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Ben Carson erhält für seine Loyalität gegenüber Donald Trump einen Ministerposten (Bild: Marc Nozell / flickr)

Mit Ben Carson wird ein Mann in der Trump-Regierung eine wichtige Rolle spielen, der Homosexualität schon mal mit Kindessmissbrauch gleichsetzt.

Der künftige US-Präsident gibt seinem einstigen Rivalen Ben Carson einen Posten im Kabinett: Wie Donald Trump am Montag bekannt gab, soll der 65-jährige Neurochirurg, der noch nie ein politisches Amt innehatte, das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung übernehmen. Carson sei ein "brillanter Geist", so Trump in einer Erklärung.

Carson war der einzige Schwarze, der sich im republikanischen Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur beworben hatte. Laut Umfragen galt er Ende 2015 einige Wochen lang als aussichtsreicher Kandidat sowie als Kritiker des Kandidaten Trump. Als er später aus dem Rennen ausstieg, war er jedoch einer der ersten, der Trump seine volle Unterstützung zukommen ließ. Carson war im Vorfeld der Ankündigung seiner Ernennung als einer der Favoriten auf einen Posten genannt worden, weil Trump auch einen Nicht-Weißen im Kabinett brauche.

Im Vorwahlkampf war Carson, der der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten angehört, mit seiner konservativen Religiosität vor allem unter evangelikalen Aktivisten populär und machte aus seiner Abneigung gegenüber Homosexuellen nie einen Hehl. Er gilt als erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten und polemisiert vor allem gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht. Während des Wahlkampfs stellte er etwa im "Fox News Channel" Homosexualität mit sexuellen Missbrauch von Tieren oder Kindern gleich, als er erklärte: "Keine Gruppe, egal ob die Homosexuellen, ob [die Pädo-Gruppe] NAMBLA oder Menschen, die an Sodomie glauben – es ist egal, was sie sind – darf die Definition [der Ehe] verändern."

Ehe für alle führe zu "desaströsem Ende"

In seinem 2012 erschienen Buch "America is Beautiful" stellte Carson sogar einen Zusammenhang zwischen der Ehe für alle und dem Zerfall des Römischen Reiches her: "Wenn wir die Ehe als Verbindung zwischen zwei Männern oder zwei Frauen oder in irgendeiner anderen Weise durch gesellschaftlichen Druck umdefinieren, so dass sie nicht mehr eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist, werden wir sie weiter umdefinieren. Das ist ein gefährlicher Weg mit einem desaströsen Ende, wie man am dramatischen Fall des Römischen Reiches sehen kann".

Auch mit anderen Positionen sorgte er für Empörung. Der 65-Jährige ist beispielsweise ein besonderer Anhänger von Nazi-Vergleichen. So erklärte er, dass stärkere Waffengesetze den Aufstieg Hitlers erst ermöglicht hätten und er "Gun Control" in den USA aus diesem Grund ablehne. Außerdem würden die USA heute im "Gestapo-Zeitalter" leben, weil die politische Korrektheit Überhand nehme. Auch seine Aussage, die Gesundheitsreform von Präsident Obama sei "das schlimmste, das dieser Nation seit der Sklaverei passiert ist", wurde scharf kritisiert.

Carson ist nicht der erste Homo-Gegner, den Trump einen Posten im Kabinett gibt: Bereits Mitte November hatte der 70-Jährige angekündigt, den homophoben Senator Jeff Sessions zu seinem Justizminister zu machen (queer.de berichtete). Eine Woche später erklärte er, dass Betsy DeVos, die seit Jahren erbittert gegen die Gleichstellung im Ehe-Recht kämpft, Bildungsministerin werden soll (queer.de berichtete). (dk)



#1 schwarzerkater
  • 06.12.2016, 09:18h
  • "... Carson war im Vorfeld der Ankündigung seiner Ernennung als einer der Favoriten auf einen Posten genannt worden, weil Trump auch einen Nicht-Weißen im Kabinett brauche." ... und genau so ist es passiert
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#2 TheDad
#3 FinnAnonym
  • 06.12.2016, 09:49h
  • Das wundert mich überhaupt nicht.

    Bisher hat Trump ja nur Homo-Hasser in sein Grusel-Kabinett berufen.
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#4 JustusAnonym
  • 06.12.2016, 09:58h
  • Diese Mischung aus religiösen Fanatikern und anderen rechten Rattenfängern lässt Schlimmstes befürchten...

    Das zeigt aber auch wieder mal, dass es auf jede einzelne Stimme ankommt. Und zwar wirklich auf JEDE einzelne Stimme...

    Das sollte uns eine Mahnung für kommende Wahlen hierzulande sein, den konservativen Rollback wenigstens hier zu stoppen.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 06.12.2016, 10:11h
  • Antwort auf #4 von Justus
  • "Das zeigt aber auch wieder mal, dass es auf jede einzelne Stimme ankommt. Und zwar wirklich auf JEDE einzelne Stimme..."

    Das ist richtig.

    In den USA muss man dann aber auch noch im richtigen Staat wohnen.

    Clinton hat über 2 Mio Stimmen mehr als Trump und einen Vorsprung von ca. 2 Prozent.

    Sowas gabs in diesem Ausmaß in den USA noch nie.

    Clinton hat z. B. in Kalifornien woviel Stimmen geholt wie vor ihr seit Roosevelt kein Demokrat.

    Genutzt hat es nicht.
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#6 JustusAnonym
  • 06.12.2016, 11:00h
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • Ja, das amerikanische Wahlrecht ist wirklich SEHR "speziell", um es mal vorsichtig zu formulieren.

    Dass ein Kandidat, der über 2 Mio Wähler mehr hat, dennoch unterliegt, ist extrem sonderbar. Aber auch da kam es dann halt in den entsprechenden Swing-States auf jede einzelne Stimme an.

    Hierzulande gibt es zwar aufgrund der Algorithmen zur Sitzverteilung auch manch sonderbare Konstellation, aber so extrem ist es hierzulande nicht, dass 2 Mio Wähler einfach unter den Tisch fallen.
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#7 FolgerichtigAnonym
#8 Julian SAnonym
  • 06.12.2016, 11:41h
  • Und wenn man dann auch noch bedenkt, dass die Republikaner (die nach diesem überraschenden Sieg eh fest in der Hand von Trump & Co sind) auch noch beide Parlamentskammern in ihrer Hand haben. Und vielleicht auch bald den Supreme Court...

    Ein echtes Checks-and-balances, was die USA ausmachte, ist so nicht mehr möglich.
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#9 LorenProfil
#10 Konrad DAnonym
  • 06.12.2016, 14:38h
  • "Gru­sel­ka­bi­nett, das:
    Kabinett, in dem Gegenstände o.Ä. ausgestellt sind, die ein Gruseln hervorrufen sollen"

    Was nicht im Duden steht: Manchmal ist der Eintritt unfreiwillig und der Ticketpreis sehr hoch.
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