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Gesetz gegen Konversionstherapien

Malta verbietet Homo-"Heilung"


Blick auf Maltas pittoreske Hauptstadt Valletta: Der kleinste der 28 EU-Migliedsstaaten geht bei LGBTI-Rechten am schnellsten voran (Bild: dr_zoidberg / flickr)

Als erstes europäisches Land verhängt Malta ein Totalverbot von Konversionstherapien.

Das Parlament von Malta hat am Dienstag in einem einstimmig verabschiedeten Gesetzespaket jeglichen Versuch untersagt, Homosexualität mit "Therapien" zu "heilen". Das Gesetz im kleinsten EU-Mitgliedsstaat trägt den Namen "Affirmation of Sexual Orientation, Gender Identity and Gender Expression Bill" (Gesetz zur Bestätigung von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und geschlechtlichem Verhalten). Darin werden sogenannte Konversionstherapien generell als irreführender und schädlicher Eingriff bezeichnet, für den es keine Rechtfertigung gebe.

Das Gesetz sieht Geldstrafen zwischen 1.000 und 5.000 Euro oder eine Haftstrafe von bis zu fünf Monaten für jeden Versuch vor, die sexuelle Orientierung einer Person durch eine Behandlung zu ändern. Zusätzlich erweitert das Gesetz die Rechte von Transsexuellen. Bereits im letzten Jahr hatte die Insel eines der fortschrittlichsten Gesetze für Trans- und Intersexuelle in der Europäischen Union beschlossen (queer.de berichtete).

Mehrere Ärzteverbände begrüßten das Verbot. Die Berufsvereinigung "Malta Chamber of Psychologists" erklärte etwa, Konversionstherapien seien "inhuman". Das Gesetz helfe auch dabei, Vorurteile abzubauen und sexuelle Minderheiten zu "entpathologisieren". "Wir werben für Respekt und die Gleichbehandlung aller Menschen", so die Psychologenvereinigung in einer Erklärung.

Malta ist das LGBTI-freundlichste Land Europas

Bereits vor diesem Verbot galt Malta laut der von ILGA-Europe erstellten "Rainbow 2016"-Liste als LGBTI-freudlichstes Land auf dem Kontinent. In der Liste wird anhand dutzender Kriterien die rechtliche Lage von LGBTI ausgewertet – Deutschland liegt auf Rang 16 von 49 Ländern (queer.de berichtete).

Ärzteverbände warnen bereits seit Jahren vor "Therapien" zur "Heilung" von Homosexualität. 2013 verabschiedete der Weltärztebund eine Stellungnahme, nach der Konversionstherapien "die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen" seien. "Es gibt [für diese Methoden] keine medizinische Indikation und sie stellen eine ernste Gefahr für die Gesundheit und die Menschenrechte von denen dar, die behandelt werden", so die Argumentation der internationalen Vereinigung, der mehr als 100 nationale Ärzteverbände angehören (queer.de berichtete).

Kein anderes EU-Land hat bislang Konversionstherapien verboten. In Deutschland sieht die Bundesregierung gegenwärtig keinen Grund für ein Verbot (queer.de berichtete). 2012 hatte die damalige schwarz-gelbe Koalition einen Antrag der Grünen abgelehnt, zumindest die versuchte "Heilung" von minderjährigen Schwulen und Lesben unter Strafe zu stellen (queer.de berichtete).

Mehrere US-Bundesstaaten haben dagegen bereits die Homo-"Heilung" von unter 18-Jährigen verboten. Anfang des Jahres erließ etwa der Gouverneur von New York einen derartigen Erlass, weil Konversionstherapien "jungen Menschen erheblichen Schaden zufügen können, da sie die sexuelle Orientierung als Krankheit ansehen" (queer.de berichtete). (dk)



#1 RobinAnonym
  • 06.12.2016, 17:12h
  • Damit ist Malta deutlich weiter als Deutschland.

    Hierzulande lehnen Union und SPD ja alle Anträge von Grünen und Linkspartei ab, solche gefährlichen Gehirnwäsche-Therapien zu verbieten.
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#2 GeorgGProfil
  • 06.12.2016, 17:28hBerlin
  • "als LGBTI-freudlichstes Land auf dem Kontinent"

    Ich bin oft in Malta und kann das immer noch nicht richtig glauben. Aber ich freue mich darüber!
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#3 sanscapote
#4 LinusAnonym
  • 06.12.2016, 17:34h
  • >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Ärzteverbände warnen bereits seit Jahren vor "Therapien" zur "Heilung" von Homosexualität.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Genau deshalb kann ich nicht verstehen, wieso das nicht längst verboten ist.

    Das schadet Jugendlichen so massiv, aber die Politik tut NICHTS dagegen. Das ist nur erklärbar, wenn das Marionetten der Kirche sind.
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#5 Patroklos
#6 Patroklos
#7 Pascal GoskerAnonym
  • 06.12.2016, 22:06h
  • "2012 hatte die damalige schwarz-gelbe Koalition einen Antrag der Grünen abgelehnt"

    Leider vergessen durch den Totalausfall der SPD viele, dass die FDP genauso ein Schoßhündchen der Union ist wie die SPD.

    Das sollte bei all diesen Parteien niemals vergessen werden. Und erst recht niemals verziehen, da es hier um Menschenleben geht.
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#8 Patroklos
#9 JasperAnonym
  • 07.12.2016, 09:48h

  • Wieso ist anderswo immer möglich, was in Deutschland immer ein riesiges Problem ist?
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#10 PeerAnonym
  • 07.12.2016, 09:58h
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • Wie oft müssen wir Dir das denn noch erklären?

    Die Union hat keine Mehrheit im Parlament und kann deshalb alleine gar nichts ausrichten. Sie brauchen jemanden, der ihnen die Mehrheit dafür verschafft und das ist die SPD.

    Lese mal ein Politikbuch für die 5. Klasse. Dann kapierst Du das vielleicht endlich.
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