dass es nicht geklappt hat. Ich hätte gerne auf unser Österreich aufgepasst", schrieb Hofer auf seiner Facebook-Seite. "Alexander Van der Bellen gratuliere ich zu seinem Erfolg und bitte alle Österreicher, zusammen zu halten und zusammen zu arbeiten. Wir alle sind Österreicher, ganz egal, wie wir uns an der Wahlurne entschieden haben."

Das vorläufige amtliche Endergebnis wird dennoch erst am Montag feststehen, wenn die Briefwahlstimmen ausgezählt werden dürfen. Bei der ersten Stichwahl im Mai lag Hofer in den ersten Hochrechnungen noch in Führung, mit der Auszählung von Wahlkreisen in größeren Städten konnte Van der Bellen jedoch aufholen. Mit Hilfe der Briefwahlstimmen hatte der ehemalige Grünenchef dann schließlich seinen ersten Sieg erringen können.

Dauer-Wahlkampf in der Alpenrepublik

Der Wahlkampf um das neue Staatsoberhaupt zog sich in Österreich über ein Jahr hin. Im April haben sich Hofer und Van der Bellen im ersten Wahlgang als die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen für die Stichwahl qualifiziert. Hofer lag mit 35 Prozent deutlich vor Van der Bellen (21 Prozent). Die Stichwahl im Mai konnte der frühere Grünen-Politiker allerdings knapp mit 50,3 Prozent der Stimmen für sich entscheiden (queer.de berichtete).


Norbert Hofer hat die Anfechtung der ersten Stichwahl nicht geholfen (Bild: FPÖ)

Anfang Juli erklärte der Verfassungerichtshof nach einem Einspruch der FPÖ die Wahl allerdings für ungültig, weil die Briefwahlstimmen zu früh ausgezählt worden waren (queer.de berichtete). Die Wiederholung der Stichwahl am 2. Oktober wurde dann schließlich abgesagt, weil die Klebestreifen bei den Briefwahlunterlagen nicht gut genug geklebt haben.

Van der Bellen und Hofer stehen sich in ihren politischen Positionen diametral gegenüber, auch in queerpolitischen Fragen. Österreichs Homoverbände unterstützten praktisch einhellig den ehemaligen Grünen-Vorsitzenden, der sich seit Jahrzehnten für gleiche Rechte einsetzt. Hofer macht dagegen aus seiner Ablehnung von LGBTI-Rechten keinen Hehl. Im Wahlkampf sprach er sich wiederholt gegen die Gleichbehandlung von homosexuellen Paaren aus – und will ihnen sogar das Adoptionsrecht wieder nehmen, indem er ein Adoptionsverbot in der Bundesverfassung verankert. (cw)



#1 lucdfProfil
#2 NiedermeiertAnonym
#3 Sabelmann
#4 GrenzbewohnerAnonym
  • 04.12.2016, 17:53h
  • Haben die Neonazis und Altnazis von der FPÖ mal eine vor ihr großes Maul bekommen.

    Wäre schön, wenn es der AfD in der BRD und der PVV in den Niederlanden ähnlich ergehen wird.

    Nur leider ist die Bevölkerung in der Bundesrepublik und in den Niederlanden voll auf dem Trip....
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#5 LaurentProfil
#6 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 04.12.2016, 18:03h
  • Wenigstens ein Lichtblick in diesen immer düsterer werdenden Zeiten.

    Herzlichen Glückwunsch, Herr van der Bellen!
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#7 Jeff_StrykerProfil
#8 goddamn liberalAnonym
#9 afö-watchAnonym
#10 LorenProfil
  • 04.12.2016, 18:30hGreifswald
  • Die Bäume wachsen auch für deutschnationale Austro-Burschenschaftler und andere Rechtsradikale nicht in den Himmel. Schön, dass in Österreich auch der Kandidat ins Amt kommt, der die meisten Stimmen erhält. Letztlich ein Zeichen, dass entschlossene Gegenwehr sich auszahlen und man über Parteigrenzen hinweg die rechten Spalter gemeinsam eindämmen kann. Die Franzosen sollten von den Österreichern lernen, wenn sie selbst zur Präsidentschaftswahl gerufen werden.
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